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Was am 11. September vor 10 Jahren geschah

 
Ein schreckliches Bild, das weltberühmt wurde: Die brenndenen Türme des World Trade Centers am 11. September 2001/ © Augenzeuge Robert

Überall auf der Welt wird in diesen Tagen an die Attentate in den USA vor zehn Jahren erinnert. Über 3.000 Menschen starben, nachdem Attentäter ganz normale Flugzeuge entführt hatten und die Piloten zwangen, in Häuser zu fliegen. Zu trauriger Berühmtheit sind die Bilder der brennenden und dann einstürzenden Türme des ehemaligen World Trade Centers in New York geworden. Die meisten von Euch waren vor zehn Jahren noch zu klein oder noch gar nicht geboren. Ihr könnt nicht erinnern, wie geschockt alle von diesen Anschlägen waren. Denn was da passierte, hätte keiner je für möglich gehalten. Wir erzählen Euch, wie Chuck Allen, einer der Überlebenden des brennenden World Trade Centers, diesen 11. September vor zehn Jahren in New York erlebte.

„Der 11. September 2001 fängt äußerst verheißungsvoll an. Keine einzige Wolke bedeckt den strahlend blauen Himmel über New York. Die silbrigen Türme des World Trade Centers glitzern in der Sonne. Das 1973 errichtete Gebäude beherrscht mit einer Höhe von mehr als 400 Metern die Skyline von Manhattan. Auf 110 Stockwerken arbeiten rund 14000 Menschen, das entspricht der Einwohnerzahl einer Kleinstadt.

Im 83. Stock des Nordturms des World Trade Centers sitzt Chuck Allan an seinem Schreibtisch und blickt hinunter auf den Hudson, der durch die Stadt fließt. Ganz in der Ferne, dicht über der George-Washington-Brücke, sieht er einen kleinen Punkt, offenbar ein Flugzeug. Es fliegt niedrig, befindet sich vermutlich auf dem Landeanflug auf den Airport Newark. Chuck Allan schenkt ihm keine weitere Beachtung und wendet sich wieder seinem Computerbildschirm zu. Es ist 8.46 Uhr und er hat noch viel zu erledigen.
Plötzlich zerreißt ein unerträglich lautes Geräusch die morgendliche Stille des Büros. »Was zur Hölle ist das?«, ruft eine Kollegin von nebenan. Chuck Allan blickt aus dem Fenster. Er sieht herabstürzende Trümmer, Papier schwebt durch die Luft, eine zähe Flüssigkeit fließt die Scheiben herab. Etwas Schreckliches muss geschehen sein!

Der Turm schwankt hin und her, viermal, fünfmal. Es knirscht in den Wänden, Möbel verrutschen, Aktenordner fallen zu Boden, die Mitarbeiter schreien und klammern sich an ihren Schreibtischen fest. Dann herrscht gespenstische Ruhe. Auch die Computerbildschirme sind schwarz, alle Telefonleitungen sind tot.

Es ist ganz still. Kein Feueralarm, keine Lautsprecherdurchsagen, nichts. Auf einmal bemerkt Chuck Allan, dass dünner Qualm durch die Türritzen dringt. »Nichts wie raus hier«, ruft er seinen Kollegen zu. Im Treppenhaus riecht es nach Kerosin, dem Benzin, mit dem Flugzeuge fliegen. Alles ist voller Rauch. Die Aufzüge sind außer Betrieb. Allan und seine Mitarbeiter können nur noch die Treppen benutzen. 83 Stockwerke! Panik kommt auf. Schaffen sie es noch rechtzeitig? Es geht quälend langsam voran, denn auch aus den anderen Büros strömen immer mehr Menschen und versuchen, sich ins Freie zu retten. Chuck Allan wirft noch einen letzten Blick aus dem Fenster: Der Platz unten ist mit Trümmern übersät – Stahl, Beton, Glas, Teile von Büroeinrichtungen, daneben eine sonderbare Metallmasse. Etwa das Wrack eines Flugzeugs? Chuck Allan wird übel. In dem Moment hört er einen zweiten ohrenbetäubenden Knall. Es ist 9.04 Uhr.

Erst später erfährt Chuck Allan, was an diesem Morgen tatsächlich geschehen ist: Um 8.46 Uhr ist eine Boeing 757 mit 92 Menschen an Bord und einer Geschwindigkeit von 700 Stundenkilometern etwa in Höhe des 96. Stockwerks in den Nordturm des World Trade Centers geprallt. Nachdem man zunächst noch glaubte, es sei ein schreckliches Unglück gewesen, steht 20 Minuten später fest, dass es sich um einen geplanten Anschlag handeln muss: Um 9.04 Uhr ist ein zweites Flugzeug im Südturm explodiert. Das kann kein Zufall sein. Nicht nur die Insassen der beiden Maschinen sterben. Für Hunderte von Menschen in den oberen Etagen des World Trade Centers kommt der Tod, bevor sie überhaupt begreifen können, was passiert ist. Nur wenige Minuten nach dem zweiten Flugzeugeinschlag nehmen Mitarbeiter der US-Bundespolizei FBI die Suche nach den Selbstmordattentätern und den Drahtziehern im Hintergrund auf.““

© Ravensburger Buchverlag

Dieser Situationsbericht von Chuck Allen ist dem Buch „Da hielt die Welt den Atem an“, erschienen im Ravensburger Buchverlag (22,95 Euro), entnommen. Neben den Terroranschlägen vom 11. September, die den Krieg gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein und den Einmarsch westlicher Truppen in Afghanistan zur Folge hatten, wird in dem Buch noch über andere wichtige Ereignisse der letzten hundert Jahre berichtet: Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland, den Fall der Berliner Mauer, das Ende der Rassentrennung in Südafrika und andere.

7 Kommentare

  1.   Michael Bresser

    „Über 3.000 Menschen starben, nachdem Attentäter ganz normale Flugzeuge entführt hatten und die Piloten zwangen, in Häuser zu fliegen.“

    Man sollte doch schon bei der Wahrheit bleiben, jeder weiß, oder sollte wissen, dass die Flugzeige nicht von gezwungenen Piloten, sondern von den Terroristen in die Türme, bzw. in das Pentagon geflogen wurden.

  2.   Yodaguy

    Warum tun die USA so, als wären die die einzigen, die solche Tragödien verkraften müssen? Schon vergessen, wieviele unschuldige Menschen in Hiroshima und Nagasaki sterben mußten und wofür die USA bis heute nicht den Anstand hatten, sich zu entschuldigen?

  3.   iDog

    Liebe Kinder, leider wurden die Verbrecher, die diese Katastrophe ausgelöst haben, obwohl sie angeblich bekannt sind, nie gefasst oder bestraft, ja nicht einmal angeklagt.

    Leider wurde nämlich die Untersuchung dieser kriminellen Tat durch die zu schnelle und unvorsichtige Vernichtung der Beweise und Spuren sehr erschwert. Ausserdem hat die Untersuchungsbehörde viele Tatsachen zu diesem Verbrechen geheim gehalten, sodass nie herauskommen konnte, wer nun wirklich die Täter waren. Wir wissen aber nicht, warum so viel geheim gehalten wird. Es ist ein Rätsel.

    Vielmehr wurde während der 10 Jahre seit dem 11.09.2001 immer klarer, dass die meisten Aussagen zu den damaligen Begebenheiten weder beweisbar sind, noch nachgeprüft wurden.

    Daher beschäftigen sich seit 10 Jahren Abertausende Verwandte der Opfer, Wissenschaftler, Journalisten und ganz normale Bürger damit, die Wahrheit über 9/11 herauszubekommen. Vor allem wollen sie, dass eine neue, sachliche und genaue Untersuchung des Verbrechens begonnen wird, in der alle Beweise erneut begutachtet und bewertet werden. Das kann man sehr gut verstehen, denn die Wahrheit ist sehr wichtig, wenn so viel Menschen bei einem Verbrechen umgekommen sind.

    Auch ist es so wichtig, weil in den meisten Ländern durch Umfragen bekannt ist, dass mehr als 50 Prozent aller Bürger gar nicht glauben, dass die Ergebnisse der ersten Untersuchung des Verbrechens stimmen. Wenn aber mehr als die Hälfte aller Leute glauben, dass sie belogen wurden, dann wird es Zeit endlich die Wahrheit zu 9/11 zu ermitteln. Denn was die Mehrheit in eine Demokratie will, muss von den Politikern gemacht werden.

    Viele Menschen verstehen daher gar nicht, dass diese neue Untersuchung nicht gemacht wird und setzen sich dafür ein, dass sie endlich gemacht wird. Da kann jeder mitmachen.

  4.   Marion Obi

    Morgen sind es 10 Jahre her, von solch einem Verbrechen. Ich weiss noch als ich die Nachricht in Deutschland erfuhr. Hab immer noch im Kopf wie ein Mensch mit einem weissen Tuch gewunken hatte….nur leider konnte man nicht helfen. Menschen können grausam sein…Man lebt nur einmal…… Hoffentlich geht alles gut. Man kann es nicht begreifen. Frieden für ALLE sollte man denken aber………Den Angehörigen einen traurigen Gruss.

    Marion Obi

  5.   Gribsack

    9/11 Brief an Sherri in Ohio…

    Liebe Sherri,

    wieder ist ein Jahr vergangen…. und inzwischen sind 10 Jahre – 9/11 – seit unserem Kennen lernen vergangen und alles ist in der Erinnerung, wie wenn es gestern gewesen wäre….

    Eine nette Gruppe German – Shepard-Züchter waren bei uns gebucht in unserem kleinen Familienhotel und ich wartete auf Eure Ankunft; nebenan lief das Fernsehen und Werner rief auf einmal – Oh’ ein Flugzeug in New York abgestürzt….

    Kurz darauf rief er , noch einmal, schau die Nachrichten; ich konnte nicht glauben, was ich sah und bekomme bei den Gedanken zurück eben wieder „Gänsehaut“ und blankes Entsetzen kam über mich; erwartete ich doch 12 Gäste aus USA!!!

    Wenige Minuten später, kurz nach 15 Uhr – kam Euer Bus an, der Gruppenleiter kam gut gelaunt an die Rezeption und ich begrüsste ihn mit den Worten „Welcome in our Hotel“, but I’m so sorry, I have no good news… zeigte auf den Bildschirm und er fragte mich –what that – is that a movie??? No Sir, that just life…

    In der Zwischenzeit waren alle Gäste eingetroffen und standen da, Männer fielen auf die Knie, Fassungslosigkeit, Trauer, Wut, Tränen – man kann es nicht beschreiben und alle standen da und sahen die Nachrichten….

    Pentagon und Absturz von Flug 93…der Kollaps

    So lernten wir uns kennen; Du und Deine Kollegin blieben bei uns bis Montag in der Woche darauf und ich erinnere mich an die anderen Gäste, die nach und nach abreisten mit dem Gedanken, wie geht es unseren Freunden, Angehörigen usw.

    Ich könnte noch viel erzählen von diesem Tag und auch darüber, wie sich danach, schleichend mein und Werner’s Leben sich veränderte…

    Was geblieben ist, ist das Schöne, Dich kennen gelernt zu haben; Werner und ich denken sehr oft an Dich und wünschen Dir und Deinen Lieben und Deinen Hunden von Herzen alles, alles Liebe und liebe Grüsse auch an Kelly – hat jetzt sicher „Tomaten-Saison“!!!!

  6.   Lena Mangele

    Oh mein Gott!!! Mit 700km/h ind das Gebäude prallen ist ag!!

  7.   pia mandelartz

    Ich finde ,dass was da passiert ist sehr schreklich! 12.09.2011
    Vorallem das so viele Menschen daran gestorben sind.
    Ich hoffe so etwas wird nicht nochmal parssieren!
    Mann kann gar nicht verstehen ,dass es so fiese Leute geben,die so etwas tun.

    PIA

 

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