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Noch eine dumme Fatwa: die Yoga-Fatwa

 

Der nationale Fatwa-Rat vom Malaysia hat Yoga für unislamisch erklärt. CNN zitiert eine Muslima, die seit 10 jahren Yoga praktiziert und voller Wut ist: „Diese Fatwa ist eine Schande für meinen Glauben.“ Auch die BBC hat einen jungen Muslim aufgespürt, der sich an die Fatwa nicht halten wird – und weiter Yogakurse und seine Moschee besuchen wird.  

In Südostasien tut sich etwas Beunruhigendes: Die religiösen Autoritäten verfallen immer mehr der Strategie, eine religiöse Reinheit durchzusetzen, und dies in traditionell religiös synkretistischen Gesellschaften. Es droht die Saudifizierung der Region, die für den Islam vielleicht noch die größten Hoffnungen birgt, mit der modernen Welt zu einem Arrangement zu kommen.

Über ähnliche Entwicklungen in Indonesien hatte ich hier bereits berichtet.

77 Kommentare

  1.   mathilde

    tati #23 viele erinnerungen weckst du da 🙂

  2.   Mattes

    Hier stand was von „Rückschlagspotential“ der saudischen Strategie über die Verbreitung des Wahabismus.

    Was soll das sein, ein „Rückschlagspotential“?
    Das fällt doch in die Kategorie eloquent formulierte Hilflosigkeiten.

    Das ist wie wenn die Weihnachtsgänse in ihrem Blog schreiben würden: „sollen sie uns ruhig aufessen, dann haben sie hinterher alle zu Hohe Cholesterinwerte und dann werden sie mal sehen was für eine pöhse pöhse Idee das war“.


  3. @N. Neumann
    „Wobei zu befürchten steht, dass das irakische Parlament nun ein Gesetz erlässt, das den Besuch Israels unter Strafe verbietet. Bleibt zu hoffen, dass es etwas Besseres zu tun hat.“

    Sie meinen, sich mit der Beschneidung von Frauen, Zwangsheiraten, Armut, Bildungsdefizite beschäftigen.
    Köstlich, Neumann, köstlich!
    Die Beschäftigung mit Israel ist Herzensangelegenheit, dafür ist immer Zeit.

  4.   xNWO

    @ Mattes
    Die „eloquent formulierte Hilflosigkeit“ wollte sagen, dass das, was innersaudisch funktioniert, draußen bzw. nach draußen nicht funktioniert bzw. nicht funktionieren kann. Offensichtlich ist der innersaudische Fundamentalismus wesentlich geldgeschmiert, gesamtgesellschaftlich geldgeschmiert.

    Das außen bzw. nach außen ebenso zu handhaben, reichen auch die enormen saudischen Mittel nicht. Der Fundamentalismus, den sie (auf der Basis ganz anderer gesellschaftlicher Bedingungen) dennoch erzeugen, wird sich deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gegen die Saudis selbst richten. Wie er es in seiner terroristischen Ausprägung auch jetzt schon tut.

  5.   Joachim S.

    @ Rafael

    „Der alte Aberglaube, der halbinformierte Religionsmischmasch Südostasiens verschwindet deshalb, weil die Menschen dort immer gebildeter werden.“

    Es gibt nichts verblödenderes als den saudischen Religionspurismus.

  6.   Joachim S.

    „Dann kommen sie ganz natürlich zu einem saudifizierten Verständnis von Islam, denn nur der saudische Islam ist auch der authentische Islam.“

    Ächt?

  7.   Joachim S.

    @ Rafael und Milko

    Vielleicht sollten Sie sich mal das reinziehen, bevor Sie über angeblich authentischen Islam faseln:

    http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/religioesestudien/islam/_v/kalisch_islamische_theologie_ohne_historischen_muhammad.pdf

  8.   Mattes

    @xNWO

    Und wenn die Saudis nachher auch drunter leiden, was ändert das?

    Außerdem bezweifle ich stark das saudisches Geld und wahabitische Ideologie eine vernachlässigbare Rolle spielen. Da aber hier weder ein positive noch ein negativer Beweis zu erbringen ist spielt das letztendlich keine Rolle.

    Letztendlich wollen die Saudis eine gesellschaftliche Veränderung induzieren und ob sie am Ende selbst darunter leiden oder nicht….siehe die Weihnachtsgänse.

  9.   DonQuixote

    Der alte Aberglaube, der halbinformierte Religionsmischmasch „Südostasiens verschwindet deshalb, weil die Menschen dort immer gebildeter werden.
    Sie können die Schriften des Islam, den Koran und die Hadithe nun eigenständig lesen. Sie können sich über neue Medien von wirklichen Autoritäten des Islam belehren lassen und sind nicht mehr auf ihren Dorfschamanen angewiesen, der den Koran lediglich für ein besonders potentes Zaubermittel hält.
    Und sie haben durch wirtschaftlichen Fortschritt geistige, materielle und zeitliche Ressourcen frei, um wirklich über ihre Religion nachzudenken.
    Dann kommen sie ganz natürlich zu einem saudifizierten Verständnis von Islam, denn nur der saudische Islam ist auch der authentische Islam. Um das zu verstehen, braucht man kein Öl und keine Bestechungsgelder.“

    Bravo rafael – Sie bringens mal wieder auf den Punkt!

    So isses: der Islam ist seiner ganzen Grundlage nach „fundamentalistisch“ – daher ist der Begriff „fundamentalistischer Islam“ eine Tautologie – erfunden für gutgläube westliche Akademikerinnen, denen beim Gedanken an den „exotischen“ Orient ganz blümerant wird…

    milko hat ebenfalls Recht – der Islam ist KEINE Theologenreligion –

    die islamischen RECHTSSCHULEN haben deshalb eine völlig andere Stellung und Bedeutung im Islam als z. B. die christlichen Theologen der Kirchen: die Rechtsschulen sind NICHT letztendliche Autoritäten für das Gottesbild und Gottesverständnise, geschweige denn über die individuelle Gotteserfahrung und vermittlung –

    sondern nur in Fragen der PRAKTISCHEN ANWENDUNG der religiösen Grundlagen im ALLTAG und RECHT (daher RECHTSSCHULEN und nicht KIRCHE): wir wissen: im Islam gibt es keine Trennung von Orthodoxie und Orthopraxie, spiritueller und profaner Dimension.

    „Hihi, grosser Fehler, jetzt haben die Islamisten doch noch die ganzen gelangweilten Yoga-Weiber und ihre linksliberalen politischen Vertreter gegen sich.“

    Nein, das glaube ich nicht PBHuh – die westlichen Yoga-Weiber fahren auf alles ab, was Autorität verspricht (die westlichen Männchen bringens da nicht mehr) – sie werden deshalb mehr als bereitwillig dem dernier cri nachlaufen, so wie sie sich in ihrer Subalternität nach dem scheinbar „starken“ Mann im marokkanisch-tunesisch-türkischen Lover sehnen.

    Denn Feminismus ist nichts anderes, als die ideologische Verbrämung einer Enfremdung mit sich selbst – der tiefen Krise der „Weiblichkeitskultur“ im Zivilisationsprozess – wie Georg Simmel um 1900 schon wusste.

    DAHER die inzwischen einem breiteren Publikum verständig gewordene Verbündelung von Feminismus und Islamisierung.

  10.   DonQuixote

    Vielleicht sollten Sie sich mal das reinziehen, bevor Sie über angeblich authentischen Islam faseln:
    http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/religioesestudien/islam/_v/kalisch_islamische_theologie_ohne_historischen_muhammad.pdf
    Kommentar von Joachim S.

    Was interessiert einen Muslim das Geschwätz eines deutschen protestantischen Konvertiten, der weder nach Tradition noch Lebensweise islamischem Selbstverständnis entspricht, sondern allein seinen Selbstverwirklichungswewechen nachlebt?

 

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