Es geht auch ohne Fernsehen

Autoren Archiv von Eike Kühl

“Sky Online”: Sky kappt das Kabel

Von 31. Oktober 2014 um 11:26 Uhr

Sky Online

Das hat ja nicht lange gedauert. Knapp sechs Wochen nachdem Netflix in Deutschland gestartet ist, baut der Pay-TV-Sender Sky sein Online-Angebot aus. Der hat zwar mit Snap bereits einen reinen Video-on-Demand-Dienst, mit dem neuen Sky Online sollen aber weitere Kunden gewonnen werden.

Drei Modelle hat Sky Online zur Auswahl: Für 9,99 Euro bekommen die Nutzer das “Sky Starter Paket”. Das enthält neben der VoD-Bibliothek Snap die linearen Spartenkanäle Fox (auf dem etwa The Walking Dead läuft), RTL Crime, National Geographic, Spiegel Geschichte, Disney Junior, sowie Sky Sport News HD. Es ist also eine Mischung aus VoD-Angebot und klassischem Fernsehen.

Mit 19,99 monatlich schlägt “Sky Film” zu Buche. Dort gibt es die aktuellen Kinofilme sowie den Zugriff auf Sky Atlantic, wo viele US-Serien wie etwa Game of Thrones kurz nach der Original-Ausstrahlung laufen. Bizarr ist, dass man für diesen Preis nicht noch Snap dazu bekommt. Wer also sowohl auf aktuelle Inhalte als auch auf die Online-Videothek zugreifen möchte, wäre schon bei knapp 30 Euro.

Noch happiger wird es, wer zu den beiden erwähnten Paketen das “Sky Supersport Tagesticket” hinzubucht. Für weitere 19,99 Euro gibt es dann 24 Stunden lang Zugriff auf die Bundesliga, Champions League, Formel 1 und weiteren Livesport, der nicht im Free-TV läuft.

Auf der einen Seite ist es erfreulich, dass Sky das nun überhaupt ermöglicht. Wer etwa mit seinen Freunden ein Champions-League-Spiel gucken möchte, kann sich das Angebot hinzubuchen und die Kosten teilen. Auf der anderen Seite ist es doch ziemlich teuer. Denn da es das Sportticket nur als Zusatz gibt, wäre man bei 30 bzw. 40 Euro. Für diesen Preis bekommt man auch ein klassisches Sky-Abo mit dauerhaftem Sportpaket.

Eine Set-Top-Box als Bonus

Immerhin: Sky Online ist monatlich kündbar, was endlich zeitgemäß ist. Überhaupt scheint Sky die Zeichen der Zeit langsam zu erkennen. Das Unternehmen proklamierte zwar gerne, dass man seine Inhalte schon jetzt “jederzeit und überall” empfangen könne, aber Sky Go gab es eben nur für Bestandskunden als Bonus obendrauf.

Wie in den USA inzwischen auch HBO erkannt hat, möchten die Menschen allerdings immer häufiger keinen Kabelanschluss mit jahrelangen Vertragslaufzeiten abschließen. Das Potenzial, mit klassischen Abo-Modellen noch neue Kunden zu gewinnen, ist zunehmend ausgeschöpft. Wer zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Sky hat, wird sich vermutlich auch in den nächsten Jahren keines mehr holen. So viele gute und exklusive Inhalte kann sich Sky dann – vermutlich – doch nicht sichern. Auch wenn die Margen geringer ausfallen, muss sich Sky den Kunden annähern, die am liebsten nur noch online Fernsehen gucken möchten.

Es gibt noch einen Bonus: Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Roku hat Sky eine eigene Set-Top-Box entwickelt, mit der sich die erwähnten Sky-Inhalte, aber auch andere Angebote auf den Fernseher streamen lassen. Das Gerät basiert auf der Roku 3, die in den USA zu den beliebtesten Set-Top-Boxen zählt. Es soll in den kommenden Monaten auch in Deutschland verfügbar sein.

Kategorien: Netzfilm

Netzfilm der Woche: “Flesh Computer”

Von 26. Oktober 2014 um 08:16 Uhr

flesh computer

Was ist das eigentlich, Bewusstsein? Menschen haben ein Bewusstsein, na klar. Säugetiere vermutlich auch. Aber was ist mit Reptilien, Fischen, Insekten, Einzellern? Und wie misst man Bewusstsein überhaupt? Darüber streiten die Vertreter der Geistes- und Naturwissenschaften seit Jahrhunderten. Auch der australische Philosoph David Chalmers befasst sich mit der Philosophie des Geistes. Seine These: Unterschiedliche Formen des Bewusstseins gehen hinunter bis auf die Ebene von Molekülen.

Die Ideen von Chalmers bilden den losen theoretischen Hintergrund von Ethan Shaftels Kurzfilm Flesh Computer. Aus dem Fernsehen heraus doziert der Philosoph als subtile Off-Stimme, während die Perspektive zwischen mehreren Bewohnern eines Wohnhauses wechselt: von einem Mädchen über zwei gewalttätige junge Männer hin zu einer Fliege an der Wand. Im Mittelpunkt aber steht ein junger Mann und der namensgebende “Fleischcomputer”: ein ebenso mechanisches wie organisches Etwas, das atmet, schnauft – und vor allem ein Bewusstsein zu besitzen scheint.

Natürlich erinnert Flesh Computer sofort an die Filme des kanadischen Regisseurs David Cronenberg. Der zeigte etwa in eXistenZ eine organische Konsole, mit der sich die Spieler in eine virtuelle Welt einklinken konnten. In Videodrome geht es um einen mysteriösen Fernsehsender, der das Leben der Zuschauer beeinflusst. Flesh Computer könnte sich hier nahtlos einreihen. Der Kurzfilm greift gleichermaßen die Angst vor der Computerisierung der Gesellschaft auf als auch die Frage, wie eng das Zusammenleben zwischen Mensch und Maschine aussehen könnte. Wo hört die Vernetzung auf und wie viel Bewusstsein haben die Computer der Zukunft?

Eine Antwort bleibt Regisseur Shaftel in den knapp zwölf Minuten schuldig. Flesh Computer ist ohnehin keine abgeschlossene Erzählung, sondern eher ein Denkansatz – mit teilweise ziemlich grotesken Bildern. Mit seiner Mischung aus bewusst überdrehten Computeranimationen und mechanischen Effekten, die wiederum an klassische B-Horror- und Splatter-Filme erinnern, bietet Flesh Computer ein etwas anderes Kurzfilm-Erlebnis: Es ist irgendwie abstoßend, aber man möchte auch nicht wegschauen.

(Deutsche Untertitel gibt es per Klick auf CC im Player)

Kategorien: Netzfilm der Woche

Kurzfilm: “Chillr”

Von 24. Oktober 2014 um 13:52 Uhr

Tinder, Grindr, Cuddlr: Wie viele Apps für die verschiedensten Arten zwischenmenschlicher Beziehungen brauchen wir eigentlich noch? Die Wisch-und-Weg-Kultur der Smartphone-Generation scheint bisweilen groteske Züge anzunehmen. Doch wo ein Hype ist, sind auch die Parodien nicht weit. Und somit wären wir bei: Chillr! Der App für die richtig coolen Typen. Also die richtig coolen, oder in ihren eigenen Worten: “The world’s largest mobile network of rad pals who are hella down to hang”.

(via)

Kategorien: Kurzfilm

“BoJack Horseman”: Erzähl mir was vom Pferd

Von 22. Oktober 2014 um 15:40 Uhr
bojack horseman

© Netflix

Und dann kann man Pferde kotzen sehen. Am Ende der ersten Folge übergibt sich BoJack Horseman, Protagonist der gleichnamigen animierten Serie über den Balkon seines Anwesens in den Hollywood Hills. Ob es die Zuckerwatte war, die Pferde offenbar nicht vertragen, oder doch die Erkenntnis, dass seine Autobiografin und Ghostwriterin Diane ausgerechnet mit dem Schauspieler-Rivalen und dauerhechelnden Labrador Mr. Peanutbutter zusammen ist, bleibt fürs Erste unbeantwortet.

Moment, bitte was? Kotzende Pferde, sprechende Hunde, die Sex mit Menschen haben, Hollywood? Ja, es ist schon eine seltsame Welt, die BoJack Horseman seinen Zuschauern öffnet. Es überrascht nicht, dass sich einige Rezensenten bereits nach der ersten Folge wieder verabschiedet haben.

Doch sie verpassen etwas. Die Eigenproduktion des Streaming-Anbieters Netflix ist nämlich die beste Animationsserie für Erwachsene des Jahres. Dass Netflix für die Sprecherrollen bekannte Namen wie Will Arnett, Aaron Paul und Alison Brie gewinnen konnte, zeigt, wie ernst es das Unternehmen meint. Nach den erfolgreichen Dramaserien House of Cards und Orange is the New Black möchte Netflix künftig auch mit Animation punkten.

Die Hauptfigur BoJack Horseman war von den späten Achtzigern bis in die Neunziger der Star der Kult-Sitcom Horsin’ Around. Geliebt von den Zuschauern, umgarnt von Hollywood. Doch nach dem Ende der Serie lief es nicht mehr rund, BoJacks Karriere erinnert mehr an Charlie Sheen als an Seinfeld: Der Suff, die Frauen, die Depressionen – inzwischen wankt der auf zwei Beinen stehende Hengst gewaltig. Mithilfe seiner Agentin, der pinken Perserkatze Princess Carolyn, und seines schmarotzenden Mitbewohners Todd soll BoJack endlich wieder Fuß in der Unterhaltungsindustrie fassen. Seine Memoiren sollen den abgehalfterten und missmutigen Star wieder ins Gespräch bringen.

Medienkritik und Popkultur

Was den Zuschauern neben dem etwas retromäßigen Animationsstil auffällt, ist das kuriose Ensemble. Anthropomorphisierte Figuren sind in Trickfilmen zwar üblich, doch selten wurde das Zusammenleben zwischen Menschen und Tieren so normal wie bizarr erzählt. An keiner Stelle werden die Unterschiede explizit erwähnt und doch können sich die tierischen Protagonisten ihrer Herkunft nicht verwehren: Princess Carolyn hat einen Kratzbaum in ihrem Büro stehen, ein Navy Seal ist tatsächlich ein Seehund, ein Leichenbestatter kriecht in Form einer Made um einen Sarg herum, und BoJacks Verleger arbeitet für Penguin Publishing und ist, na klar, ein Pinguin.

Dass dieser kontinuierlich um seine Existenz bangt und unter anderem die Konkurrenz aus dem Netz von BuzzFeed fürchtet, ist eine der eindeutigeren Anspielungen auf den Konkurrenzkampf zwischen den traditionellen und den neuen Medien, die BoJack Horseman immer wieder einfließen lässt. So viel Meta-Medien-Kritik muss sein, schließlich hat Netflix als Streamingportal dem klassischen Fernsehen den Kampf angesagt.

Andere Gags sind subtiler. Zwar kommt BoJack Horseman um einige tief hängende Witze über Sexspielzeug und Stereotype nicht herum. Doch ähnlich wie in Arrested Development gelingt es den Autoren, im Verlauf der zwölf Folgen ein Netz aus Referenzen, aus Call-Backs und Cut-Aways zu spannen. Einige Anspielungen erklären sich erst nach mehreren Episoden, andere sind so unauffällig, dass man sie erst beim zweiten Mal versteht. 136 versteckte Easter-Eggs hat BuzzFeed in der ersten Staffel entdeckt.

© Netflix

© Netflix

Heiter an der Oberfläche, bitter im Kern

Dass dies funktioniert, liegt an der für Animationsserien ungewöhnlichen Chronologie, die BoJack Horseman verfolgt. Serien wie die Simpsons oder Family Guy bestehen aus in sich abgeschlossenen Folgen. BoJack Horseman dagegen erzählt in den zwölf Episoden der ersten Staffel eine durchgehende Geschichte. Die wird zwar ebenfalls in jeder Folge durch zusätzliche Handlungsstränge angereichert, doch je länger die Serie geht, desto vielschichtiger wird sie.

In dieser Hinsicht ist BoJack Horseman eine typische Netflix-Serie. Jede Episode geht ohne Rückblick in die andere über, was das von Netflix propagierte binge-watching vieler Folgen am Stück nicht bloß zur Option, sondern fast zur Pflicht macht.

Auf der einen Seite ist BoJack Horseman eine beißende Satire der Medien- und Unterhaltungsbranche. Es geht um die bekannte Geschichte des schnellen Aufstiegs und des langsamen Falls. In der Hollywood-Mühle gefangen versucht BoJack vor allem, möglichst viel Ruhm und Anerkennung zu erlangen. Und er ist nicht allein: Seine frühere Sitcom-Kollegin hat sich von einem Teeniestar zu einem dauerfeiernden Drogenwrack gewandelt, seine Agentin steht ebenso unter Druck wie die Autorin Diane, die eigentlich lieber Romane schreiben möchte und aufgrund ihrer besonnenen Art inmitten der Hollywood-Chaoten deplatziert wirkt. In BoJack Horsemans Welt ist niemand wirklich glücklich.

© Netflix

© Netflix

Das ist die andere Seite der Serie, die Margaret Lyons von Vulture als die “lustigste Show über Depression alle Zeiten” bezeichnet. BoJack ist ein Rüpel, der seine Freunde mit Ignoranz und Lügen bestraft. Doch seine Beweggründe sind nur allzu menschlich. An den Rückblicken auf seine schwere Kindheit und der Erzählung seines schwierigen Verhältnisses zu seinem inzwischen krebskranken Entdecker und Mentor zeigt sich die Komplexität der Serie.

BoJack Horseman führt die Zuschauer in eine Welt aus bunten Tieren und zahlreichen Gags. Hinter denen versteckt sich jedoch ein ernsthafter Kern, der von Animationsserien bis dato kaum oder gar nicht verarbeitet wurde. Netflix, das nicht auf Quoten angewiesen ist, kann sich dieses erzählerische Risiko erlauben. In gewisser Hinsicht ist die Serie so bipolar wie ihr Protagonist: Hier steht ein kotzender Alphahengst, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Dort ein Mensch, der nach dem Sinn in seinem Leben sucht.

“BoJack Horseman” läuft auf Netflix in Englisch, auf Deutsch und mit Untertiteln. Mehr Informationen über Netflix finden Sie hier.

Kategorien: Feature

Netzfilm der Woche: “Yardbird”

Von 19. Oktober 2014 um 08:02 Uhr
Yardbird

© Bridle Path Films

Yardbird ist ein englischer Ausdruck für einen Gefangenen. Im gleichnamigen Kurzfilm scheint er für die junge Ruby zu stehen, die auf einem Schrottplatz außerhalb der Stadt lebt: abgeschieden, etwas verlottert und mit einem raubeinigen Vater. Zunächst denkt man an eine Geschichte über häusliche Gewalt. Doch weit gefehlt: Als sich Ruby in die Stadt schleicht, macht sie die unfreiwillige Bekanntschaft dreier Jugendlicher, die ihr nicht allzu freundlich gesinnt sind. Wieder steht der Gedanke an Gewalt im Raum. Und wieder wird der Zuschauer getäuscht. Denn die sprachlose Ruby hat ein ganz anderes Geheimnis.

Dass Yardbird gleich mehrmals mit den Erwartungen der Zuschauer bricht, ist nur eine der Stärken des Films. Die subtilen Hinweise, mit denen er sich dem inneren Konflikt des Mädchens nähert, sind ebenso bemerkenswert. Nach und nach zeigt sich, dass Ruby nicht in die Welt der australischen Kleinstadt passt. Doch wie jeder gute Kurzfilm hält Yardbird die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Ähnlich bemerkenswert ist die Kinematografie, die mit ihrem Fokus auf die Personen und mit dezenten Spezialeffekten unglaublich viel aus bloß drei Drehorten herausholt. Yardbird ist schließlich auch die Arbeit erfahrener Filmemacher. Der Regisseur Michael Spiccia ist ein bekannter Werbefilmer, der Drehbuchautor Julius Avery gewann mit seinem Kurzfilm Jerrycan bereits einen Preis bei den Filmfestspielen von Cannes.

Auch Yardbird hat seit der Veröffentlichung im Jahr 2012 einen stattlichen Festivallauf hinter sich. Der Film lief unter anderem im Kurzfilm-Programm der großen Festivals von Cannes, der Berlinale und Tribeca, und gewann im vergangenen Jahr den Kinder- und Jugendfilmwettbewerb bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen.

Kategorien: Netzfilm der Woche

“87 Bounces”: Fliegt ein Basketball durch Hollywood

Von 17. Oktober 2014 um 13:23 Uhr

87bounces

Da steht er nun mit seinen short Shorts, den weißen Arm- und Stirnbändern und einem nigelnagelneuen Basketball auf dem Platz. Kurz gedribbelt, dann zum Dunk angesetzt wie einst Michael Jordan und – meilenweit an Korb und Brett vorbei. Das kann passieren. Was jedoch nur im Netz passiert, ist dass der Ball dann eine etwas kuriose Reise durch die Filmgeschichte unternimmt und dabei für so manche Überraschung sorgt.

Es ist schon trickreich, was sich die Animationsfilmer des französische Studios HOTU für 87 Bounces ausgedacht haben. Prinzipiell folgt der kurze Clip der Tradition des Supercuts. Doch sie haben nicht einfach ähnliche Filmszenen zusammengeschnitten, wie es die traditionellen Supercuts tun. Erst durch den Basketball, der mit Spezialeffekten in die Filmszenen eingefügt wurde, bekommen diese einen thematischen Zusammenhang.

87 mal springt der Ball durch mindestens 25 Filme (im Abspann werden nur 24 aufgelistet, aber Forrest Gump fehlt zum Beispiel), darunter Kult-Klassiker wie The Big Lebowski und Star Wars und einige neuere Titel wie The Wolf of Wall Street und Man of Steel. Dass aus der Idee ein viraler Hit wurde, war vermutlich abzusehen. Die Animationsfilmer wird es freuen. Nur der unglückliche Hobby-Basketballer sucht vermutlich noch immer nach seinem abtrünnigen Ball.

(Film auf Vimeo / via)

Kategorien: Virals

“The Making of Malala”

Von 16. Oktober 2014 um 15:01 Uhr

Sie heißt Malala Yousafzai. Sie kommt aus Pakistan, ist 17 Jahre alt und jetzt Friedensnobelpreisträgerin. Die jüngste aller Zeiten, natürlich. Viel wurde in den vergangenen Tagen seit der Verleihung über die junge Frau geschrieben. Vor allem über ihren Einsatz für Bildung in ihrem Heimatland, für Frauenrechte und gegen die Gewalt der Taliban, deren Attentat Malala vor zwei Jahren entkam und dass sie plötzlich noch mehr in den Fokus der westlichen Welt rückte.

Doch ihre Geschichte ist länger. Sie datiert bis ins Jahr 2009 zurück, als Malala für die BBC ein Tagebuch aus ihrer Heimatprovinz schrieb. Der Filmemacher Adam B. Ellick hatte sie damals porträtiert, als sie noch keine weltweit bekannte Aktivistin war. In diesen Tagen empfiehlt sich der halbstündige Film aufs Neue, auf der Website der New York Times gibt es ihn zu sehen. Und hier noch ein Update, das Ellick im vergangenen Jahr veröffentlichte: The Making of Malala.

Kategorien: Dokumentation

HBO plant eigenen Sreaming-Dienst

Von um 12:45 Uhr
HBO plant einen eigenen Streaming-Dienst für 2015

HBO plant einen eigenen Streaming-Dienst für 2015

And so it begins: Der US-Kabelsender HBO wird ab dem kommenden Jahr seine Inhalte auch ohne Kabelanschluss anbieten. HBO Go, das es jetzt ähnlich dem deutschen Angebot Sky Go als Zusatzoption für Bestandskunden gibt, wird es dann als eigenständigen Online-Service geben, wenn auch möglicherweise unter einem anderen Namen und einer neuen Plattform. Das kündigte CEO Richard Plepler auf einer Investorenversammlung von Time Warner, dem Eigentümer von HBO, an.

Zunächst wird der Dienst für bestehende Partner verfügbar sein, also etwa Haushalte, die einen Internetanschluss von Time Warner besitzen. Allerdings wolle man auch “weitere Modelle” ausloten. Ob der Dienst das gleiche Angebot wie das Kabelpaket enthält oder möglicherweise Inhalte erst mit Verzögerung ausliefert, ist noch unklar. Denn gleichzeitig gab Plepler an, das Kerngeschäft von HBO solle im nächsten Jahr weiter ausgebaut werden.

Dieses cord cutting vonseiten HBOs ist dennoch eine große Sache. Zum einen hat der Kabelsender sich jahrelang darum gedruckst, seine erfolgreichen und hochgelobten Serien- und Filminhalte online anzubieten. Diese Verknappung trug dazu bei, dass eine Serie wie Game of Thrones zu den am meisten illegal heruntergeladenen im Internet gehört.

Zum anderen hat HBO den direkten Konkurrenzkampf mit dem VoD-Branchenführer Netflix gemieden. Der besitzt zwar die Infrastruktur, HBO aber (noch) die besseren eigenen Inhalte. Mit einem eigenen Online-Dienst wird HBO mittelfristig mit Netflix konkurrieren – auch wenn beide Seiten das immer noch gerne dementieren.

Eine Entwicklung mit Ankündigung

Dass sich HBO dem Internet öffnet, war abzusehen. Seit diesem Jahr hat das Unternehmen unter anderem Verträge mit Amazon geschlossen, damit diese ältere HBO-Serien in ihr VoD-Angebot aufnehmen können. In Deutschland gibt es aktuelle Folgen von Game of Thrones inzwischen mit einigen Wochen Verzögerung auf Amazon oder iTunes.

Die Sache ist klar: Da Time Warner wirtschaftlich unter Druck ist, braucht HBO neue Kunden. Mit Kabelfernsehen sind diese kaum noch zu erreichen, der Markt in den USA ist weitestgehend gesättigt und wer jetzt noch kein HBO hat, wird es vermutlich auch nächstes Jahr nicht beantragen. Online dagegen sieht es anders aus: Hier wächst eine neue, junge und mobile Nutzergeneration heran, der ein Kabelanschluss schlicht zu teuer und aufwendig ist. Der durchschnittliche Kabelanschluss in den USA kostet 64 Dollar im Monat. Ein Netflix-Abo gibt es für unter zehn. Einige HBO-Fans begrüßen die Entscheidung folglich.

Brian Merchant von Motherboard schreibt, dass “HBO endlich das Kabel tötet” und spricht von Peak Cable: Nach HBO werden andere Sender nachziehen und das Kabelfernsehen langsam verdrängen.

Das könnte sein. Doch einfach wird es nicht. Dass HBO in kurzer Zeit auf eine bestehende Infrastruktur für das Streaming aufbauen kann, scheint unwahrscheinlich. Realistischer ist es, dass das Unternehmen mit bestehenden Internetanbietern und Streaming-Plattformen zusammenarbeitet. Möglicherweise ja mit Amazon, das sich durch seine Vorstöße im VoD-Bereich in diesem Jahr zu einem der grö0ten Netflix-Verfolger entwickelt hat.

Apropos: Der Wert der Netflix-Aktie sank in diesen Tagen. Die Nutzerzahlen haben sich im letzten Quartal nicht so gut entwickelt wie erwartet. Gleichzeitig hat die internationale Expansion in Länder wie Deutschland den Gewinn gemindert.

Die Konkurrenz von HBO fürchtet man bei Netflix dagegen nicht. Die Kunden würden im Fall der Fälle auch zwei hochwertige Streaming-Dienste gleichzeitig abonnieren. Das könnte sein, schließlich wäre das immer noch günstiger als Kabelfernsehen.

Kategorien: Netzfilm