4. November 2009
Antisemiten verhindern Lanzmann-Film auf St. Pauli
Flyer für die Filmvorführung des verhinderten Films
Man stelle sich vor: da soll in einem alternativen Stadtteilkino auf St. Pauli ein Film des jüdischen Antifaschisten Claude Lanzmann “Warum Israel” (von 1972) gezeigt werden, in dem der Frage nachgegangen wird, was es bedeutet, in einem jüdischen Staat zu leben, der vor allem ein sicherer Hafen für Verfolgte und Überlebende der Shoah war und noch heute eine Zufluchtsstätte vor dem weltweit grassierenden Antisemitismus ist.
Die Aufführung dieses Films wird unter massiver Gewaltandrohung verhindert. Was war da passiert? Es handelte sich hier nicht um das Werk von militanten Nazis, was der wohl naheliegendste Gedanke wäre. Nein, eine Gruppe sich selbst als “links” bezeichender Aktivisten aus dem “Internationalistischen Zentrum - B 5″ ist verantwortlich für diesen antisemitischen Übergriff mitten im Hamburger Stadtteil St. Pauli…
Die antifaschistische Recherche-Seite “redok” schreibt hierzu unter dem Titel “Seht nicht beim Juden”:
“Eine Gruppe linker Antisemiten hat am vergangenen Sonntag gewaltsam die Vorführung eines Filmes über Israel verhindert. Bei der Blockade des Kinos sollen Beschimpfungen wie “Judenschweine” gefallen sein. Der Hamburger Verband der Partei “Die Linke” veröffentlichte eine Rechtfertigung der Aktion, mit der die Vorführung eines “zionistischen Propaganda-Films” verhindert worden sei.
Gezeigt werden sollte der 1972 entstandene Film “Warum Israel” des französischen Filmemachers Claude Lanzmann, der vor allem durch seinen neunstündigen Dokumentarfilm “Shoah” bekannt ist. Nach Angaben des Kinos im Stadtteil St. Pauli und der Veranstalter der geplanten Vorführung hatten etwa 15 Personen aus dem Umfeld einer antiimperialistischen Gruppe, dem internationalistischen Zentrum B5, den Zugang blockiert und die eintreffenden Besucher der Vorführung gefilmt und fotografiert.
Die Blockierer hätten sich überdies mit Handschuhen, einem Fahrradschloss und einem Gürtel auf ein gewaltsames Vorgehen vorbereitet. Tatsächlich sei es zu einer Rangelei gekommen, wobei einige Besucher durch Schläge ins Gesicht verletzt worden seien. Die Vorführung wurde aufgrund der Boykott-Aktion schließlich abgesagt.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, Wolfgang Seibert, verurteilte die Aktion und nannte sie “das Vorgehen einiger wild gewordener Kleinbürger”, die sich zwar als links verstünden, aber “in ihrem Vorgehen aber durchaus als Mitläufer und Handlanger der Neonazis bezeichnet werden können”. Mit Beschimpfungen wie “Judenschweine” und “Schwuchteln” hätten sich die Blockierer selbst diskreditiert: “Wer solche antisemitischen und schwulenfeindlichen Worte benutzt, hat jedes Recht verloren sich ‘internationalistisch’ zu nennen.” Dass mit Gewalt bestimmt werde, “was gesehen werden darf und was nicht”, sei absolut nicht hinnehmbar, so Seibert: “Wir haben von dieser Art der Zensur die Schnauze voll”.
Christiane Schneider, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Hamburger Linken, verurteilte in einer Stellungnahme mittlerweile den antisemitischen Übergriff deutlich als “inakzeptable Aktion”, dessen politischer Zweck es sei , “das Existenzrecht Israels als Zufluchtsort jüdischen Lebens demonstrativ zu bestreiten. Zugleich wurde damit das Recht bestritten, dass sich die Erfahrung jüdischer Menschen, eben diesen Zufluchtsort zu benötigen, in der [deutschen!] Öffentlichkeit artikulieren.” Zudem wurde die Rechtfertigung der Aktion von der Homepage genommen und eine kritische Aufarbeitung der Vorkommnisse angekündigt.
Weitere ausführliche Berichte zu den antisemitischen Übergriffen findet ihr u.a. bei NPD-Blog.Info hier und hier und einen treffenden Kommentar in der taz.
Es ist schockierend, dass einige sich selbst als links bezeichnende Gruppen beim Wort “Israel” reflexartig alles über den Haufen rennen und nicht mal davor zurückschrecken, einen Film von Claude Lanzmann zu verhindern. Bleibt zu hoffen, dass sich andere, der politischen Linken zugehörige Zusammenhänge, deutlich von diesen Gruppen distanzieren.







“Die Aufführung dieses Films wird unter massiver Gewaltandrohung verhindert. Was war da passiert? Es handelte sich hier nicht um das Werk von militanten Nazis, was der wohl naheliegendste Gedanke wäre.”
Nein, wäre es nicht. Das widerspräche allen Erfahrungen, die man mit den Gruppen gemacht hat, die hier für gewöhnlich als Nazis bezeichnet werden. Denn der Antisemitismus in Deutschland, (der in diesem Fall eher als Antiisraelismus oder Antizionismus einzustufen ist), pommt nicht von die bösen Neonazis, sondern entweder von muslimischen Migranten oder von einheimischen Linken, die inzwischen in den Chor ersterer einstimmen, weil sie den Staat Israel als neues Feindbild entdeckt haben.
“Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, Wolfgang Seibert, verurteilte die Aktion und nannte sie “das Vorgehen einiger wild gewordener Kleinbürger”, die sich zwar als links verstünden, aber “in ihrem Vorgehen aber durchaus als Mitläufer und Handlanger der Neonazis bezeichnet werden können”.
Das zeigt, daß die einfachen Mitglieder der Jüdischen Gemeinde bzw. die unteren Funktionärsebenen inzwischen erkannt haben, woher die wahre Gefahr kommt, im Gegensatz zum augenblicklich amtierenden Zentralrat mit dem unsäglichen Kramer als Generalsekretär und der mindestens ebenso unsäglichen Frau Knobloch an der Spitze. Es bestätigt auch die Einschätzung, die von mir wie von vielen anderen Foristen hier vertreten wird, nämlich daß sich links- und rechtsextrem irgendwann berühren. Wer dreimal links abbiegt, ist schon wieder rechts.
“Mit Beschimpfungen wie “Judenschweine” und “Schwuchteln” hätten sich die Blockierer selbst diskreditiert: “Wer solche antisemitischen und schwulenfeindlichen Worte benutzt, hat jedes Recht verloren sich ‘internationalistisch’ zu nennen.” Dass mit Gewalt bestimmt werde, “was gesehen werden darf und was nicht”, sei absolut nicht hinnehmbar, so Seibert: “Wir haben von dieser Art der Zensur die Schnauze voll”. ”
Glückwunsch zu dieser Erkenntnis, wenn auch etwas verspätet. Heute ist es die sich ach so internationalistisch wie kosmopolitisch verstehende Linke, die bestimmen will, was gesehen werden respektive was öffentlich diskutiert oder gesprochen werden darf. Das geht von “Jehova” bis “Autobahn”. Diese Gedanken und Sprachpolizei, als die sich die Vertreter dieses (linken?) Wächterrates verstehen, will mit immer schrilleren Tönen und mit immer größeren propagandistischem Aufwand mit aller Gewalt die Deutungshoheit behalten.
“Es ist schockierend, dass einige sich selbst als links bezeichnende Gruppen beim Wort “Israel” reflexartig alles über den Haufen rennen und nicht mal davor zurückschrecken, einen Film von Claude Lanzmann zu verhindern. Bleibt zu hoffen, dass sich andere, der politischen Linken zugehörige Zusammenhänge, deutlich von diesen Gruppen distanzieren.”
Schön geschrieben. Werden daraus aber auch Schlüsse bei den sich als links verstehenden Gruppen gezogen?
Kommentar von nocheinbuerger — 5. November 2009 @ 00:50
Die Erklärung der veranstaltenden Gruppe “Kritikmaximierung Hamburg” und die von Wolfang Seibert von der jüdischen Gemeinde Pinneberg finden sich hier: http://www.kritikmaximierung.de/tags/warum-israel/
Kommentar von Egal — 5. November 2009 @ 12:56
hahaha @nocheinbuerger
zuviel pi gelesen?
Kommentar von mr. nym — 5. November 2009 @ 16:08
IMHO handelt es sich bei diesen Spinnern um Ultras … einfach Radikale, die schon vor langer Zeit aufgehört haben sich mit Fakten und Augenzeugenberichten zu beschäftigen.
Alles, was thematisch mit dem Judentum zu tun hat ist in D. kritisch. Von Walsers Keule über ewig Gestrige und den Pöbel, der eh nicht so genau weiss wovon er da redet ….
Was in dieser Situation aber am Boden liegt ist die Meinungsfreiheit.
Ich lebe gern in einem Land, wo man Spinner friedlich belächeln oder aus voller Kehle auslachen darf. Dabei ist mir ihre Gesinnung herzlich egal. Rinks und Lechts haben sich nur auf radikal geeinigt.
In dem Moment, wo die Meinungsfreiheit mit Gewalt bekämpft wird - hört der Spaß auf.
Dagegen hilft keinesfalls der Soziologe, der eine Studie anfertigt - dagegen hilft nur die Courage der Mehrheit.
Ich nehme mir die Freiheit Israel ebenso zu kritisieren, wie die Geschehnisse in dem Gebilde Palästina …. und gerade deswegen schaue ich mir sowohl Pro-Israel Filme an wie die Fascho-Prop der Hamas ….
Es gibt keine Propaganda. Es gibt nur Menschen, die nicht klug genug sind das zu abstahieren. Davon sind leider unter den hardcore Linken anscheinend sehr viele.
(genug gekotzt)
Ein Anwohner aus St.Pauli.
Kommentar von Matt — 5. November 2009 @ 16:10
Der Common Ground zwischen Linken und Nazis war schon immer sehr groß. Das dies so oft übersehen wird, liegt daran, dass die Nazionalsozialisten irrtümlich dem rechten Lager zu geschrieben werden/ und wurden.
Bis 1930 wurde die NSDAP als Arbeiter Partei mit stark sozialistischen Zügen natürlich als linke Partei verstanden. Die Rechten, also Konservativen waren damals noch die Monarchisten / bzw. die alten Kaisertreuen.
Die Internationalen Sozialisten und die Nationalen Sozialisten teilten dabei immer ein Feindbild - die (freien) Kapitalisten. In Deutschland wie auch in Russland standen die Juden als “Rasse” für diese “Klasse” - synonym.
Auch in der Sowjetunion gab es dementsprechend harte Juden Verfolgung.
Der Kommentar will im Übrigen nicht bestreiten, dass es große Divergenzen zwischen diesen Ideologien gibt - die weiten Schnittflächen dieser beiden Diktaturen werden aber nur zu gerne verdeckt. (Gerne auch von den linken, wie auch von den rechten Medien). Liberale Medien sind ja doch recht selten ;)
(Meines Erachtens wäre es besser die Anarchisten und Liberalen “Linke” (also Staatskritiker) zu nennen und Sozialisten, Konservative und Sozialdemokraten als Staatsgläubige dem Rechten Lagern zu zu ordnen.
Kommentar von Mises — 5. November 2009 @ 17:30
Faszinierend finde ich ja, dass dieser Vorfall exakt genauso im rechten Spektrum hätte stattfinden können - Protagonisten hier: Die neokonservative PI-Fraktion auf der Israel- und “klassische” antisemitische Neonazis auf der anderen Seite.
Kommentar von viernullvier — 5. November 2009 @ 18:21
Nichts will ich verharmlosen. Die Linke schien schon immer latent antisemitisch. Zwischen Zionismus und dem Freiheitskampf der Palästinenser war kein größeres Inresse am Staat Israel oder an den Juden allgemein, die ja auch noch im Geruch standen allesamt reich zu sein und erzkapitalistisch. Die haben ja im Mittelalter nur mit Geld gehandelt. Nicht wissend, dass sie gar nichts anderes durften. Bei Solidarnosc ging es auch eher um ruhige Verhältnisse mit der Sowietunion als um die Freiheit des polnischen Volkes. Ich bezweifle das engagierte Linkssein der Krawallmacher. Wer einen Feind sucht, kann ihn immer definieren und finden. Als ich wusste, um was es bei dem Film geht, kannte ich die Begründung für diese Aktion.
Kommentar von Wie gehabt — 5. November 2009 @ 20:48
Lesenswerter Artikel aus der Jungel World zum gleichen Thema:
http://jungle-world.com/artikel/2009/45/39701.html
Kommentar von Anna Koch — 6. November 2009 @ 15:11
B5…4…3…2…1…
and
Lift Off
Kommentar von kuddelsen — 6. November 2009 @ 16:06
Es exiatiert überhaupt keine einheitliche Linke, die man in irgend einer Weise als antisemitisch einstufen kann. Wenn eine sich als “links” verstehende antisemitische Splittergruppe, als Repräsentant einer angeblich existierenden Linken dargestellt wird, ist das schlichtweg falsch!
Wer antisemitisch ist und aufgrund eines absurden Judenhasses, eine Kinovorstellung gewaltsam verhindert, kann in meinen Augen nicht links sein!
Kommentar von alex — 6. November 2009 @ 16:09
[...] Reaktionen - erste Stellungnahme des B-Movie. - Erklärung von Wolfgang Seibert (Jüdische Gemeinde Pinneberg) - Kurzinterview mit uns in der Jungle World - taz-Kommentar von Doris Akrap “Hölle Hamburg” - Redok: “Sehr nicht beim Juden” - Erklärung von Christiane Schneider (stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft) - Artikel auf npd-blog.info: “Nach antisemitischer Blockade: Debatte in der Linkspartei über Israel” - zweite Stellungnahme des B-Movie - Mut gegen rechte Gewalt (Auf Grundlage des NPD-Blog-Beitrags) - Störungsmelder-Artikel auf zeit.de “Antisemiten verhindern Lanzmann-Film auf St. Pauli” [...]
Pingback von Laiendarsteller schlagen sich durch « Kritikmaximierung Hamburg — 6. November 2009 @ 17:22
@ Jetter Über Nazis wollen Sie doch reden und nicht über linke Gesinnungsgenossen mit antisemitischem Webfehler.
Oder wird der Störungsmelder jetzt zum St.Pauli Report?
Kommentar von Franziskus — 7. November 2009 @ 08:28
Zur Verhinderung der „antideutschen“ Veranstaltung am 25. Oktober 2009 im B-Movie
Stellungnahme der B5: http://www.sol-hh.de/dateien_fuer_index/Flugi+B5+zum+25.10.2009.pdf
Als bewusste Linke wissen wir, dass das Machtungleichgewicht nicht nur in der Klassengesellschaft, sondern ebenso tief in der rassistischen Aufspaltung der Welt seit der Conquista und der Versklavung besteht - ein System der weißen Dominanz, das auch aus dem Holocaust wieder dominant hervorging. Es erwürgte die antikolonialen Befreiungskämpfe und festigte das Machtverhätnis neu. Daher rührt der Hass auf den Westen, seine Arroganz und seine Doppelmoral beim kulturellen, wirtschaftlichen und militärischen Export seines ideologischen Wertesystems, das auf Völkermord und Sklaverei aufgebaut wurde und bis heute von ihm geleugnet oder relativiert wird.
Doch das Modell des Westens steht in der Krise, es wankt, in seinen Zentren kommt zunehmend Unruhe auf und ausserhalb stösst es immer mehr auf Widerstand und auf Grenzen. Die Widersprüche spitzen sich zu, treffen schärfer aufeinander.
Unsere erste Aufgabe sollte längst schon sein, eine interventionsfähige Basis gegen jegliche militärischen Einsätze Deutschlands und gegen den staatlich organisierten und in der Mehrheit der Bevölkerung verwurzelten Rassismus zu schaffen. Uns in diesem Kampf hier international zu organisieren, um stark zu sein, wenn das Wanken zum Kippen wird, darauf wird es ankommen. Diese Stärke zu entwickeln, die gestellten Aufgaben anzugehen, erfordert mehr als radikale Parolen.
Es erfordert vor allem eine sehr offene, intensive und kontinuierliche Arbeit. Es erfordert gleichzeitig klare Positionierung gegen die Verbrechen der westlichen Staatengemeinschaft zur Erhaltung ihres Lebensstils, der nur durch die schonungslose Ausbeutung der Mehrheit der Menschheit und des Planeten garantiert wird. Es erfordert eine klare Absage an die VertreterInnen der neokonservativen und rechten Ideen und Ideologien, egal unter welcher Flagge sie segeln.
Am 25. Oktober 2009 wollte die Gruppe Kritikmaximierung im B-Movie den Film „Warum Israel“ von Claude Lanzmann zeigen. Der zu erwartenden pro-zionistischen Veranstaltung und der Provokation den in der B5 organisierten Gruppen gegenüber durch Kritikmaximierung sind wir entgegengetreten. Mit Leuten aus dem Viertel und politischen Organisationen über das B5-Spektrum hinaus konnten wir ihre Hetze stoppen.
Am Sonntagmittag bauten wir vor dem Eingang zum B-Movie einen israelischen Checkpoint nach, der dem Publikum die Realität Israels, welche der Film verschweigt, vor Augen führen sollte. Als die Verantwortlichen des B-Movies für diesen Tag erschienen, wurden sie selbstverständlich am Checkpoint aufgehalten und an der Überquerung gehindert, so wie es an einem Checkpoint in Palästina üblich ist. Die Vorstellung des Films wurde nach kurzer Zeit vom B-Movie abgesagt. Gleichzeitig wurde sich von - offensichtlich angekündigter - Gewalt durch Antideutsche distanziert. Das B-Movie-Team verließ die Szenerie. Kurz darauf tauchten mehrere bekannte Antideutsche auf und sammelten sich. Darunter ein Bahamas-Autor und ein Teil der FSK-MacherInnen. Sie wurden aufgefordert zu gehen, da der Film vom Kino abgesagt wurde. Nach beidseitigem Gepöbel wurde die Situation angespannter. Als der Bahamasautor uns als „Links-Nazis“ und „Faschisten“ beleidigte, kam es zu kleineren Rangeleien. Es ist das gewohnte Verhalten von diesem Spektrum, sich als Opfer von Gewalt und die anderen als Täter zu klassifizieren, Lügen zu verbreiten und damit zu versuchen, die Linke zu spalten. Auch der Versuch, die anwesenden St. Pauli-Fans für ihre Sache zu mobilisieren und gegen uns aufzubringen, schlug fehl.
An dem Tag hat keine und keiner von uns – wie jetzt behauptet wird - „Judenschweine“ und/oder „Schwuchtel“ gerufen. Ein solches Verhalten wäre und wird von uns - in welcher Situation auch immer – nicht toleriert.
Nicht der Film, sondern die Tatsache, dass das B-Movie in eine Kooperation mit der Gruppe Kritikmaximierung getreten ist, war der Grund dafür, das wir den Zugang zum Kino blockiert haben. Das B-Movie ist ein direkter Nachbar des Internationalen Zentrums B5 und wir nutzen teilweise dieselben Räumlichkeiten.
Die Grundpfeiler unserer Politik sind der Kampf gegen Rassismus, Sexismus, Faschismus, Kapitalismus und Imperialismus. Sie sind voneinander untrennbar. Es ist nicht möglich, für eine befreite Gesellschaft zu kämpfen und einen der genannten Grundpfeiler außen vor zu lassen. Unser Politikverständnis sowie unsere Praxis sind bekannt und für jede und jeden zu sehen, unser Laden ist offen für alle, die sich selbst ein Bild machen wollen. Nicht offen ist unser Laden für Leute, die rassistische, sexistische, faschistische, antisemitische oder zionistische Positionen vertreten. Auch Leute die imperialistische Kriege, Besatzungen und Vertreibung rechtfertigen und/oder propagieren, haben bei uns nichts zu suchen.
Die Theorie und die Praxis der Antideutschen sind seit Jahren bekannt: die Kriegspolitik der USA mit ihren „westlich-zivilisierten“ Verbündeten werden als „antifaschistische Aktionen“ zum Schutze Israels gefeiert.
Die Gruppe Kritikmaximierung bezeichnet sich selbst als „nicht antideutsch, sondern schon darüber hinaus“, so eine Vertreterin des B-Movies am 19. Oktober auf dem Kino-Plenum. Auch der Chefideologe der Antideutschen, Justus Werthmüller, schrieb in der Bahamas Nr. 57/2009, das die „Attribute (…) kommunistisch, israelsolidarisch und antideutsch“ für sie nicht mehr zutreffen, „stattdessen heißt es heute nur noch: ideologiekritisch.“ Nicht das sie ihre bedingung- und kritiklose Solidarität mit Israel aufgegeben hätten, lediglich könne man den Begriff nicht mehr verwenden, da die antideutsche Bewegung diesen Begriff verwässert.
Inwieweit diese Aussagen zusammenhängen bleibt jeder/jedem selbst überlassen. Wir wissen, welche Leute uns am 25. Oktober gegenüber standen: stadtbekannte Antideutsche, darunter ein Bahamas-Autor und Teile von FSK, die seit Jahren auf verschiedenen Ebenen internationalistische Politik bekämpfen.
Es gehört oft zur Strategie von Antideutschen, sich selbst nicht so zu bezeichnen, deshalb lassen wir Kritikmaximierung zu Wort kommen:
„Entgegen aller legitimierender und wohlmeinender Behauptungen des deutschen gesellschaftlichen Mainstreams handelt es sich nun auch beim Antizionismus, dem Ressentiment gegen Israel, nicht um einen ehrbare Parteinahme in einem völkerrechtlichen Disput zwischen einem bestehenden Staat und einem Staat in Gründung, sondern hauptsächlich um eine Reproduktion des antisemitischen Furors in den Begriffen und der Sphäre des Politischen.“
[Flugblatt „Paradise No!“ von Kritikmaximierung]
Die Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus ist ein Grundpfeiler antideutscher Ideologie, mit der jede Kritik an Israel delegimitiert werden soll. Der Zionismus erweist sich als rassistisches Projekt, künstlich soll der jüdische Charakter gewahrt werden, damit soll die heutige Kolonialkultur aufrechterhalten werden. Dies ist nichts emanzipatorisches sondern reaktionär. Es will die Aufrechterhaltung der Dominierung einer Volksgruppe über die andere mit Krieg, Vertreibung und Besatzung festigen und dient der Unterdrückung der progressiven Kräfte in Israel.
Hier ist auch der Anknüpfungspunkt zu Claude Lanzmann. Er äußerte sich am 24. Januar 2009, also sechs Tage nach der „Operation Gegossenes Blei“, bei der etwa 1500 Menschen getötet wurden, darunter allein 500 Kinder, zur israelischen Armee: „Die Israelis sind keine Killer. Definitiv nicht. Sie töten, aber sie sind keine Killer, das ist nicht in ihrem Blut.“1 Der Bezug der Antideutschen auf Lanzmann ist kriegsverherrlichender Natur und nicht, wie gerne behauptet wird, seine Leistungen in der Resistance gegen die deutschen Faschisten. Wir würdigen die Leistung von Claude Lanzmann im Kampf gegen den deutschen Faschismus. Aber am Beispiel von Otto Schily wird jeder erkennen, dass nicht vergangenes sondern aktuelles Handeln für die Frage, wo ein Mensch steht, ausschlaggebend ist.
Der Film selbst beschreibt die Situation in Israel um die Jahreswende 1971/1972, läßt dabei allerdings keine AraberInnen zu Wort kommen und verschweigt komplett die Auswirkungen von Besatzung und Vertreibung. Er bietet keine ausgewogene Darstellung der Gegebenheiten. Dieser Film, mit seinen Vorzügen und Mängeln, hätte sicherlich laufen und diskutiert werden können, aber nicht als Provokation von Antideutschen. Wie soll dies auch möglich sein, wenn Personen von Antideutschen gleich als Antisemiten beschimpft werden, wenn Kritik an Israel formuliert wird.
Die Antideutschen und die, „die schon darüber hinaus sind“ (gleiche Idee, neuer Name), sind für uns reaktionäre Kräfte, ihr Ziel ist die Zerstörung der internationalistischen und antiimperialistischen Linken. Wir werden auch weiterhin unsere politische Arbeit machen, unseren bescheidenen Anteil leisten im Kampf gegen die Zerstörung von Ländern durch den US-/Deutsch-Imperialismus, zur Überwindung des Kapitalismus für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Wenn wir uns aber in den eigenen Räumen und in der unmittelbaren Nähe nicht gegen diese Kriegstreiber und Rassisten wehren, wäre unsere gesamte politische Arbeit ad absurdum geführt. So wurde die Auseinandersetzung am 25. Oktober 2009 in der Brigittenstraße eine von denen, vor denen wir nicht weglaufen konnten und wollten.
Internationales Zentrum B5
2. November 2009
Internationales Zentrum B5, Brigittenstrasse 5, 20359 Hamburg - St. Pauli
1 http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/kultur/magazin/118597/index.php
Kommentar von Eine SoListin — 10. November 2009 @ 13:07
Das Thema gefällt mir sehr! Den Film muss ich unbedingt schauen!
Kommentar von Karolina — 12. November 2009 @ 12:01
[...] - zweite Stellungnahme des B-Movie - Mut gegen rechte Gewalt (Auf Grundlage des NPDinfo-Beitrags) - Störungsmelder-Artikel auf zeit.de “Antisemiten verhindern Lanzmann-Film auf St. Pauli” - Jungle World: “Intifada im Hinterhof” - La Regle Du Jeu: “Contre Claude [...]
Pingback von Reaktionen auf die Verhinderung des Films »Warum Israel« « Kritikmaximierung Hamburg — 12. November 2009 @ 23:56
Die Blockade des B-Movie hat stattgefunden, um der gezielten und beabsichtigen Provokation der Gruppe Kritikmaximierung Hamburg angemessen zu begegnen, die ihre Veranstaltung direkt neben dem internationalistischen Zentrum B5 und unter Mitnutzung seiner Räume durchführen wollte. Sie bezeichnet sich zwar selbst nicht als „antideutsch“. „Darüber“ sei sie angeblich „hinaus“. Kritikmaximierung ist aber voll und ganz auf Linie mit dem „antideutschen“ Mainstream.
http://kommunistischeassoziation.wordpress.com/
Kommentar von Andere Meinung — 13. November 2009 @ 14:34
@ Andere Meinung:
Nunja, beim Lesen der verlinkten Rechtfertigungspamphlete klingt es wirklich sehr nach: alle, die Israel nicht hassen, sind “Antideutsche” (was immer das sein soll). In dem Schreiben der “Kommunistischen Assoziation Hamburg” sind das dann eben auch Rote Flora, FAU oder der Infoladen Schwarzmarkt. Es klingt arg lächerlich, wie hier versucht wird eine kleinkarrierte “Szeneauseinandersetzung” argumentativ windschief zusammen zu schustern, nur um über die eigentlichen Fakten nicht sprechen zu müssen: die Aufführung eines Lanzmann-Films wurde gewaltsam und unter unsäglichen Beschimpfungen (sie stehen ja oben im Artikel) verhindert!
Kommentar von Grit — 15. November 2009 @ 20:42
@ Andere Meinung, Solistin
Ich muss Grit beipflichten: Alle, die nicht Israel hassen sind von diesen Gruppen offensichtlich als “Antideutsche” zu brandmarken.
Die Essenz ist und bleibt:
Bei B5-Spektrum und Co gibt es sofort antisemitische Beißreflexe, sobald das Wort “Israel” auch nur in Erscheinung tritt.
Da wird ein Film eines jüdischen Antifaschisten, der der interessanten Frage nachgeht, welche Bedeutung Israel für Holocaust-Überlebende hat, zum Angriffsziel. Ihr erledigt mit solchen Angriffen den Job der Nazis!!!
Betrachtet man sich den unverhohlen Hass der antisemitischen Akteure wird die Bedeutung eines Staates wie Israel, der als Schutzort für jüdische Menschen dient, umso größer.
Eine Sache, die ich ganz besonders spannend finde, bei den sogenannten “Antiimperialisten”, ist jedoch folgende:
Der Staat Israel wird mit allen Mitteln bekämpft, während beispielsweise zu den völlig wahnsinnigen Organisationen wie Hamas, Hisbollah oder Gottesstaaten wie Iran usw., in denen Frauenrechte mit Füßen getreten werden, Homosexuelle mit der Todesstrafe belegt werden und einem eliminatorischen Antisemitismus das Wort geredet wird, nie auch nur ein Kommentar fällt.
Findet Ihr diese homophoben, antisemitischen, frauenverachtenden Fundis etwa super? Na schönen Dank.
Kommentar von Jello Biafra — 16. November 2009 @ 16:47
Noch eine Ergänzung:
Hier ein Beitrag von Max Dax auf spex.de mit einer ersten Reaktion von Claude Lanzmann, dem Regisseur des Filmes “Warum Israel”, der völlig schockiert darüber ist, dass der Film nicht von Nazis sondern von angeblich “Linken” mit Gewalt verhindert wurde:
http://dissonanz.spex.de/2009/10/31/tag-einhundertvierunddreisig/
Kommentar von Jello Biafra — 16. November 2009 @ 16:51
Hier noch ein interessanter Artikel aus der Jungle World zum Thema:
http://jungle-world.com/artikel/2009/47/39795.html
MfG
Jan Jetter
Kommentar von Jan Jetter — 19. November 2009 @ 13:08
Artikel bei Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,661980,00.html
Kommentar von Johannes Radke — 19. November 2009 @ 14:08
Nun: Neuen Termin machen, breit ankündigen, und gegen die antisemitischen Faschisten ‘durchsetzen’ - wenn es sein muss ‘aktiv’. Ich würde auch eine längere Anreise dafür in Kauf nehmen…
Kommentar von Carsten Schmidt — 19. November 2009 @ 17:57
An die Eine SoListin:
Wie wärs mal mit einer Entschuldigung dafür, dass eure Aktion nach hinten los gegangen ist weil ihr selber keinen Plan habt, wie viele Tarnkappenfaschisten in euren eigenen Reihen stehen?
Aber nein, ihr seid ja die Guten, Selbstkritik ist daher unnötig. Ich könnte kotzen bei soviel Ignoranz!
Kommentar von baba — 19. November 2009 @ 18:50
Es ist schon eine sehr geraume Zeit, dass ich mir denke, dass die sog. “Antizionisten” nichts als verkappte Antisemiten sind, aber niemals haben sie sich so geoutet wie jetzt. Und wenn man bedenkt, dass die Sowjetunion 1948 Israel geholfen hat, dass der Staat den Krieg gegen die arabischen Staaten heil überstanden hat…
Diese antisemitischen Antizionisten sind Leute, die das unkritisch nachbeten, was ein paranoider, altgewordener Stalin in seinen letzten Lebenstagen verbreitet hat. Es sind Leute, die nicht einen blassen Schimmer von der Geschichte haben. Es sind diejenigen, die den Kapitalismus bekämpfen wollen und den Juden die Schuld daran geben, dass er existiert. Es sind Leute, die sich mit dem Konflikt im Nahen Osten überhaupt nicht auskennen. Es sind Leute, die einfach die Realität verleugnen und fanatisch ihre Ideologie auf alles projizieren, das ihnen in den Sinn kommt. Es sind Leute, die einfach keine Ahnung haben. Und es ist so verstörend, dass man sich mit ihnen überhaupt abgibt!
Wer zum Beispiel schreibt, dass “Der Zionismus…sich als rassistisches Projekt” erweist, der gibt zu erkennen, dass nie in seinem Leben einen Zionisten getroffen hat oder ein wissenschaftliches Buch darüber gelesen hat!
Und dass diese Leute sich selbst dann noch als “Antirassisten” bzw. “Antifaschisten” sehen, ist ein absoluter Treppenwitz der Geschichte.
Bitte, ignoriert diesen Sumpf! Und wenn sie wieder mal eine Veranstaltung blockieren, holt doch einfach die Polizei und lasst diese Dodln abführen!
Kommentar von VAYU-Thomas — 20. November 2009 @ 02:21
Noch was:
Man sehe sich doch nur den ersten Satz in der “Rechtfertigung” an:
“Als bewusste Linke wissen wir, dass das Machtungleichgewicht nicht nur in der Klassengesellschaft, sondern ebenso tief in der rassistischen Aufspaltung der Welt seit der Conquista und der Versklavung besteht - ein System….”
bla bla bla, und so weiter und so fort….
Bitte…
Aber was ist denn das für ein Schwachsinn? Wo steht sowas drinnen? Wer betreibt jene Gehirnwäsche, dass es Leute gibt, die einen solchen Unsinn aufsagen und aufschreiben können?
Ich mein…ist das nicht unglaublich?
Bitte schickt doch den Leuten vom “B5″ ein paar gute Bücher! Das ist ja nicht einmal mehr Kindergarten-Niveau!
Hinter diesen Sätzen verbirgt sich übrigens nicht einmal das kleinste bisschen Logik! Da passt ein Satz nicht mit dem nächsten zusammen. Da werden Argumente gebracht, die keine sind und Behauptungen aufgestellt, die nie jemals bewiesen wurden.
Und geradezu lächerlich werden diese Argumente, Behauptungen und Sätze, wenn man bedenkt, dass 1940 und 1941 die Nazis und einige Palästinenser den Holocaust in Palästina geplant haben. Und die heutigen (ideologischen) Nachkommen jener Palästinenser werden heute von den sog. “Antizionisten”, die sich als “Antifaschisten” und “Antirassisten” bezeichnen, hofiert und unterstützt.
Ich bin übrigens kein “Antideutscher”, aber eins muss ich sagen, nehmen wir mal an, ich befände mich in einem Lokal und dort wären nur noch zwei Personen, mit denen man reden könnte: Ein Nazi und ein Anti-Imperialist.
Gut, ich würde wahrscheinlich mit beiden kein Wort reden, aber, müsste ich mich für einen entscheiden, die Entscheidung fiele mir nicht schwer:
Der Nazi und das aus einem naheliegenden Grund: Er ist einfach ehrlicher und somit weiß man bei ihm besser woran man ist!
Kommentar von VAYU-Thomas — 20. November 2009 @ 02:40
diese leute denken sie tun etwas gutes indem
sie denken sie helfen den arabischen leuten
in dieser gegend.dabei unterstützen sie leute
die absolut reaktionäre gedanken und handlungen haben.die palästinenser die mit jüdischen leuten in ruhe leben wollen und auch israelis sind oder in den palästinensischen autonomie gebieten leben und ganz in ruhe auch ihrem leben nachgehen kommen gar nicht zu wort.
die israelis welche araber und drusen und auch juden kommen auch nicht zu wort da es nicht ihr job ist politik zu machen sie haben keine zeit dazu.es sind immer die gleichen wenigen die vorgeben es ist der konflikt von palästinsern und juden.
man stelle sich vor selbst die siedler
arbeiten auch mit ihren nachbarn den palästinensern in einem betrieb .alltag.
aber der krieg ist kein grenzkrieg sondern
ein krieg zwischen den verschienen intressen.
die hilfsfonds landen in der hausgemachten waffenkammer bestimmter leute während die
andreren hungern müssen.frauen wie der letzte dreck behandelt werden.
in israel gibt es fond für die zusammen arbeit mit der nachbarregierung und auch die palästineser sind kein leute die nicht normal
mit anderen klarkommen.auch nicht jeder der religiös ist ein fanatiker.alle grenzen
saudi arabien jordanien alles grenzen sind
relativ neu vorher war es britisch davor osmanisch .davor und davor .jetzt müssen immer wieder massen von leute von heute auf morgen umziehen die palästinenser ,weil ja die politik sagt dass es besser ist wenn
alle dahin oder dorthin ziehen sollen,
für die siedler die auch mit palästinensichen leute ein shop betreiben müssen dann kilometer weit woanders hinziehen.weil es die politik es so sagt.
niemand beschäftigt sich mit den wahren leuten die dort wohnen .ein ganzes umwelt projekt welche wissenschafter von dem autonomie gebiet gaza und dem israelischen
umweltprojekt geführt wird wurde in boden gestampft.da gerade irgendwelche leute die hilfgelder für gaza dazu benutzen um südisralische (wo eh die ärmeren leute wohnen)und auch meistens aus arabischen ländern sind zu beschiessen statt ihr
gaza aufzubauen und nicht nur denen geld zu geben in in der partei sind.
deutschland ist nicht der auslöser dass es
israel gibt ,israel gab es schon vorher .
israel ist keine kolonie deutschlands noch sind die israelis eigentlich rassistische deutsche.es sind alle die diese welt zu bieten hat vertreten ob es südamerikaner
sind oder äthopier marokkaner australier drusen araber armenier phönizier assyrer juden
alle bleiben dort um zu wohnen.diese schreihälse sollten wenn sie sich dafür intressieren doch gute ansätze fördern und
tatkräftig mithelfen z.b bei einem ökohaus
mitbauen welches von palästinensern und
den israelis bewohnt wird oder bei einer schule etc.statt mit zuhelfen dass gerade aufgebautes zerstört wird.das ist viel cooler.das andere ist uncool .
Kommentar von jana — 20. November 2009 @ 09:52
Ich habe erst gestern von dem Vorfall erfahren. Selten habe ich mich so fremdgeschämt.
Die unheilvolle Haltung vieler linker Gruppen gegenüber Israel fand ich immer schon faszinierend. Aber das schlägt dem Fass völlig den Boden aus. Und das gegenüber Claude Lanzmann, der in seinem rechten Nasenflügel wahrscheinlich mehr Gehirnzellen vereint als diese ganze Brut zusammen.
Und was soll dieses Gefasel mit den “Antideutschen”? Kann mir das mal einer übersetzen?. Oder nein, lieber nicht.
Ich empfehle jedenfalls der B5 Horst Mahler als kompetenten Anwalt für mögliche anstehende Gerichtsverfahren. Und ihre Adresse haben sie ja netterweise selbst veröffentlicht. Mossad: bitteschön, nach ihnen.
Muss ich dabei erwähnen, dass die Siedlungspolitik eines Benjamin Netanjahu natürlich völlig Banane ist? Aber was hat das mit diesem Film zu tun? Überhaupt, was hat das mit freier Rede und Meinungsäußerung in einer Demokratie zu tun? Bitte, alle Nazis und Linksnazis, Fundamentalisten und selbsternannte Retter der unterdrückten Klassen: sucht euch ne Wiese und kloppt euch zusammen, oder emigriert in den Iran - aber lasst die übrigen vernunft- und toleranzbegabten Menschen den Rest regeln.
In tiefster Abscheu
Florian Fricke
Kommentar von Florian Fricke — 20. November 2009 @ 12:57
Jeder, der ein Zeichen gegen die antisemitische Aktion der Verhinderung der Filmaufführung setzen will, sollte am 13.12.2009 um 13:30h zur Roten Flora in Hamburg kommen und an der Protestkundgebung teilnehmen!
Kommentar von Kathy — 23. November 2009 @ 15:22
Das Ganze ist auch mal wieder ein trauriger beweis für die Irrungen des alten Antirassismus. Man darf schließlich nicht vergessen, das in der B5 “deutsche Linke” eher die Minderheit sind. Die meisten sind Migranten. Über die Haltung der Kurden und ihrer Fans zum “Mossad” brauche ich wohl nichts zu schreiben.
Kommentar von Thomas — 24. November 2009 @ 12:51
Der Künstler Daniel Richter sagt zu den widerwärtigen antisemitischen Übergriffen in einem Interview in der “Welt” wirklich eine Fülle von guten Dingen, lest selbst:
http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article5364878/Man-haette-denen-eins-auf-die-Muetze-geben-muessen.html
Kommentar von Jello Biafra — 30. November 2009 @ 15:32
HH: Demo gegen “Antisemitismus von links” - eine rechte Schmierenkomödie!
Am Sonntag, den 13. Dezember 2009, findet in Hamburg eine Demonstration gegen „Antisemitismus von links” statt. Die Polizei rechnet mit bis zu 200 Teilnehmern. Doch um die Bekämpfung von Antisemitismus geht es gar nicht, erklärt die Kommunistische Assoziation Hamburg (KAH). Sie erwartet ein „Gruselkabinett” aus „antideutschen” und anderen neokonservativen Kriegshetzern, Rassisten „oder einfach Täterkindern und -enkeln, die die Palästinenser für die unmögliche ‚Wiedergutmachung’ des deutschen Menschheitsverbrechens an den Juden zur Kasse bitten” - eine rechte Schmierenkomödie mit reichlich Islamophobie und Menschenhass.
http://kommunistischeassoziation.wordpress.com/
Kommentar von Svenja — 12. Dezember 2009 @ 13:47
@ Svenja
Ja, so einfach ist das. Man denunziert Leute, die gegen Antisemitismus aktiv werden einfach als “antideutsch”, rassistisch und kriegstreiberisch und fertig ist die Laube. Ist doch gar nix passiert in Hamburg, da regen sich doch nur die Antideutschen auf.
Glaubst du selbst, was du da verlinkst?
Es ist keine “rechte” Schmierenkomödie, sondern eine bitter notwenige Aktion gegen Antisemitismus, den es leider auch in der Linken gibt. Das lässt sich auch nicht wegreden, indem man die Gegner antisemitischer Einstellungen im B5-Umfeld mal eben ganz einfach zu “Rechten” macht.
Würde ich drüber lachen, wenns nicht so traurig wäre.
Kommentar von Jello Biafra — 12. Dezember 2009 @ 17:26
Gestern war ich auf der Brigittenstr. zwischen den beiden gegnerischen Häuflein. Ich fand es sehr traurig mit welcher Arroganz und stellenweise auch provokatem Verhalten hier versucht wurde, die ganze Situation weiter eskalieren zu lassen, wobei ich keine der beiden Seiten ausnehmen möchte. Ich bin, was dieses sehr spezielle Thema anbelangt, vielleicht nicht allumfassend informiert, aber das, was ich bisher selbst beobachten und an Standpunkten vernommen habe, erweckt doch stark den Eindruck, daß es hier schon längst gar nicht mehr um die Sache, sprich Antisemitismus von links, sondern um die Feindschaft dieser beiden Gruppen untereinader geht. Und sollten hier eigentlich St. Pauli Fans instrumentalisiert werden oder warum wurde die Aufführung direkt nach dem gestrigen Heimspiel angesetzt? Der Fanladen hat sich bestimmt sehr über die massige Coppräsenz vorm Eingang gefreut und die wirklichen Rechten lachen sich über dieses ganze Theater schon längst ins Fäustchen. War noch jemand gestern dort, wie habt ihr das gesehen?
Kommentar von Lars — 14. Dezember 2009 @ 14:23
[...] Störungsmelder 4.11.09 [...]
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