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Noch eine dumme Fatwa: die Yoga-Fatwa

 

Der nationale Fatwa-Rat vom Malaysia hat Yoga für unislamisch erklärt. CNN zitiert eine Muslima, die seit 10 jahren Yoga praktiziert und voller Wut ist: „Diese Fatwa ist eine Schande für meinen Glauben.“ Auch die BBC hat einen jungen Muslim aufgespürt, der sich an die Fatwa nicht halten wird – und weiter Yogakurse und seine Moschee besuchen wird.  

In Südostasien tut sich etwas Beunruhigendes: Die religiösen Autoritäten verfallen immer mehr der Strategie, eine religiöse Reinheit durchzusetzen, und dies in traditionell religiös synkretistischen Gesellschaften. Es droht die Saudifizierung der Region, die für den Islam vielleicht noch die größten Hoffnungen birgt, mit der modernen Welt zu einem Arrangement zu kommen.

Über ähnliche Entwicklungen in Indonesien hatte ich hier bereits berichtet.

77 Kommentare

  1.   Joachim_S

    @ Neumann

    „Don’t fuck with Moses!“

    Ich steh‘ nicht auf tausende Jahre alte Großväter.

  2.   Joachim_S

    By the way…

    Ich war in Jordanien am Berg Nebo, von dem aus Mose das Heilige Land sehen durfte (betreten durfte er’s nicht). Schon ein beeindruckender – und 2006 ein sehr stiller – Ort: fast 1500 m über dem Jordantal mit dem Toten Meer. Die Wände der Senke und die Senke selber wüstenhaft, das Hochland ist Ackerland. Am Ort befindet sich eine halbwegs restaurierte Kirche mit herrlichen Mosaiken aus der Spätantike. Bei klarem Wetter (war uns leider nicht vergönnt) sieht man von dort aus die Türme Jerusalems.

  3.   Joachim_S

    Was ich noch sagen wollte: Im Orient, im Land ihres Ursprungs, bekommt man ein Gefühl für die großen monotheistischen Religionen. Angesichts der Stille und der gewaltigen Natur ist der Mensch ganz klein und es beschleicht ihn ein Gefühl der Ehrfurcht. Das war jedenfalls mein Empfinden.

  4.   Joachim_S

    @ Milko resp. Neumann

    „Und daneben ist es auch unerheblich, dass sich die vier sunnitischen Rechtsschulen mit Blick auf die Authentizität des einen oder anderen Hadiths uneinig sind.“

    Von den schiitischen ganz zu schweigen. Die lehnen die sunnitischen Hadithsammlungen rundherum ab, teilweise mit guten Begründungen, haben aber eigene, genauso unglaubwürdige.

    Angeblich soll ja Muhammad angeordnet haben, seine Taten und Aussprüche nicht aufzuschreiben. Kurios, dass die Moslems diesen Befehl missachtet haben und heutzutage manche Hadithe über den Koran stellen (z.B. was so ein gravierendes Thema wie die Strafe bei Zina betrifft).

  5.   Milko

    @Joachim_S

    die shiiten haben nicht einige glaubwürdige/unglaubwürdige…. sie haben gar keine überlieferungsketten und nicht mal ein werk oder auch nur ein buch über die hadith wissenschaft.

  6.   Milko

    braucht man im shiitentum auch nicht, dort läuft alles mehr über göttliche inspiration, vision, wie im christentum.

  7.   Milko

    @60 N. Neumann

    ja klar. der buchaary reiste die meiste zeit seines lebens rum, um diese werke in den regionen aufzusuchen und aufzunehmen. Von wem und von wem sie es wiederum haben ist in den überlieferungsketten überliefert.

  8.   Milko

    @60

    und nur so konnte er danach ein rigeroses auswahl verfahren anwenden, welche hadithe eine sichere kette bis zum propheten haben konnten und bei welchen es mit zweifel behaftet ist. Ein von ihm sehr wichtiges kriterium war der mutwatir, das heißt mehrere unabhängige überlieferungsketten ..Überlieferungen die von viele überlieferer in verschiedenen regionen festgehalten wurden mit ihrem nachweis von wem sie es hatten und ob das überhaupt möglich war, alleine von den biographie daten der überlieferer, usw

  9.   Gelincek

    @Joachim S. #62

    Wow, darum beneide ich Sie jetzt. 😉

  10.   N. Neumann

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig ist, so einen Kerl zu finden.

 

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