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Kurz und klein (5): Schauspieler, Drogendealer, Knastinsassen

 

++++Schauspieler++++

Während sich der umstrittene Wikileaks-Gründer Julian Assange in dieser Woche mit Antisemitismusvorwürfen herumschlagen musste, wurde bekannt, dass Steven Spielberg an der Verfilmung der Assange-Story interessiert sein soll. Zumindest hat seine Produktionsfirma Dreamworks gerade die passenden Rechte erworben. Natürlich kursierten gleich erste Schauspielernamen im Netz. Mr. Bourne-Identity Matt Damon wird hoch gehandelt. Aber auch der gebürtige Australier und Galdiator-Darsteller Russel Crowe ist angeblich im Gespräch. Eventuell sollte man die Wikileaks-Verfilmung dann allerdings eher als Historiendrama anlegen. Ob in der römischen Antike oder im englischen Mittelalter wäre noch zu debattieren. Fehlt eigentlich nur noch jemand, der den ehemaligen Gouverneur von Kalifornien ins Spiel bringt. Dann könnte man die Wikileaks-Verfilmung auch als Science-Fiction in die Kinos bringen.

++++Drogendealer+++

Unterdessen starrt die Welt nach Libyen. Der dortige Diktator bringt aktuell die Luftwaffe gegen die Revolution in Stellung (siehe auch Das Drehbuch der Revolution). Andere Weltregionen geraten da schon mal aus dem Blick – zumindest aus europäischer Perspektive. Aber auch anderswo rumort es kräftig. In Mexiko zum Beispiel. Was umgehend Auswirkungen auf die mexikanischen Beziehungen zu den USA hat. Denn die schätzen die dortigen Aktivitäten der mexikanischen Regierung im bürgerkriegsähnlichen Drogenkrieg gegen die großen Mafiakartelle neuesten Wikileaks-Veröffentlichungen zufolge eher desolat ein. Im Zuge eines Staatsbesuchs des mexikanischen Präsidenten Calderon im weißen Haus, kam es dementsprechend zu dem, was im Nachrichtensprech gerne Austausch von Meinungsverschiedenheiten genannt wird und nichts anderes ist, als ein handfester Krach der amerikanischen Nachbarn.

++++Knastinsassen+++

Auch die Anklage gegen die vermeintliche Wikileaksquelle Bradley Manning in den USA ist zwischenzeitlich um sage und schreibe 22 Punkte erweitert worden. Die US-Justiz scheint an dem inhaftierten Obergefreiten der US-Army nicht nur ein Exempel statuieren zu wollen, sondern gleich mehrere Dutzend. Offenbar gilt in Sachen Whistleblower das Prinzip Abschreckung. Beschämenderweise wurde gleichzeitig bekannt, dass Manning wiederholt gezwungen wurde, Tage und Nächte nackt in seiner Einzelzelle zu verbringen. Nicht gerade das, was man von einem Rechtsstaat erwartet, der seit Kurzem die Machthaber im arabischen Raum zu Diktatoren erklärt hat und ihnen wegen Menschenrechtsverletzungen die Legitimationen abspricht.

5 Kommentare


  1. Bradley Mannings durfte drei Nächte vollkommen nackt in einer kalten Gefängniszelle, ohne die Möglichkeit sich vor der Kälte schützen zu können, verbringen.Der Morgenappell zum stramm Stehen erfolgte gleichfalls nackt.Weitere Nächte nackt zu verbringen nicht ausgeschlossen.
    Das ist nur auszugsweise die Situation,die ein junger Mann erfahren muß,der vielleicht eine Tat begangen hat,die ein Militär als strafbar einstuft,die sich mir allerdings als menschlich und veranwortungsvoll erscheint.
    Und, solange seine Schuld nicht bewiesen ist gilt auch Bradley Mannings als unschuldig. Sollte er schuldig gesprochen werden,so hat auch dann immer noch kein Militär und keine Regierung das Recht zur Folter.
    Wenn er tatsächlich WL geheime Depeschen zugespielt hat,war das eine mutige Tat,deren Auswirkung er falsch eingeschätzt hat.Doch schon die Videoaufnahmen von der Tötung unschuldiger Menschen, bei collateral Murder zu hören und zu sehen,ist kaum zu ertragen und müßte eine Anklage für die Hubschrauberbesatzung nach sich ziehen.Das dieses Video den Spass der Soldaten bei der Ermordung von Menschen widerspiegelt ist widerwärtig.Das diese Soldaten sich auch noch einen Spass daraus machen verletzte, um ihr Leben bangende Menschen ebenso wie zu Hilfe eilende Menschen einfach so mal zu erschiessen zeigt doch nur wie entmenscht Soldaten im Krieg werden.Vielleicht zeigt es aber auch das es vor allem solche Individuen sind die sich zur Armee melden,die schon im täglichen Dasein das Leben anderer als wertlos erachten und die als Soldat enendlich Menschen töten dürfen ohne sich strafbar zu machen.
    Krieg zu führen ist nicht nur fehlgeleitete verantwortungslose Politik.Krieg zu führen ist einfach nur eine perverse Darstellung von Macht.Und Soldaten zu foltern, zu entehren und jeglicher Würde zu berauben wäre bei Gefangennahme durch den Feind nicht auszuschließen.Aber das solche Massnahmen durch die eigenen Kameraden und Vorgesetzten erfolgt, zeigt doch nur wie abartig und enthemmt manche Militärs agieren.America,mir ekelt vor dir.

  2.   alfred müller

    Bitte helft Mannings mit einr petition

    http://standwithbrad.org/signup.html

  3.   pell

    Wikileaks läuft doch noch, ein Film würde jetzt mit einem Cliffhanger enden. Aber dann kann man ja einen zweiten Teil drehen. Wenn dann in vierzig Jahren die „Wikileaks“-Reihe in einer optisch aufgewerteten Version im Nachfolge-Nachfolgeformats von Blueray als praktischen Pappschuber erscheint, hat vielleicht auch Bradley Manning endlich die Möglichkeit, sich den Streifen anzusehen. Allerdings scheitert er an seiner traumatischen Belastungsstörung, die es ihm unmöglich macht, einen Datenträger in der Hand zu halten, ohne automatisch psychotisch zu werden und erlebte Foltermomente wieder nachzuempfinden.


  4. […] richteten sich gegen die 22 Anklagepunkte und insbesondere die Haftbedingungen Mannings. Wir hatten mehrfach berichtet. Zu Demonstrationen kam es in zahlreichen Städten der USA zudem in Finnland, Groß Britannien und […]


  5. […] richteten sich gegen die 22 Anklagepunkte und insbesondere die Haftbedingungen Mannings. Wir hatten mehrfach berichtet. Zu Demonstrationen kam es in zahlreichen Städten der USA zudem in Finnland, Groß Britannien und […]

 

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