Das kleine Kino auf St. Pauli sammelt seit einem Jahr Geld für notwendige Renovierungs- und Digitalisierungsarbeiten. Heute bedankt es sich mit einem Fest.
Einer für alle und alle für einen! Den tatkräftigen Slogan der drei Musketiere aus dem Roman von Alexandre Dumas kann man auch auf das B-Movie übertragen. Das „Wohnzimmer unter den Hamburger Kinos“ leistet viel für die Menschen in der Stadt – und das nur durch ehrenamtliches Engagement. Dort werden nicht nur Spielfilmperlen aus der ganzen Welt gezeigt, auch die Hörbar, der Kinotreff für Gehörlose, Schwerhörige und Hörende, ist hier untergebracht. Ebenso der Dokumentarfilmsalon und die Q-Movie-Bar. Obwohl ein geschätzter Anlaufpunkt, ist die Kulturinitiative auf Unterstützung angewiesen. Seit einem Jahr werden Spenden gesammelt, um die unumgehbare Digitalisierung und dringende Renovierungsarbeiten zu finanzieren. Für die bisherige Unterstützung bedankt sich das B-Movie heute mit einem kleinen Fest. Es gibt kühle Getränke zu Gegrilltem, Musik aus dem Repertoire vom Plattenladen Groove City und um 23 Uhr einen Überraschungsfilm. Da die benötigte Summe von 18.000 Euro bisher noch nicht ganz zusammengekommen ist, wird auch an diesem Abend der Hut wandern.
Der Deep-House-Minimalist aus Trier präsentiert die Tracks seines neuen Albums, „Grippin‘ World“, live im Docks. Mit dabei: Doppeljott und Robertsøn.
Im Rahmen der Crystal-Reihe gastiert Niko Schwind am 12. Juli im Docks. Mit Sicherheit hat der DJ aus Trier dann auch sein kürzlich beim Stil-vor-Talent-Label erschienenes drittes Album, Grippin‘ World, im Gepäck, dessen Tracks er bei dieser Gelegenheit auf sein Publikum loslassen wird. Das Bild auf dem Album-Cover spielt auf die berühmten Illustrationen zu Antoine de Saint-Exupérys Roman Der kleine Prinz an: ein Junge blickt vom Nordatlantik aus auf die großen Reiseziele des Globus samt abgeschmackter Touristenattraktionen. Glücklich sieht der Junge dabei nicht gerade aus, aber egal. Wenn Niko Schwind an diesem Abend sein Deep-House-Set startet, kann die allgemeine Laune nur steigen. Unterstützt wird er bei seinem Docks-Gastspiel vom Hamburger DJ-Duo Doppeljott, deren Deep-Tech man regelmäßig im Baalsaal zu hören kriegt, und von Robertsøn, der noch weiteren Deep House beisteuern wird.
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Neunzehn Kreative, darunter Illustratoren und Graffitikünstler, schufen für die Gruppenausstellung auf St. Pauli „irgendwas mit Katzen“.
Jetzt mal ehrlich: Warum klicken Menschen „lustige“ Katzenvideos bei YouTube an? Die sind unfassbar trivial und ihre Protagonisten die Langeweile auf vier Pfoten. Mit hoffentlich ausgiebiger Persiflierwut eröffnet am 12. Juli die Gruppenausstellung Katzen gehen immer in der Galerie Affenfaust auf St. Pauli. Die Kuratoren stellten den 19 Künstlern – das Who-is-Who der befreundeten Urban Artisten – die Aufgabe „irgendwas mit Katzen“ zu machen. Ob sie „das prominente Tier der Aufklärung“ nun abseits piefiger Porzellanskulpturen und niedlicher Postkarten als Illustration, Graffiti oder klassischen Tattoo Flash inszenieren, erfährt der Besucher ab 20 Uhr. Vielleicht wird das domestizierte Wesen gar entdegradiert und vom niedlichen Haustier zum mystischen Wesen zurückerhoben. Alles ist möglich – aber bitte, bitte keine Katzenvideos …
Das Hamburger Urgestein gibt mit seiner Band Die Befreiung ein Konzert, das ganz im Zeichen des Fußballs steht.
Er prägte mit seiner Musik die sogenannte Hamburger Schule maßgeblich. Seit zehn Jahren steht Bernd Begemann – Sänger, Gitarrist und Entertainer – gemeinsam mit Achim Erz (Drums), Ben Schadow (Bass) und Kai Dohrenkamp (Keyboard) auf der Bühne. Während er als Solo-Musiker mit seinen gesungenen Geschichten eher zum andächtigen Lauschen animierte, sind die Auftritte von Bernd Begemann & Die Befreiung fröhliche Konzerte, bei denen ausgelassen gefeiert und getanzt werden kann. Sympathischer Rock ’n Roll mit klugen, lustigen Texten, der Massenbegeisterung auslösen kann. Das passt wunderbar zum globalen Fußballfest, das auf seinen fulminanten Höhepunkt zuläuft. So steht das heutige Konzert im Knust ganz im Zeichen der WM. Was das genau zu bedeuten hat, ist wie jede Party – und jedes Fußballspiel – nicht genau vorhersehbar. Eins ist aber garantiert: Es wird Spaß machen!
Text: Katharina Manzke
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Bock auf See? Das Gratis-Festival in Bergedorf hat neben der malerischen Kulisse auch allerhand Punk-, Rock- und Ska-Perlen zu bieten.
Das Wutzrock ist sicherlich das traditionsreichste und schönste Umsonst-und-draußen-Festival Hamburgs: Seit 1979 gibt es das Musikfest in Bergedorf, seit 1993 hat es seinen festen Platz am Eichbaumsee. Politisch ist das Wutzrock unzweideutig links: antirassistisch, antisexistisch und nicht-kommerziell. So soll’s sein und so soll es auch bleiben. Musikalisch geht es auch dieses Jahr wieder in Richtung Punk, Rock und Ska, mit ein paar Genre-Ausflügen. Freuen darf man sich unter anderem auf den Auftritt des Bandkollektivs Station 17 (Foto) mit avantgardistischem Indie, den zum Singer-Songwriter gewandelten HipHopper Flo Bauer, knarzigen Garagenrock von The Last Things und Punkrock von ZSK. Zwei Bühnen, ein Kinderfest, verschiedene Rahmenprogramme und Bademöglichkeiten in der Dove Elbe machen das Wutzrock zur lauten Komplettbespaßung für ein Wochenende.
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Der Dockville-Ableger debütiert als transmediale Auseinandersetzung – ein dreitägiges Happening mit Performances, Lesungen, Filmen und DJ-Sets.
Dass sich Wissenschaft und Kunst nicht vertragen, ist ein Irrglaube der Moderne – man denke nur an den Universalgelehrten Leonardo da Vinci, in dessen Schaffen Malerei, Skulptur, Philosophie und Forschung gleichberechtigt nebeneinander standen. Der Dockville-Ableger Scienceville möchte die vermeintlich gespaltenen Lager versöhnen: Mit den Mitteln der Kunst Wissenschaft nahebringen. Was vom 11. bis 13. Juli vor dem alten Laborgebäude auf dem Dockville-Gelände stattfindet, ist die Pilotveranstaltung einer Auseinandersetzung, die zwei Jahre dauern soll und transmedial ist: Durch Performances, Lesungen, Filme und so weiter wird sich des Mottos Ignorance Is Bliss angenommen – schließlich steht vor dem Wissen das Nichtwissen. Das dreitägige Forschungs-Happening bietet unter anderem eine DJ-Darbietung von Gereon Klug, eine Dokumentation über die Krimi-Serie Top Of The Lake und einen Vortrag zum Thema Wissen und Besser-nicht-wissen des DJs und Radiomoderators Klaus Walter. Der Eintritt ist frei.
Im Rahmen der Partyreihe im Bunker an der Feldstraße sorgt KlangKuenstler aus Berlin für romantische House-Schwingungen.
Exzellenznachweis für die elektronische Partyreihe ist im Juli das Set von KlangKuenstler, dem emotionalsten Pferd im Stall von Oliver Koletzkis Label Stil vor Talent. Der Mittzwanziger Michael Korb stammt aus Bayern, lebt aber mittlerweile in Berlin und saugt die Clubschwingungen der Stadt 24 Stunden am Tag ein, verarbeitet sie und spuckt neue Tracks aus. Die klingen dann wunderbar warm und weich, geben der Romantik den Vorzug gegenüber dem schnöden Hedonismus. Sein Deep und Tech House reicht dem Dancefloor die Hand und blicken gleichzeitig in die Wolken. Individueller kann Tanzmusik nicht sein. Das bin ich wird dann auch sein Debütalbum heißen. Support kommt von Rich vom Dorf (Kiddaz / Tächno) und Bodega (Minimal Anders), und die stimmige Dekoration des Feldstraßenbunkers besorgen Die Dekologen.
Text: Marco Fuchs
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An die Waffen, äh, Instrumente: Die Hamburger Bands Johnny Liebling und Der Fall Böse treten auf der Bühne im Zirkuszelt gegeneinander an.
Das haben wir so auch noch nie gesehen: Beim gemeinsamen Konzert der Hamburger Bands Der Fall Böse und Johnny Liebling im Bajazzo betreten die Beteiligten nicht etwa nacheinander die Bühne, nein, gleichzeitig soll es sein. „Auf der einen Seite: Der Fall Böse, Halunken, Tagelöhner und immer noch auf der Suche nach guten Menschen an bösen Orten. Auf der anderen: Johnny Liebling, düstere Seelen im feinen Zwirn“, so der halodrige Pressetext. Das einzige, was die beiden eigentlich sehr freundschaftlich miteinander verbundenen Bands voneinander trennt, ist ein kleiner Holztresen und ein Barkeeper, der sich absolute Neutralität auf die Fahne geschrieben hat. Mehr wird vorerst über den genauen Ablauf des Abends nicht verraten. Aber unsere Fantasie befeuert derart unsere Neugierde, dass wir dieses Spektakel auf keinen Fall verpassen werden.
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Optisch-musikalische Reizballungen für Augen und Ohren: Dan Hayhurst und Reuben Sutherland laden zur psychedelischen Tanzreise auf die MS Stubnitz.
„Bleeps“ und „Clonks“ treffen auf „Optical Art“. Das Duo Sculpturebesteht aus dem britischen Musiker Dan Hayhurst und dem neuseeländischen Animationskünstler Reuben Sutherland. Die beiden kooperieren seit 2008 miteinander. Ihr Equipment setzt sich aus analogen und digitalen Geräten zusammen. Die dabei entstehenden „Opto-Musical agglomerate“, wie das Duo seine Arbeitsergebnisse nennt, sind Rausch und Schmaus für Ohren und Augen: bunt animierte, psychedelisch anmutende Grafiken, die auf Dauer vielleicht die eine oder andere leichte Halluzination hervorrufen könnten, dazu minimaler Techno ohne Proll-Faktor. Wer sich dieser seltenen Möglichkeit, sich einer angenehmen Reizüberflutung auszusetzen, wahrnehmen möchte, sollte am Donnerstagabend unbedingt den Party-Kutter MS Stubnitz.
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Das studentische Austauschprojekt stellt Tansanias Millionenstadt am Meer eindrucksvoll akustisch vor – in der HAW als Multimedia-Installation.
Daressalam ist die größte Stadt Tansanias und Hamburgs bislang einzige Partnerstadt auf dem afrikanischen Kontinent. Dorthin ist eine Gruppe Studierender der HAW Hamburg gereist, um eine Hörbuchproduktion gemeinsam mit tansanischen Kommilitonen zu realisieren. Prof. Dr. Steffen Burkhardt holte das Studienprojekt des International Media Centers (IMC) an die HAW. Die Kooperation soll Presse- und Meinungsfreiheit in Afrika fördern und demokratische Strukturen stärken. Diese haben die deutschen und tansanischen Studierenden nun ganz konkret gelebt. Eine Woche wohnten sie gemeinsam in Daressalam und fingen die akustisch herausfordernde Atmosphäre von Dar ein. Das Ergebnis ist eine hörbare Stadtführung zu Kunst- und Kulturveranstaltungen, über Märkte und in Moscheen, begleitet von Musik und Menschen der Stadt. Das Projekt zieht ein weiteres ungewöhnliches Ereignis nach sich: Erstmals nimmt der Studiengang Medien, Information, Bibliothek an der Jahresausstellung des Kunst- und Mediencampus teil und veröffentlicht das Hörbuch dort. In einer atmosphärischen Installation aus Bildprojektionen, Hörbuchausschnitten sowie Musik und Filmen aus dem tansanischen Alltag soll die Hafenstadt sinnlich erfahrbar gemacht werden.