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China will nicht mehr billig, billig

China war schon mal angesagter. Die Löhne im Land steigen, die Auslandsnachfrage schrumpft – viele Unternehmen verlegen ihre Fabriken mittlerweile nach Südostasien. Die Kapitalflucht mag China vordergründig schaden. In Wahrheit ist die Entwicklung jedoch segensreich, für China selbst, aber auch für den Rest der Welt.

Die englischsprachige China Daily zitiert in ihrer aktuellen Ausgabe einen Beamten des Handelsministeriums. Ihm zufolge stehen fast ein Drittel der chinesischen Hersteller von Textilien, Schuhen und Hüten unter Druck, keine Aufträge mehr zu erhalten. Das Groteske: Der Autor des Artikels in der chinesischen Staatszeitung scheint den Auftragsrückgang und die Abwanderung keineswegs zu beklagen. Im Gegenteil: Er kann ihm sogar etwas Gutes abgewinnen. Weiter„China will nicht mehr billig, billig“

 

Romneys schiefe China-Argumentation

Die zweite Wahlkampfdebatte zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney gestern Abend in Hempstead stand im Zeichen der Außenpolitik. Und anders als noch vor zwei Wochen in Denver war die Volksrepublik China ein großes Thema. Aus gutem Grund: Die Vereinigten Staaten haben seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation 2001 bis 2011 mehr als 2,7 Millionen Jobs an die Chinesen verloren.

Obama nutzte die Chance, auf drei Handelsvereinbarungen aus seiner Amtszeit hinzuweisen, die dafür sorgen sollen, dass einige Tausend Jobs in den USA bleiben. Der Präsident versprach, er werde weitere solche Vereinbarungen auf den Weg bringen.

Romney holte hingegen die große Keule heraus. Er versprach, dass er an seinem ersten Tag als Präsident den Chinesen ganz offen vorhalten werde, die Währung zu manipulieren. Peking schummele seit Jahren. Romney klagte außerdem, Chinas Unternehmen klauten ihren amerikanischen Konkurrenten Produkte und geistiges Eigentum. Das dürfe sich die USA nicht länger gefallen lassen.

Noch deutlicher wurde der Herausforderer bei der Antwort auf eine Zuschauerfrage. Ein Zuschauer wollte wissen, wie denn ein amerikanisches Unternehmen wie Apple dazu gebracht werden könne, seine iPhones und iPads in den Vereinigten Staaten produzieren zu lassen. Romney antwortete, sein Land könne mit jedem anderen Land dieser Welt mithalten, sofern das andere Land sich an die gleichen Regeln halte. Er sprach von gefälschten Apple-Produkten in gefälschten Apple-Geschäften in China.

Was Romney behauptet, ist jedoch falsch. Der Yuan ist längst nicht mehr so unterbewertet, wie behauptet. Und an angeblich gefälschten Apple-Produkten hat auch kein Chinese Interesse. Verkauft wurden echte Apple-Produkte in Geschäften, die den Apple-Stores verdächtig ähnlich aussahen. Diese Läden sind aber längst geschlossen.

Obama hingegen hat Recht: Bestimmte Jobs werden nicht in die USA zurückkehren. Das gilt erst recht für die Arbeitsplätze der Fabrikarbeiter, die bei Foxconn für Apple die eleganten Smartphones und Flachrechner für Monatslöhne von 100 bis 200 Dollar zusammenlöten. Romney kann noch so sehr darauf bestehen, China habe fair zu spielen und seine Währung aufzuwerten: Diese Jobs werden nicht in die USA zurückkommen.

Obamas Antwortet lautet: nicht Billigjobs, sondern hochqualifizierte Jobs schaffen. Das geht nur, wenn in Bildung, Forschung und Entwicklung investiert wird. Das ist übrigens eine Strategie, die auch die chinesische Regierung anpeilt. Auch sie will weg von diesen Billigjobs, die Romney in seinen Äußerungen so anpreist.

 

Das sagt Time über Chinas künftiges Staatsoberhaupt

Das Magazin Time läutet die Berichterstattung über Chinas bevorstehenden Führungswechsel mit einer Titelgeschichte über das künftige Staatsoberhaupt Xi Jinping ein. In China ist die aktuelle Ausgabe deswegen nur schwer zu bekommen – sei es aufgrund der Zensur oder vielleicht doch auch der hohen Nachfrage.

Im Internet kursiert jedoch folgende Videozusammenfassung des von Exil-Chinesen in den USA betriebenen Fernsehsenders New Tang Dynasty Television:

 

Chinas gewaltiges Erdbeeren-Geschäft

Das Noro-Virus ist sicherlich kein spezifisch chinesisches Problem. Er kann überall auftauchen. Was Früchte und Gemüse aus der Volksrepublik vielleicht etwas anfälliger macht für dieses Virus, der beim Menschen Brechdurchfall auslöst: In China wird immer noch mit Jauche gedüngt. In der EU ist das verboten.

Mehr als 11.000 Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland haben sich vor zwei Wochen mit dem Noro-Virus infiziert. Sie litten mehrere Tage unter schwerem Brechdurchfall, weil das Catering-Unternehmen Sodexo in den von ihm belieferten Kantinen tiefgekühlte Erdbeeren aus Fernost serviert hatte. Die Erkrankungswelle ist wieder abgeebbt. Nachgewiesen ist derweil, dass die Tiefkühlerdbeeren aus China stammten. Die Frage lautet nun: Warum werden die Früchte über den halben Globus transportiert und landen dann auf dem Teller deutscher Schulkinder? Weiter„Chinas gewaltiges Erdbeeren-Geschäft“

 

Bringt der Führungswechsel eine neue Wirtschaftspolitik?

Fast zeitgleich finden in der ersten Novemberwoche zwei Ereignisse statt, die das Weltgeschehen des kommenden Jahrzehnts maßgeblich bestimmen werden. Zum einen ist da die US-Wahl: Amerika wählt nicht nur einen neuen Präsidenten, sondern entscheidet auch über den Kurs der Wirtschaftspolitik in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Zum anderen werden in China ab dem 8. November rund 2.500 Delegierte auf dem Parteitag der Kommunistischen Partei eine neue Führungsspitze für die nächsten zehn Jahre bestimmen. Auch wenn die Posten des Staatspräsidenten und seines Premierministers mit Xi Jinping und Li Keqiang als gesetzt gelten – spannend bleibt die Frage, wer künftig auf den Plätzen 3 bis 7 im höchsten Gremium, dem Ständigen Aussschuss des Politbüros, sitzen wird. Werden sich mutige Reformer durchsetzen oder konservative Hardliner, die am Status Quo festhalten wollen?

Wie auch immer die Entscheidung ausgehen wird – Chinas Wirtschaftpolitik wird sich nicht ändern. Trotz der in jüngerer Zeit sich auch im Reich der Mitte verdüsternden Wirtschaftsdaten läuft in China alles nach Plan. Genau genommen nach dem 12. Fünfjahresplan. An ihm wird auch die künftige Führung festhalten. Weiter„Bringt der Führungswechsel eine neue Wirtschaftspolitik?“

 

Skypes Konkurrenz aus China: Der Chatdienst Weixin

Bislang gibt es nur Vermutungen, wie sehr die chinesische Diaspora zum wirtschaftlichen Aufbau der Volksrepublik beiträgt. Der Einfluss muss jedoch immens sein. Außerhalb Greater China, also der Volksrepublik, Taiwan, Hongkong, Macao und Singapur, leben rund 50 Millionen Chinesinnen und Chinesen. Die meisten von ihnen in Südostasien, den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien. Es ist kein Geheimnis, dass viele von ihnen wohlhabend sind, zugleich aber mit Milliardeninvestitionen gehörig zum Aufschwung im Mutterland beitragen.

Auslandschinesen sind aber nicht nur kräftige Kapitalgeber. Zuweilen verhelfen sie auch chinesischen Online-Unternehmen zum Welterfolg: WeChat des chinesischen Internet-Giganten Tencent zum Beispiel, in China bislang bekannt unter dem Namen Weixin. Weiter„Skypes Konkurrenz aus China: Der Chatdienst Weixin“

 

Apples Kartendienst: in China erstaunlich genau

Alle Welt flucht über die neue Kartenanwendung von Apple. Nur in einem Land sind die Nutzer mit der App auf dem Betriebssystem iOS 6 zufrieden: in China.

Der Grund: Apples Kartendienst ist in China weitaus genauer als die App von Google. Der Suchmaschinenbetreiber stellte etwa die Nebenstraßen außerhalb von Pekings drittem Ring oft nur unpräzise oder gar nicht dar. Sobald man eine der großen Städte verlassen hatte, versagte der Dienst regelrecht. Als verlässliche Navigationshilfe war die App völlig unbrauchbar. Apple hingegen zeigt inzwischen sogar die vielen kleinen Hutong-Gassen der chinesischen Hauptstadt an. Weiter„Apples Kartendienst: in China erstaunlich genau“

 

Chinas Superreiche werden ein bisschen ärmer

Wer in China nach Rupert Hoogewerf fragt, erntet meist nur ein Achselzucken. Sein chinesischer Name Hurun ist vielen im Land sehr wohl ein Begriff. Noch bekannter ist sein jährlicher Bericht: die Hurun-Reichen-Liste. Am Montag hat der gebürtige Luxemburger in Shanghai die aktuelle Liste mit Chinas reichsten Menschen vorgestellt. Sein Fazit: Die Superreichen der Volksrepublik werden wieder ein bisschen ärmer. Weiter„Chinas Superreiche werden ein bisschen ärmer“

 

Apples Problem mit Foxconn

Apple hat wahrlich kein Glück mit seiner Zulieferfirma Foxconn. Nur wenige Tage nachdem das Unternehmen sein neues iPhone auf den Markt gebracht hat, macht die Meldung von einer Massenschlägerei bei dem Zulieferunternehmen die Runde. Etwa 2.000 Fabrikarbeiter sollen sich in der Nacht zu Montag in dem Werk in Taiyuan fast zehn Stunden eine Keilerei geliefert haben. Nur mit Mühe gelang es offenbar den Polizisten, die Gewalt zu beenden. Das Werk, in dem angeblich auch das neue iPhone hergestellt wird, muss für mindestens einen Tag schließen.

Auch wenn das taiwanesische Unternehmen in einer ersten Stellungnahme beteuert, der Auslöser des Streits sei privater Natur und hänge anders als bei der Selbstmordserie vor zwei Jahren nicht mit den Arbeitsbedingungen zusammen – der Blick richtet sich auf die Produktionsweise von Foxconn. Weiter„Apples Problem mit Foxconn“