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Noch eine dumme Fatwa: die Yoga-Fatwa

 

Der nationale Fatwa-Rat vom Malaysia hat Yoga für unislamisch erklärt. CNN zitiert eine Muslima, die seit 10 jahren Yoga praktiziert und voller Wut ist: „Diese Fatwa ist eine Schande für meinen Glauben.“ Auch die BBC hat einen jungen Muslim aufgespürt, der sich an die Fatwa nicht halten wird – und weiter Yogakurse und seine Moschee besuchen wird.  

In Südostasien tut sich etwas Beunruhigendes: Die religiösen Autoritäten verfallen immer mehr der Strategie, eine religiöse Reinheit durchzusetzen, und dies in traditionell religiös synkretistischen Gesellschaften. Es droht die Saudifizierung der Region, die für den Islam vielleicht noch die größten Hoffnungen birgt, mit der modernen Welt zu einem Arrangement zu kommen.

Über ähnliche Entwicklungen in Indonesien hatte ich hier bereits berichtet.

77 Kommentare


  1. @ PBUH: Sie Schlaumeier. Das Problem des Terrorismus und der Wahhabi-Mission ist ja auch nicht von gestern. Es datiert aus den Siebzigern. Und wir haben uns immer mehr mit diesem Leuten verstrickt, statt und unabhängig(er) zu machen.
    Und der SUV (s.A.) ist darum so ein ironisches Gefährt, weil er sagt: Unabhängigkeit! Mir kann keener! Und in Wahrheit ist er die Spritze, die der Dealer verteilt, damit man weiter den Stoff abnimmt.

  2.   N. Neumann

    Mal eine erfreuliche „Fatwa“:

    An Iraqi MP prosecuted for visiting Israel where he attended a conference at the International Institute for
    Counterterrorism was acquitted on Monday.

    Mithal al-Alusi’s fellow lawmakers had voted overwhelmingly to strip him of his immunity and allow his prosecution for visiting an enemy state – a crime punishable by death under a 1950s-era law.

    Nevertheless, an Iraqi court ruled that there was no explicit law against visiting Israel.

    „There is no law preventing any Iraqi from traveling to any country,“ Alusi’s lawyer Tariq Harb told Reuters. „Alusi will regain all his rights.“

    http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1226404822489&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

    Wobei zu befürchten steht, dass das irakische Parlament nun ein Gesetz erlässt, das den Besuch Israels unter Strafe verbietet. Bleibt zu hoffen, dass es etwas Besseres zu tun hat.

  3.   tati

    @JL

    Kennen Sie das noch?

    Das Ding flog mit Himbeersaft.
    Eine echte Alternative, oder?


  4. @ tati: Ganz großes Kino!


  5. @ tati: Neil Young läßt seinen ’59er Lincoln zu einem Elektromobil umbauen:
    http://www.lincvolt.com/

  6.   Milko

    @Rafael

    da muss man sie tatsächlich mal loben. Vieles was sie da geäußert haben stimmt. Ich will noch drei dinge hinzufügen.

    a)
    der (sunnitische) islam ist keine Theologenreligion, sondern eine Quellen Religion. wer von sich aussagt muslim zu sein wird anhand dieser quellen auch bewertet werden, ob dies so stimmt und sein kann. wenn sich welche von den quellen entfernen, so wird es immer wieder welche geben die die entgegengesetzte richtung einschlagen und hier sollte man rafaels hinweis auf die alphabetisierung ernst nehmen. Umso mehr lesen und schreiben können, umso mehr haben erst die möglichkeit back to the scources

    b)
    wer denkt der sogenannte „wahabismus“ also der islam aufruf eines Muhammad Ibn Abdulwahab im 18jhr hätte so rein gar nichts mit dem klassischen sunnitentum zu tun der über sunnitische persönlichkeiten geht von Ibn Taymiyya bis viel weiter zurück zu einem Ibn Hanbal der ein schüler von Imam Shafii war und der wiederum ein schüler von Imam Malik (also bis hinein zu den drei rechtsschulen gründer) der kann zwar von „saudifizierung“ sprechen aber das geht auch nur ohne hintergrund wissen über den islam und dem heutigen saudi arabien, denn das herrscher haus und deren palast gelehrten haben schon längst die trennung zu einem M. Ibn Abdulwahab vollzogen. Schriften von ihm und seiner nachkommen sind in saudia arabien gar nicht mehr erhältlich oder nur in zensierter version.

    c)
    geld hin oder her, seelen sind zum einen sicherlich sehr leicht käuflich und zum anderen auch recht schwer. Wenn die religösität hoch ist und steigt, dann wird es immer schwerer. 50 millionen kostet jeweils der kopf von bin laden und aiman dhawahiri, aber wo sind nur diejenigen die sich damit an der küste floridas eine prächtige villa kaufen und gesichert in saus und braus leben könnten ?
    desweiteren hat überhaupt jemand mehr geld als der „westen“ und gibt jemand auf der welt mehr geld aus für „entwicklungshilfen“. Gibt es weltweit überhaupt einen höheren kulturtransport bis in das rechtsverständniss hinein als aus dem westen ? Ich finde es recht eigenartig, wenn man von „traditionen“ spricht die „erhalten“ werden sollen, aber selber aus dem „westen“ mit den planierraupen kommt.

  7.   J.S.

    „zu einem Elektromobil umbauen:“
    Und was bringt das angesichts der Tatsache das die Probleme dann in den Akkus liegen?
    Akkus halten nicht ewig. Und als ich mich zuletzt danach erkundigt habe lagen die Akku-Kosten pro 100km für ein winziges Elektromobil im Bereich der Spritkosten eines richtigen Diesel PKW.
    Neil Young wird ein Vermögen für Akkus ausgeben müssen und deren Entsorgung ist durchaus nicht unproblematisch.

  8.   N. Neumann

    a)
    der (sunnitische) islam ist keine Theologenreligion, sondern eine Quellen Religion. wer von sich aussagt muslim zu sein wird anhand dieser quellen auch bewertet werden, ob dies so stimmt und sein kann. wenn sich welche von den quellen entfernen, so wird es immer wieder welche geben die die entgegengesetzte richtung einschlagen und hier sollte man rafaels hinweis auf die alphabetisierung ernst nehmen.

    @ Milko

    Das ist so nicht richtig. Der sunnitische Islam ist auch eine Religion der Rechtsschulen. Zwischen Hanefiten, Schafiiten, Hanbaliten und Malikiten gibt es mithin schon Unterschiede, die mehr als rein theolgisch-theoretisch relavant sind.

    Z.B. die unterschiedlichen Einstellungen zur Beschneidung von Frauen.

    denn das herrscher haus und deren palast gelehrten haben schon längst die trennung zu einem M. Ibn Abdulwahab vollzogen.

    Das scheint mir eine Ikhwan-Ansicht zu sein.

    Schriften von ihm und seiner nachkommen sind in saudia arabien gar nicht mehr erhältlich oder nur in zensierter version.

    Wer behauptet das denn?

    Ich finde es recht eigenartig, wenn man von “traditionen” spricht die “erhalten” werden sollen, aber selber aus dem “westen” mit den planierraupen kommt.

    Inwiefern besteht ein Widerspruch zwischen technischen Innovationen aus dem Westen, wie Kühlschränken, Klimaanlagen, Schnellfeuerwaffen, Planierraupen, Staubsaugern, Internet etc. und Traditionen?

    Die werden doch auch von sehr traditionellen Muslimen benutzt.


  9. > Saudifizierung läuft nicht über Druck von Aussen,
    > sondern durch Kulturdiplomatie…
    > Überall ist dieses verdammte Ölgeld unterwegs…

    …genau, z.B. in Georgetown. Dort finanziert es das „Prince Alwaleed Bin Talal center for Muslim-Christian Understanding“ des Herrn Esposito – u.a. damit der Ihnen schöne Vorlagen schreiben kann. Denn…

    > …und macht den örtlichen Islam kaputt
    hier gehen Esposito, seine Finanziers, der Holtzbrinck-Verlag und alle Verständigen konform: Der Islam ist doch eigentlich prima – dass ihn diese vermaledeiten Eingeborenen aber auch immer dermaßen versauen müssen… Na, Gottseidank haben wir ihn uns jetzt ins Land geholt und können mit bewährter Gründlichkeit was Großes draus machen.


  10. Ach ja: Das ging an den Chef.

 

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