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173. Prozesstag – Gericht untersucht Anschlag in der Keupstraße

 

Der Anschlag vom 9. Juni 2004 ist bis heute ein Trauma für die türkisch geprägte Keupstraße in Köln: Dort explodierte ein Sprengsatz mit einer Nagelbombe vor einem Friseurgeschäft, den laut Anklage Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt auf einem Fahrrad vorbeigebracht hatten. Mehr als 20 Menschen wurden durch die Bombe verletzt.

Am ersten Tag nach der Weihnachtspause beginnt in München die Aufarbeitung der Tat. Dazu hört der Strafsenat drei Polizisten des Landeskriminalamts, die nach dem Anschlag am Tatort ermittelten, Zeugen befragten und Spuren auswerteten. Die Betroffenen selber werden in der kommenden Woche geladen.

Die Befragung der Ermittler ist auch deshalb brisant, weil ein rechtsterroristisches Motiv kurz nach der Tat ausgeschlossen wurde. Der damalige Bundesinnenminister Otto Schily strich diese Möglichkeit schon am Tag darauf aus der Liste möglicher Hintergründe. Entsprechend verliefen die Ermittlungen: Immer wieder wurden Zeugen dem Verdacht ausgesetzt, in den Anschlag verstrickt zu sein; auch ein Racheakt türkischer Krimineller wurde lange Zeit als Grund diskutiert.

ZEIT ONLINE berichtet aus München und fasst den Prozesstag am Abend auf diesem Blog zusammen. Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Weitere Berichte stellen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

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