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Bündnis gegen Rechts muss Polizei bei Suche nach Nazi-Gewalttäter helfen

 
Ganz rechtsaußen – Neonazi Pierre B. bei einem Aufmarsch am 1. Mai 2016 in Erfurt.

Am 1. Mai 2016 soll ein Neonazi bei einem Aufmarsch in Erfurt einem Polizeibeamten ins Gesicht geschlagen und eine Flasche geworfen haben. Rund acht Monate später veröffentlichte jetzt die Landespolizeiinspektion Erfurt Fotos des mutmaßlichen Täters und fragt „Wer kennt diesen Mann?“. Dabei handelt es sich bei dem „Unbekannten“ um einen gerichtsbekannten Neonazi aus Brauschweig.

Etwa 250 Teilnehmer hatten an dem Neonaziaufmarsch in Erfurt zum 1. Mai teilgenommen, der von dem Thüringer Michel Fischer von der Partei „Die Rechte“ (DR) angemeldet worden war. Nachdem er bei einer Zwischenkundgebung die ohnehin schon aggressive Stimmung mit dem Spruch „Alle wehrfähigen Männer nach vorn“ noch angeheizt hatte, folgten Flaschen- und Böllerwürfe in die Menge der Gegendemonstranten. Als die Polizei die Neonazis abdrängen wollte, bekamen auch sie ihre Aggressivität zu spüren. Unter anderem warf ein kahlrasierter Neonazi eine Flasche und schlug einem Polizeibeamten ins Gesicht. Die Polizei filmte die Taten zwar, doch „der Beschuldigte konnte sich dem polizeilichen Zugriff entziehen“, heißt es in der Presse-Mitteilung. Darin wird um Mithilfe gebeten den Täter zu identifizieren. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung ermittelt.

Eine kurze Recherche von Fachjournalisten zeigte bereits am Tag der Polizeimeldung: bei dem Neonazi handelt es sich um Pierre B. aus dem Umfeld der „Jungen Nationaldemokraten“ im niedersächsischen Braunschweig. Der Neonazi war allein im vergangenen Jahr 30 Mal polizeilich aufgefallen. Auch sein Gewaltpotenzial ist hinlänglich bekannt: Unter anderem soll er im Februar 2016 zwei Männer so brutal geschlagen haben, dass eines seiner Opfer einen Kieferbruch erlitt. Zudem sind weitere Gewalttaten öffentlich bekannt.

Auch der Störungsmelder hatte bereits über ihn und die rechtsextremen Intesivtäter aus dem Umfeld der JN berichtet. Kurz nach dem Bekanntwerden der Fahndung und der ersten Recherche teilte das Bündnis gegen Rechts in Braunschweig den Aufruf auf Facebook und wies darauf hin, dass es sich bei dem Gesuchten um Pierre B. handelt. Der Neonazi stellte sich inzwischen auf einer Polizeidienststelle in Braunschweig, teilte ein Sprecher jetzt mit.

4 Kommentare


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  3. […] Zeit Online/Störungsmelder: Bündnis gegen Rechts muss Polizei bei Suche nach Nazi-Gewalttäter helfen (via @TantePolly / […]


  4. […] Einer der Teilnehmer der AfD-Demonstration war der Neonazi Pierre B., der im Dezember 2016 vom Amtsgericht Braunschweig zu einer Haftstrafe von 2 Jahren auf Bewährung verurteilt wurde. Er hatte Anfang 2016 auf zwei Schüler eines Braunschweiger Gymnasiums so brutal eingeschlagen und getreten, dass einer der beiden mit einem doppelten Kieferbruch im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Polizei ermittelte gegen den damals 24-jährigen Bodybuilder und Kampfsportler außerdem wegen zahlreicher weiterer Delikte, so hatte er unter anderem metergroße Hakenkreuze auf eine Straße gemalt. Zuletzt fahndete die Polizei in Thüringen im Januar mit einem Bild nach dem Neonazi, weil er verdächtigt wird bei einem Aufmarsch am 1. Mai 2016 in Erfurt einen Polizisten mit einer Flasche angegriffen zu haben (siehe STÖRUNGSMELDER-Artikel: „Bündnis gegen Rechts muss Polizei bei Suche nach Nazi-Gewalttäter helfen“). […]