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Die Kinder Kabuls

 

Als ich das erste Mal mit Abdulhai sprach, erzählte er mir, dass er immer so traurig sei, seitdem er versuche, den armen Leuten in Kabul zu helfen. Abdulhai ist 18 Jahre alt und lebt seit vier Jahren in einer Community, die ehrenamtlich Straßenkinder unterrichtet, Nähkurse für Witwen organisiert, Parks saubermacht und Drachensteigen lässt, um gegen Drohnen zu demonstrieren. Das größte Ziel dieser Community ist es, den Krieg abzuschaffen. In Afghanistan und auf der ganzen Welt. Abdulhai will sich vor allem für die 60.000 Kinder einsetzen, die auf Kabuls Straßen leben.

„Was meinst du, Ronja?“, fragte Abdulhai damals, „kann ich mich ändern? Kann ich wieder glücklicher werden?“ Ich sagte, was ich ehrlich dachte: dass ich es nicht wüsste. Dass ich hoffen würde, dass man das irgendwie lernen kann, aber das ich ehrlicherweise auch keine Ahnung hätte, wie.

Das Gespräch ist inzwischen ein paar Monate her und Abdulhai ist ein sehr guter Freund geworden. Er hat uns ein paar Mal bei der Arbeit zugeschaut und vor ein paar Wochen habe ich ihm meine Kamera geliehen. Seitdem staune ich jeden zweiten Tag, wenn Abdulhai auf Facebook ein neues Foto hochlädt.

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„The young people will be the change of this country“, schrieb Abdulhai unter dieses Bild.

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„All this street kids are so sweet.“

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„Today Safar woke up at 5 o’clock in the morning. He says when his mother called him to wake up, he didn’t know what to do because he needs to work and find money to buy bread for the family.“

Um es kurz zu machen: Ich will Abdulhai helfen, damit aus dem Fotografen, der er schon ist, einer wird, der von seiner Arbeit leben kann. Außerdem finde ich, dass mehr Leute als Abdulhais 427 Facebook-Freunde diese Bilder sehen sollten. Wenn Sie Ideen haben (oder Equipment, das Sie nicht mehr brauchen), schreiben Sie mir eine Mail an ronja@vonwurmbseibel.com.

For all international readers: the pictures above are from my very talented, 18-year-old friend Abdulhai in Kabul. Without any training he became a photographer in the moment he picked up my camera. Now we try to find ideas how to push his education in this direction, so if you have ANY idea how to help (internships, equipment, contacts) – please sent an email to ronja@vonwurmbseibel.com.

 

7 Kommentare

  1.   Religiöser Geistheiler

    Die Religion spielt in dem Konflikt eine große Rolle. Das herkömmliche Gottesbild ist überholt. In Wahrheit ist Gott identisch mit der Natur. Aber nicht nur mit der uns bekannten Natur. Sondern auch mit der uns (ewig) unbekannten Natur. Wenn die Kirche durch eine überkonfessionelle religiöse Geistheiler-Gemeinschaft ersetzt wird, kostet Religion tatsächlich 100-mal weniger Geld.

  2.   norbertZ

    Wenn Sie wollen, dass sich mehr als 427 Leute sich die Fotos auf Abdulhais facebookprofil ansehen, dann wäre es keine schlechte Idee gewesen, hier den Profilnamen oder gleich den Link dazu anzugeben.

    Jetzt ist es mir zwar gelungen die Kabul Knights und die Street Angels auf Facebook zu finden, aber Abdulhais Profil blieb mir verborgen.

    Ansonsten scheint er ein gutes Auge fürs Fotografieren zu haben, und sollte ganz so, wie Sie es geschrieben haben, entsprechend gefördert werden. Leider habe ich hierzu keine Idee. Aber vllt. fällt ja anderen etwas interessantes und umsetzbares für ihn ein.

  3.   Viviane Brevet

    Great idea! Long and nice road to this young reporter in a nice country with lots of difficulties! May the future be better for afgan people. Courage!


  4. Bewundernswert ist dieser junge Mensch,der sich engagiert und anderen hilft,die ihn brauchen und dies in einer Welt der Ärmsten.Beten möchte ich für ihn und seine Arbeit und ihm vermitteln,dass hinter seiner Idee,den Krieg abzuschaffen ganz viele Menschen in der Welt stehen-auch ich !Bitten möchte ich für ihn,dass er Menschen findet,die ihn auch finanziell unterstützen,um den Frieden in diesem Land errichten und erhalten zu können.

  5.   anja childers

    I would love to see more of his pictures. What is his Facebook name?

  6.   Julia

    Ich wäre gerne Abdulhai’s 428. Facebook-Freund.

  7.   Mirko

    Abdulhai’s könnte eine Rubrik in dem Blog von ihnen bekommen, ich denke dies würde seine Reichweite um einiges erweitern, des Weiteren können viele interessierte seine Bilder weiterhin verfolgen ohne das er eine Unmenge an neuen Freunden auf Facebook sein eigen nennen muss.

 

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