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Noch eine dumme Fatwa: die Yoga-Fatwa

 

Der nationale Fatwa-Rat vom Malaysia hat Yoga für unislamisch erklärt. CNN zitiert eine Muslima, die seit 10 jahren Yoga praktiziert und voller Wut ist: „Diese Fatwa ist eine Schande für meinen Glauben.“ Auch die BBC hat einen jungen Muslim aufgespürt, der sich an die Fatwa nicht halten wird – und weiter Yogakurse und seine Moschee besuchen wird.  

In Südostasien tut sich etwas Beunruhigendes: Die religiösen Autoritäten verfallen immer mehr der Strategie, eine religiöse Reinheit durchzusetzen, und dies in traditionell religiös synkretistischen Gesellschaften. Es droht die Saudifizierung der Region, die für den Islam vielleicht noch die größten Hoffnungen birgt, mit der modernen Welt zu einem Arrangement zu kommen.

Über ähnliche Entwicklungen in Indonesien hatte ich hier bereits berichtet.

77 Kommentare

  1.   Joachim_S

    @ Milko

    „die shiiten haben nicht einige glaubwürdige/unglaubwürdige…. sie haben gar keine überlieferungsketten und nicht mal ein werk oder auch nur ein buch über die hadith wissenschaft.“

    Falsch.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schia

    Die Schia und ihre Überlieferung – Die schiitischen Hadithsammlungen

    Erste Generation – Die frühen Sammler (765-873) Die schiitischen Hadithsammlungen enthalten Worte, Taten und überlieferte Verhaltensweise des Propheten, der zwölf Imāme und der Prophetentochter Fāṭimah. Imam Ali begann schon zu der Lebzeit des Prophetes die Einzelheiten zu grundlegenden Glaubensfragen zu notieren.Die ältesten schiitischen Hadithsammlungen sind die sagenumwobenen 400 Uṣūl (Prinzipien), die von Schülern des sechsten Imams Ǧaʿfar aṣ-Ṣadiq († 148/765) verfasst worden sein sollen. Von diesen 400 Uṣūl existieren einzelne Auszüge, die noch zu Lebzeiten der Imame zusammengestellt wurden. Ein häufig genannter Name ist hier Yūnus b. ʿAbdurraḥman Maulā Āl-i Yaqtin (126/743f.-206/821).

    Zweite Generation – Die kanonischen Traditionarier (873-1068) Es gibt aus dieser Zeit einen Kanon von vier schiitischen Hadithsammlungen, die allerdings keine uneingeschränkte Authentizität beanspruchen. Sie sind jünger als die sunnitischen Sammlungen, auch wenn sie sich auf die Imame als Quellen beziehen können. Der berühmteste Sammler Abū Ǧaʿfar Muḥammad b. Yaʿqūb al-Kulainī († 328f./939f.) verfasste die Sammlung al-Kāfī, die ca. 17.000 Überlieferungen enthält. Ihm folgte Muḥammad b. ʿAlī b. Babawaih aṣ-Ṣadūq († 381/991f.), der mit seinem vielsagenden Titel Man lā yaḥḍuruhu al-faqīh bereits die Metamorphose des schiitischen Gelehrten vom Traditionarier zum Juristen vorausahnen ließ. Der dritte Sammler nannte sich Abū Ǧaʿfar Muḥammad b. Ḥassan aṭ-Ṭusī († 458/1065 oder 460/1068) und verfasste zwei Werke: al-Istibsar fī mā htulifa min al-aḫbar und Tahdib al-aḥkām.

    Dritte Generation – Die Enzyklopädiker und Hofgelehrten (1501-1689) Die Gelehrten des schiitischen Mittelalters versuchten aus den vier kanonischen Büchern eine einzige Sammlung zu machen. Diese Periode begann mit (Muḥsin) Muḥammad b. Maḥmūd al-Kāšānī „Faid“ al-Aḫbārī († 1091/1680) und seinem Werk al-Wafī. In gleicher Weise verfuhr Muḥammad Ḥurr al-ʿĀmilī († 1104/1692-93), der in seinem Wasāʾil aš-Šiʿah noch über die vier kanonischen Sammlungen hinausging. Zum Höhepunkt kam diese Periode mit Muḥammad Bāqir al-Maǧlisī (1024-1100/1616-1689), dessen 110-bändiges Monumentalwerk Biḥār al-Anwār alle schiitischen Traditionen enthalten will. Daneben gibt es noch ähnlich umfangreiche Enzyklopädien, die jedoch niemals erschienen sind. So verfasste ʿAbdullah b. Nūrillah Baḥrānī, ein Zeitgenosse von Maǧlisī, der nicht den gleichen Einfluss bei Hofe hatte, al-Awalim, eine umfangreiche Sammlung, die ebenfalls 100 Bände umfasst.

    Parallel wurden in dieser Periode die ersten Bücher verfasst (ca. ab 1621), die sich kritisch mit den Überlieferungsketten (isnād) und den Überlieferern (riǧāl) auseinandersetzen (dirāyat al-ḥadīṯ).

  2.   Joachim_S

    „der buchaary reiste die meiste zeit seines lebens rum, um diese werke in den regionen aufzusuchen und aufzunehmen. Von wem und von wem sie es wiederum haben ist in den überlieferungsketten überliefert.“

    Das Problem ist, dass nicht nur Hadithe gefälscht bzw. frei erfunden wurden (besonders von Seiten der Mächtigen, die damit versuchten, ihr Handeln oder ihre Gesetze zu legitimieren), sondern auch die passenden Überliefererketten. Letzteres war nicht besonders schwierig, da die frühen Überlieferer (z.B. Ibn Abbas) weitgehend mythische Persönlichkeiten waren, denen alles mögliche untergeschoben werden konnte.

    N.b. sind die christlichen Evangelien keinen Deut glaubwürdiger.

  3.   Milko

    @Joachim_S

    17 jhr. 🙂

    ja da ist der zug schon längst abgefahren, genauso wie für einen kalish. Man muss einen überliferer während er lebte einstufen und nicht jahr. danach ! Ich sprach aber von einem buch über hadith-wissenschaft, so ganz theoretisch, wie man hadithe klassifiziert, usw ! und auch da nicht ! es gibt da aber eines aus dem jahre 1890 oder so :O)

  4.   Milko

    @72@Joachim_S

    beweise, fakten,.. und nicht gelabber.
    Was qualifiziert sie denn, dass sie so einfach drauf los labern, wo sie nicht mal wissen wer in den überliferungsketten so auftaucht und wer das ist, welche biographie, welches werk, usw ?

  5.   Milko

    ich habe die werke eines Dhahabi auf meinen rechner.

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    Ta’rich al-islam wa-wafayat al-maschahir wal-a’lam / تأريخ الإسلام ووفيات المشاهير والأعلام ‎ / /„Geschichte des Islam und das Ableben der Berühmten und Gelehrtengrößen“.
    Es ist das Hauptwerk von adh-Dhahabi, an dem er bis in die letzten Lebensjahre arbeitete, das aber dennoch unvollständig blieb, da er nicht alle Zeitgenossen biographisch erfassen konnte. In seinem chronologischen Aufbau, beginnend mit der Abstammung des Propheten Mohammed und seiner Biographie, stellt er in aller Kürze in Form der Annalistik die historisch nennenswerten Ereignisse der Jahre dar, um anschließend die Gelehrtengrößen und historischen Persönlichkeiten biographisch vorzustellen, die im betreffenden Jahr verstorben sind. Die letzten Eintragungen durch den Verfasser beziehen sich auf das Jahr 1300. In den Folgegenerationen haben Schüler adh-Dhahabis das Buch bis zum Jahr 1388 fortgeschrieben. Das Werk liegt nunmehr in einer neuen Edition (Beirut 2004) in 17 Bänden, auf rund 18 Tausend Seiten vor.

    Siyar a’lam al-nubala‘ / سير أعلام النبلاء ‎ / /„Biographie vornehmer Gelehrtengrößen“
    Es ist eine literarisch-biographisch interessante und an Informationen reichhaltige Kurzfassung des oben genannten Werkes, in der adh-Dhahabi nur die Vita von Gelehrten chronologisch und ohne Hinweis auf die historischen Ereignisse ihrer Zeit beschreibt. Das Werk liegt seit 1981 (Beirut) in der nunmehr 7. Auflage in 24 Bänden + Registerband vor.

    Tadhhib at-tahdhib / تذهيب التهذيب ‎ / /„Vergoldung der Erweiterung“
    Dieses Werk ist der krönende Abschluss einer Reihe früherer Biographien von Überlieferern des Hadith. Das Grundwerk verfasste der Damaszener ‚Abd al-Ghani ibn Abd al-Wahid al-Maqdisi († 1203) unter dem Titel al-Kamal fi asma‘ ar-ridschal / الكمال في أسماء الرجال‎ / al-Kamāl fī asmāʾi ʾr-riǧāl /„Das Vollständige über die Namen der Männer, d.h.der Hadith-Überlieferer“. In diesem Werk stellt der Verfasser die Biographien derjenigen Überlieferer zusammen, die in den sechs kanonischen Hadith-Sammlungen erscheinen.

    Zu diesem Werk verfasste dann der bereits genannte Lehrer adh-Dhahabis, der Damaszener al-Mizzi eine Ergänzung und nannte sie: Tahdhib al-Kamal fi asma‘ ar-ridschal تهذيب الكمال في أسماء الرجال ‎ / /„Erweiterung des Vollständigen…usw.“; dieses Werk liegt in der Druckausgabe (Beirut 1984-1992) in 35 Bänden vor.

    adh-Dhahabi stützt sich in seinem hier genannten biographischen Werk „Vergoldung der Erweiterung“ auf dieses Werk seines Lehrers, schließt einige Lücken bei al-Mizzi und ergänzt dessen Biographie mit weiteren Gelehrtennamen.

    Mizan al-i’tidal fi naqd ar-ridschal / ميزان الاعتدال في نقد الرجال‎ /„Die Waage der Mäßigkeit in der Kritik der Traditionarier“
    Das dreibändige Werk setzt die Tradition der Hadith-Kritik und der biographischen Darstellung der Überlieferer anhand früher Schriften dieses Genres fort. Neben den wichtigsten Lebensdaten dokumentiert der Verfasser auch einige kritikwürdige Hadithe, die mit dem Namen des betreffenden Überlieferers verbunden sind. Dieses Buch ist wegen seiner Bedeutung für das Studium der Hadith-Literatur im Orient mehrfach gedruckt worden.

    Ma’rifat al-qurra‘ al-kibar ‚ala at-tabaqat wal-a’sar / معرفة القراء الكبار على الطبقات والأعصار ‎ / /„Kenntnis der großen Koranleser nach Klassen und Epochen geordnet“
    Dieses zweibändige Werk ist den bekanntesten Koranlesern des gesamten islamischen Reiches gewidmet und ist chronologisch angeordnet. Es beginnt mit dem dritten Kalifen Uthman ibn Affan, dessen Name mit der ersten „Koranredaktion“ verbunden wird und endet mit der Nennung zeitgenössischer Koranleser, die in den ersten Jahren des 14. Jahrhunderts verstorben sind. Der Verfasser bedient sich auch in diesem Werk der Gelehrtenbiographien seiner Vorgänger sowohl vom islamischen Osten als auch aus Nordafrika und al-Andalus.

    Mu’dscham muhaddithi adh-Dhahabi / معجم محدثي الذهبي ‎ / /„Lexikon der Traditionarier von adh-Dhahabi“
    In diesem kleinen Buch von rund 200 Seiten (gedruckt in Beirut 1993)stellt adh-Dhahabi in alphabetischer Reihenfolge die Namen derjenigen seiner zahlreichen Lehrer zusammen, die sich als Traditionarier auf die Überlieferung der Hadith-Literatur spezialisiert haben. Mit einer Kurzbiographie versehen nennt der Verfasser 382 Lehrer der Hadithwissenschaften, in deren Kreis er studiert hatte.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Dhahabi
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    Ich würde ihnen gerne etwas davon hochladen, aber Leider können sie wohl gar kein arabisch, es würden ihnen danach sowieso schwindlig werden nach all ihren einfach daher gelabberten behauptungen. Und das ist nur eine Person mit einem werk, welches auf unzähligen anderen fusst.

  6.   Joachim S.

    @ Milko

    „Man muss einen überliferer während er lebte einstufen und nicht jahr. danach !“

    Das Problem bei den meisten Überlieferern ist, dass gar nicht klar ist, ob es sie jemals gegeben hat. Geschweige denn ihre Biografie, d.h. ob es überhaupt möglich war, sich mit einem anderen aus der Überliefererkette auszutauschen. Vieles in dem Werk von Adh-Dhahabi und den anderen, die sie oben nennen, dürfte frei erfunden sein. Damit will ich nicht sagen, dass die Autoren Lügner waren. Sie wussten es nur nicht besser.

    Und dass der gute Leumund eines Überlieferers den Wahrheitsgehalt des Überlieferten Textes nicht beweist, ist sowieso evident.

  7.   alim

    Der Begriff Fatwa kommt leider nur zur Sprache, wenn es um solche „Sensationen“ geht. Was den Begriff aber ausmacht, wird beispielsweise auf der Seite der IGMG erörtert: http://www.igmg.de/islam/newsdetails-islam/was-ist-eine-fatwa.html

 

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