Netzfilmblog

Es geht auch ohne Fernsehen

Lachen will gelernt sein

Von 24. Mai 2012 um 11:17 Uhr

In der staatlich finanzierten Selbsthilfegruppe NLRP (National Laughter Recovery Program) bringt Tutor Charles einer Gruppe unterschiedlichster Menschen das Lachen zurück. Und wer glaubt, das sei einfach, hat die Rechnung ohne Charles gemacht: Denn für den bärbeißigen Humorexperten ist Lachen serious business, und wer am Ende den Test bestehen möchte, muss einiges lernen.

Eine durch und durch gelungene Arbeit von Eli Berg.

Kategorien: Kurzfilm

Kurzfilm: “The Streets of the Invisibles”

Von 23. Mai 2012 um 12:54 Uhr

Über Remo Rauschers Projekt The Streets of the Invisibles hatte ich zu Beginn dieses Blogs bereits einmal geschrieben. Inzwischen hat Rauscher den Film, in dem er Bilder von Google Maps mit der Tonspur der gleichnamigen 70er Jahre Krimiserie vermischt, auch in kompletter Länge online gestellt.

(gefunden bei Kurzfilm Kanon)

Kategorien: Kurzfilm

World Stareout Championship Final

Von 22. Mai 2012 um 13:32 Uhr

Gibt es eigentlich eine deutsche Übersetzung für “staring contest“, dem Spiel, bei dem sich zwei Menschen solange in die Augen starren, bis einer blinzelt? Mir fällt gerade keine ein. Geschenkt. Im Finale der besten Augenstarrer treten heute der Italiener Kampagnola und der Pole Spatsky an. Das Ganze ist eine Animation von Chris Shepherd, die für die britische Sketch-Show Big Train (1998-2002) produziert wurde. Mehr starrende Männer gibt es hier und hier.

Kategorien: Animation

Musik am Montag: Ödland

Von 21. Mai 2012 um 08:46 Uhr

Schönes Stop-motion Video zum nicht minder schönen Song Østersøen der französischen Band Ödland. Das Video ist nicht das Einzige, auf der Band-Website gibt es zu jedem Track des aktuellen Albums Sankta Lucia einen kurzen Clip.

Kategorien: Musik

Kurzfilm: “Homophobia”

Von 19. Mai 2012 um 16:10 Uhr

Ein Beitrag zum Internationalen Tag gegen Homophobie (der immer 17. Mai begangen wird) ist Homophobia, ein Kurzfilm von Gregor Schmidinger. Homophobia erzählt die Geschichte eines jungen Wehrpflichtigen im österreichischen Bundesheer und greift damit eine Umgebung auf, die noch immer stark von Ressentiments gegenüber Homo- und Bisexuellen geprägt ist.

Kategorien: Kurzfilm

Tim Hetheringtons “Diary”

Von 16. Mai 2012 um 13:12 Uhr

Der Kriegsfotograf Tim Hetherington kam vergangenes Jahr zusammen mit seinem Kollegen Chris Hondros in der libyschen Stadt Misrata ums Leben. Für seinen Dokumentarfilm Restrepo erhielt er im Jahr 2010 eine Oscar-Nominierung. In der Yossi Milo Galerie in New York findet zur Zeit eine Ausstellung der besten Fotografien Hetheringtons statt. Unter anderem wird dort auch sein Film Diary aus dem Jahr 2010 gezeigt.

Kategorien: Dokumentation

“Sabotage”, a MCA Tribute

Von 15. Mai 2012 um 11:05 Uhr

Noch immer trauern weltweit die Fans der Beastie Boys über den verfrühten Tod von Adam Yauch alias MCA. James Winters zollt dem Musiker mit einer Hommage an den Klassiker Sabotage Tribut – gedreht mit seiner Frau, seinen Kindern und den Neffen. (hier das Originalvideo)

Kategorien: Netzfilm

Kurzfilm: “Modern Zamanlar”

Von 14. Mai 2012 um 11:29 Uhr

Der türkische Kurzfilm Modern Zamanlar (Modern Times) erzählt die Geschichte eines Mannes, der, gefangen im tristen Büroalltag, sein Leben zurückhaben möchte – und es ausgerechnet auf Facebook glaubt zu finden. In dieses mutmaßliche Paradox verpackt Regisseur Aykut Alp Ersoy seine “Kritik an einer Liebesaffäre des 21. Jahrhundert”, wie er selbst schreibt.

Kategorien: Kurzfilm

Musik am Montag: Modeselektor & Thom Yorke

Von um 09:37 Uhr

Düster-mystisches Video zum Song This von Radiohead-Sänger Thom Yorke und dem Berliner Elektronika-Duo Modeselektor.

Kategorien: Musik

BAFTA-Gewinner 2011: “The Eagleman Stag”

Von 10. Mai 2012 um 11:38 Uhr

Zeit, was ist das eigentlich? Eine messbare, physikalische Einheit oder doch eher ein philosophisches, metaphysisches Konzept? Können zwei Menschen eine unterschiedliche Zeitauffassung haben – und vor allem: Verändert sich unser Zeitgefühl mit dem Alter? Glauben wir nicht oft genug, dass die Zeit im steigenden Alter immer schneller vergeht? Und unsere Erinnerungen immer kürzer werden?

Peter Eagleman, Erzähler und Protagonist in Michael Pleases animiertem Kurzfilm The Eagleman Stag glaubt es. Schon als Kind hatte er ein ausgeprägtes Zeitgefühl. Jahre später – Eagleman ist inzwischen ein renommierter Insektenforscher – ist es zu einer Obsession geworden: Trotz aller Versuche, in seinem Leben niemals zweimal das Gleiche zu unternehmen, kann Eagleman die Beschleunigung der Zeit nicht stoppen. Die Angst vor der eigenen Vergänglichkeit nimmt Eagleman immer mehr ein – und treibt ihn schließlich zu Extremen.

Es ist eine ambitionierte Geschichte, die Please in gerade einmal neun Minuten zu erzählen versucht. Doch dem Filmemacher gelingt es, anhand weniger ausgewählter Episoden aus Eaglemans Leben ein erstaunlich komplexes Charakterbild zu schaffen: Eagleman ist geistreich und humorvoll, gleichzeitig aber auch ein selbstverliebter Griesgram, wie sich schnell herausstellt. Wie die Erinnerungen Eaglemans wird auch die Erzählung im Verlauf des Films immer rastloser, schneller, die einzelnen Passagen kürzer, bis es schließlich in einem ebenso fulminanten wie offenen Finale endet.

Dass diese Erzählung so gut funktioniert, ist vor allem der Umsetzung und Gestaltung zu verdanken. Auch in dieser Hinsicht ist The Eagleman Stag eine beeindruckende Arbeit. 115 einzelne Sets haben Please und sein Team für den Film im Vorfeld gebastelt. Sämtliche Figuren und Hintergründe sind aus einem speziellen Schaum gefertigt und bis hin zu einzelnen Grashalmen in Handarbeit entstanden. Der gesamte Film wurde anschließend in Stop-motion gefilmt und kommt fast ganz ohne nachträgliche Computerhilfe aus. Da Please gänzlich auf Farbe verzichtet, spielt die gezielte Verwendung von Licht, Schatten und Kontrasten eine besondere Rolle. Gepaart mit gelungener Kameraführung, entwickelt der Stil schnell eine eigene – und faszinierende – Dynamik.

Diese Leistung blieb nicht unbelohnt: The Eagleman Stag hat im vergangenen Jahr nicht nur bei zahlreichen Festivals gewonnen, sondern wurde kürzlich auch mit dem britischen BAFTA-Preis für die beste Animation ausgezeichnet.

Kategorien: Animation, Kurzfilm