In einem Zirkuszelt im Schanzenpark spielt unter anderem die Contryfolk-Band Torpus & The Art Directors im Rahmen der Konzertreihe.
Die Konzertreihe Passion Victim hat sich für seine Sommeredition etwas Besonderes einfallen lassen: Die Veranstaltung schlägt buchstäblich ihr Zelt im Grünen auf und feiert im Schanzenpark in Zirkusatmosphäre. Der akustische, aufbrausende Countryfolk von Torpus & The Art Directors passt ganz gut in Wald und Wiese. Mit ihrem Album From Lost Home To Hope und vor allem den folgenden mitreißenden Live-Sets hat sich die Band einen Bombenruf auch über die Grenzen Hamburgs erspielt. Bald wird es Zeit, mit neuen Songs nachzulegen – an denen wird mit Hochdruck gearbeitet. Ebenfalls zur Gartenparty eingeladen ist die britische Musikerin Gemma Ray mit folkig-spukigem Blues. Das wird ein sehr atmosphärischer Abend – da kann man auch verschmerzen, dass nur zwei statt der üblichen drei Acts spielen. Man muss ja auch auf die Nachbarn Rücksicht nehmen.
Text: Michael Weiland
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Nette Zweckentfremdung: Vor der Südtribüne wird vom 10. bis 18. Juli eine Leinwand aufgebaut. Das Freiluftkino eröffnet mit einer Doku über die Esso-Häuser.
Auch wenn man es im Moment kaum glauben mag: Stadien können mehr als nur die Heimat von Fußball sein. Traditionellerweise transformiert das Programmkino 3001 die St.-Pauli-Arena auf dem Heiligengeistfeld im Sommer zum Freiluftkino. Bei diesen Filmnächten am Millerntor darf sich das Publikum entspannt auf der Südtribüne zurücklehnen – anstatt herumzugrölen oder auf Trommeln einzuschlagen – und der Handlung auf der Leinwand folgen, die zum Eröffnungsabend am 10. Juli zum Fenster zur direkten Nachbarschaft wird: Hausbau auf St. Pauli heißt die aktuelle Fassung des Films über die Esso-Häuser. Das Team von Empire St. Pauli begleitet in der Langzeit-Dokumentation den Kampf von Aktivisten und mittlerweile Ex-Bewohnern der Hochhäuser an der Reeperbahn, die kürzlich abgerissen wurden. Weitere Filmnacht-Termine sind: Fack Ju Göthe (11.7.), Do The Right Thing (14.7.), Drive (15.7.), Inglourious Basterds (16.7.), Machete Kills (17.7.) und der Hamburg-Klassiker Absolute Giganten (18.7.). Ab 21 Uhr öffnen die Stadion-Tore – der Film beginnt gegen 22.15 Uhr.
Text: Lena Frommeyer
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Unter einem schillernden Motto zeigt die Evelyn Drewes Galerie facettenreiche, dreidimensionale Arbeiten junger Künstler aus Münster.
In eine funkelnde Schmuckkiste hat sich die Evelyn Drewes Galerie verwandelt. In den Ausstellungsräumen, in denen sonst ausschließlich Malerei gezeigt wird, sind noch bis zum 15. August keine tatsächlichen Juwelen, dafür aber facettenreiche, dreidimensionale Kunstobjekte zu sehen. Sie stammen von Studierenden der Kunstakademie Münster, die die Klasse der bekannten Objektkünstlerin Ayşe Erkmen besuchen. In ihren Arbeiten beschäftigen sie sich sowohl mit dem schönen Schein als auch mit dem Abgründigen dahinter. Sie blicken auf die Kehrseite des Kapitalismus, entlarven Illusion und Blendung. Eine ironische Selbstwahrnehmung ist dabei zu spüren. Ein einzelnes Werk wird nicht zu wichtig genommen, sondern präsentiert sich als eine Perle auf einer langen Kette von vielen. Inspiriert sind die schillernden Arbeiten auch vom spiegelglatten Boden der Galerie. Während der Ausstellung kann dieser als Dancefloor genutzt werden. Passend zum Motto Diamonds and Pearls, benannt nach einem Song- und Albumtitel von Prince aus dem Jahr 1991, werden in den Freiräumen zwischen den Arbeiten Songs gespielt.
Im Literaturhaus macht ein Ratespiel heute Lust auf Lesen. Studierende der Uni Hamburg veranstalten ein Quiz mit 99 Fragen aus der Welt der Bücher.
Das Live-Quiz ist eine Unterhaltungsform, die in britischen Pubs seit Jahren ausgiebig zelebriert wird. Heute darf erstmals im ehrwürdigen Literaturhaus in Hamburg geknobelt und gerätselt werden, bis sich die Stirn in Falten legt und man mit einem großen Bier die Spannung wegtrinken möchte. Mit Fragen wie diesen: Wie heißt der Mann ohne Eigenschaften eigentlich mit Vornamen? Wer war Hermann Harry Schmitz? Bei welcher Gelegenheit traf Lizzie Bennet auf Mr. Darcy? Kann man Literatur-Nobelpreisträger an ihren Stimmen erkennen? Und Romane an den dazugehörigen Literaturkritiken? Die Organisatoren der amüsanten und lehrreichen Quiz-Show, bei der man auch schöne Preise gewinnen kann, kennen sich bestens aus: Als Studierende der Geisteswissenschaften verbringen sie selbst viel Zeit mit Büchern. Innerhalb des Kurses Literatur- und Lesungsorganisation, der von der Arbeitsstelle für Studium und Beruf der Universität Hamburg angeboten wurde, erarbeiteten sie im 13. Stock des Philosophenturms wochenlang einen Katalog von insgesamt 99 Fragen, recherchierten Themengebiete und überlegten sich Dramaturgien.
Der Regisseur präsentiert sich vor und auf der Leinwand des Metropolis – beim Werkinterview und der Vorführung von „Die Ameise der Kunst“.
Chicago – Santa Monica – Seoul. Nicht nur, weil die Redaktion von SZENE HAMBURG regelmäßig ihre Postkarten von den Hot Spots des internationalen Filmgeschehens erreichen, ist Peter Sempel ihr Lieblingsregisseur. Sondern auch, weil es ihm seit nunmehr 33 Jahren gelingt, das Banner des Underground-Films emporzuhalten. Einen kurzen Hamburger Zwischenstopp dieses „Weltreisenden in Sachen Film“ (als den ihn der Berlinale-Katalog einmal titulierte) nutzt das Metropolis-Kino zu einer „Best of“-Schau. Eingeleitet wird der Rückblick auf Sempel-Frühwerke wie Dandy (13./15.7.), den Musikerporträts Nina Hagen – Punk + Glory (22.7.) und Lemmy (23.7. – über den Motörhead-Chef) mit einer echten Welturaufführung. Im Werkinterview Filmkunst des Stadtfernsehsenders Tide gibt Sempel am 9.7. ab 19 Uhr Auskunft über sein filmisches Wollen und Wirken als Schöpfer von „Kunstundmusikoverkillpoesiefilmen“.
Nachbarschaftshilfe 2.0: Studierende der HFBK bieten öffentliche Gestaltungsberatung auf St. Pauli – für ein Stück Selbstbestimmung in der Gentrifizierung.
Auf St. Pauli tut sich was – und nicht nur Gutes. Zumindest nicht aus der Sicht alteingesessener Einwohner, Shopbetreiber und all derjeniger, die das Viertel als Heimat bezeichnen. Abrisse, steigende Mieten und Eigentumsneubauten stehen auf der Tagesordnung. Hilflos zusehen und resignieren? Nicht, wenn das Designprojekt der HFBK ein Wörtchen mitzureden hat.
Jeden Mittwoch bieten Design-Studierende der HFBK Nachhilfe der etwas anderen Art. Im Rahmen der Beratung werden mit Familien, Studenten-WGs oder Ladenbesitzern Gestaltungsfragen in kleinem und großem Stile diskutiert. Design betrifft öffentliche und private Plätze gleichermaßen, die Sitzungen bieten in diesem Sinne eine gemeinsame Plattform und sollen dazu animieren, die Entwicklung des Stadtteils und des Lebensumfeldes im eigenen Interesse voranzutreiben. Das Projekt bietet Anwohnern damit das Handwerkszeug, um aktiv in die Entwicklung des Viertels einzugreifen und auf das zu reagieren, was die Stadt ihnen baulich vor die Nase setzt.
Samuel Beck und seine Crew liefern eine unterhaltsame Mischung aus Rockmusik und philosophischem Input.
Eine Ukulele – was war das noch gleich? Der Sound des Zupfinstruments, das aussieht wie eine Mini-Gitarre, ist den meisten wohl bekannt aus Israel Kamakawiwo’oles Sommerhit Somewhere over the rainbow von 2010. Weitaus weniger gemächlich geht es zu, wenn der Ukulelenprediger sein Arbeitsgerät in die Hand nimmt: Live und unplugged gibt es Rocksongs auf die Ohren.
Aber warum eigentlich „Prediger“? Samuel Beck ist ein multitaskingfähiges Exemplar der Unterhaltungszunft und liefert neben Ukulelenrock auch „philosophische Schlussfolgerungen“ – ehrlich und ganz ohne Diktat. Die Texte des Hobbyphilosophen liefern nämlich keine verbindlichen Handlungsempfehlungen, sondern eröffnen neue und erfrischende Perspektiven auf die fundamentalen Fragen des Seins.
Allen, die fürchten, das Habfinale der WM zu verpassen, sei gesagt: Die Angst ist unbegründet – danach geht der Abend nahtlos zur Spiele-Übertragung über.
Text: Tanja Ehrlich
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Der Fotojournalist porträtiert Mensch und Natur des Amzonasgebietes – weit weniger idyllisch, als man annehmen mag.
Mads Nissens wiederholte Reisen in das Amazonasgebiet inspirierten ihn zu seinem dokumentarischen Langzeitprojetk Amazonas. Seine schweren Schwarz-weiß-Fotografien erfassen alle Facetten des scheinbar unendlichen Landschaftsgebietes, die eindrucksvollen Urlandschaften und die Artenvielfalt. Der Fotograf hat sich auf Erkundungstour begeben, porträtiert indigene Völker und abgelegene, verarmte Industriesiedlungen, die vorherschenden Lebensweisen, exotische Rituale und ganz persönliche Geschichten.
Doch das paradiesische Setting trügt: Die Atmosphäre ist stets bedrückend und für den Betrachter nahezu unheimlich, nicht zuletzt, weil die Vergänglichkeit dieser exotischen Schönheit stets den Subtext der Arbeiten ausmacht: Abholzung und Brandrodung stehen wortwörtlich vor der Tür und sowohl Natur als auch Kultur scheinen der Ausbeutung hilflos ausgeliefert. So entsteht in den Bildern eine intensive Spannung zwischen Schönheit und Bedrohung.
Die Ausstellung ist noch bis zum 5.9 . in der Freelens Galerie zu besuchen.
Drei neue Geschichten der Kult-Detektive erklingen im 3-D-Surround-Sound-Gewand im Planetarium Hamburg. Den Anfang macht die Folge „Das Grab der Inka-Mumie“.
Helden der Kindheit – und nicht nur das: Die Drei ??? sind bis heute Helden einer längst erwachsen gewordenen Gemeinde an Hörspielfreunden. Wenn Justus „Besserwisser“ Jonas, Peter „Schisser“ Schaw und Bob „Spürnase“ Andrews im sonnigen Rocky Beach nach Kunsträubern, der Musikmafia oder vergifteten Hähnchenschenkeln fahnden, hört die Ü30-Generation gebannt zu. Mit einem Superpapagei ging der „Lauschangriff“ Ende der 1970er Jahre los – mittlerweile gibt es die 169. Folge. Live-Lesungen oder Vollplayback-Theaterabende sind längst Kult und die Tickets ruckzuck vergriffen. Der neueste Fragezeichen-Clou der Produktionsfirma Ho3rraum Media zieht nun ins Planetarium Hamburg ein: Drei neue Geschichten, werden hier als „immersives Hörspiel“ präsentiert – was bedeutet, dass über 60 Lautsprecher sowie vier Subwoofer hinter der 21 Meter durchmessenden Sternenkuppel und mit einer neuen Soundtechnologie vom Fraunhofer-Institut jeder Sitzplatz die volle Dröhnung abkriegt. Den Anfang macht die Folge Das Grab der Inka-Mumie am 9. Juli.
Geh mir weg mit Reeperbahn. Der Verein führt Hamburger durch Gebiete, die nicht als Touristenziele gelten – die City Nord, Waltershof und der Osten gehören dazu.
„Normalerweise gehen die Leute eher im Jenischpark oder am Elbufer spazieren“, so Piet Beerepoot, der Gründer von Stattreisen. Seit 25 Jahren bietet der Verein Entdeckertouren explizit für Hamburger an, in Winkel ihrer Stadt, die sie eher selten besuchen, wenn sie nicht ausgerechnet dort wohnen. Stattreisen – der Name ist durchaus wörtlich zu nehmen. „Hamburger kennen ihre Stadt oft nicht so gut, wie sie denken“, sagt Beerepoot. Zum Jubiläum entwickelte sein Team 13 neue Rundgänge – einige davon sind als Radtour konzipiert und klingen ziemlich abenteuerlich. Jeden Sonntag beispielsweise geht es ins Marschgebiet im Hamburger Osten, die Bille entlang in Richtung Rothenburgsort, vorbei an einer von Künstlern genutzter Industriebrache und versteckten Hafenbecken … Wer mitfahren möchte, steht um 14 Uhr mit seinem Fahrrad vor dem Haus der Photografie (Deichtorhallen) bereit. Die geführte Tour dauert etwa 3,5 Stunden, ist 15 Kilometer lang und kostet 14 Euro.