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Unerwarteter Handschmuck

 

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Wir sind bei einem Freund zu Tee und Kuchen eingeladen. Nach einer halben Stunde kommt, was immer kommt bei einem Familienbesuch: die Frauenzeit. Ich wechsle das Zimmer und sitze mit der Schwester des Freundes, seiner Mutter, seiner Schwägerin und einer Cousine zusammen.

Mein Dari ist immer noch überschaubar und das der Frauen auch – die Familie kommt aus Paktia, dort spricht man Paschtu und in dieser Sprache kann ich nur zwei Worte: vielen Dank. Unser Gespräch bleibt also etwas zäh. Irgendwann fragen mich die Frauen, ob ich schon einmal Henna an den Händen hatte. „Nein“, sage ich und die Schwägerin verschwindet. Sie kommt zurück mit Schere, Faden, Plastikfolie und einer Aluschüssel, die mit einer dunkelbraunen Masse gefüllt ist. Schwester und Schwägerin packen sich jeweils eine meiner Hände und fangen an. Die Mutter holt eine Trommel und singt. „Tun wir einfach so als wär das für deine Hochzeit“, sagt sie.

Eine Stunde später, zuhause, streife ich die Folie von meinen Fingern und wasche die verkrustete Paste ab. Seither erschrecke ich jedesmal, wenn ich auf meine Hände schaue. Ich kann mich einfach nicht an die knallrote Farbe gewöhnen.

 

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