2. Mai 2008
Provokation gegen ‘68 erhält ungebetene Gesichter: Kubitschek und Menzel
Heute startet an der Humboldt-Universität in Berlin ein 68er-Kongress. Organisatorisch getragen wird die Veranstaltung vor allem von der Linkspartei und ihren Jugendorganisationen, darunter der SDS (Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband). Nachdem Götz Kubitschek, einer der Leiter des “Institut für Staatspolitik” (IfS), in jüngerer Vergangenheit viel über “Provokationen” geschrieben hat, geht es heute in Berlin seit 8.00 Uhr um provokative Praxis.
Denn Kubitschek und Felix Menzel, Chefredakteur der rechtskonservativen Jugendzeitung “Blaue Narzisse”, haben die konservativ-subversive Aktion “Ungebeten” ins Leben gerufen. Seit 8.00 Uhr sollen etwa 20 Schüler und Studenten aus dem Umfeld von “Blaue Narzisse” und “Sezession” in Berlin gegen den 68er-Kongress protestieren. Die “Blaue Narzisse” wird über den Kongress auch auf ihrer Internetseite berichten.
“Ein sozialistischer Kongreß, der ungebrochen an die mörderische Tradition der kommunistischen und sozialistischen Menschheits-Experimente anknüpft, soll in der Humboldt-Universität nicht tagen können“, begründet Kubitschek die Aktion. Vor der Universität wurden Plakate geklebt sowie Flugblätter und Aufkleber verteilt. Kubitschek und seine Anhänger besetzten gar das Podium des Kongresses und forderten dessen Abbruch.
Bilder zu der Aktion, in die offenbar auch die “Junge Freiheit” (JF) eingebunden ist, gibt es hier und hier und hier.






Wie viele Ihrer Themen hat natürlich auch dieses ansich nichts in einem blog zu suchen, welcher vorgibt “über Nazis reden” zu wollen. Es sei denn natürlich, man betrachtet die kommunistischen Ideologen und ihre Epigonen die hier von der “Konservativ-Subversiven Aktion” angegriffen werden als den Nazis vergleichbar und somit diskussionswürdig… :-)
Es ist gut, daß sich neben den diversen Gruppen und blogs, welche sich mit dem Totalitarismus der Nazis auseinandersetzen nun auch Freiheitsdenker von rechts finden, die mit den 68ern und ihren Ergebnissen abrechnen. Schließlich ist es unsere Generation, die Suppe auslöffeln muß, die uns diese Leute eingebrockt haben.
Bemerkenswert übrigens, daß sich die links-alternative “taz” nicht zu schade ist, gemeinsam mit der SED-Zeitung “Neues Deutschland” und der ebenfalls vom Verfassungschutz als linksextrem eingestuften “Jungen Welt” diesen Kongreß zu unterstützen. Man stelle sich mal vor, Cicero und Junge Freiheit würden gemeinsam mit der “Deutschen Stimme” einen Kongreß der NPD-Jugend unterstützen… Abenteuerlich…
Ansonsten: Die Aktion ist unter der Rubrik Weblog auf blauenarzisse.de zu bewundern und hoffentlich nur ein Auftakt dafür, daraufhin hinzuweisen, was 68er und Neo-Nazis eint: Ihre Vorbilder waren Verbrecher.
Kommentar von Gram — 2. Mai 2008 @ 10:04
@Gram
Ob Lenin (oder gar Stalin) wirklich die Vorbilder der von Ihren als “68er” subsummierten Kreise sind, bezweifle ich doch stark.
Ganz spannend finde ich aber die auf der Seite des Kongresses veröffentlichte Erklärung der “Historischen Kommission der LINKEN”. Vor allem die folgende Passage:
“Einige Forderungen der 68er wurden aufgegriffen, aber vor dem Hintergrund der (Teil-)Niederlagen der 70er Jahre in ihr Gegenteil verkehrt. Aus der Forderung nach einer freien Gestaltung des Lebens ist der Zwang zu Flexibilität geworden. Aus dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben wurde der Zwang zur Selbstverwertung. In der Alternativkultur entwickelte Formen der Produktion prägen unter umgekehrten Vorzeichen als angeblich „flache Hierarchien“ moderne Formen der Ausbeutung.”
Sieht so aus, als wolle man dort eine wenigstens ansatzweise selbstkritische Bilanz ziehen. Das würde ich mir auf Seiten Ihrer “Freiheitsdenker” auch wünschen. Mir kommt es jedenfalls so vor, als würden Vertreter aus dem “GöKu”-Lager die Erfolge und den gesellschaftlichen Einfluss der 68er deutlich überbewerten.
Kommentar von Apeiron — 2. Mai 2008 @ 11:04
@Apeiron:
Sie können doch an den Unterstützern und Initiatoren des Kongresses sehen, dass eine solche inhaltiche und objektive Auseinandersetzung nicht gewollt ist.
Wenn man mit der nationalbolschewistischen “Jungen Welt” und der ehem. SED- Zeitung “Neues Deutschland” eine Veranstaltung vollzieht, ist der Rahmen doch abgesteckt. Wenn sie einmal den Umgang der Zeitungen ( vorallem bei der “jW”) mit Mao, Lenin, HoChiMin, PolPot etc. ansehen, dann wird doch deutlich, dass alles andere als eine Distanzierung von den Massenmördern stattfindet.
Dass vorallem die Jugendorganisation der Linkspartei (solid) sich alles andere als von Lenin losgesagt hat, kann man mehrfach nachlesen. Dort wird immer noch das Märchen von der guten Zeit der Sowjetunion unter Lenin gesponnen. Also sind die Plakete, die auf die Massenmörder hinweisen, schon gerechtfertigt.
Zustimmen muss ich Ihnen in Ihrer Bewertung zum Erfolg dieser Aktion. Ich glaube kaum, dass dadurch irgendetwas gerissen wird. Die Aktion wird die Teilnehmer wohl kaum zum Nachdenken anregen und weit hinaus über die einschlägigen Blogs wird sie auch nicht gelangen.
Kommentar von Christoph — 2. Mai 2008 @ 11:43
Ich kann mich “Gram” nur anschließen: Junge Konservative plump und pauschalisierend als Nazis zu verunglimpfen, ist tatsächlich einfach nur unverschämt! Das Thema gehört hier in keiner Weise hin! Warum wird das hier aufgegriffen? Nur weil Leute es gewagt haben, Massenmörder als Massenmörder zu bezeichnen? Ist Ihr Ziel linker Revisionismus bezüglich der Opfer des Sozialismus/Kommunismus?
Kommentar von Kabel — 2. Mai 2008 @ 12:39
Zitat:
“Willkommen bei Störungsmelder. Hier geht es um Neonazis. Wo sie auftreten, was sie dabei sagen und vor allem: Was man gegen sie unternehmen sollte. Melde auch du dich an und diskutiere mit.”
Ich frag mich ernsthaft was der Artkel in diesem Blog zu suchen hat, vielleicht kann Herr Brodkorb das ja mal näher erläutern.
Oder wollen Sie ernsthaft behaupten es hätte sich bei den Störern um Neonazis gehandelt?
Mit dem Artikel diskreditieren Sie bewußt Menschen einer anderen politischen Überzeugung, indem Sie sie unterschwellig als rechtsextrem, allein durch das Erscheinen des Artikels in diesem Blog, darstellen.
Ich finde so eine Aktion durchaus angebracht und erfrischend. Genauso wie es linke Meinungen und Einstellungen gibt, muss auch das Gegenteil in einer Demokratie gestattet sein. Und offensichtlich bedient sich hier jemand nur den Mitteln, die die Gegenseite schon seit Jahren anwendet.
Ich wünsche Ihnen etwas mehr Objektivität im Umgang mit dem politischen Gegner, auch wenn Sie es im Landtag von MeckPom mit Rechtsextremen sicherlich nicht leicht haben.
Daher rate ich Ihnen den Artikel zurückzuziehen. In einem Blog mit o.g. Anspruch hat er nichts verloren. Nicht hinter jedem konservativ denkenden Menschen verbirgt sich ein Nazi, denken Sie mal drüber nach….
Kommentar von TorrSamaho — 2. Mai 2008 @ 12:53
Ich frage mich angesichts der dort gezeigten Plakate auch, auf wen man da eigentlich schießen möchte… Auf die 68er, die damals mit Mao- und Lenin-Plakaten herumgelaufen sind? Auf die, die man heute allmächtig wähnt? Oder auf Linksradikalen, die heute derlei Kongresse veranstalten?
Okay, das war ziemlich holzschnittartig, aber die Plakaten sind es eben auch…
Nebenbei: Die Kommentare, die sich darüber ereifern, daß die Aktion von Gö und Ku hier verhandelt werde, kann man gestrost überlesen, würde ich sagen. Wo, wenn nicht hier?
Kommentar von Harki — 2. Mai 2008 @ 13:20
Gram schrieb:
“Wie viele Ihrer Themen hat natürlich auch dieses ansich nichts in einem blog zu suchen, welcher vorgibt “über Nazis reden” zu wollen.”
Ich bin gespannt, wie Herr Brodkorb die Einordnung rechtfertigen wird. Oder traut er sich etwa nicht? ;-) (Vermutlich damit die inhaltlich-argumentative Unhaltbarkeit der Einordnung nicht allzu offensichtlich wird. ;-) )
Na, mal sehen, welche Argumente kommmen …
Kommentar von Bernd — 2. Mai 2008 @ 13:29
Und nun doch noch zu den Backenaufbläsern…
Es handelt sich bei dieser Site um ein Multi-User-Weblog unter dem Oberthema “Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus” und mit dem zugegebenermaßen arg betulichen Claim “Wir müssen reden. Über Nazis”.
Wenn sich nun einer der Blogger für die JF-IfS-Rechte interessiert, hat er alles Recht der Welt, hier darüber zu schreiben. Sein Problem. Die können froh sein, wenn über sie geredet wird. Und wenn er hier was über die Grünen schreibt, hat er sie damit auch noch nicht als “Nazis” systematisiert.
Die entsprechenden Vorwürfe sind mokelig, netz-inkompetent und lächerlich. Sie ziehen gleichsam Fäden, diese Klagen - das allfällige, widerliche Auftrumpfen im Stil im Stil von fanatisierten Petit-Bourgeois. Es handelt sich um die Unvermeidlichkeiten des Web-Schrei-Null.
Kommentar von Harki — 2. Mai 2008 @ 14:04
@Harki
der folgende Kommentar , den Gerd-Joachim Kalkowski aus Hildesheim auf der JF-Page eingestellt hat, könnte helfen Ihre Zielscheiben-Frage zu beantworten:
“Ganz im Jargon der 68er, empfinde ich klammheimlche Freude, über diese mutige, jedoch [!!!] berechtigte Aktion von Götz Kubitschek und seinen tapferen Mitstreitern.
Seit Jahren können diese linksextremen Typen ohne Widerstand meine Generation beschimpfen, die Ehre millionen deutscher Soldaten besudeln, Kriegerdenkmäler schänden und auch die tapfere Zivilbevölkerung, die jahrelang dem anglo-amerikanischen Bombenterror ausgesetzt war, beschimpfen.Einer sachlichen Diskussion weichen sie feige aus.Darum muß ihnen paroli geboten werden. Götz Kubitschek rufe ich zu: “Vivat, wir zieh`nins Feld”!
Wieder frage ich mich, ob diese Kritik nicht bewusst über den Kreis der Konferenzmacher und Ihrer (z.T. auch für mich schwer erträglichen) Leitmedien hinaus”schießt”. Vielleicht sollten wir Herrn Kalkowski auf seinem Feldzug hier hinzubitten sollten: Wir diskutieren doch…
Kommentar von Apeiron — 2. Mai 2008 @ 14:13
@ Harki:
Der Einzige, der es hier nicht schafft, sich wie ein Erwachsener zu benehmen bist Du mit Deiner Selbstherrlichkeit. Oben links, direkt unter dem erwähnten “Claim”, steht es nochmal ganz deutlich: “Hier geht es um Neonazis”. Bitte erstmal genau hinschauen und dann pöbeln. Selbst wenn es, wie Du unterstellst, “nur” um “Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus” ginge, wäre es verfehlt, die genannte Aktion hier aufzuführen. Aber offensichtlich bist Du nicht in der Lage, zwischen rechts und rechtsextrem zu differenzieren.
Kommentar von Kabel — 2. Mai 2008 @ 14:24
@ Harki
….mit dem zugegebenermaßen arg betulichen Claim “Wir müssen reden. Über Nazis”.
Richtig. Aber wer sich so etwas auf seine Fahnen schreibt, der sollte sich auch daran halten.
Das Problem in unserer Gesellschaft, die in jeder Hinsicht gegen alles Rechte hypersensibilisiert ist, ist nämlich das sofortige Stigmata, das in diesem Falle den Organisatoren der Aktion versucht wird anzuheften. Auf jeden Fall sollte man hier klar differenzieren um wen es sich handelt, nämlich nicht um Nazis. Dem unbedarften Leser wird auf diese Weise von Herrn Brodkorb ein gänzlich falsches Bild vermittelt und das vermutlich mit Absicht.
Kommentar von TorrSamaho — 2. Mai 2008 @ 14:33
@ alle:
Meine lieben Kritikaster,
seit Wochen und Monaten wird im Kommentarteil zu einigen meiner Beiträge immer wieder die Berechtigung in Frage gestellt, dass man im Störungsmelder-Blog über Rechtskonservative schreiben dürfe. Was mich am meisten verwundert: Bisher dachte ich immer, Rechtskonservative wären echte Männer mit Schneid - und keine Heulsusen.
An dem Tag, an dem es Deutschlands Rechtsintellektuelle in Ordnung finden, dass Dr. Peter D. Krause nicht dafür kritisiert wird, WAS er geschrieben hat, sondern lediglich WO, an dem Tag bin auch ich bereit darüber nachzudenken, ob ich HIER besser nicht über Rechtskonservative schreiben sollte.
Wer näher interessiert ist, lese folgenden Text.
Ansonsten Dank an Harki. In solchen Sachen ist immer Verlass auf ihn!
Kommentar von Mathias Brodkorb — 2. Mai 2008 @ 16:02
Hallo Steuerzahler, wir haben deinen Beitrag gelöscht, weil wir an einer sachlichen Diskussion interessiert sind. Lies dir doch nochmal die Blogregeln durch.// Mod. JT
Kommentar von Steuerzahler — 2. Mai 2008 @ 16:16
@Apeiron
<<Ob Lenin (oder gar Stalin) wirklich die Vorbilder der von Ihren als “68er” subsummierten Kreise sind, bezweifle ich doch stark.<>Sieht so aus, als wolle man dort eine wenigstens ansatzweise selbstkritische Bilanz ziehen. Das würde ich mir auf Seiten Ihrer “Freiheitsdenker” auch wünschen. Mir kommt es jedenfalls so vor, als würden Vertreter aus dem “GöKu”-Lager die Erfolge und den gesellschaftlichen Einfluss der 68er deutlich überbewerten.<<
Sie verwechseln hier Erfolg i.S.e. kontrollierbaren Zielerreichungskatalogisierung mit “gesellschaftlichen Einfluß” als solchem. Natürlich war 68 in weiten Teilen ein Mißerfolg, trotzdem ist der gesellschaftliche Einfluß evident. Und was die “Selbstkritik” der ewiggestrigen jW, DKP, KPD/ML und anderen Kader betrifft, so kann ich mich leider nicht mit Ihnen mitfreuen, denn deren beweintes Nicht-Erreichen ihrer Ziele ist doch wohl eher ein Trost.
Kommentar von Gram — 2. Mai 2008 @ 16:56
Armin Mohler berichtet im “Nasenring”, wie sein Buch “Vergangenheitsbewältigung” (1980) in der ZEIT von Fritz Raddatz inhaltlich einigermaßen fair und sogar teilweise zustimmend rezensiert wurde (”Sein Wort vom ‘Bewältigungsrummel’ - denkt man an die Schmalzsäule ‘Holocaust’ - ist so falsch nicht.”) Sogar einen Persilschein stellte er aus: “(…)Mohlers Position (ist) mit Sicherheit nicht die eines ‘Nazi’. Das zu Tode gerittene Wort sollte, außer zur historischen Positionsbestimmun, also: in Polemiken mal eine Weile aus dem Verkehr gezogen werden. Dieser Vorwurf (…) gegen Mohler ist ressentimentgeladen, unsauber.”
Der Text aber war mit Bildern von Hakenkreuzen, Stahlhelmen und Dolchen verziert, dazu die Überschrift “Vier schäbige Juden” (ein Zitat, mit dem Charles Maurras die vier Evangelisten kennzeichnete, das im Buch nicht vorkommt und Mohler auch nicht kannte.) Raddatz konnte schlecht einen langjährigen Koresspondenten der Zeitung zum Unmenschen stempeln. Also griff er zu dieser Methode. Mohler nannte das ein “Strategie”, die Denunzation würde dadurch “nicht einklagbar”.
Der Kontext ist also nicht unerheblich. Ich verstehe den Widerwillen und das Mißtrauen, in einem solchem Rahmen präsentiert zu werden. Das ist auch schlicht eine Erfahrungssache. Guilty by association ist nun mal ein Prinzip, mit dem erfolgreich gearbeitet wird. Ich habe mich auch lange über diese mir suspekte Einbettung geärgert. Inzwischen sehe ich das nicht mehr so eng.
Da Herr Brodkorb solche oben beschriebenen Strategien offenbar nicht verfolgt, sollte Schluß mit der konservativen Empörerei sein. Daß über IfS und BN, mit oder ohne Brodkorb, regelmäßig auf “Gegen Nazis”-Seiten berichtet wird, ist ohnehin nicht zu ändern. Wenn das endlich einmal objektiver und sachlicher geschieht, als es sonst so die Regel ist, ist das ein Niveauanstieg, den man ruhig in allen Lagern begrüßen kann.
Kommentar von Lichtmesz — 2. Mai 2008 @ 21:51
Lieber Herr Brodkorb,
es hat sich mal wieder gelohnt,
auf ihre Seite zu schauen:
Wehrmacht-Fans kritisieren
die Begeisterung von Teilen
der Linken für Mao, Lenin
und andere Schwerverbrecher!
Die Welt ist wirklich allzu oft ein
Narrenhaus. Das Polit-Kasperle-Theater
der “Konservativ-Subversiven-Aktion” hat
mich soeben wirklich herzhaft zum Lachen
gebracht. Das sind Aktionen, die wirken
so absurd, wenn man sich das Ausdenken
müßte, man würde es nicht hinbekommen.
Der Name “Ungebeten” ist auch unschlagbar.
Herr Brodkorb, träumen Sie nicht manchmal
schon davon, dass Herr Kubitschek ungebeten
mit einem Megaphon vor ihrer Nase erscheint
und wegen irgendwas Radau macht?
Grüße von Stefan
Kommentar von Stefan — 3. Mai 2008 @ 03:40
Ich finde es lobenswert, wenn man auch gegen mörderische Politil von Kommunisten protestiert und zeigt, dass sie nicht viel besser sind/waren als die Nationalsozialisten. Andererseits hab ich so meine Probleme mit den Personen und der JF. Obwohl die JF Hitler und das Nationalsozialistische Regime in seinen Artikeln “verachtet”, finde ich zu wenig Distanzierung und Kritik an heutigen Naziverbänden (NPD, DVU).
Obwohl ích diese Protestaktion gutheiße, weiß ich nicht wirklich was die Leute, die dahinter stecken wollen. Ich würde diese Leute nicht unterstützen, da sie sich nicht wirklich zum NS äußern.
Wer glaubhaft gegen linke Terrorgewalt sein will, muss sich auch von Nazis ohne wenn und aber noch stärker distanzieren.
Kommentar von Frank — 3. Mai 2008 @ 06:55
@ Brodkorb
Den Harki haben Sie aber auch schon mal ganz anders beurteilt. Aber da hatten sie ihn ja auch gerade mal nicht neben sich.
Klat ist auf ihn Verlass, er textet zuverlässig die glechen Lieder.
@ topic Wenn die “Linken” einen 68er Kongress machen, sollte ein wenig “Gegenwind” doch auch denen willkommen sein. Wie sonst soll ein tatsächlich erhellender Disput entstehen, mit eigengebauten Strohmännern etwa?
@ Apologeten der Linken
Man bezweifelt nun, dass die Herren Lenin, Mao & Co. Vorbilder der 68er gewesen seien (wär ja irgendwie auch zu peinlich).
Ups, da sind die damals also mit entsprechenden Plakaten, Buttons usw. aus Distanzierungsgründen rumgelaufen und die entsprechenden Zitate dienten nur der Abgrenzung?
Wenn solche Gedankensülze dem thematisierten Kongress zur Gesprächsgrundlage dienen sollte, ist das von vorn herein ein wacklig Ding.
Kommentar von Peter — 3. Mai 2008 @ 08:49
@Peter: Jo mei, der Harki und ich eben… Wir sind uns inhaltlich nicht einig, aber er verteidigt meine Grundrechte. Das meinte ich mit “solchen Sachen”.
Kommentar von Mathias Brodkorb — 3. Mai 2008 @ 09:47
@ Stefan: Was ich dann täte? Amüsiert zusehen, bis die Herren Ihr Tagewerk verrichtet hätten. Lediglich Parolen wie “Scheiß Sozialisten” erschiene mir geistig etwas schlicht.
Kommentar von Mathias Brodkorb — 3. Mai 2008 @ 10:25
G. Kubitschek und die Blaue Narzisse sind nicht konservativ, das sind Rechtsradikale. Ich wüßte nicht, daß Konservative in Deutschland heimlich dem Neuheidentum fröhnen oder ihm sympathisieren. Ich glaube doch kaum, daß echte Konservative die Werte unseres Grundgesetzes mit Füßen treten, indem sie Menschen wegen ihrer Herkunft für immer von der Staatsbürgerschaft ausschließen wollen, überhaupt die deutsche Staatsbürgerschaft nicht als Grundlage des “Deutschseins” anerkennen, sondern von einem mythischen Blutsdeutschtum ausgehen. Das machen keine Konservativen und Bürgerlichen, das machen nur Rechtsradikale! Kubitschek schrieb auf staatspolitik.org, für ihn seien “Mischlinge” keine Deutschen. Das ist ja fast shcon Naziideologie! Und auf der “Blauen Narzisse” wird von einer angeblichen “Holocaustreligion” fabuliert, die es zu brechen gelte, ein Video eines betrunkenen schwarzen Einbrechers in den USA wird als Beweis für die “mindere Intelligenz” von Schwarzen herangezogen. Immer wieder wird der “nordische Mensch” verherrlicht, wie im 3. Reich.
Und das soll “konservativ” sein? Ich glaub ich spinne!
Kommentar von Hami — 3. Mai 2008 @ 12:27
Ich amüsiere mich auch über ungebildete Leute, die die Wehrmacht mit bolschewistischen Massenmördern auf eine Stufe stellen…
Das Theater von wegen “Die letzte Schlacht gewinnen wir” finde ich indessen auch nicht weniger Kasperle. Oder allgemein das auto-opiatische, selbstherrliche Schwelgen in Ikonographie und Slogans von vorgestern, das ganze dauerinhalierte Instantpathos, mit dem sich die gutbürgerlichen Wohlstandskinder an den Unis so gerne zudopen. Es hat ja auch gut zusammen gepaßt. So ein bißchen Streit, wer das Krokodil ist. Die Teilnehmer des Kongresses sollten GöKu dankbar sein - jetzt können sie sich wieder frischmotiviert ranmachen, ihrem toten Pferd die Sporen zu geben.
Kommentar von Pannonicus — 3. Mai 2008 @ 13:23
Diese erste Aktion war nichts weiter als eine Fingerübung: Kanäle freispülen, Abläufe proben, Verläßlichkeit prüfen.
So fängt man immer an, nicht?
Kommentar von kubitschek — 3. Mai 2008 @ 13:26
@ Hami: Können Sie das mit den “Mischlingen” mal zitieren, die Quelle genau benennen und die Passage in ihren Kontext einordnen? Das würde mich interessieren.
Kommentar von Mathias Brodkorb — 3. Mai 2008 @ 15:38
Hier ist der Link:
und hier das Zitat:
“Im Vorübergehen
geschrieben am Sonntag 17 Juni 2007
Am Wochenende aufgeschnappt: (…)
- In Nürnberg sind 67 Prozent der Kinder unter fünf Jahren Ausländer oder zumindest Mischlinge.”
Kommentar von Wohnstuben-Antifaschist — 3. Mai 2008 @ 15:49
@Lichtmesz
>>Das ist auch schlicht eine Erfahrungssache. Guilty by association ist nun mal ein Prinzip, mit dem erfolgreich gearbeitet wird.<<
Ja, so ist es leider. Ich war 18, 19, als mich ein Team ansprach, welches für die ARD eine Dokumentation über die “neuen Rechten” produzierte. Angeblich solte es um Konservative gehen, als mir im Verlauf der Treffen und Drehtermine bekannt wurde, daß man von Skinheads über NPD’ler bis zu konservativen JU’ler mal wieder alles in einen Topf werfen wollte, habe ich den Kontakt abgebrochen und die Austrahlung meiner Beiträge verhindern lassen (Was fairer Weise recht einfach ging).
@Brodkorb
Wie Sie sehen akzeptieren ich und andere widerwillig, daß Sie die Präambel des blogs so auslegen, wie Sie es tun. Sprich, mir ist das Gespräch als solches wichtiger, als der ansich falsche Ort. Ihre nachgeschobenen Argumente ziehen deshalb trotzdem nicht, ebenso wenig können Sie sich Diskussionen über Ihre Ortswahl entziehen.
@Hami
Mal abgesehen davon, daß konservativ nicht gleichbedeutend ist mit christlich-konservativ und es auch säkulare Konservative gibt, erzählen Sie doch mal wo Kubitschek heimlich (woher wissen Sie dann eigentlich darum) dem Neuheidentum frönt.
Ebenso wie Brodkorb interessiert mich, wo und wann IfS und/oder BN “Menschen wegen ihrer Herkunft für immer von der Staatsbürgerschaft ausschließen wollen”.
Kommentar von Gram — 3. Mai 2008 @ 17:09
@ Gram: “ebenso wenig können Sie sich Diskussionen über Ihre Ortswahl entziehen.” Doch.(:-)
Kommentar von Mathias Brodkorb — 3. Mai 2008 @ 18:47
@Harki
Kommentar von Torsten G. — 3. Mai 2008 @ 21:19
@Brodkorb
Gut, daß Sie nicht auch auf “Ihre nachgeschobenen Argumente ziehen deshalb trotzdem nicht” mit “Doch :-)” antworteten, werte ich als intellektuell redliche Dokumentation Ihrer Einsicht. ;-)
@Wohnstube
Kann sein das ich etwas überlesen habe, aber wo genau hat Kubitschek nun geschrieben, daß er “Menschen wegen ihrer Herkunft für immer von der Staatsbürgerschaft ausschließen wolle”. Klar, die Bezeichnung “Mischling” mag sicherlich nicht mehr Sprachgebrauch der politischen Klasse sein, allerdings fällt mir jetzt auch gerade der passende pc-Begriff dafür nicht ein. Helfen Sie mir weiter?
Im Übrigen bin ich der Sprachpolizei natürlich dankbar, implementiert sie doch auf bemerkenswert erfolgreiche Weise das Prinzip des lebenslangen Lernens. Die passende Vokabel zu richtigen Zeit. Bestimmt lasse ich einige mir gerade entfallende Wortschöpfungen aus, aber in den letzten 40 Jahren gab es erst Fremdarbeiter (Lafo nennt sie heute noch so), dann Gastarbeiter, dann ausländische Mitbürger, jetzt gibts gerade Migranten. Mal sehen, wie wir in 5 Jahren sagen müssen, um nicht als rechtsextrem zu gelten.
Die Amerikaner haben mit negro, black, coloured, afro-american ja den selben Grund zur Vorsicht. Wobei ja auch “nigger” wieder opportun ist, wenn auch nur zur Selbstbenennung durch negros, blacks, coloureds, afro-americans. Und wenn ich mich recht erinnere hatten wir in diesem blog auch schon ein ähnliches Problem, als es darum ging, wie man denn nun Schlesier zu nennen hat.
Alles in Allem @Wohnstube, verschonen Sie uns mit zeitlich befristeten Sprachgesetzen - Gesetze über die ohnehin kein legitimierter Souverän befunden hat - und bringen Sie Fakten.
Kommentar von Gram — 3. Mai 2008 @ 21:42
“Diese erste Aktion war nichts weiter als eine Fingerübung: Kanäle freispülen, Abläufe proben, Verläßlichkeit prüfen.
So fängt man immer an, nicht?”
So sieht es aus.
Und wenn man sich bei Kubitschek auf eines verlassen kann, dann darauf, daß man sich auf ihn verlassen kann.
Nach den Anläufen “Tendenzwende”, “geistig-moralische Wende” und 89, nun ein neuer Vorstoß… Viel Zeit wurde schon verspielt.
Kommentar von Gram — 3. Mai 2008 @ 21:53
Ich hab das über den Rassismus der Neuen Rechten beim linken Indymedia gelesen (ich selbst bin nicht links sondern Mitte). Bei kurzem Nachprüfen der Originalquellen (z.B. über die Suchfunktion unten auf der Webseite) findet man sofort beweisende Zitate.
Das von Wohnstuben-Antifaschist ist eines der Zitate.
Ein weiteres
Am Montag den 3. September 2007 schrieb Kubitschek einen Artikel über “Vorbürgerkrieg”:
“In Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern sind es die ethnische, kulturelle, religiöse Bruchlinien, entlang derer wir die Kennzeichen des Vorbürgerkriegs wahrnehmen können. (…) Bist Du bereit, Dich in diesem Vorbürgerkrieg auf unsere, das heißt: auf die deutsche Seite zu schlagen?”
Auf die Entgegnung eines scheinbar gemäßigten Rechten (abx):
“Nicht jeder mit “Migrationshintergrund” steht notwendig auf der anderen Seite. Halbdeutsche können so und so tendieren.”
Worauf ein radikalerer Rechter (W.Wagner) für Göku antwortet:
““Abx”, wenn Sie den Kubitschek-Text für einen der besten gehalten haben - und verstanden haben -, so ist Ihr relativierender Einwand (meine ich) unangemessen. Jeder kennt wohl den ein oder anderen Halbdeutschen, der gut integriert ist, aber darum geht es nicht.”
Die konkreten Verhältnisse sind für diesen Kubitschekfreund unwichtig, es geht ums abstrakte Prinzip: Wir gegen Die, Deutsche gegen Fremdrassige. Ein(e) Deutsche(r) mit einem nicht von Geburt an deutschen, sondern vielleicht nur eingebürgerten Elternteil, ist kein(e) Deutsche(r), sondern nur “Halbdeutscher”. Ein Pass macht einen “Ausländer” nicht deutsch, selbst eine deutsche Abstammung macht nicht deutsch, wenn man nicht vermeintlich “reinrassig” ist.
Er fährt fort: “Jeder, der es sich leisten kann oder Kinder hat, zieht aus diesen Gegenden weg; die zurückbleibenden deutschen Kinder zeigen hier oft deutliche Zeichen von Gestörtheit und Dickleibigkeit. (…) Ausnahmen, wie von “Abx” bezeichnet, sind zu vernachlässigen, wenn Sie auch gerne als gutes Beispiel für die angeblich funktionierende Multikultigesellschaft herangezogen werden!”
Gut “integrierte” “Halbdeutsche” sind nur störende Ausnahmen, die die Propagierung eines Bürgerkriegs nur erschweren, sie sind zu vernachlässigen. Fragt sich bloß, in was sich echte Deutsche angeblich zu “integrieren” haben? In diesem Land herrscht verfassungsmäßig garantierte Freizügigkeit und freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG), und solange ein Deutscher (mit Migrationshintergrund) keine Gesetze bricht, darf er tun und lassen was er will, er muß sich nicht in die Volkstanz- und Lederhosenkultur der “Völkischen” oder von sonstwem integrieren. Von einem “rein” Deutschen fordert man ja auch keine “Integration”, die Foderung an einen “Halbdeutschen” stellt eine Diskriminierung aufgrund von Abstammung und angeblicher Rasse dar, die nach dem Grundgesetz verfassungswidrig ist (Art. 3 Abs. 3 GG).
Göku hetzt selbst, schaltet solche Beiträge frei und fördert derartige rechtsradikale Konversationen in seinem Blog. Das macht kein Konservativer, ein Konservativer würde die Inhalte unseres Grundgesetzes gegen Extremisten verteidigen, nicht sie mit Füßen treten.
Um nochmal Kubitschek (gleicher Artikel) zu zitieren:
“Alles in allem stellen sich drei Aufgaben:
1. den Deutschen einen Begriff davon zu gebe, daß sie alles Recht auf eine eigene Zukunft in ihrem eigenen Land haben und daß sie dieses Recht durchsetzen müssen”
Niemand bezweifelt, dass die Deutschen ein Recht auf ein Leben in Deutschland haben, nur dass gemäß Grundgesetz und UN-Menschenrechten niemand wegen seiner Hekrunft oder Rasse diskriminiert werden darf. Ein “Mischling” ist ein 100%ig vollwertiger Deutscher, das war auch vor der Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts so. Was soll also die Rede von einer “eigenen Zukunft”? Eine rassenreine Zukunft? Eine “ethnisch homogene” Zukunft? So eine Forderung ist rechtsradikal und verfassungswidrig!
Göku weiter: “2. den Deutschen einen Begriff davon zu geben, wie gewaltig der Preis für das multikulturelle Gesellschaftsexperiment bereits ist”
Wie gesagt, “Multikultur” ist heute ja zu einem rechten Kampfbegriff geworden. Im Prinzip hat jeder Einwohner, v.a. aber jeder Staatsbürger, das Recht auf Freizügigkeit von Verfassungs wegen. Das schließt das Recht ein, eine ganz individuelle Kultur zu leben, oder eine arabische, oder türkische, oder afrikanische oder fernöstliche… Wer dieses Recht beschneiden will, der ist ein illiberaler Verfassungsfeind, und wer speziell Migranten dieses Recht verwehren will, der ist ein Rassist.
“3. unserer Generation (20 bis 40jährige) klarzumachen, daß sie die letzte starke Generation der Deutschen ist, die über klare Merheiten verfügt.”
Die Staatsbürger werden IMMER die Mehrheit in Deutschland stellen, der Satz impliziert also, dass Göku ausschließlich die angeblich “reinen” Blutsdeutschen meint. Eingebürgerten Deutschen das Deutschsein abzusprechen ist gegen den Geist unseres Grundgesetzes und - weil es Rassismus ist - gegen die Menschenrechte gerichtet, es ist rechtsradikal.
Das all dieser ganze Scheiß nicht “rechtskonservativ” ist, sondern rechtsradikal, daran besteht doch wohl kein Zweifel.
Kommentar von Karsal — 3. Mai 2008 @ 22:06
Hallo Urfin, wir haben deine Beiträge nicht veröffentlicht, weil sie gegen die Blogregeln verstoßen haben. Hier werden keine antisemitischen und rechtsextremistischen Comments veröffentlicht. Wir möchten dich außerdem darauf hinweisen, dass die Holocaustleugnung in Deutschland unter Strafe gestellt ist. Und das zurecht! // Mod. JT
Kommentar von urfin — 3. Mai 2008 @ 22:06
:D
Also, Torsten G., damit verhält es sich andeutungsweise folgendermaßen: Wenn einer seinen schönen deutschen Nachnamen abkürzt, wie es die leichtfertigen Amis in ihrem Teil des Netzes tun (die legen sich teils sogar richtige Pseudonyme zu, denken Sie, “Nicks” nennen die das), dann geht das meines Erachtens ein bißchen in Richtung netz-inkompetent…
Mit mokelig meinte ich die komische Attitüde, nicht genügend langatmige Nachfragen nach Grundschüler-Logik zu stellen: “Wie habe ich das zu verstehen?” Die Leute insistieren einfach zu wenig, nicht?
“Web-Schrei-Null” ist Slang für das WordPress-Plugin “Peacock Combat 2.0″ - WordPress ist die Weblogs-Software, die auch hier läuft, besagtes Plugin “Peacock Death” alias “Web-Schrei-Null” ist in der deutschen Version vorinstalliert, läuft also auch hier im Hintergrund mit. Es erkennt (Stichwort: “semantisches Web”) zu subtile, zu versponnene, zu extravagante und zu eitele Äußerungen und markiert sie automatisch als Spam. Das sorgt für solide und allgemeinverständliche Debatten…
Kommentar von Harki — 3. Mai 2008 @ 22:43
Dass es die Tendenz gibt, alles was rechts/rechtskonservativ ist, in die Nazi-Schublade zu schieben, ist bekannt. An sich finde ich das auch ärgerlich, aber nun lohnt es sich doch tatsächlich mal, denn so wird über die Aktion zumindest berichtet, wenn auch im kleinen Stil. Und jedenfalls am Rande dieser Berichterstatung dürfte auch klar werden, dass man es sich mit der Nazi-Einordnung zu einfach macht. Das kann man aber nicht erzwingen, das geschieht bei denen von selbst, die es nicht unbedingt anders sehen wollen.
@apeiron (zu Posting Nr.2)
Das Problem sind nicht die (angeblichen) Verkehrungen der 68er-Forderungen durch die Entwicklung in den 70ern, das Problem sind die genuinen 68er-Forderungen. Marxismus in seinen Spielarten funktioniert nicht nur in seiner degenerierten Form nicht, sondern nie. Und selbst wenn er es täte, wäre er menschenverachtend. Ich sehe in der Erklärung der Linken daher auch keine wirkliche Selbstkritik. Es ist Kritik an Leuten in den 70ern, die man aber offenbar gar nicht (mehr) als zum eigenen Lager gehörend betrachtet. “Der Kongreß” will ja die gute Sache (die sich selbst in der zweifelhaften Form, die den Leuten dort vorschwebt offenbar nie verwirklichen läßt).
Zum Einfluß der 68er: Reine Vertreter der 68er-Ideologie sind wohl nie oder selten ans Ruder gekommen, das stimmt. Dennoch ist die Gesellschaft, das kann man wohl kaum bezweifeln, von ihrem Gedankengut völlig durchsetzt. Es ist heute sicher für manchen so selbstverständlich, dass es kaum noch auffällt.
Kommentar von Nikodemus — 4. Mai 2008 @ 09:15
@ alle: Sehr geehrte Damen und Herren,
nach Monaten des Bloggens lege ich jetzt eine Besinnungspause ein, zumindest im Kommentarteil. Es reibt einen auf, wirklich tiefgehende Debatten sind kaum möglich. Das bleibt letztlich immer dem persönlichen Gespräch vorbehalten. Das war schon vor 2000 Jahren so und wird noch in 2000 Jahren so sein.
Mit den meisten von Ihnen war es nett, bleiben Sie anständig.
Gruß
Brodkorb
Kommentar von Mathias Brodkorb — 4. Mai 2008 @ 16:31
@Harki
Danke für Ihre Antwort.
Sie verlangen sehr viel von Ihren Mitmenschen und Mitbloggern. Sie haben bisher auf mich einen recht intelligenten Eindruck gemacht, den Sie soeben zerstörten. Ich zeige Ihnen warum:
Ich weiß nicht, woher Sie diese Weisheit haben, Harki. Ist das Ihr Vor- bzw. Ihr Nachname oder auch ein Pseudonym? Sie präsentieren sich extrovertiert im Web. Das ist ok. Ich z.B. möchte diese Aufmerksamkeit in dieser Form nicht im Netz. Auf der anderen Seite möchte ich mich an den Diskussionen beteiligen. Ich welcher Form - das ist meine Sache. Zunächst postete ich in diesem Blog nur mit meinem Vornamen. Das ‘G.’ fügte ich hinzu, als ich feststellte, dass ein weiterer Torsten hier Kommentare schrieb. Einfach zur Unterscheidung.
An dieser Stelle widerspreche ich Ihrer Definition von “Netzinkompetenz” entschieden. Jeder, der das Internet zu nutzen weiß, ist kompetent, sich im Netz zu bewegen. Gerade wenn er nicht alles im Netz von sich Preis gibt, geht er verantwortungsvoll mit seiner eigenen Person um. Das ist eher kompetent als inkompetent.
Ja, es wird zu wenig nachgefragt und zu viel unterstellt. Mehr Nachdruck beim Nachfragen bringt in der Regel wirklich etwas. Wer etwas mitteilen will, richtet sich an den Empfänger der Nachricht und stellt sich auf ihn ein. Wer nicht verstanden werden will, greift zu einem Sendecode, den nur er versteht.
Aha. Eine ganz neue Art künstlicher Intelligenz. Wenn nur mein Spam-Filter das könnte …
Danke für Ihre Ausführungen - Jetzt habe ich Sie verstanden.
Kommentar von Torsten G. — 5. Mai 2008 @ 13:05
[...] Provokation gegen ‘68 erhält ungebetene Gesichter: Kubitschek und Menzel Störungsmelder » Provokation gegen ‘68 erhält ungebetene Gesichter: Kubitschek und Menzel [...]
Pingback von Provokation gegen ‘68 erhält ungebetene Gesichter: Kubitschek und Menzel « dokumentationsarchiv — 5. Mai 2008 @ 14:55
@Karsal.
Das “ius sanguis”, das nicht dasselbe ist, wie Gesetze, die eine vermeintliche “Rassenreinheit” determinieren wollen, war noch den Väter des Grundgesetzes eine Selbstverständlichkeit. Die Gewichtung des “ius soli” wurde in Deutschland erst 2000 eingeführt.
Ob eine “ethnisch homogene” Zukunft “grundgesetzwidrig” ist, ist durchaus fraglich. Im übrigen standen die Väter des Grundgesetzes, das ja nicht die Tafeln des Moses ist, vor politisch völlig anderen Problemen als wir heute.
Daß man sich als Deutscher ethnisch, also von der Abstammung her definiert, wie Angehörige jeder anderen Nation der Welt, hat ebenfalls nichts mit “Rassereinheit” zu tun.
Ein schlichtes Beispiel, an der Realität geprüft, man frage sich selbst:
Ein Paß macht aus einem Ausländer einen Deutschen? Was sagt eigentlich der Ausländer dazu? In meiner Erfahrung widersprechen dem die meisten Ausländer: um ein Deutscher zu werden, und um aufzuhören, das zu sein, was man war, bevor die Staatsbürgerschaft kam, gehört schon mehr dazu als ein Paß.
Mir fallen nun auch die zahllosen Türken ein, die mir bisher begegnet sind, in Deutschland geboren, und mit deutschem Paß, die, wenn man sie fragt, was sie sind, mit einem gewissen Stolz antworten, nein nicht etwa “Deutscher”, sondern “Türke”.
Kommentar von Pannonicus — 6. Mai 2008 @ 03:18
Egal ob mit oder ohne “ungebetene Gesichter”, das klingt nun gar nicht, als wärs sooo spannend geworden.
Kommentar von Nele — 6. Mai 2008 @ 12:14
@urfin
die “menschenfeindliche” Gesellschaft ist doch die Gesellschaft, die andere Menschen anfeindet und nicht in ihre Mitte lässt. Du nennst keinen Grund, warum die Gesellschaft in deinen Augen mit der Zuwanderung “inhuman” werden sollte. Bis jetzt ist deine Argumentation blose Behauptung ohne Belege.
Ich kann das Cohn Bendit Zitat nicht mehr nachverfolgen, in welchem Kontext es stand. aber sicher ist, dass sich Cohn Bendit gegen Rassismus äußerte: “Die Realität ist, dass sich Schulklassen mit vielen Migranten-Kindern fragen, ob es sicher ist, nach Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern zum Zelten zu fahren. […] Es gibt Gegenden, wo es schick ist, Rassist zu sein. Dagegen muss etwas unternommen werden.” - 18. Mai 2006, Financial Times Deutschland;
Ich widerspreche C.-B. aber wehement, dass eine multikulturelle Gesellschaft hart und grausam ist. Sie ist es dann, wenn sich niemand für sie einsetzt und daran interessiert ist, das multikuturelle als Bereicherung zu begreifen, was zum Glück nicht der Fall ist.
Ehrlich gesagt fühle ich mich nicht überfordert in der “Aufnahmegesellschaft”
Die Überforderung lässt sich nicht durch Abschiebung lösen sondern durch Integration, diese Integration wurde jahrelang in Deutschland versäumt
Kommentar von merjem — 6. Mai 2008 @ 13:44
@Pannonicus
Die Diskussion um den Deutschen hatten wir bereits. Prinzipiell ist der ein Deutscher, der die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Das ist unser geltendes Recht.
Wenn Sie postulieren - nur weil sich ein zugewanderter Deutscher nicht als Deutscher fühlt, ist er kein Deutscher - greift nicht. Er ist völkerrechtlich Deutscher.
Eine “ethnisch saubere Volksrasse” kann ich nirgends auf der Welt ausmachen. Schon immer gab es Wanderbewegungen und damit verbunden Durchmischungen von Menschengruppen. Ihre Sichtweise greift einfach zu kurz.
Kommentar von Torsten G. — 6. Mai 2008 @ 14:06
“Also, Torsten G., … Wenn einer seinen schönen deutschen Nachnamen abkürzt, wie es die leichtfertigen Amis …, dann geht das meines Erachtens ein bißchen in Richtung netz-inkompetent.”
Lustiger Burschi der Harki - als (…) und mit Net-Exhibitionismus als ultimativen Kompetenzbeleg geschlagen,
da brauchts schon ein Pseudo.. äh.. Nick, man kommt so uncool daher.
Kommentar von Nele — 6. Mai 2008 @ 16:39
@merjem: “Du nennst keinen Grund, warum die Gesellschaft in deinen Augen mit der Zuwanderung “inhuman” werden sollte.”
Ich zitierte zur Illustration Cohn-Bendit. Diese m.E. für jedermann sichtbaren gesellschaftlichen Erscheinungen im “Kiez” beschrieb vor kurzem die britische BBC und stellte ebenso klar die Opfer und Verlierer dieses “demographischen Wandels” heraus: http://www.zeit.de/online/2008/11/working-class-grossbritannien
Die BBC traute sich damit erst “aus den Büschen”, nachdem der Oberrabbiner Großbritanniens dem von westeuropäischen Linken geprägten “Multikulturalismus” nicht nur widersprach, sondern ihn (m.E. richtigerweise) als ein gesellschaftliches “Desaster” ersten Ranges anprangerte: http://tinyurl.com/27p6gp
Nicht anders sieht es leider bei uns aus. Wer als Großstädter kann, flieht aus dieser multikulturellen Subkultur, um seinen Kindern ein friedlicheres Umfeld, v.a. aber ein gewisses Bildungsniveau ohne Kulturkrieg, Rassismen, Abzieherei und entsprechende Traumata zu ermöglichen. Mir ist nicht einmal ein toleranter, “grüner” oder “linker” Bundestagsabgeordneter bekannt, dessen Kinder im Multikulti-Kiez eine staatliche Schule besuchen.
Kommentar von urfin — 7. Mai 2008 @ 10:29
toll, (…) harki hat sich selbst disqualifiziert. meinen herzlichen glückwunsch dazu.
Kommentar von TorrSamaho — 7. Mai 2008 @ 14:33
Torsten G., aufgrund der Etikette in diesem Blog spare ich mir diverse Invektiven, die mir nun in den Fingern krabbeln. Bevor Sie sich über meine “Sichtweise” äußern, lernen Sie bitte erst einmal, einen Text richtig und verständig zu lesen. Ich habe an keiner Stelle einen Quatschegriff wie “ethnisch saubere Volksrasse” benutzt.
Kommentar von Pannonicus — 8. Mai 2008 @ 17:29
@Pannonicus
Ich danke Ihnen zunächst, dass Sie Ihrem inneren Druck widerstehen können und sachlich bleiben wollen. Ich bitte Sie, “ethnisch saubere Volksrasse” nicht als Zitat Ihrer Ausführung zu sehen, sondern als ein inhaltliche Erwiderung auf Ihren Kommentar.
–
Ok, unterstellen wir einmal, ich habe Ihren Text nicht richtig gelesen und verstanden.
Da ich inhaltlich antwortete, können wir zumindest davon ausgehen, das ich richtig gelesen habe. Richtig gelesen im Sinn von: ich war in der Lage Buchstaben sowie Buchstabengruppen als Wort, … zu erkennen.
Richtig verstanden - das ist ein Punkt für Sie - weiß ich nicht. Probieren wir es doch einmal:
Ich denke, dass mir gestattet ist, das Wort “homogen” durch das Wort “sauber” zu ersetzen, wenn ich unterstelle, das Homogenität eine gewisse Ordnung darstellt. Wenn es Ihnen jedoch um das Wort “sauber” geht, steht es Ihnen frei meine Ausführungen dahingehen zu ändern, dass Sie eben dieses Wörtchen wieder durch “homogen” ersetzen. Der Sinn meiner Ausführung bleibt dabei erhalten. Natürlich ist eine “‘ethnisch homogene’ Zukunft” nicht grundgesetzwidrig, weil sich das GG hierüber vollends ausschweigt.
Kommentar von Torsten G. — 9. Mai 2008 @ 12:56
@ Torsten G:
Es ist völlig unsinnig, das Wort “homogen” durch “sauber” zu ersetzen. Es bleibt auch keinerlei “Sinn erhalten”, wenn man mit Begriffen jongliert, die Unterschiedliches bedeuten. Ebensowenig hat man einen polemischen Sieg erzielt, wenn man einen Begriff durch einen anderen ersetzt. Allenfalls einen demagogischen.
“Ethnien” konstituitieren sich durch “ethnische Abstammung” und eine prägende Kultur (immer beides zusammen). “Ethnologie” ist nicht das
gleiche wie “ethnische Abstammung”. Und letztere hat selbstverständlich mit “Rassen” zu tun, weil sie mit “Genealogie” und letzten Endes mit “Genetik” zu tun hat. Man muß ja nicht gleich ein rigides System daraus machen. Übrigens haben nicht einmal NS-Rassenforscher wie Hans F.K. Günther behauptet, es gäbe “reine” Rassen. Aber das nur nebenbei.
Ein Zitat aus einem Interview mit dem deutsch-türkischen Regisseur Fatih Akin:
Kommentar von Pannonicus — 15. Mai 2008 @ 02:29
Stalin. Lenin. Mao. Sind Leitbilder des Totalitarismus wie Hitler auch. Wer Nazis verhindern will stellt nicht mit solchen Artikeln Gegner totatlitären Gedankengutes in die “braune Ecke”.
Möchte an dieser Stelle mal darauf hinweisen, daß diese Form der Hetze eigentlich denen entspricht, die verhindert werden sollen. Aber mit der Verfolgung Andersdenkender, hat unser Land ja große Erfahrung, schade wenn die vermeintlich Gute Sache dann in dieses faschistoide Horn bläst.
Kommentar von E. Behrends — 21. Oktober 2009 @ 13:08