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Gute Fragen aus Kabul

 

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Seit ich in Kabul lebe, höre ich jeden Tag Fragen, die mich überraschen – und auf die ich erst mal keine Antwort weiß. Eine Auswahl:

– Wenn ich nach Deutschland komme, kann ich dann jede Frau küssen? Ein Freund von mir hat gesagt, die Leute küssen sich überall: auf der Straße, im Supermarkt, beim Spazieren gehen.

– Stimmt das wirklich, dass ihr in Deutschland immer noch nicht ‚Krieg‘ sagt, wenn ihr über Afghanistan redet?

– Wann hast du das erste Mal von Afghanistan gehört?

– Wenn ihr beim Smalltalk nicht über eure Familien redet, worüber redet ihr dann?

– Findest du auch, dass Joschka Fischer wie Mr. Bean aussieht?

– In Afghanistan bekommt eine Frau, wenn sie Sex hat, neun Monate später ein Kind. Warum ist das in Deutschland nicht so?

– Warum berichtest du über mich? Die Meinung des Westens über unser Land steht doch schon fest.

– Und in Deutschland trägst du wirklich kein Kopftuch? Nicht mal im Winter?

 

 

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34 Kommentare


  1. Muss es dazu Kommentare geben? Was will man von einer Gesellschaft erwarten die überwiegend im Mittelalter lebt und ihre Relegion auslebt als wären sie der Prophet selbst?
    Übrigens, wenn die reichen Afghanen während des Ramadan nach Tadshikistan fliegen wird gepoppt und gesoffen ohne Ende. Eigentlich eine verlogene Gesellschaft.

  2.   Julia Mündel

    Mhhh,
    das erinnert mich stark an die Fragen meiner Tochter (3,5 Jahre), nur das die noch kein Schamgefühl hat. D.h. Erklärungen sind maximal MIR peinlich.
    Es verkompliziert natürlich die Sache etwas, wenn die Erklärung BEIDEN Parteien peinlich sein kann. ^__^


  3. Ein paar Antworten hab ich auf vergleichbare Situationen schon parat gehabt. Ich kann aber verstehen, wenn man im ersten Moment baff ist.

    Man merkt an diesen Fragen, dass es einfach eine komplett andere Kultur ist, auf die man sich erst einmal einstellen muss.
    Und ganz ehrlich: Joschka Fischer hat auf jeden Fall eine entfernte ähnlichkeit mit Mr Bean ;-)

  4.   mezzo

    Dazu braucht man nicht bis Kabul. Die erste Frage, die mir Mitglieder afrikanischer Delegationen stellten, war: wie viele Kinder haben Sie? Mit meiner Antwort „Ich habe keine Kinder“ konnten sie überhaupt nichts anfangen – eine kinderlose Frau war ein großes Unglück. Sich bewußt gegen Kinder zu entscheiden, war in diesem Weltbild nicht vorstellbar.


  5. Kein sehr netter Kommentar, Herr (Frau?) ihrkotztmichan. Ganz abgesehen davon, dass offenbar so gar kein interkulturelles Wissen dahinter steht. Schlicht gesprochen: andere Länder, andere Sitten. Denn tatsächlich ist es doch eine interessante Frage, weshalb wir beim Smalltalk nicht über unsere Familien sprechen. Oder weshalb Kopftücher nicht mal im Winter getragen werden – Moment mal: stimmt das so? Und die zweite und die vorletzte Frage sind doch nun wirklich sinnvoll. Schließlich geben solche Fragen auch immer Gelegenheit zur Selbstreflexion – auch wenn sie von Menschen gestellt werden, deren Horizont scheinbar so eng ist.


  6. Jockel Fischer sah tatsächlich mal wie Mr. Bean aus – heute aber eher wie zwei Mr. Beans. Davon abgesehen halte ich es für verfehlt, anhand von solchen vereinzelten Fragen auf die Kultur – oder gar eine Rückständigkeit derer – zu schließen.

    Etwa kann ich mich durchaus noch an so manche Fragen erinnern, als ich anno 09 in den USA war – meine persönliche Lieblingsfrage (sinngemäß): „…wenn Frau Merkel Präsidentin der DDR ist, wer ist dann Präsident von Westdeutschland?“


  7. Frage 1,2, 5, und die letzte Antwort ganz einfach: Nein.
    Frage 3: Als Russland einmarschiert ist.
    Frage 4: Freizeitbeschäftigung, Krankeiten, Sex und Arbeit
    Frage 6: Weil wir uns aussuchen können wann wir unsere Kinder haben wollen und weil man an Sex auch nur Spass haben kann.
    Frage 7: Weil unsere Armee angeblich unsere Freiheit bei euch verteidigen muss und es gibt unterschiedliche Meinungen über euer Land, deshalb kann sie nicht feststehen.

  8.   Herr Neubauer

    Bevor sich noch mehr Leute dazu aufgefordert fühlen über das „Mittelalter“ in Afghanistan zu schimpfen…

    In Amerika wurde ich mit folgenden Fragen/Aussagen konfrontiert:

    – Euer Präsident ist doch Hitler, oder?

    – Tatsächlich? Bei euch gibt es Mikrowellen?

    – Ah, du bist aus Deutschland. Keine Angst, wir haben nichts gegen Nazis.

    – Ich dachte in Europa gäbe es noch kein Internet.

    Man sieht, es gibt seltsame Vorstellungen von anderen Ländern und Kulturen in jeder Kultur.

  9.   kla-sch

    ?

    Ich kann jede Frage auf Anhieb beantworten.

    – Küssen: Nein. Nur sehr nahestehende Frauen mit deren Einwilligung. Küssen in der Öffentlichkeit ist grundsätzlich erlaubt und wird auch so praktiziert.

    – Politiker versuchen das Wort „Krieg“ zu vermeiden, da die Deutschen nach zwei Weltkriegen eigentlich „nie wieder Krieg“ haben wollten. Die Menschen wissen aber, dass in Afghanistan Krieg herrscht.

    – Von Afghanistan gehört habe ich zuerst 1980, als die Olympischen Spiele in Moskau boykottiert wurden. Da war ich aber noch ein Kind.

    – Smalltak: Über das Wetter, Fußball, Fernsehen, Kinofilme, uvam.

    – Fischer der neue Mr. Bean: Das kann sein. *Lach*

    – Sex und Kinder: Frauen und Männer verhüten, wenn sie keine Kinder bekommen wollen. Meist mit einer Hormonpille bei Frauen und Kondomen bei Männern.

    – Feste Meinung: Das muss ja nicht so bleiben. Meinungen ändern sich mit der Zeit. Dazu muss aber das Thema in der Öffentlichkeit weiter präsent sein.

    – Da wäre ich dann wirklich am stutzen, da ich Männlich bin. Sollte aber auch zu beantworten sein. Ich persönlich trage nie Kopfbedeckungen.

    War das jetzt so schwer zu beantworten?


  10. Das geht nicht nur in Afghanistan so. Ich wurde in einem afrikanischen Land gefragt, ob wir in Dtl. einen Feiertag für Adolf Hitler haben ;)

 

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