Wir müssen reden. Über Nazis.

Gute Jungs.

Von 23. Januar 2008 um 15:14 Uhr

Die mir sehr am Herzen liegende Rockmusikkapelle ´Sportfreunde Stiller´ beteiligt sich an einer guten Sache. Das möchte ich an dieser Stelle gerne erwähnt wissen.

Zusammen mit der Amadeu Antonio Stiftung und der Initiative “Laut gegen Nazis” haben die Sportis den Antinazibund gegründet. Der Antinazibund ist ein Netzwerk gegen den erstarkenden Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. Am Freitag, 25. Januar 2008, wird ab 17 Uhr am Münchener Odeonsplatz eine Kundgebung stattfinden, die Sportis werden dort auch ihre neue Single ´Antinazibund´ performen.

Hier ihre offizielle Presseerklärung dazu:

Mit unserem Lied “Antinazibund” wollen wir uns ein Beispiel nehmen an einigen Helden unseres Alltags und aktiv werden gegen rechtsradikale Gewalt. Wir rufen dazu auf für eine menschenfreundlichere Gesellschaft einzutreten. Tut euch zusammen im Antinazibund. Zeigen wir den Bewohnern von Orten wie zum Beispiel Berlebek und Finowfurt, dass wir auf Ihrer Seite stehen. Engagierte Leute eben dieser Orte haben sich mit Zusammenhalt und Courage gegen gemeingefährliche Menschen und deren kaputtes Gedankengut gestellt.

Am 28. und 29. März werden wir zusammen mit der wunderbaren Organisation “Laut gegen Nazis” nach Berlebek und Finowfurt fahren um dort Konzerte zu spielen. Somit ist das Lied “Antinazibund” und die Aktionen drumherum als kleiner Versuch eines Weckrufes zu sehen, dem hoffentlich noch von vielen Seiten weitere Beiträge folgen werden.
Damit eine Sache klar ist: Protest soll kein Trauerzug sein. Dieses Lied ist höchstens die Titelmelodie zur Beerdigung diskriminierender Hirnverprellungen. Im Herbst/ Winter 07 haben während der La Bum- Tour unsere Fans ordentlich beim “Antinazibund” gefeiert. Über 50 000 Menschen haben den Titel im Anschluss an die Konzerte von unserer Homepage (gratis) runtergeladen.

Zeigen wir menschenverachtenden Rassisten, dass Ihre Gesinnung nur eine Scheissvergangenheit, aber keine Zukunft hat! Wir haben den Nazis voraus, dass wir mehr vom Leben erwarten als einen Cocktail aus Hass, Gewalt, eine Prise Angst sowie einen Schuß Ausgrenzung. Ein Leben in kultureller Vielfalt ist in allen Belangen bereichernd und inspirierend und macht obendrein viel mehr Spass. Der Zusammenschluss und die Kommunikation von Menschen unterschiedlichster Herkunft ist in der heutigen Zeit die einzige Lösung bestehender gesellschaftlicher Probleme.

Ihr seid herzlich dazu eingeladen unsere Seite www.antinazibund.de zu besuchen. Dort könnt ihr Zukünftig weitere Informationen zum Thema und zu weiteren geplanten Aktionen bekommen. Haut Euch mit uns zusammen rein gegen die zyklisch immer wieder aufkeimende Nazikacke. Zeigt, dass Ihr all Eure eins bis sieben Augen auf die Menschen gerichtet habt, die laut oder stillschweigend rechtsradikales Gedankengut billigen und rollt mit uns los im ANTINAZIBUND!

Viele Grüsse an alle Gleichgesinnten und an die, die sich zumindest in eine menschenfreundlichere Richtung bewegen wollen.

Eure Sportfreunde

(PS: selbstverständlich leiten wir alle Lizenzeinnahmen, die wir mit dem Lied über Downloadverkäufe von unserem Label erhalten, an die Initiative “Laut gegen Nazis” weiter.)

Kategorien: Bayern, bundesweit
Leser-Kommentare
  1. 49.

    auch an dich stan: ich habe an den quellenbeleg der wikipedia verlinkt, der direkt an ein buch verlinkt. die aussage, die in wikipedia steht, ist dementsprechend also wissenschaftlich belegt. es ist also nicht NUR wikipedia. bitte achte genauer auf meinen link. ;)

    und “der staat” wie du ihn kennst, existiert in der form aber erst seit 100 jahren, ist alos keineswegs unersetzbar, antistaatlichkeit ist keine demokratiefeindlichkeit und die anarchie IST ein alternativvorschlag, den zu erläutern ich jetzt schon viel zu sehr getan habe, weil es eigentlich auch nicht zum thema gehört. aber auch dir empfehle ich das theorie.org buch. =)

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  2. 50.

    In dem Text ist im Übrigen auch von Verfassungspatriotismus die Rede und es wird auf den Unterschied zum Nationalismus hingewiesen. Dein Beleg ist also nur die Meinung eines Wissenschaftlers, dessen Arbeit in dem Text nicht erklärt wird.

    Den Staat in der heutigen Form gibt es im übrigen schön deutlich länger. Was du meinst ist Demokratie, aber auch die gab es schon bei den Griechen. Wenn auch sicherlich in einer anderen Form. Staatliche Institutionen, wie ich sie angesprochen habe, hatte die auch schon. Hast du dich schon einmal gefragt, warum es nur Belege für Anarchie in Kleingruppen gibt? Oder auf welche Institutionen du bei Anarchie verzichten müsstest.
    Demokratie funktioniert ja per Definition nur in einem Institutionalisierten Gebilde, das Anarchie ablehnt. Diese wurde auch als Gegenentwurf zur Monarchie und Demokratie entwickelt.
    Es geht hier doch darum gegen Nazis zu sein. Das bedeutet aber nicht, dass man sich von Staat und Deutschland lossagen muss, damit man glaubwürdig ist. Das ist ja nicht das Anarchistenforum hier.

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    • 30. Januar 2008 um 21:17 Uhr
    • stan
  3. 51.

    damit ist es eben kein wikipedia link in dem sinne mehr, sondern eine berichterstattung auf wikipedia, die aus einer wissenschaftlichen analyse entnommen wurde. *g*
    “Der englische Psychologe Adam Rutland fand bei einer Untersuchung mit Kindern heraus, dass die Zustimmung zur eigenen Nation eng mit einer Abwertung anderer Völker korreliert ist”
    insofern wird durchaus die arbeit (in sehr begrenzter und gekürzter form) und ein teil ihres ergebnisses in dem wikipedia text erhalten.
    ergo: nicht wikipedia im typischen sinne (jeder schreibt, was er will und die vielen user verbessern sich gegenseitig). denn hier ist es ja dann nicht mehr “irgendwer”, ne?

    natürlich nicht, aber die frage, warum ich (wir?) staaten ablehnen, kam in der diskussion nun einmal auf. ^^ aber ich sagte doch, dass ich es nicht weiter ausführen möchte, weil ich (zurecht) bereits mehrmals ermahnt wurde. warum stellst du also weitere fragen, um dann im nächsten satz darauf hinzuweisen, dass das hier nicht der richtige ort ist? erscheint mir unlogisch.

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  4. 52.

    [...] » zum Störungsmelder … [...]

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  5. 53.

    Mmh, eigentlich finde ich Diskussionen wie diese hier ja recht interessant, aber das zu lesen ist anstrengend… Da ihr ja scheinbar alle aus einem bestimmten Grund diese Aktion unterstützt: Wäre es nicht sinnvoller mal die kleinkarierten Meinungsverschiedenheiten runterzuschlucken und gemeinsam vernünftige Ideen zu entwickeln?!

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    • 10. Februar 2008 um 17:25 Uhr
    • sowasvonegal
  6. 54.

    Nungut, auch wenn etwas spät, aber hiermit distanziere ich mich von meiner Aussage das
    “Ich bin Stolz ein deutscher zu sein.” gleichbedeutend ist mit „Ich bin Stolz kein Türke, Mexikaner oder Pole zu sein“ weil ich nach “sovielen” Tagen meine Gedankengänge die mich zu dieser Aussage bewegten nichtmehr nachvollziehen kann (also können sie nicht so gut gewesen sein, wenn es überhaupt welche gab) vielen dank an Sebastian …

    Mal was neues.

    “Ich bin Stolz auf Deutschland” begegnet einen des öfteren. Jedoch um so kleiner das Konstrukt wird um so seltener hört man das Leute Stolz darauf sind.
    Das ganze taucht erst wieder wirklich häufig auf wenn die Komplexität in einen überschaubaren Rahmen fällt. (Alles subjektiv und mit Vorsicht zu genießen.)
    Etwas ganz konkretes wie die lange Tradition des Vereins oder eine besondere Leistung einer nahen Person.

    Aber wer sich der Komplexität eines einzelnen Menschen bewusst ist der sollte sich auch über die Komplexität einer Nation im klaren sein auf die er diesen Stolz dann anwenden will.
    Das wären dann z.B. mehr als 80 Mio Menschen + vergangen Generationen + aktuelles System + vergangene Systeme + ein paar 100 (1000?) Jahre Geschichte usw. eben all das oder auch weniger, so wie man den Rahmen für “seinen” Stolz setzt aber um so genauer unterschieden wird um so weniger national ist das ganze.

    Denn wenn man fragt was den einzelnen mit Stolz erfüllt wenn er von Deutschland spricht dann wird die Liste meistens nicht sehr lang für etwas so komplexes. Daraus folgere ich jetzt das es bei diesen Patriotismus erst in zweiter Linie wirklich um Stolz geht, sondern vielmehr eine Identitätsfrage ist.

    Der Mensch ist ein soziales Wesen, wie viele wissen. Und ein solches Wesen hat Bedürfnisse.
    Nach Schulz von Thun lassen sich die Grundbedürfnisse in vier zusammenfassen: wertvoll sein, geliebt sein, frei sein, verbunden sein.
    Ich denke das ausschlaggebende Bedürfnis für das was wir Patriotismus nennen ist das letzte. Verbundenheit, ein Wir-Gefühl, Zugehörigkeit.
    Dieses kann der Mensch sehr einfach mit seiner Nation erfüllen … jeder kann einfach sagen er sei Deutscher, und sich fortan zu dieser Gruppe zählen. Es wird auch nie jemand in frage stellen denn es ist ist ja nur logisch das er das sagt.
    Da man sich nun mit dieser Gruppe identifiziert kommen die anderen Bedürfnisse ins Spiel. Nehmen wir das der Anerkennung, (soziale Anerkennung in der Maslowschen Bedürfnispyramide)

    Da der Patriot nun der Gruppe der Deutschen angehört kann er auch dieses Bedürfnis über diesen Weg befriedigen. Denn eine „deutsche Leistung“ wird auf diesen Wege genauso für sich beansprucht und das Lob kann dann genauso auf sich selbst übertragen werden was einen mit Stolz erfüllt, das ist dann dieser Nationalstolz Gleichzeitig macht man sich angreifbar für negatives, eine Aussage wie „Scheiß Deutscher!“ oder „Deutschland verrecke!“ greift dabei direkt den einzelnen und seine Identität an da er sich dieser Gruppe zugehörig fühlt. Das führt dann zu einen verletzten Stolz was hier (ich glaube) so manche Ausfälle erklärt.

    Das ganze würde auch erklären warum niemand Stolz auf die Demokratien unserer Nachbarn ist.
    Denn für deren Leistungen erhält ein Deutscher keine Anerkennung, keine Festigung der eigenen Identität, keine Steigerung des Selbstwertgefühls.
    Mir persönlich begegnete Aussage:zur WM 2006 …
    “Ich bin stolz darauf das wir der Welt ein tolles Sportereignis ermöglicht haben”
    alle haben sich gefreut, daran konnte sich das deutsche Ego aufbauen.

    Nehmen wir nun als Beispiel die EM dieses Jahr.
    Wie werden die Kommentare dazu in Deutschland aussehen?
    Bestimmt werden die wenigsten Stolz darauf sein das es Österreich und die Schweiz geschafft haben ebenfalls ein solch tolles Event auszurichten.

    Mit den fortschreiten der EU und deren Einfluss wird es sicherlich dazu kommen das sich der Nationale Patriotismus auf diesen Staatenverbund verlagert wenn irgendwann Erfolge innerhalb Europas der EU angerechnet werden (nur eine Vermutung) und nicht den einzelnen Staaten.
    Die Gruppe ist dann noch größer, schlechter angreifbar (in dem Sinne das positives das negative leichter aufwiegt) und insgesamt vielleicht sogar stabiler.

    Die andern Bedürfnisse lassen sich sicherlich auch auf den Patriotismus anwenden aber das kann ja jeder für sich tun oder mir das Gegenteil beweisen.

    Nun stellt sich meiner Meinung nurnoch die Frage ob es wirklich nötig ist sich mit seiner Nation zu identifizieren um eine Identität zu schaffen die bei jeder „Niederlage der Nation“ ins wanken kommt nur weil es so einfach ist?

    Was auch sehr gut zu der Aussage von Sebastian K. Passt, denn niemand hört gerne wie Dinge die man liebt kritisiert werden.(Identität)

    Auf manche Dinge hat man eben mehr Einfluss und auf andere weniger, ich werde wohl auch weiterhin meine Identität über Gruppen suchen, finden und bestätigen oder überdenken bei denen ich mehr Einfluss hab als alle 4 Jahre mein Kreuzchen zu machen.

    … so das war wieder ein wenig text

    @sowasvonegal
    Wenn der Patriotismus das Fundament des Nationalismus bildet, und mir bisjetzt nichts eingefallen ist was sonst daraus entstehen “könnte!” dann finde ich die diskussion schon wichtig auch wenn sie ein wenig eingeschlafen ist.

    (denkfehler und oder formulierungsungetüme oder -fehler :) sind diskussionswürdig
    der dativ ist es nicht, rechtschreibung insgesamt auch nicht.

    eigentlich wollte ich ja was zum Video von Antinazibund schreiben aber wie es manchmal so ist.)

    Ich hoffe diesmal sieht der Text besser aus.
    mfg

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    • 12. Februar 2008 um 12:52 Uhr
    • Fritz Wolke
  7. 55.

    [...] Januar habe ich an dieser Stelle über die guten Jungs von Sportfreunde Stiller berichtet. Inzwischen haben die Sporties ihre beiden geplanten Konzerte in [...]

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  8. Kommentar zum Thema

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