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NSU-Angeklagter marschierte bei „Bagida“ mit

 
NSU-Angeklagter E. beim Aufmarsch in München  | Foto: Robert Andreasch
NSU-Angeklagter E. beim Aufmarsch in München © Robert Andreasch

Am Montagabend versammelten sich rund 1500 Islamhasser, Rechtspopulisten und Neonazis zur Demonstration des bayerischen Pegida-Ablegers Bagida („Bayern gegen die Islamisierung des Abendlandes“). Mit dabei: André Eminger, Mitangeklagter im NSU-Prozess. Auch verurteile Rechtsterroristen waren mit von der Partie.

Aus ganz Bayern waren Islamhasser, Rechtspopulisten und Neonazis zum Bagida-Aufmarsch angereist. Noch vor dem Start der Demonstration trafen sie sich am Hauptbahnhof in München um von dort gemeinsam zum Auftaktort zu marschieren. André Eminger, der derzeit im NSU-Prozess wegen Beihilfe zum versuchten Mord und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt ist, lief nach Angaben von Augenzeugen ganz vorne mit. Wenige Stunden zuvor wurden im NSU-Prozess Polizisten des Landeskriminalamts vernommen, die nach dem Anschlag auf die Kölner Keupstraße ermittelten. Am 9. Juni 2004 verletzte der Bombenanschlag 20 Menschen.

Fotos, die ZEIT ONLINE vorliegen, belegen zudem, dass die verurteilen Rechtsterroristen Karl-Heinz Statzberger und Thomas S. an der Bagida-Demonstration teilnahmen. Beide haben 2003, zusammen mit Martin Wiese, einen Anschlag auf die Grundsteinlegung einer jüdischen Synagoge in München geplant. Der Anschlag konnte im Vorfeld vereitelt werden. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung soll Statzberger kurz nach der Demonstration Gegendemonstranten angegriffen haben und dabei festgenommen worden sein.

Gegen den Auflauf der Bagida-Anhänger demonstrierten rund 20.000 Menschen unter dem Motto „Platz da! Für Vielfalt und Miteinander“. Unter den Gegendemonstranten befand sich auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Die „Bild“-Zeitung zitiert den Rathauschef mit den Worten: „Etwa ein Drittel der Demo-Teilnehmer waren echte Neonazis“. Die übrigen Zwei-Drittel sollten sich fragen „bei wem sie da mitlaufen“.

10 Kommentare

  1.   Irmela Mensah-Schramm

    Unter dem Deckmäntelchen der Demokratie, der Meinungsfreiheit und auch Versammlungsfreiheit für die Volkstod-Genossen ist hierzulande alles möglich!
    Seltsamer Weise jedoch die Blockadeaktionen der Zivilgesellschaft – um diesen Spuk zu behindern, jedoch nicht!

  2.   Klaus Ehrlich

    Bagida war schon im Netz immer Nazigida. „Advent, Advent ein Asylheim brennt!“ schrieb NPD Bayern bei Bagida zum Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkünfte in Vorra bei Nürnberg. Und das Posting blieb stehen:

    BAGIDA – NPD – NAZIGIDA – „ADVENT ADVENT ASYLHEIM BRENNT“

    .

  3.   Ralf

    Nun wird es aber schwer für bagida sich als Bürger hinzustellen. Wenn selbst Herr Reiter sagt, dass ein Drittel aus dem rechtsextremen Spektrum kommen!


  4. Diese Bewegung ist das beste, das zur jetzigen Zeit passieren konnte, denn diese Menschen die in xxx-da-Demos anmarschieren sind klare Rassisten. Sie beschweren sich darüber, dass die Politik sich von Ihnen entfernt habe. Was bedeutet denn das? Soll jeder Landesminister ihnen am Abend am Bett noch eine Gute Nacht Geschichte vorlesen? Nicht nur dass es Rassisten sind, sie nennen sich auch noch „das Volk“. Damit haben sie recht, denn dieser Rassismus der heutzutage zu Liebe der political correctness mit „Überfremdungsangst“ , „Abendland“ und „Wer betrügt, der fliegt“ ausgedrückt wird, ist definitiv ein Teil unserer Gesellschaft und des „Volkes“.
    Die Schande ist nicht, dass es diese Menschen gibt, die Schande ist, dass sie sich im Recht fühlen.

  5.   tomwom

    Iremela und Klaus, Ihr habt beide recht.
    Rechte und Demokratieschreihälse raus.
    Nasiz wie Demokraten raus

  6.   Irmela Mensah-Schramm

    @tomwom

    Wer soll dann „drinnen“ bleiben ?
    Wenn die Demoktatie nicht laufend verletzt und mißbraucht würde, wenn sie auch nicht von der scheinheiligen Politik nicht ständig fehlinterpretiert würde, wobei den Demokratie-schändenden Neonazis mit juristischen Tricks mehr Rechte eingeräumt werden als der Zivilgesellschaft.

  7.   fliegenklatsche

    Das sich diese Menschen beschweren das sich die Politik von ihnen entfernt hat, ist für mich nur ein zeichen das sie zu träge sind.
    Es tut mir für sie leid.

    Ich habe irgendwann mal gesagt bekommen das Stillstand gleich Rückgang bedeutet.
    Wo kommen wir denn dann hin?

    Miteinander statt Gegeneinander, dann werden irgendwann alle mal Zufrieden werden können!

  8.   Der Einfache

    „Am Montagabend versammelten sich rund 1500 Islamhasser, Rechtspopulisten und Neonazis zur Demonstration des bayerischen Pegida-Ablegers Bagida …“

    Will man´s differenziert, kauft man „Die Zeit“ :-))

  9.   fliegenklatsche

    @ 8
    In einer Studie über die Berichterstattungen zu der Mordserie hat die Zeit als eine der ganz wenigen großen Medien nicht über den Fall berichtet. Doch ein Zeichen das sich hier nicht auf solche Vermutugsspiele eingelassen wird.
    An erster stelle wird da die Bild genannt.

    Es gibt dann doch Unterschiede wer wie was woraus macht.

    Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird.

  10.   Rklein

    Da zeigt sich doch mal eindrucksvoll, wer diese Pegida Ideen gut findet. Vom einfachem Bürger, der ’nur‘ was gegen Ausländer hat bis zum Angeklagten im NSU-Prozess. Unglaublich!