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Der politische Spagat des Michael Schäfer

 

Im Oktober 2007 wurde Michael Schäfer zum neuen Bundesvorsitzenden der NPD-Jugendorganisation, Junge Nationaldemokraten (JN), gewählt. Er löste damit den in der NPD-Landtagsfraktion MV beschäftigten Stefan Rochow ab und will die ehemalige Speerspitze der Partei aus der Krise führen.

Die NPD ist mit Abstand die jüngste Partei Deutschlands. Im Durchschnitt zählen ihre Mitglieder etwas mehr als 30 Jahre. Dies ist Ausdruck einer außerordentlich erfolgreichen Beteiligung der JN an der Parteiarbeit insbesondere unter Führung ihres ehemaligen Vorsitzenden Holger Apfel, heute Chef der NPD-Landtagsfraktion Sachsen. Die JN waren seinerzeit dabei sowohl strategischer wie programmatischer Motor der NPD. Bereits seit den 1970er Jahren, so Apfel, sei die Jugendorganisation darum bemüht gewesen, einen nationalrevolutionären Kurs in der Partei zu etablieren. In den 1990er Jahren folgten dann Debatten über die strategische Eroberung der Mehrheitsgesellschaft durch „National Befreite Zonen“ und eine „Robin Hood“-Strategie von rechts. Mit dem neuen NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt sollte diese Ausrichtung ab 1996 in der gesamten Partei mehrheitsfähig werden.

Doch seit mehreren Jahren ist es ruhig geworden um die JN. Seitdem die NPD als Partei eigenständige Erfolge erzielen kann, verlieren auch die JN an Bedeutung. So wird deren Erfolg zugleich zum schwerwiegendsten Grund einer Krise.

michael-schaefer

Der neue JN-Bundesvorsitzende Schäfer erläuterte in der Dezember-Ausgabe des Parteiblattes „Deutsche Stimme“ im Rahmen eines Interviews nun seine politischen Pläne. In den Vordergrund wolle er die Bildungsarbeit im Rahmen eines Nationalen Bildungskreises (NBK) stellen. Eine eigenständige Studentenorganisation sei somit überflüssig.

Altrechten Flausen erteilt er dabei wie schon seine Vorgänger eine klare Absage: „Wir haben chauvinistische und altrechte Anfälle hinter uns gelassen und leben einen Befreiungsnationalismus, der sozialistisch ist im Wirtschaftlichen, national ist im Staatlichen, völkisch im Kulturellen und freiheitlich im Denken.“ Es sei die Aufgabe der JN, so Schäfer, ein „Bindeglied zwischen der Mutterpartei und radikaleren Kräften“ darzustellen. Folgerichtig attackiert er jüngste Beschlüsse des NPD-Bundesvorstandes gegen die autonomen Nationalisten und plädiert in der „Jugendarbeit“ für ein offeneres Herangehen. Gleichzeitig grenzt sich Schäfer jedoch von Gewalt als Mittel der Politikgestaltung ab: „Auch politische Halbstarke haben bei uns nichts zu suchen.“

Schäfer setzt damit den politischen Spagat, an dem sich die NPD als Partei insgesamt versucht, auf potenzierter Ebene fort. Er will die JN gezielt zur Eintrittsschleuse junger, radikaler Kräfte in die NPD entwickeln und seine Jugendorganisation so aus dem Dornröschenschlaf erwecken. Gleichzeitig lehnt er – zumindest offiziell – Gewalt als Mittel der Politik ab, genau wissend, dass dies die meisten radikalen Kräfte wenig interessieren dürfte.

michael-schaefer
weitere Informationen: www.endstation-rechts.de

7 Kommentare

  1.   Jens

    Ja, die Strategie, sich zunächst an das demokratische System anzupassen, um es dann auszuhebeln,hatte bekanntlicherweise schon einmal Erfolg.
    Und wie ihr offensichtilches Vorbild bezeichnet sich auch die NPD offen als national, sozialistisch, völkisch. Udo Voigt bekundet übrigens offen seine Sympathie zum dritten Reich. Wie „Freiheitlich“ das System war, ist allgemeinhin bekannt.
    Dieser Art der verlogenen Täuschung der Menschen kann nur durch gezielte Bildung vorgebeugt werden. Die NPD und ihre Anhänger von öffentlichen Debatten auszuschließen, halte ich allerdings für gefährlich. Im Gegenteil: ladet sie ein, sie sollen sich stellen. Aufrechte Demokraten, die wissen, was freiheitliches Denken wirklich bedeutet, werden immer die besseren Argumente finden. Lasst sie reden, entlarvt ihre Lügen und Täuschungen.

  2.   puh

    „Gleichzeitig lehnt er – zumindest offiziell – Gewalt als Mittel der Politik ab, genau wissend, dass dies die meisten radikalen Kräfte wenig interessieren dürfte.“

    Diese Heuchelei ist weitverbreitet, immerhin hat sich die Politik soweit kutiviert, dass man sich heute von seinen Schlägern distanziert. Vor Jahren und Jahrzehnten pflegte man sich allseits seiner Schutz- und Putztruppen noch zu rühmen und auch heute gibt es die nicht nur auf einer Seite der Demo.

  3.   Ameise

    Ich zitiere aus dem Text von Brodkorb:
    „Die NPD ist mit Abstand die jüngste Partei Deutschlands. Im Durchschnitt zählen ihre Mitglieder etwas mehr als 30 Jahre. Dies ist Ausdruck einer außerordentlich erfolgreichen Beteiligung der JN an der Parteiarbeit insbesondere unter Führung ihres ehemaligen Vorsitzenden Holger Apfel, heute Chef der NPD-Landtagsfraktion Sachsen.“

    Das ist nicht etwa ein Vorteil, sondern zeigt, daß sich junge Torfköpfe und Schnullerträger für diese rechtsradikalen Parteien interessieren. Das wächst sich aus. Pubertäre Phasen, mehr nicht. Provozieren. Das ist alles.

    Die Leute, welche der NPD und ihresgleichen hinterherlaufen, sind einfach in keinster Weise gefestigt oder gebildet. In jeglicher Hinsicht unbedarft. Typisch für pubertäres Gehabe. Tolle Partei, die Minderjährige hinter sich weis, aber damit ist eben kein Staat zu machen, geschweige denn eine Wahl zu gewinnen.

    Das Hirn und die tatsächliche (nicht nur scheinbare) politische Weitsicht entwickelt man erst mit Mitte Dreißig. Wenn der Mensch seine Erfahrungen gemacht hat, wenn er das Affen-Theater aller Parteien und der Presse einigermaßen durchschauen kann, wenn er menschlich so reif ist, um sich überhaupt politisch zu bilden. Wenn er diese Bildung genossen hat, und nicht etwa auf der Hauptschule einen Flyer in die Hand gedrückt bekommt, auf welchem irgendeine Scheiße steht, die aber gut in`s Bild paßt. Auch von den angeblich seriösen Blättern läßt sich der erwachsene Mensch nicht mehr verarschen.

    Ich betone nochmal:
    Radikalismus in jeder Form ist vor allem eine pubertäre Pickelphase.

    Je mehr Wissen das Alter in das Hirn bläst, desto weniger können Rattenfänger jeder Art am eigenen Ego kratzen.

    Der Pfiffi muß draußen bleiben.
    Das gilt nicht nur für Mutti`s Hundchen beim Besuch der Metzgerei, sondern auch für Köter, welche vor den Schultoren mit dem braunen Schwänzchen wedeln.

    Gruß

  4.   Heiner

    Ja recht hat Er politische Bildungsarbeit ist für Nazis notwendig.Ich schlage vor im Gefangenentransportwagen eine Rundreise durch Europa die Anlaufstationen wären KZ Edewecht,Bergen-Belsen,Buchenwald,Terezin,
    Lidice,Auschwitzdie Liste ließe sich noch beliebig erweitern.
    Mit einem Pflichtbesichtigungsprogramm (…) Dem braunen Mob rechnen beibringen: weit über 55 Millionen Tote ungezählte schwer Verletzte ,ein Drittel Deutschlands verloren ,große Teile der Menschheit um ein normales Leben gebracht und jetzt wieder das Maul aufreißen .(…) Nazismus ist ein Verbrechen und gehört verboten,wer dies nicht tut leistet Beihilfe .

    hallo Heiner, wir haben erneut Teile deines Beitrages gelöscht, weil sie gegen unsere Blogregeln verstoßen haben. Bitte nimm doch zur Kenntnis: Wir sind hier an einer sachlichen Debatte über Strategien gegen Rechtsextremismus interessiert //Mod. JoWo

  5.   torfkopf

    Das die meisten u 30 auch studenten und gebildeter sind als viele andere, und herr schröder war auch nur fliesenleger der nix zustande bekommen hat!!! Also vorsichtig mit den linken heucheleien über angebliche „torfköpfe“