Wir müssen reden. Über Nazis.

Thor -Steinar – Laden in Hamburg macht zu

Von 14. Oktober 2008 um 17:58 Uhr

Nach den anhaltenden Proteste gegen den Thor – Steinar – Laden „Brevik“ in der Hamburger HSH Nordbank Shopping Passage, wird dieser jetzt aufgrund der „prekären Sicherheitssituation in der Passage“ zum 31. Oktober geschlossen.

Der Vermieter des Verkaufsraumes, die HSH Bank, einigte sich nach eigenen Angaben mit dem Mieter Protex außergerichtlich über die vorzeitige Beendigung des Mietverhältnisses. Nach dieser Einigung wird Protex zwar keine Auszugsprämie erhalten, dennoch wird die Bank für die „entstandenen Kosten“ aufkommen. Die genaue Summe ist aufgrund einer Schweigeklausel nicht zu erfahren. Gegenüber der Hamburger Morgenpost äußerte sich der Besitzer des umstrittenen Ladens Uwe Meusel dazu: “Wenn die Summe nicht angemessen gewesen wäre, hätte ich mich nicht darauf eingelassen”.

Meusel ist Mitinhaber des Thor – Steinar – Vertrieb Mediatex, der weitere Geschäfte in Leipzig, Dresden, Magdeburg und Berlin beliefert. Mit dem “Brevik” Laden in Hamburg eröffnete erstmals ein Thor – Steinar – Laden im Westen. Die Proteste gegen das Hamburger Geschäft waren bereits bei der Eröffnung so groß, dass es kurz danach schon zu einer vorübergehenden Schließung kam. Auch der Vermieter reagierte sofort. Christian Buchholz, Sprecher der HSH Bank, versicherte schon kurz nach der Eröffnung die sofortige juristische Prüfung, da sich die Bank vom Mieter „arglistig getäuscht“ fühlte. Der Mieter habe sich als Vertrieb für Sport- und Outdoorbekleidung ausgegeben. Von der politischen Bedeutung der Marke habe die Bank allerdings nichts gewusst.

Dieses Vorgehen von Mediatex ist bekannt. Als Mieter tritt Mediatext unter dem Namen Protex auf. Gemietet werden Geschäftsräume in bester Innenstadtlage. Dem Thor – Steinar – Laden „Tönsberg“ in der Berliner Rosa – Luxemburg – Straße wurde bereits im März vom Vermieter ebenfalls aus Gründen der Täuschung gekündigt. Protex weigert sich aus den Räumen auszuziehen. Das Landgericht Berlin verhandelt jetzt über eine Räumungsklage. Ein Urteil wird heute erwartet.
.

Kategorien: Berlin, bundesweit, Hamburg
Leser-Kommentare
  1. 1.

    auch der thor steinar laden in berlin muss geräumt werden:

    http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/politik/beitrag_jsp/key=news8090914.html

    Antworten

    • 14. Oktober 2008 um 18:58 Uhr
    • ich nu wieder
  2. 2.

    [...] hat das Berliner Landesgericht die Räumung des Thor-Steinar-Ladens in Berlin angeordnet. (via Störungsmelder) Tags: Berlin, Hamburg, Nazi, rechts, Spiegel Online, spiegel.de, Störungsmelder, Thor Steinar, [...]

    Antworten

  3. 3.

    Das ist wirklich eine gute Nachricht. Ich meine es ist klar das Neonazis andere Wege und Möglichkeiten finden werden. Es zeigt aberauch das man mit friedlichen Protest einiges erreichen kann. Für Hamburg, den Menschen und für die Demokratie eine gute Sache.

    Für mich steht aber fest. Der Kampf gegen Faschissten und Neonazis muß weitergehen. Ich bin für eine Stadt in der Menschen egal welcher Hautfarbe oder Religion oder sexueller Ausrichtung friedlich und freundlich nebeneinander und miteinander Leben können.

    Lasst uns dafür mit allen legalen und friedlichen Mitteln kämpfen.

    Antworten

    • 15. Oktober 2008 um 09:57 Uhr
    • Wolfgang.B
  4. 4.

    Richtig so!

    Ganz egal auf welchem Gebiet, den rechtsextremen Gruppierungen muss es schwer gemacht werden und wenn es nur ein Laden ist, in dem sie ihre Kleidung beziehen. Wie schon Wolfgang B. sagte werden Rechtsextreme andere Wege finden, denn Internetshops mit solcher Kleidung gibt es ja genug. Dennoch ist das ein Schritt in die richtige Richtung.

    Antworten

    • 15. Oktober 2008 um 11:14 Uhr
    • Gorion
  5. 5.

    “Von der politischen Bedeutung der Marke habe die Bank allerdings nichts gewusst.”

    bei der hsh nordbank scheinen sie ziemlich viel nicht zu wissen …

    Antworten

    • 15. Oktober 2008 um 11:43 Uhr
    • arne anka
  6. 6.

    Also ich kannte die Marke vorher auch nicht, wobei man der Bank vorwerfen könnte, dass sie sich vor der Vermietung mal hätten schlau machen können.

    Antworten

    • 15. Oktober 2008 um 11:54 Uhr
    • Gorion
    • 15. Oktober 2008 um 12:01 Uhr
    • ich nu wieder
  7. 8.

    Die Schweigeklausel und die Formulierung “Wenn die Summe nicht angemessen gewesen wäre, hätte ich mich nicht darauf eingelassen” besagt doch wohl schon alles: da hat sich jemand eine goldene Nase verdient! Und genauso war es doch auch mit dem Besitzer des Hotels in Delmenhorst, aus welchem ein Schulungszentrum der NPD werden sollte. Wer eine Immobilie zu verkaufen oder zu vermieten hat, macht am besten Geschäfte mit den Rechten! Wenn das dann bekannt wird und “anti-rechte” Demonstranten alles daransetzen dies zu verhindern, dann gibt es einen warmen Geldregen! Nur um die Rechten loszuwerden!

    Lieber User, Teile dieses Beitrags wurden gelöscht, da sie leider nicht zum ursprünglichen Thema dieser Diskussion geschrieben waren. // Moderator_MO

    Antworten

    • 15. Oktober 2008 um 14:57 Uhr
    • Hartmut Slomski
  8. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)