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07. April 2016 – Ausgabe 16

 

In Ihrem Artikel schreiben Sie, Volker Wissing müsse im Regierungsalltag beweisen, dass das liberale Profil auch an der Seite von Roten und Grünen klar erkennbar bleibe. Er muss nötigenfalls noch einen Schritt weiter gehen.
Die FDP war in der Zeit der schwarz-gelben Bundesregierung damit beschäftigt, ihren Koalitionspartner von freiheitsschädlichen Ideen (z.B. Vorratsdatenspeicherung) abzuhalten. Dies war anscheinend so oft nötig, dass keine Zeit blieb, aktiv gestalterisch die eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Doch anstatt einzusehen, dass diese Koalition nicht funktioniert und sie zu beenden, hat sie aus Machterhaltungsgründen geschwiegen und nichts getan. Diesen Verrat an den eigenen Prinzipien und Idealen hat der Wähler bei der Bundestagswahl zu Recht mit dem Rauswurf aus dem Parlament “honoriert”. Wenn Volker Wissing die richtigen Lehren hieraus zieht und die Landesregierung nötigenfalls verlässt, kann die FDP ihre Glaubwürdigkeit erhalten und hat eine politische Zukunft. – Michael Pfeiffer


Dass für Katholiken die „kirchenoffizielle Regel“ gilt, wonach Geschiedene von der Kommunion ausgeschlossen sind, ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass die Zulassung der geschiedenen Wiederverheirateten zum Sakramentenempfang ein Thema ist. Es geht also um jene, die einander das Ehesakrament gespendet haben, später geschieden wurden und eine weitere, zivile Ehe eingegangen sind. Es gibt allerdings viele Priester, die aus guten Gründen den Sakramentenempfang auch für diese gewähren. Mit dem Abtreibungsverbot tut die Kirche das, was auch viele Staaten tun. Abtreibungen sind nicht grundsätzlich erlaubt, sondern lediglich straffrei gestellt, etwa innerhalb einer bestimmten Frist der Schwangerschaft. Das macht rechtlich keinen Unterschied, in der ethischen Diskussion aber schon. Was ansonsten kirchliche Würdenträger bisweilen zur „schweren Sünde“ erklären, ist für eine praktizierende Katholikin ebenso schwierig zu ertragen wie für eine Agnostikerin.  Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass es eine Theologie gibt, die immer wieder neu um Fragen des Glaubens, der Lehre und des Rechts ringt. Und dass die Gläubigen dazu aufgerufen sind, ihrem Gewissen zu folgen. – Helga Penz


Sie haben nicht Recht mit Ihren Scheinbaren menschenfreundlichen Einlassungen Frau Finger. Sie überspringen, dass dieses Jesus von Nazareth bis in den Tod am Kreuze seinem Vater gehorsam war und durch wahrhafte Auferstehung die Liebe Gottes zu den Menschen allgegenwärtig machte. Also: „Wer mich liebt, der hält meine Gebote…“ Joh 14, 21 – 26. Er flüchtet nicht, er nimmt sein gegebenes Wort – trotz aller Widrigkeiten – nicht zurück; er richtet kein psychisches Chaos bei seiner Kinder an, die darunter sehr zu leiden haben; er redet sein Tun nicht schön. Es gibt auch keine Fundamentalisten oder Liberale in der Katholischen Kirche, sondern die, die dazu stehen sind in der wahren Lehre; sie verbiegen nicht, sie lassen nicht aus, sie erkennen Sünder-Sein und wollen es nicht kaschieren und ihre scheinbare Lebensrealitäten sanktionieren lassen – wider die wahre Lehre. Wer in ständiger schwere Schuld – Sünde – lebt – dem kann die Versöhnung nicht gewährt werden. „Geh, und sündige nicht mehr“, sagte der Herr zur Ehebrecherin. Joh 8, 11. Sie kommen mir vor wie ein Architekt der der Statik böse ist, dass er das Haus, das er bauen will, nach der Stitk richten muss. Sie wollen – wie dies das Gutmenschentum – schon immer tat, ihre Lebensrealitäten saktioniert haben, obgleich sie gravierend zu den Geboten Gottes verstoßen und machen dann andere schlecht und würdigen sie herab. Alle Päpste der Neuzeit haben die Liebe Gottes immer wieder aufleuchten lassen, besonders die in der jüngsten Vergangenheit. Sie wollen Papst Franziskus in eine Ecke drücken um ihn zu nötigen etwas gutzuheißen, was er objektiv nicht gutheißen kann, weil dieses wollen des Gutmenschtums konträr zu dem Willen Gottes steht. Ich habe noch nie erlebt, dass Priester Menschen abwiesen, wenn diese in Not waren und um Hilofe oder Versöhnung baten. So gilt: „Macht euch der Welt nicht gleichförmig!“ Röm 12, 2 Denn die wahre Lehre ist die Voraussetzung zur wahren Liebe, Frau Finger; Gehorsam zu dem gegebenen Wort – denn Ehe ist ein Sakrament. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben..“ Joh 14, 6 Aber, was rede ich -das Gutmenschentum – wird immer seine „Suppe“ immer wieder kochen und wiederholen; deshalb wird diese nicht richtig. Die „Zukunft der Kirche kann und wird auch heute nur aus der Kraft derer kommen, die tiefe Wurzeln haben und aus der reinen Fülle ihres Glaubens leben. Sie wird nicht von denen kommen, die nur Rezepte machen und (mit Schein-Liebe, die jeweils ihren Lebensrealitäten angepasst wird,). Sie wird nicht von denen kommen, die nur dem jeweiligen Augenblick sich anpassen. Sie wird nicht von denen kommen, die nur andere kritisieren, aber sich selbst als unfehlbaren Maßstab annehmen. Sie wird also auch nicht von denen kommen, die nur den bequemen Weg wählen. … Sagen wir es positiv: Die Zukunft wird auch dieses Mal, wie immer, von den neuen Heiligen neu geprägt werden. Von Menschen also, die mehr wahrnehmen als Phrasen, die gerade modern sind.“ Die „Erosion des Katholischen Glaubens in Deutschland“, und nicht nur das, die der oberste Hirte der Universalkirche gegenüber den deutschen Erz-Bischöfen 2015 attestierte, ist kein Neu-Anfang. Denn, der Herr – „kommt wie ein Dieb in der Nacht.“ Joh 8, 12 so wird gilt: extra ecclesia nulla salus – ein Skandal für die Welt! Gott befohlen. – Dr.Dr. habil. Michael Joseph Schaaf


Der Text (DIE  ZEIT Nr.16, S. 60) hat mir prima gefallen. Es war kein Fehler, ihn zu lesen !!! – Dr. Ute Götz-Henrich


Da frage ich mich nach der Auskunft von Philipp Hübl, Juniorprofessor für Theoretische Philosophie, ob DIE ZEIT für solche Normalbürger wie mich gemacht ist und ob es nicht eine Anmaßung von mir ist, mich zu den ZEIT-Lesern zu zählen. Denn die offenbar für ZEIT-Leser „obligatorische Petersburger Hängung“ kann ich leider nicht vorweisen. Die braucht man anscheinend zudem, „um zu merken, dass man sich zu Hause auch wohl fühlen kann“. Ich muss zerknirscht zugeben, dass ich noch nicht einmal wusste, was eine „Petersburger Hängung“ ist.
Wikipedia klärt mich aber auf: Es handelt sich um die Salonhängung. Diese „bezeichnet eine besonders enge Reihung von Gemälden. Häufig reichen diese bis an die Decke, die Rahmen der Werke hängen dicht beieinander. Sie ist auch bekannt als Petersburger Hängung. Diese Bezeichnung geht auf die üppig behängten Wände der Sankt Petersburger Eremitage zurück. … Heutzutage findet man die Salonhängung noch häufig in Schlössern, die so das Repräsentationsbedürfnis ihrer einstigen Bewohner widerspiegeln.“ Ich muss weiterhin einräumen, dass ich diesen erlauchten Kreisen nicht im Entferntesten angehöre, sondern zu einer niederen Bürgerschicht gehöre, die aus der Höhe eines Schlossturmes betrachtet als förderbedürftig erscheint. Mein Fall ist besonders erbarmungswürdig: In meiner Behausung, die ich nach dieser Aufklärung kaum noch als Zuhause zu bezeichnen wage, hängt nicht einmal ein einziges Gemälde. Aber vielleicht darf ich ja dennoch die ZEIT weiter nutzen, sozusagen als Mitläufer auf dem Wege Deutschlands zu einer inklusiven Gesellschaft. „Sicher muss man für all das Widerstände überwinden. Doch wem das gelingt, der schafft eine Medienlandschaft, die nicht weniger leistet, als die Grundlagen für eine solidarische Demokratie zu legen.“ Meint eine Seite vorher Klaus Klemm, emeritierter Professor für Bildungsforschung (in Bezug auf die Schullandschaft und die schulische Inklusion, hier formal aber sinngetreu abgewandelt auf die gesamtgesellschaftliche Dimension). – Hans-Jürgen von Almasna


Die Analyse von Heinrich Wefing bringt es treffend auf den Punkt. Denn die „Panama-Papers“ stellen lediglich ein Symptom und nicht die Ursache für das entsolidarisierte Fehlverhalten von Eliten dar, da jemand, der sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt, selbst bei einem geringen Aufdeckungsrisiko sein Geld nicht auf derartige Weise vor dem Fiskus verstecken würde. Deshalb hilft reiner Aktionismus, wie ihn jetzt vor allem die große Koalition betreibt, hier nicht weiter, sondern nur eine Wertedebatte, bei der man die grundlegende Frage stellt, was dieses Land im Kern überhaupt zusammenhält. Schließlich lehrt bereits das extreme Negativbeispiel Griechenland, dass keine Gesellschaft auf Dauer erfolgreich funktionieren kann, bei der die reichen Individuen keine gesonderte Verantwortung mehr wie etwa für die Finanzierung eines guten öffentlichen Bildungswesens oder einer modernen Infrastruktur übernehmen wollen, sondern sämtliche Lasten auf den Schultern einer zunehmend vom sozialen Abstieg bedrohten Mittelschicht abladen! – Rasmus Helt


Danke für den Artikel über „Flüchtlinge auf neuen Routen“. Neu sind die Routen allerdings nicht, und es sind auch nicht die Flüchtlinge, die bisher die Balkanroute genommen haben. Ob sie diese Route in Zukunft wählen werden, bleibt abzuwarten. Insofern ist der Titel irreführend. Neu ist an dem Beschriebenen wenig, außer das die Medien sich jetzt wieder daran erinnern. Der Text in dem großen Foto ist auch etwas hingeschludert: Von der Körperhaltung her hat der Mann mit Helm eben die Schwimmweste geworfen, der andere stützt sich mit beiden Händen am Bugkorb ab. Was den Artikel selbst betrifft: etwas kompakter wäre er mir lieber gewesen. Fazit: Genauigkeit erhöht die Glaubwürdigkeit. – Helmut Andres


Ich kann Ihren findings nur beipflichten. Vor vielen Jahren hatte ich mal ein paar Monate als Berater im Stammwerk zu tun. Moderation von Abgesandten aus verschiedenen Bereichen zwecks besserer IT-Zusammenarbeit.
– Beim Kaffee steckte mir jemand, dass es bei VW üblich sei, bei Vergleichsrechnungen für Fremdfirmen den gleichen Lohn anzusetzen wie bei entsprechenden VW-Mitarbeitern. Das wußte ich bereits. Es ging bei unserem Auftrag auch überhaupt nicht um „Kostenersparnis“. Aber derjenige fühlte sich wahrscheinlich verantwortlich, wenn nicht beauftragt, mir das klar zu machen.
– In die streng abgeschirmte Chefetage bin ich nicht vorgedrungen, hatte aber eine gewisse „Stellung“ erreicht, dass ich mit PKW (Leihwagen oder einmal sogar mein Mazda) bis zum Meeting-Ort fahren durfte.
– VW als Hierarchie war nach dem (Bad) Harzburger Modell organisiert. Als Indiz galt das Telefonverzeichnis, das mit der Anzahl der „Kopfstriche“ den Level und den Berichtsweg ausdrückte. Nicht zu verwechseln mit der Harzburger Front – aber die gleiche Luft atmend.
– Der Freitagnachmittag war für die Verwaltungsmitarbeiter praktisch frei. Vor der werkseigenen Waschanlagen bildeten sich lange Schlangen. Dahinter steckt zum Teil der Gedanke, die vierteljährlich ausgewechselten neuesten Firmenwagen blitzblank auf die Straße zu bringen. Selbst längere Dienstfahrten mußten mit dem PKW gemacht werden
– Flugtickets wurden nur in Ausnahmefällen gestattet.
– Ich war selbst bei meiner Firma mal Mitglied des Betriebsrats gewesen. Als einmal eine ganztägige Arbeitsrunde an einem Tag angesetzt wurde, an dem eine VW-Betriebsversammlung stattfinden sollte, habe ich – beratend
– zu bedenken gegeben, doch einen anderen Tag zu nehmen. Es wurde dann ein Ort außerhalb VW überlegt, was dann auf die Niederlassung meiner Firma am Ort hinauslief, wo ich einen Raum und angenehme Bewirtung anbieten konnte. In meiner Firma – damals das „amerikanischste“ aller US-Unternehmen – war es verpönt, während der Versammlung zu „schaffen“: Entweder Teilnahme im Versammlungsraum oder Zuhören über Lautsprecher im Büro.
– Ob der Katholizismus neben der IGM heute noch der 2. große Einflußfaktor ist, weiß ich nicht. Ab einem bestimmten Level war die Glaube auf jeden Fall nicht „hinderlich“. Man erinnere sich an den frommen „Kostenkiller“ und „Lieferantenschreck“ José Ignacio López de Arriortúa. (Overstolz, C&A und VW galten zu Zeiten als die wenigen „katholischen“ Unternehmen. Was mir noch nicht ausgeleuchtet scheint ist die Rolle Piëchs sowohl bei dem Börsenspiel Porsche gegen VW (Cornering) als beim Diesel. – Gerhard Schroeder


Wer sich über das, was da aus Panama bekannt wurde, aufregt, der sollte u.a. an die Gier in der FIFA im Speziellen und im Sport im Allgemeinen, die Gier in diesem Land, in dem z.B. fast alle Bundestagsabgeordnete zu Ihrer fürstlichen Entlohnung aus Steuergeldern weitere Einkommen aus den Händen der Lobbyisten beziehen, denken. Ist es nicht auch Gier, wenn die katholische (auch die evangelische) Kirche Sonntag für Sonntag Klingelbeutel im Gottesdienst herumgehen lässt, obwohl sie ein unbeschreibliches Vermögen hortet, ohne daraus auch nur im Ansatz etwas Entscheidendes für Bedürftige zu tun. In der Kommission der aus meiner Sicht nur noch auf den Erhalt ihrer wahnsinnigen Bürokratie bedachten EU „arbeitet“ einer als Präsident, der während seiner Amtszeit als Minsterpräsident Luxemburgs bewusst dafür gesorgt hat, dass Banken und internationale Konzerne in diesem Land weniger Steuern bezahlen mussten und müssen als beispielsweise in Deutschland. Der Mann und das Land, das er regierte, werden dafür nicht zur Verantwortung gezogen.
Gereicht es einem Land wie Deutschland zur Ehre, wenn in regelmässigen Abständen ein bekannter Comedien (M. Barth) öffentlich darauf hinweist, was Provinzfürsten und ihre Verwaltungen sich leisten und in welchem Umfang sie Steuergeld verschwenden, nur um Ihre Gier nach Wichtigkeit und Bedeutung auszuleben. Meines Wissens ist keiner von diesen Personen bisher verantwortlich und regresspflichtig gemacht worden. Die Freude Ihres Journalisten, dass die „Lügenpresse“ sich mit der Aufdeckung des Panama-Skandals rehasbilitiert habe, vermag ich nicht zu teilen. Für mein Verständnis sind zumindest die Journalisten, die sich überwiegend im Windschatten der Entscheidungsträger dieser Republik bewegen, den eigentlichen Aufgaben eines neutraler Journalismus nicht mehr zugänglich. – Rainer Klein


Ich glaube, Ihr Opa spricht kein „altertümliches Deutsch“, sondern Pfälzisch! Ich habe diesen Dialekt wie eine Fremdsprache gelernt, als ich als Flüchtlingskind von Deutschland nach Deutschland kam (von der Nord-DDR nach Süddeutschland), um die anderen Kinder zu verstehen: „Isch hon, Du hoscht, er hot…“etc. In Deutschland gibt es ´zig Millionen „Ankommens-Schicksale“ – leider vergessen das so viele Menschen in ihrer Selbstzufriedenheit. – Karin Michaelis-Jähnke


Von der „Zeit“ erwarte ich eine differenzierte Schreibe, die sich nicht  den Wölfen der Unvernunft anschießen sollte. Was heißt hier Gier? Diese Unterstellung sollten Sie lassen. Das ist Boulevard. Der Staat beteiligt sich indirekt an der Steuerhinterziehung, indem sie das Geld verschleudert. Da höre ich so gut wie nichts von den Medien. Der Bundesrechnungshof und der Bund der Steuerzahler listet seit Jahr und Tag auf wie viel Steuergelder jedes Jahr zum Fenster rausgeworfen werden. Das sind Milliardenbeträge, die sich zwischenzeitlich über eine Billion angehäuft hat. Wenn der EU Präsident von einer Billion an hinterzogenen Steuern spricht – wie will er das eigentlich berechnet haben -, dann ist das etwa soviel wie der Staat verschleudert hat. Es steht etwa pari pari. Der aufrechte Bürger sieht die Verschwendung des Staates nicht ein. Das ist sein gutes Recht. Es geht weiter mit der Raffgier des Staates. Wieso nimmt der Staat die Hälfte seines verdienten Geldes wieder ab.? Wo steht das geschrieben, daß das zwingend ist? Circa 600 Menschen beschließen das mal ebenso. Die Aufzahlung der Pflichten – Krankenhäuser, Schulen (viele davon sind ohnehin verwahrlost), Straßen, Justiz, Wehrmacht und andere Öffentliche Einrichtungen werden ständig vorgebetet. Das kann der Staat auch mit circa 30% Abgaben leisten. Die Doppelbesteuerung dabei noch gar nicht berücksichtigt. Was ist mit dem Bürger los, der sich das alles bieten lässt. Es gab ja auch Zeiten, wo der Staat noch unverschämter hingelangt hat. Wenn die Beamten für ihre Pension selbst keinen Pfennig sparen müssen, dann ist das genauso ein Unding. Was sagen die Medien dazu? Nichts! Der Staat beutet die Bürger regelrecht aus und keine Sau interessiert das. Was allerdings nicht gehen sollte, ist die Tatsache, daß die großen und mittleren Unternehmen sich so etablieren können, daß sie kaum noch Steuern zahlen müssen. Das ist genauso ein Skandal. Was wir endlich in unserer Welt brauchen ist eine politische Kultur der Vernunft zwischen dem Souverän und  den Abgesandten, die als Vertreter die Interessen der Bürger wahrzunehmen haben. Die EU ist auch so ein Kollos der völlig überflüssig ist – jedenfalls so wie er jetzt eingerichtet ist. Das jetzige Geschäftsmodell wird in einigen Jahren verschlissen sein. Der Bürger muß ein anderes Verständnis bekommen, damit er wieder mehr Freiraum in sein Leben bekommt. – Gunter Knauer


Die Gewerkschaft ist Mittel zum Zweck. Über die Organisation wird Macht und Kontrolle erlangt. Durch ein geschicktes – nur Insidern bekanntes System – wird die Institution geschützt und gestärkt. Da spielt , nicht zuletzt, die Politik ein große Rolle. Siehe die Verbindung Gewerkschaft – SPD, oder – das Land Niedersachsen. So können Posten, finanzielle Vorteile oder Wohltaten jeder Coleur verteilt werden. Als Beispiele mögen der Betriebsrats-Skandal oder die Rente mit 63, allerdings nur für einen zeitlich begrenzten Zeitraum und einem ganz speziellen Klientelkreis, gelten. Die Gewerkschaft hat an Öffentlichkeit kein Interesse. Hier wird gemauschelt was das Zeug hält. Ihr Artikel zeigt sehr deutlich Zusammenhänge auf. Wenig erstaunlich, dass die Gewerkschaft abwiegelt. Heute ist in der Presse zu lesen, dass Herr Osterloh den Vorstand öffentlich angeht. Es stehen die Tarifverhandlungen an. Jetzt werden die Folterinstrumente ausgepackt. Ziel: Die Gewerkschaften und der einfache Arbeiter haben keine Schuld an der Schummelsoftware. Das haben allein die bösen Manager verbockt. Jetzt wollen die auch noch ihre Tantiemen. Dafür werden keine Arbeitsplätze auf’s Spiel gesetzt. Deshalb muss jetzt eine längere Arbeitsplatz-Garantie her und nach Möglichkeit noch eine Gehaltserhöhung. Der einigermaßen wirtschaftlich gebildete Bürger fragt sich:“ Wer vertritt eigentlich das Unternehmen.“ Die Umsätze brechen gewaltig ein. Die Stimmung scheint gegen VW zu drehen. Hohe Strafzahlungen drohen. In dieser Situation noch Stimmung gegen Führungsmitarbeiter zu machen scheint mir verantwortungslos. Sie haben in ihrem Beitrag den Bezug zur Kirche erwähnt. Beitragsabbuchung wie bei der Kirchensteuer. Die Kirche ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Organisation, die überzieht, plötzlich, erdrutschartig, Glaubwürdigkeit verliert. Hoffentlich sind sich die handelnden Personen in der Gewerkschaft dieser Gefahr bewusst. Und zu VW sei erwähnt; wenn die Kuh geschlachtet ist, gibt’s keine Milch mehr. – Hannes Schwake


Dass der Kapitalismus vorbei ist, habe ich bereits 1983 in meiner Dipl. Arbeit „Sozialstaat in der Regression“ an der FH Mannheim festgestellt, und zwar anhand der Tatsache, dass jedes Zeitalter auf einer grundlegenden Technologie basiert, diese die Arbeit, die Kultur, die Religion, und nicht zuletzt die Menschen prägte, resp. veränderte.
So war es im Feudalismus der Pflug bzw. die Dreifelderwirtschaft, im Merkantilismus der Webstuhl bzw. die Automatisierung, im Kapitalismus die Dampfmaschine bzw. die Arbeitsteilung, und nun ist es der Mikroprozessor mit seinen unglaublichen Möglichkeiten zur Beschleunigung und zur Verarbeitung komplexer Daten. Jeder der genannten Epochen hat ca. 200 Jahre gedauert.
Wenn man die Dynamik des Kapitalismus, – von der Eisenbahn über das Automobil bis zum Mondflug, – ins Verhältnis setzt zu den Besonderheiten digitaler Produktions- und Kommunikationsabläufe , – nicht zuletzt zu den noch völlig unbekannten Bereichen sich entwickelnder künstlicher Intelligenz, neuer Energieformen, und neuer Materialien, – wird deutlich, dass es nicht mehr ausreicht, von (Spät-)Kapitalismus zu sprechen. Ich habe unser neues Zeitalter „Informismus“ genannt. Natürlich wird es weiterhin um Geld gehen, um Kapital, um wirtschaftliche Macht, um Gewinner und Verlierer. – Alles dies gab es auch im Feudalismus, im Merkantilismus, und im Kapitalismus. Die neuen Technologien ändern erneut nun den Takt der Produktionsbedingungen, den Blickwinkel auf den Globus, das Gottes- und Menschenbild, – letztendlich wohl alles. In meiner Arbeit wurde hervorgehoben, dass jeder Epochenwechsel Heerscharen von armen und entwurzelten Menschen hervorgebracht hat. Die heutige Situation auf der Welt sollte nicht mehr unter der Maßgabe des (Spät-)Kapitalismus betrachtet werden, sondern unter der Maßgabe des Begreifens des Informismus, in dessen Einfluss wir uns längst befinden. – Gerhard Himbert


Ich bin Panama ! Ich habe zeitlebens für mein Vermögen nach dem höchsten Zins und den niedrigsten Steuern gesucht ! Wie es mich mein Oberstufenkurs , mein Wirtschaftsstudium und meine Banken gelehrt haben ! – Eberhard B. Plümpe


Sie schreiben, dass Böhmermann etwas „satirisch zeigen wollte“. Aber das Gedicht von Jan Böhmermann über Erdoğan ist keine Satire – es besitzt vielmehr alle Attribute, die in einer zivilisierten Welt zu Recht verpönt sind: Es ist in mehrfacher Hinsicht zutiefst sexistisch, eine unerträgliche Schmähung einer Kultur und einer Religion und in der Summe schlicht menschenverachtend. Man überlege sich einmal, was passieren würde, wenn eine solche widerwärtige Litanei nicht auf den (tatsächlichen) Bad Boy Erdoğan, sondern auf Angehörige einer anderen Rasse, Kultur oder Religion gemünzt worden wäre! – Wolf-Rüdiger Heilmann


Vielen Dank für Ihren herrlichen Beitrag – und demnach auch danke für Ihren „Fehler“ (den natürlich kaum jmd bemerkt hat …)! Genau so muss man mit Fehlern umgehen, und eben nicht in den ver-krusteten Schemata verhaften „ha, ein Fehler – wer hat Schuld „?! Ihr Beitrag hat zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln angeregt – und hoffentlich nicht nur ich sehen von nun an die alltäglichen und ach so vermeidbaren Fehler mit anderen Augen. Bester Beweis: über die fehlende Heft-Klammer in der Beilage (ZEIT Golf-Magazin mit nur 1 Klammer) hätte ich mich vordem sicher aufgeregt, nun jedoch – machen wir uns einfach mal locker, lehnen uns zurück und lesen genussvoll weiter.
Mein Rat: machen Sie ruhig weiter „Fehler“ – solange Sie bitte danach erheiternd und horizont-erweiternd darüber berichten! – Jörg Vohrer


Ein Hinweis den mir einst ein Freund gab hilft mir in solchen Situationen weiter: Fehler werden nicht gemacht, Fehler passieren. Wenn Fehler gemacht werden, nennt man sie Sabotage. Tröstlich? – Ludger Schöcke


Herr Wefing nennt Bernie Sanders in einem Atemzug mit den „Populisten“ von AfD, Front National und mit Donald Trump. Senator Sanders ist ein hochangesehener Politiker, hochgepriesen von einem Gegner wie John McCain, ehemaliger Bürgermeister der bestverwalteten Stadt der USA und Gesetzgebungschampion im Senat. Er wurde soeben von Papst Franziskus zu einer Anhörung über soziale Fragen nach Rom eingeladen. Mit seiner Volksbewegung gegen Rassismus, Ausbeutung und Umweltzerstörung gehört er eher in eine Reihe mit Martin Luther King und Nelson Mandela. – Dr. Ansgar Cordie


Als Bewohner der Kanareninsel La Palma habe ich den Artikel „Papas arrugadas zunächst interessiert, dann amüsiert, am Ende aber ziemlich ärgerlich gelesen. Es gibt also „weißen Sand“ auf La Palma? Wo? Im Katzeklo? Alle (alle!) Strände der Insel sind schwarz. Ausnahmslos. Und die Ratten sind hier erheblich kleiner als in Hamburg. Das war auch vor 16 Jahren nicht anders.
In allen Restaurants, Bars, Cafés und sonstigen Kneipen dieser wunderschönen „Isla Bonita“ gibt es, EU-Vorschriften ensprechend, großenteils mehrsprachige, auf jeden Fall mehrseitige, Speise- und Getränkekarten, und die enthalten zwar hie und da auch Papas arrugadas, aber niemand muss die essen. Kartoffeln kommen auch als Papas fritas, papas cocidos oder puré de papas auf den Tisch. Sogar Ensaladilla (Kartoffelsalat) gibt es hier! Neben vielen verschiedenen (frischen!) Fischen kann der Gast hier zwischen Rind, Schwein, Huhn, Pute, Kaninchen und leckerem Ziegenfleisch wählen. Die Zahl der Tapas und Salate ist kaum zu überschauen. Auch etliche auf vegetarisches Essen spezialisierte Restaurants gibt es hier. Und das alles zu unglaublich günstigen Preisen. Palmerischer Ziegenkäse wurde schon mehrfach in Spanien und anderswo prämiiert. Frau Stelzer muss während ihres Aufenthaltes auf unserer Insel ein traumatisches Erlebnis mit ihrem Partner gehabt haben, anders ist ihre gestörte Wahrnehmung nicht zu erklären. Deshalb noch eine wichtige Information: auf der „Isla Bonita“ gibt überall fließendes Wasser, Kläranlagen und elektrischen Strom. – Norbert Mueller Laser


“Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre eigene Sache. Uns ist jedes gesetzliche Mittel recht, den Zustand von heute zu revolutionieren” (Joseph Goebbels).
„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten“ (Recep Tayyip Erdoğan).
Wenn du dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel, der Teufel verändert dich. – Michael Pfeiffer


Besteht eine Gefahr, dass der Staat unsere Daten missbraucht? Immer. Aber er wird besser kontrolliert als weltweit agierende Konzerne. Er arbeitet auf diesem Gebiet altmodisch national, selbst europäische Zusammenarbeit ist unterentwickelt. Deshalb kann er vom Souverrän, wozu ich auch die Medien zähle, kontrolliert und in seine Schranken gewiesen werden. In Europa wie in den USA hatte man in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Gefahr erkannt, die von Monopolen und Kartellen ausgeht. Die Existenz von Kartellbehörden und Monopolkommissionen zeugt noch davon. Die Konzerne aber haben seit Längerem so großen Einfluss gewonnen, dass sie den Widerstand gegen ihre Machtausübung brechen können. Nicht ihre Argumente überzeugen, ihr Druck auf die Politik vermag Gesetze zurückzunehmen, in USA, oder Ausnahmen zu genehmigen, in Europa. Mit den umstrittenen Handesabbkommen CETA und TTIP wollen sie ihre Position weiter stärken. Es kommt darauf an, welche der beiden Grundrichtungen in der Politik sich durchsetzen wird, die altruistische, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt,  oder der Lobbyismus, der Partikularinteressen vertritt. Zweifellos verfügen die Lobbys über viel Geld, das sie von den hinter ihnen stehenden Interessengruppen erhalten. Das würde auch ausreichen, um Politker „zu kaufen“.  Das Kapital des Gemeinwohl ist der Idealismus seiner Protagonisten. Sie sammeln keine Daten! Globale Konzerne verfügen über fast unbegrenztes Kapital und damit über mehr Macht als Nationalstaaten. Ihr einziges Manta ist Wachstum, ist Gewinn! Sie sammeln Daten oder bezahlen dafür. (Warum?) Das tun sie derzeit, ohne genau zu wissen, wofür das gut sein kann. Darin liegt die Gefahr. So ohne Grund sind unsere Befürchtungen nicht. Die Internet-Konzerne betreiben eine imperialistische Handelspolitik. Sie zerstören traditionelle Handelsstrukturen und verlagern die Zentrale, den steuerpflichtigen Firmensitz, die Steuerung, selbst den Warenverteiler ins Ausland. Damit kolonialisieren sie kleinere Länder. Diesen gehen nicht nur Steuereinnahmen, sonder viel existentieller unternehmerische Tätigkeiten und Arbeitsplätze verloren. Das muss gestoppt werden. In gewisser Weise aber haben Sie recht: Unsere privaten Daten sind dabei noch die geringste Gefahr. – Jürgen Kirschning


Warum bekommen Frauen selten Wissenschaftspreise? Ob man es aussprechen will oder nicht: In diesem Punkt sind sie gleich doppelt sexuell diskriminiert. Erstens gilt, trotz aller Gleichstellungsbemühungen, unterschwellig noch immer das Gesetz des Affenkäfigs: Nicht anderweitig vergebene Weibchen gehören dem Chef. Zweitens: Wenn ein Mann eine unverheiratete Kollegin oder Mitarbeiterin offen „begünstigt“, womöglich gar für einen angesehenen Preis vorschlägt, „weckt das Verdacht und kann beiden nur schaden“ (mindestens dreimal so gehört, wenn auch nicht im Zusammenhang mit Preisen). Dem ersten kann sich eine Frau durchaus entziehen, das zweite trifft sie aber auch und gerade dann, wenn sie das tut, mit voller Wirkung. Eine reelle Chance haben also nur solide verheiratete Wissenschaftlerinnen, deren Mann oder Familie sie über Jahrzehnte so forschen lässt, wie die Begeisterung sie treibt. Wieviel Prozent mögen das sein? – Eva Tichy


Oft sind es Laien, die den Prozess des Sprachwandels als „grausam“ abtun. Von einem Linguisten hätte ich aber weniger Polemik erwartet. Den einzigartigen Reichtum der deutschen Sprache gelte es zu erhalten, schreiben Sie. Hielten Sie es also für erstrebenswert, die deutsche Sprache an diesem Punkt zu konservieren und von jeglichen Entwicklungen abzuschotten? Würden Sie sie gerne den Einflüssen anderer Sprachen entziehen, falls dies möglich wäre? Es wäre das erste Mal in ihrer Geschichte, dass die deutsche Sprache sich nicht weiterentwickelt. Zum ersten Mal seit dem 8. Jahrhundert, aus dem die frühesten deutschen Texte stammen, würde die deutsche Sprache nicht aus anderen Sprachen entlehnen. Was früher der Einfluss des Lateinischen, später des Französischen war, ist heute eben der des Englischen, Türkischen und Arabischen. Ich begreife diese Tatsache als eine große Chance und als Voraussetzung dafür, dass unsere Sprache genauso lebendig bleibt wie unsere Welt. – Annabelle Weißer


Im Dossier der „Zeit“ beschäftigt sich Caterina Lobenstein ausführlich mit dem zur Zeit alles beherrschenden Thema Flüchtlinge. Die Autorin kommt, bei Vergleich der verschiedenen Flüchtlingrouten, zu dem Schluß, daß der Weg über Marokko der kürzere sei und die Straße von Gibraltar ja nicht viel breiter als ein Fluß sei. Ein Blick in den Brockhaus hätte ausgereicht um festzustellen, daß die Breite der Straße zwischen 14 und 40 km beträgt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß einer Zeitredakteurin und den kontrollierenden Kollegen ein solcher Fehler unterläuft. Also gehe ich von einer anderen Absicht aus, frage mich aber von welcher. Im weiteren Text spricht Frau Lobenstein von der vergleichsweise ungefährlichen Straße von Gibraltar. Sie hat sicherlich schon davon gehört, daß, wenn 2 Meere aufeinandertreffen, dieses zu sehr stürmischer und schwerer See führen kann und sehr häufig auch tut. Es irritiert, wenn sie auf den Widerspruch zwischen dem Schutz der Grenzen und dem der Menschenwürde zu sprechen kommt. Will sie damit zum Ausdruck bringen, daß die Menschenwürde wichtiger ist als die Pflicht eines jeden Staates zum Schutz seiner eigenen Grenzen?- Klaus Grasenick


Österreichs Militär verteidigt nun Europa am Brenner – wer hätte das gestern gedacht? Tu felix Austria habes Minister Doskozil und Frau Ministerin Mikl-Leitner, und wir das erbärmliche Mäuschen im Kanzleramt, das hinter dem breiten Rücken der beiden seine Heuchelei ausleben darf. Vor wenigen Wochen bot ich Ihrer Redaktion die u.a. Wette an. Dass ich die so schnell gewinnen würde, habe ich nicht vorausgesehen, doch dank Österreich kann ich jetzt wieder ruhiger Schlafen – denk ich an Deutschland in der Nacht…  : „1964 hat die CDU für den Bund das UZWG beschlossen. Dieses Gesetz für den Grenzschutz sieht unterschiedslos gegen Männer, Frauen und Kinder den Schußwaffengebrauch bei iillegalem Grenzüberschritt vor!  Australien hat schon gehandelt. Die Schiffe der Zugangserpresser werden von der Kriegsmarine abgefangen und zurückgeschleppt. Nur dreimal nötig, jetzt kommt keiner mehr! Das ist auch die Lösung für das Mittelmeer. Und alle hier angekommenen Drückeberger, Feiglinge und Schmarotzer, der Abschaum der Levante, erhält sofort einen Freiflug nach Kobane. Bei der Landung eine Kalaschnikow und 5 Magazine, auf in den Kampf um die Heimat, so wie es die Braven, Ehrlichen und Anständigen tun. Ihre Angehörgen zurück in die UN-Lager an den Grenzen zu Irak und Syrien, damit sie ihren Lieben nahe sind!
In spätestens 2 Jahren, die nächsten 5 – 10 Millionen sind eingetroffen, wird so oder so ähnlich gehandelt! Was gilt die Wette?“ – Jochen Blankenburg


Ich habe mich sehr gefreut, daß Sie in Ihrer Wissenschaftsbeilage so schwerelos in die graue Welt von Zement und Beton einsteigen. Eine Anmerkung habe ich dennoch; die derzeitige globale Zementproduktion  beträgt 4.2 Gt/Jahr (z.B. USGS comodity report) nicht die Betonproduktion. Zement ist das Bindemittel im Beton. Um einen guten Beton herzustellen benötigt man weiter Feinzuschläge (Sand), und Grobzuschläge (Schotter) und Wasser.
Nehmen wir an, daß der Zement weitgehend im Beton eingesetzt wird (das ist m.E. zulässig), und nehmen wir weiter an, daß wir 330kg Zement für einen Kubikmeter Beton mit einem Gewicht von 2.2 t benötigen. Dann sind nur 15% eines Betons Zement. Dann können wir aus der globalen Zementproduktion auch  eine globale jährliche Produktion an Beton von ca. 29 Gt/Jahr errechnen.
In dem Gewicht von 29 Gt verbergen sich dann noch Sand (etwa 8 Gt, 27 %), und Grobzuschläge (etwa 15 Gt, 50%) und etwas Wasser 2.2 Gt (8 %). Und das alles jedes Jahr wieder. So wird Beton mengenmäßig der wichtigste Grundstoff des Menschen hinter Wasser und ist bedeutender als Stahl oder Getreide. Das sind alles ganz ganz große Zahlen und alle Zahlen sind hier gerundet. – Michael Enders


Ein Artikel, der die Verhältnisse im Inneren des VW-Konzerns gut darstellt. Er deckt sich mit meinen Erfahrungen. Selbst in der DDR hat es nie einen „sozialistischeren“ Betrieb gegeben, als es VW noch heute ist. Ohne Gewerkschaft läuft nichts. – Wolfgang Stenner


Vielen Dank für Ihren Bericht über „den Fehler“. Ich habe den Fehler beim Lesen sogleich bemerkt, aber nicht als Fehler interpretiert, vielmehr als Eingriff der Werbeleute in die redaktionelle Gestaltung des Buches „Z“. Erleichtert nehme ich zur Kenntnis: es war „nur ein Fehler“. – Jürgen Obrowski


Wenn man die „richtigen“ Personen befragt und denen die „richtigen“ Fragen stellt, hat man praktisch bereits die Garantie in der Tasche, auch die Antworten zu erhalten, die man zum Abfassen dieses Artikels benötigte. Manipulationstechnisch allem weit überlegen, was VW mit den betroffenen Diesel-Motoren angestellt haben mag. Dazu verlogen und hinterhältig. – Lutz Raebel


Auf S. 71 schreiben Sie eine Seite zum Thema „Sagen Sie mal, Sie als Frau…“ Darin geht es um Fragen, die Frauen beantworten müssen, die nichts mit der Forschung zu tun haben (s. Untertitel). Ich blättere um, nur um zu lesen: „Anna Frebel ist MUTTER und Astrophysikerin…“. War das der Aprilscherz? Haben Sie jemals geschrieben „Vater und Astrophysiker“? Und dazu noch als Untertitel „Wie hat sie das geschafft?“ Es ist wohl schwer, bei Berichterstattung aus der Wissenschaft über den Familienschatten einer Frau zu springen. – Dr. Ursel Reich


Pegida fordert auf ihren Kundgebungen die Bewahrung und den Schutz „der Identität unserer christlich-jüdischen Abendlandkultur“. Wenn deren Anhänger Kapitän Klaus Vogel und seine Mitstreiter „Verblendete Vollpfosten“ oder „Organisierte Schlepperbande“ nennen, frage ich mich, ob diese „Bewahrer“ jemals etwas vom Begriff der Nächstenliebe gehört haben. Dieses aus der Tora des Judentums (Lev 19, 18) stammende Gebot ist die zentrale Botschaft des Juden- und des Christentums und ist im Sinne eines uneigennützigen Dienstes an den eigenen Mitmenschen zu verstehen. Die Besatzung der „Aquarius“ rettet unter Einsatz ihres Lebens Menschen vor dem sicheren Tod. Sie sind damit geradezu die Verkörperung der Nächstenliebe. Wenn hier jemand die jüdische Abendlandkultur verteidigt, dann sind es Kapitän Vogel und seine Mitstreiter. Und unsere Politiker sollten sich beschämt daran erinnern, dass auf der „Aquarius“ damit genau die Werte gelebt werden, auf denen die Europäische Union einst gegründet wurde. – Michael Pfeiffer


Kurz vor den Jahrtausendwende wollten zwei Mädchen in die 5. Klasse meines Gymnasiums eintreten, Natascha und Nina. Sie waren mit ihren Familien gerade aus Kasachstan gekommen und sprachen kaum ein Wort Deutsch. Der Schulleiter hat sie genommen. Er glaubte an sie, warum auch immer. Ich lernte sie kennen, als sie in der 11. Klasse waren. Ich bin ein altmodischer Deutschlehrer und lasse meine Schüler bis heute Gedichte auswendig lernen. Aber weder vorher noch später habe ich den „Prometheus“ inniger und  persönlicher gehört als von den beiden – mit deutlich russischem Akzent: „Hast du nicht alles selbst vollendet, heilig glühend Herz?“ In diesem Moment wurde mir klar: Ich bin zwar dreimal so alt wie sie, aber an Leben und an Erfahrungen kann ich den beiden Mädchen wahrscheinlich nicht das Wasser reichen. Im folgenden Jahr kamen beide in meinem Leistungskurs Deutsch. Es war ein wunderbarer Kurs mit vielen starken, klugen Persönlichkeiten, die auch einen Lehrer lernen lassen. Mein Ziel ist, dass ich meinen Schülern ein Stück kulturelle Identität eines liberalen Deutschlands mitgeben kann. Aber gerade ihnen beiden bin ich dankbar für das, was ich selbst durch sie erfahren habe. – Dr. Christian Bauer


Ach, wenn der Genitiv stürbe oder alle nur noch „den Präsident“ träfen – es wäre so schade. Gut, „ich geh Chef“ ist ja fast schon komisch, „auf Toilette“ dagegen unverzeihlich degoutant. Mir fällt sogar in der Phoenix-Runde auf, dass manche doch sonst so sprachstrengen Journalisten grundsätzlich „er brauch“ sagen und das End-T tatsächlich nie zu hören ist, dafür können die Berliner ihr „ebend“ nicht lassen. „Genau“ (auch so eine missbrauchte Vokabel), da haben Sie recht, „das Klientel“ ist nicht totzukriegen, und fast jedes zweite Statement wird von dem unsäglichen „ich persönlich“ eingeleitet. Unnötiges Anschwellen der Diktion: wenn sie sich im Fernsehen immer wieder „sehrsehr“ und „ganzganz doll“ über „vieleviele“ Sachen freuen. So sicher auch der Münchner Sender, der derzeit in der Tageszeitung eine Servicekraft sucht, die „deligieren“ kann – warum um Himmels willen schaut denn da keiner mal in den Duden??? Die privaten TV-Anstalten würden allerdings überhaupt nicht mehr existieren, wenn meinem allergrößten Herzenswunsch endlich entsprochen und der Gebrauch der Vokabel „super“ hierzulande von Stund an bei Höchststrafe untersagt würde. – Angelika Boese


Ich finde deine Idee, den Kontakt zu muslim-/ausländerkritischen bis -feindlichen Gruppen zu suchen, wirklich mutig und be-wundernswert. Ich habe beim Lesen des in der ZEIT abgedruckten Protokolls des Facebook-Chats Scham und Fassungslosigkeit empfunden. Und es hat mich umso mehr beeindruckt, dass du so souverän reagiert hast und bis zum Schluss freundlich-neutral geblieben bist. Ich hoffe, dass du mindestens dreimal so viele positive Erfahrungen in Deutschland gemacht hast und weiterhin machen wirst und dass sie Reaktionen dir und deiner Religion gegenüber wie in diesem Facebook-Forum überstrahlen können – wenn sie sie auch nicht ungeschehen machen können.
Ich wünsche dir weiterhin so viel Mut, Diskutierlaune, Offenheit und überhaupt alles Gute für deinen weiteren Weg! – Leonie Langer


Das Ende des Wachstums ist für die Wohlstandsgesellschaften erreicht. So weit, so richtig. Jedoch: Wirtschaftswachstum, gemessen als BIP, ist lediglich der Maßstab für den Mengen-output einer Volkswirtschaft, ihren Güterausstoß, hochgradig ungenau zu Faktorkosten gemessen, die fortlaufend sinken! Denn:
Das BIP wird von der Produktivitätsentwicklung per Rationalisierung beeinflusst. Die allein ist entscheidend für den Wohlstand einer Gesellschaft! Daraus erst erwächst die Zunahme des Wohlstandes, egal ob das Wachstum positiv oder negativ verläuft, die Rationalisierung geht weiter! Die Krisen dieses Jahrhunderts haben es bewiesen: Der Wohlstand steigt auch ohne Wachstum! Jeweils jährlich um die 2 – 3 %  der kleinen Rationalisierungsfortschritte. Dieser Vorgang bleibt uns, denn Digitalisierung und Roboterisierung beginnen erst! Der Lebensstandard der Generationen in den Industrienationen wird daher in den komenden 100 Jahren stetig in die Höhe wachsen! Auch danach: Absturz völlig unmöglich, alles bleibt dann auf dem ereichten Niveau! Der technische Fortschritt stehe in seinem Zenit? Doomsday-Prophetentum eines frechen Scharlatans as usual. Mason? Siehe oben: Nur Gelaber ohne eine Ahnung von Produktivität und Ökonomie! Als Friedmann den Nobelpreis für Ökonomie erhielt, befand ein Konkurrent, der habe ihn voll verdient. Nur habe man ihm den falschen verliehen! Es hätte der für Literatur sein müssen. Denn Friedman sei kein Ökonom sondern nur der bekannteste Lyriker in dieser Wissenschaft! Das ist inzwischen allgemein bekannt Tatsache. Für Mason gilt auch ohne Nobelpreis genau dasselbe: Der ist nur der nächste Fukoyama, der neue Märchenonkel dem die Zeit seine Sau durchs Dorf treibt! – Jochen Blankenburg


Ei, ei, ei! Bei der OECD werden „Ideen“ für „Renten“ und „Investitionen“ angedacht? Wenn das so zutrifft, wie von Rudzio geschildert, dann stammeln da ahnungslose Einfaltspinsel Schwachsinn! Es gibt kein Rentenproblem, nur ein Problem mit der Rentenpolitik!
1. Keine Gesellschaft kann mehrere Alterssicherungssysteme finanzieren! Nur das eine einzige, das gesetzlich abgesicherte, alte Umlagesystem / der Generationenvertrag verhindert Altersarmut und garantiert hohe Mindestrenten –  USA: 1200,00 $US (umgerechnet: 1500,00 €!), Schweiz: 1600,00 SFr. / Luxemburg: 1600,00 € / Dänemark: ab 55 Lebensjahren frei wählbar, mit 80 % des letzten Einkommens, mindestens aber 1200,00 € (umgerechnet)!!! Es ist Zeit, den alten Riester- und Rürup-Betrug an den deutschen Sparern zu beenden. Die Rückehr zum alten Umlagesystem, siehe oben, erlaubt absolut sichere Altersvorsorge mit selbstfinanzierten Luxusrenten.
2. Die hochentwickleten Industrienationen sind am Ende des Wachstums angelangt. Sämtliche Güter sind beliebig vermehrbar und an jedem Ort zu jeder Zeit im Überfluss verfügbar. Die oberen 50 % der Privaten Haushalte sind satt und betreiben nur noch Ersatzkonsum. Die unter haben zu wenig Einkommen, um Nachfrage zu beleben. Daher wird „in Deutschland ungewöhnlich wenig“ in Produktionsausweitung investiert! Wozu auch? Die ließe sich nirgends verkaufen! Sehr wohl aber wird ständig „ungewöhnlich viel“ weiter investiert – in Rationalisierung. Das BIP mißt nur den output –  Produktivität allein schafft  weiter steigenden Wohlstand, auch wenn das BIP absinkt! Die Zahlen beweisen es: jährlich ca. 3  % höhere Produktivität durch Investitionen ,z.B. in Digitalisierung und Roboterisierung! Und jedes Jahr ein weiter ansteigendes Volkseinkommen! Auch dieser Beitrag in der ZEIT bestärkt mich in der Erkenntnis, dass 95 % der Menschen weder logisches Denkvermögen noch Verstand in die Wiege gelegt wird. Nachgeliefert wird dergleichen nicht. Die meisten unserer Mitbürger sind nur gut dressierte Schimpansen /Schimpansinnen! Mißverstehen Sie ich bitte richtig: Nicht horizontal sondern vertikal zu erkennen, durch Gesellschaft, OECD, Politik – und nicht zuletzt die Redaktion der ZEIT! – Jochen Blankenburg


Bei der Kommentierung des Flüchtlingsdilemmas prallen zwei unversöhnliche Haltungen aufeinander : eine absolutistisch-humanitäre und eine realpolitisch, strikt in Rechtskategorien denkende Einstellung.  Der slowenische Kulturkritiker  Slavoj  `Zi`zek schreibt in der  ZEIT : „Die humanitäre Idealisierung der Flüchtlinge ist naiv und selbstgefällig. Was fehlt , ist ein nüchterner Blick auf die Fremden und uns selbst“.  Die realpolitische/rechtliche , aber auch soziologisch-politische , Perspektive der Abwägung der Interessen  der Stammbevölkerung einer nachgefragte Gastgesellschaft wie der der Deutschen  und der  Interessen der Zuwandernden weist auf das enorme Konfliktpotential hin, welches eine unkontrollierte massenhafte Zuwanderung nun einmal  in sich birgt.- Die heutige Welt mag in einigen Aspekten der internationalen Mobilität und Kommunikation schon eine globalisierte Weltgesellschaft sein. Sie ist es aber weder politisch , noch rechtlich, noch in Bezug auf die nationalen Mentalitäten. Denn wenn man die ungesteuerte Einwanderung gutheißt, die die Einwanderung in allgemeine Rechtsgüter und Besitzstände anderer Volkswirtschaften und  Gesellschafte nun einmal  ist, müßte wir auch zum Beispiel innerhalb Deutschlands das Eigentumsprinzip aufgeben und sagen: jeder nehme sich das vom volkswirtschaftlichen Kuchen und Besitz, was er meint, für sich und seine Familie notwendig haben zu müssen. Die unkontrollierte Zuwanderung ist nämlich faktisch als Besitzergreifung zu werten. Dies spüren die Stammbevölkerungen und reagieren plötzlich populistisch so allergisch. Selbst der Papst wagt nicht zu sagen: laßt sie bitte  alle herein. Denn dann müßte der Vatikan schlußendlich seinen Reichtum mit Armen teilen. Danach ist dem Vatikan aber gar nicht zumute. – Sigurd Schmidt


Vielen Dank Herrn van Lijnden für seine dezidierte Argumentation zum Datenschutz im Spannungsfeld zwischen datenschutzrechtlichen, staatlichen, wirtschaftlichen und strafrechtlichen Belangen. Er hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und grundsätzliche Fragen aufgeworfen. So würde ich mir wünschen, mehr über Datenschutzabkommen – und -verhandlungsinhalten auf EU-Ebene zu erfahren. Die genannte Ebene gewinnt doch immer mehr an Bedeutung und immer heißt es, die deutsche Politk habe entscheidenden Einfluss auf jene Verhandlungen. Mich beunruhigt tatsächlich die Aussage „berechtigte Interessen“, die mir artverwandt mit „privaten Schiedgerichten im Rahmen von TTIP erscheinen. Ist es so einfach, wie van Lijnden beschreibt, lassen sich die Industrie- und Wrtschaftsinteressen so leicht und einseitig durchsetzen, wie weit sind die Verhandlungen zur Datenschutz-Grundverordnung gediehen und welchen Einfluss könnte man da noch geltend machen? Van Lijnden legt dezidiert und nachvollziehbar dar, dass Gefahr von solcher Art Befugnisse ausgeht. Andererseits entlastet er zugleich die großen Wirtschaftsunternehmen, die demgegenüber weniger gefährlich seien. Das vage ich zu bestreiten. Allerdings obliege richtigerweise auch jedem Nutzer selbst, freiwillig abstinent zu bleiben oder freiwillig zuzustimmen oder auch vertrauensselige Anbieter zu finden (posteo, DuckDuckGo). Es ist die Aufgabe des Journalismus, nicht den Staat zu schützen. sondern Maßnahmen bezüglich des öffentlichen Lebens kritisch einzuordnen. Insofern hat van Lijnden meine Unterstützung. Wir reden aber in Zeiten des Terrorismus auch von einem Staat, der wieder gestärkt werden muss und sich zudem, gerade in Deutschland mit seiner Wirtschaftsfreundlichkeit – ob das positiv oder negativ zu beurteilen sein mag, sei mal dahingestellt – auch mit den eigenen staatlichen Interessen vertragen muss (welches Interesse könnte vorliegen, die eigene Wirtschaft, d.h. Wirtschaftsunternehmen tiefgreifend zu beschädigen, ma sehe den Fall VW). Van Lijnden kann mir aus dieser Sichtweise heraus nicht überzeugend darlegen, dass die „Vorratsdatenspeicherung 2.0“ im Hinblick auf Datenhehlerei bloß eine Abwehr und Verhinderung von Wistleblowertum darstellt. Gerade dass Berufsjournalisten von Strafverfolgung ausgenommen sind, zeigt doch, dass es zulässig ist und bleibt. Und die Panama Papers sind doch dafür das beste Beispiel. Sehr wohl kann dieses Argument van Lijndens Darlegung in groeb Teilen entkräften. Ergänzend will ich hinzusetzen, dass der Staat, zumal der deutsche, dem so viel an Ordnung und Rechtsstaatlichkeit gelegen ist, nicht Tür und Tor für Wistleblower öffnen kann, was wäre dies für ein Signal an Wirtschaftsunternehmen und Geheimnisträger! Das Sowohl-als-auch ist daher, meinner Meinung nach, die Formel, die nicht gänzlich befriedigend wirken kann, aber doch Signale setzt. Dass der Staat sich als starker Staat begreift, der polizeilich und finanzpolitisch auch in der Grauzone arbeitet und sowohl Daten bei Google anfragt (in Deutschland herrscht der Richtervorbehalt) und die Anwerbung von Steuer-CDs für nicht strafbar erklärt, halte ich im Rahmen eines wieder erstarkenden Staates für legitim und dient nicht als Extra-Regel oder gar etwas Unerhörtes.
Insofern wünsche ich mir mehr Hintergründe zu Interessen der verschiedenen Instanzen. Aber abseits der strategischen Ausrichtungen der Instanzen bleibt es eine Aufgabe der Medien, über die wirklichen rechtlichen Gefahren und Bedrohungen zu berichten, wozu ich gerne mehr und dezidierteres läse.
Abschließend bleibt Herrn van Lijnden für seine für mich anregende Darlegung dennoch meinen Dank auszusprechen. – Sven Hansen


Daß sich Sprachen, auch die deutsche, verändern, ist nicht neu. Der Verfasser läßt die negativen Faktoren außer Acht, die sich aus der Vernachlässigung der Lese- und Rechtschreibekompetenz im Schulunterricht ergeben, aus dem falschen Gebrauch von Umstandswörtern auch in dieser Zeitung (z. B. gegenüber des Hauses) und der Unkenntnis der Verwendung der Präteritalformen bestimmter Verben, die auch eine unterschiedliche Bedeutung signalisieren (schleifen – schliff oder schleifte). Denkt man die Argumentation des Verfassers zu Ende, so würde letztlich der Satz korrekt werden, den ich vor Jahren auf einer Wand im Bahnhof Schweinfurt fand: Ich liebe dir und kann ohne du nicht bin. – Dr. Karl Klaus Walther


Ehrlich, Leute trampeln wutentbrannt auf Ihrer Kolumne herum? Nicht zu fassen, denn Sie haben ja durch und durch recht, was hätten die Tiere (und die übrige Natur) für ein schönes Leben ohne uns Menschen. Das einzige, was mich an Ihrem Artikel irritiert ist, dass Sie die „rätselhafte Liebe unseres Herrn“ als „eine rechte Affenliebe“ bezeichnen. Kein Affe ‚opfert‘ sein Kind, um jemand zu erlösen. Nein, so was denken sich nur Menschen aus und wie man sieht war das Opfer vergeblich, denn von einer erlösten Menschheit kann ja nun wirklich nicht die Rede sein. Also bitte, in Zukunft keine Affenbeleidigung mehr! – Elisabeth Dietz


Uwe Hinrichs entwirft ein sehr konstruktives und realistisches Bild von einem Sprachwandel, an dessen Ende eine „Diglossie“ stehen könnte. Als Grund und Wurzel für die Veränderung nennt er vor allem Sprachkontakt, Migration und Integration von Fremdsprachlern in den deutschen Sprachraum. Herzlichen Dank für diesen anregenden Artikel! Ich meine, es gibt noch einen ganz wichtigen Faktor, der das Geschilderte ergänzt: In den letzten Jahrzehnten sind die deutschen Dialekte enorm auf dem Rückzug. In vielen Gebieten (ich kann das hier auf südthüringischen Dörfern beobachten) verschwindet der Dialekt, und es verbleibt ein dialektgefärbtes, „unsauberes“ Hochdeutsch. Die deutsche Hochsprache „verdaut“ also momentan nicht nur Migranten und Zuzügler, sondern auch Millionen von ehemaligen Dialektsprechern und ihren Kindern. Das ist ebenfalls ein Veränderungsfaktor, der den beschriebenen Prozess vorantreibt und verstärkt. – Armin Pöhlmann


Am Ende steht: [in der deutschen Sprache] „gibt es … mehr Präpositionen …“: Mir scheint, dass es eher weniger werden, denn viele werden durch das aus dem Englischen direkt übernommene „zu“ verdrängt: Freund zu statt von, Beschwerde zu statt gegen, Information zu statt über und viele andere solcher Beispiele. Es könnte allerdings sein, dass Sie, Herr Prof. Hinrichs, meinten „es gibt mehr Präpositionalkonstruktionen“, d.h. also, dass Kasus durch sie ersetzt werden: Paradebeispiel der Possessivdativ „dem Margret ihr Mann“ (kommt übrigens beim aus Schwaben stammenden Schiller im „Wallenstein“ noch vor, allerdings mit dem Genitiv verschränkt: „Auf des Kaisers seinem Schiff ist er zu kommen in Begriff“ – das finde ich sehr apart). II. S. 60, 4. Sp. 4, Z. 6:
Viel schöner ist da die alemannische Version des Murphy’schen Gesetzes: Du chasch niä so dumm denkche, wiä’s chunnt (Du kannst nie so dumm denken, wie’s kommt). – Volker Morstadt


Es gibt auf der Welt Gebiete, da ist die Briefkastenfirmendichte weltrekordverdächtig. Warum aber betreibt jemand überhaupt eine Briefkastenfirma? Oder stellen Sie sich vor, jeder Ottonormalverbraucher würde sich eine Briefkastenfirma einrichten. Die Steueroasen würden unter dem Dichtestress zusammenbrechen. Glücklicherweise ist das Potential an Briefkastenfirmen beschränkt respektive deren Auftraggeber eine Minderheit, da das Vermögen entsprechen sehr ungleich verteilt ist. Aber zurück zur Ursprungsfrage. Letztlich geht es um Steueroptimierung. Derweil jene Personen, die ihre Steuern zulasten ihrer Wohnsitzländer in Briefkastenfirmen optimieren, die Annehmlichkeiten und gut ausgebauten Infrastrukturen in den Ländern ihres Wohnsitzes nutzen. Dies ist eine Form von Doppelmoral. Oder wie es eine US-Milliardärin schonungslos und offen auf den Punkt gebracht hat; Steuern zahlen, vor allem die „volle Länge“, sei etwas für arme Leute. Dies ist die eine Form von Doppelmoral. Die andere Form gehört Politikern wie David Cameron und Barack Obama. Diese angeblichen Vorkämpfer für Steuergerechtigkeit und Transparenz lassen in ihren Ländern oder auf ihren Inseln seit Jahren bekannte Steueroasen in Ruhe gewähren. – Pascal Merz


Danke für diesen berührenden Artikel. Danke, lieber Herr Vogel! Was für ein Vorbild Sie sind. Wundervoll. Eine ergreifende Geschichte, gut verständlich geschrieben. Wie so oft dieser Tage, wird mir auch hier vor Augen geführt, wie privilegiert ich bin und wie ungerecht die Welt ist. Ich wünschte jeder Einzelne würde nur ein bisschen mehr tun um diese Ungleichheit zu beheben. Die Angst und Not der Flüchtenden muss so unendlich groß sein, wahrscheinlich unvorstellbar für uns. Diesen Weg nimmt doch niemand freiwillig auf sich. Ist das so schwierig zu verstehen? – Rebecca Kasper


Die OECD empfiehlt: Rentenalter rauf und Vorsicht beim Mindestlohn. Es ist keineswegs so, dass hierzulande nicht über die Rente, bzw. die Erhöhung der Lebensarbeitszeit diskutiert wird. Nach der CDU (Wolfgang Steiger) hat auch die Junge Union (Paul Ziemiak) und die deutsche Wirtschaft (Ingo Kramer) wiederholt gefordert, das Renteneintrittsalter der statistischen Lebenserwartung anzugleichen, um dadurch die Lebensarbeitszeit zu erhöhen. Bei allen Diskussionen über die Lebensarbeitszeit wird jedoch verschwiegen, dass die Lebensarbeitszeit wesentlich mit dem Einstieg in die Erwerbstätigkeit zusammenhängt. Unter den gesetzlich Versicherten gibt es die, die bereits mit 14 Jahren ins Erwerbsleben eingestiegen sind und die, die nach langem Studium, erst mit 30 oder 35 Jahren erwerbstätig wurden. Neben der Art der Tätigkeit ist aber natürlich auch die Dauer der Berufstätigkeit von großer Bedeutung, wenn es darum geht, wie lange ein Berufstätiger leistungsfähig ist. Allein das statistische Lebensalter heranzuziehen, um die Leistungsfähigkeit von gesetzlich Rentenversicherten festzulegen, reicht mit Sicherheit nicht aus. Wenn ein Arbeitnehmer 50 Jahre berufstätig war, sollte es jedenfalls ausreichen, um eine auskömmliche Rente zu erhalten, die wesentlich über der Grundsicherung liegt. Wer also mit 15 Jahren erwerbstätig wurde, sollte auch mit 65 Jahren in Rente gehen können, ohne sich von Leuten Vorhaltungen anhören zu müssen, dass sie den Jungen etwas wegnehmen würden. Auf was die sog. Experten der OECD, CDU, JU und der Wirtschaftsverbände auch nicht eingehen ist die Tatsache, dass die deutsche gesetzliche Rentenversicherung, durch zahlreiche versicherungsfremde Leistungen, belastet ist, die nur zum Teil aus Steuermitteln bezuschusst werden und ein großer Teil unserer Berufstätigen sich längst aus der solidarischen Finanzierung unserer Sozialversicherung verabschiedet haben, weil sie ihre eigene, private Altersvorsorge haben, ohne versicherungsfremde Leistungen. Natürlich war auch der rot/grünen Regierung, unter Kanzler Schröder, klar, dass die Agenda 2010, mit Einführung des Niedriglohnsektors in Deutschland, dazu führen wird,  dass die Mittelschicht schrumpft und die Altersarmut zunimmt. Die sog. Riesterrente hatte und hat nur eine Alibifunktion. Die Pflichtversicherten sind auch gespannt auf die Diskussionen über die steuerfinanzierten Altersbezüge und Beihilfeansprüche unserer Politiker, Staatssekretäre und Beamten, da die Aufwendungen dafür sehr stark angestiegen sind und weiter zunehmen. Oder müssen hier vielleicht keine Einsparungen vorgenommen werden, weil die Steuereinnahmen ständig zunehmen? Das Thema schein tabu zu sein und erinnert an das Motto von Ludwig dem XIV.: „Das Volk ist wie eine Kuh die man melken muss!“ – Gerhard Oechsler


Dei Beispiele von Uwe Hinrichs wie „er hat es ihn versprochen“ oder „helf mal“ oder „die politische Lage in Westen“ und auch alle anderen Beispiele sind entweder Schreib- oder Hörfehler oder nachlässiges Reden, aber in meinen Augen kein Anzeichen einer veränderten Grammatik-Gewohnheit. Ein Beispiel, das sehr oft, auch gerade im Schriftdeutsch auftaucht, ist „wem sein „bzw. „dem sein“ anstatt wessen oder dessen. Meiner Meinung nach werden auch in den Duden zu häufig „Slang“-Wörter als Erweiterung der deutschen Sprache hineingenommen. Dass Menschen, bei denen Deutsch nicht die Muttersprache ist, häufig grammatische Grundformen benutzen, ist nicht eine Veränderung der deutschen Sprachgewohnheit. – Ingo Sander


Viel verwirrendes Geschrei wieder mal von den Medien zur längst bekannten „Aufdeckung von Finanzgeschäften“ , doch nur wenig Konkretes folgte. Neu sind diese „Aufdeckungen“ auch nicht. Es bleibt die Frage, wovon soll abgelenkt werden?! – Von der „explosiven Stimmung bei Flüchtlingen in Griechenland“, von einer EU am Anfang vom Ende, speziell nach dem „Nein“ der Niederländer zum Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, von der fragilen Gemengelage der internationalen Politik? Nach den Osterferien ist der Bürger erholt und könnte zum Nachdenken kommen. Der gedankliche Freiraum muss mit sinnlosen Informationen zugeschüttet werden. – Erik Schneider


Ein aufschlussreiches Gespräch. Warum nur musste ich beim Lesen immer wieder an den Kolumnentitel ‚Meinung eines Bären von geringem Verstand‘ denken…? Die vorgetragenen Ansichten über das, was nicht nur Herr Mason für folgerichtige Zukunftsentwicklung hält, passen sehr gut zu seinem ‚multiplen‘ Lebenslauf, wobei ich ‚multipel‘ nicht generell abwertend bewerten will. Man stellt nur immer wieder fest, dass solche Lebensläufe, zumal bei Intellektuellen, meist in dem persönlichen Irrtum münden, aus den phasenhaften Betätigungen auf allerlei Gebieten jeweils auch soviel Wissen und Kompetenz angesammelt zu haben, dass daraus Urteils- und – bei soziologischen Beobachtungen – Vorhersagefähigkeit entstehen kann. Ich will nicht ins Detail gehen, aber die Aussagen von Herrn Mason zu „Null-Grenzkosten“, zum „Niedergang der Preise für Informationen“ und zur „Geldschöpfung durch Rückfließen von (nichtsnutzigem) Vermögen ins System“ sind nur als Torheiten und als Beleg trotzkistischen Halbwissens auf betriebs- und finanzwirtschaftlichem Gebiet zu werten. Man kann natürlich von Null-Grenzkosten und vom Nutzen kostenloser Informationsverbreitung trefflich faseln, wenn man vergisst, dass die Anlaufkosten vor Erreichen von (behaupteten) Null-Grenzkosten von inzwischen tausenden Click-Workern zu Hungerverdiensten erbracht werden, und wenn man Informationserwerb aus Wikipedia mit Kompetenzgewinn, Gestaltungsfähigkeit und wirtschaftlicher Relevanz verwechselt. Und, natürlich, der hirnvernebelnde Rausch der ‚vernetzten‘ Smartphone-basierten Identitäten, der darf bei einem modernen Wahrsager niemals fehlen. Warten wir’s ab, er endet spätestens dann, wenn die heute mit glasigen Augen predigenden Digitalisierungs-Propheten und ihre inzwischen schon nicht mehr selbst nachdenkenden Schüler merken, dass nicht ihr Smartphone, sondern sie selbst zum Arzt oder gar ins Pflegeheim müssen.
Ein Modeglaube unserer modernen Gesellschaftspropheten auch, dass sich Zukunft vor allem aus den Entwicklungen, zumal den technischen, der letzten 10, 20 Jahre ableiten lässt. Zukunft, das sollte man als Erwachsener eigentlich längst begriffen haben, hat ihre tiefsten Wurzeln immer weit zurück in der Vergangenheit, oftmals kann man sie gar nicht mehr genau identifizieren. Und vergessen wir bitte nicht: Ihre Richtung entschied sich in der Geschichte oft genug in einem winzigen Augenblick durch die Idee oder den Entschluss eines einzelnen Menschen. Wir werden dies in den nächsten Jahren in Europa lernen, wenn wir uns damit auseinandersetzen müssen, dass ein ganzes Jahrtausend Vergangenheit mit ungeahnter und bisher in keiner Weise beherrschter Wucht zukunftsgestaltend zu uns einwandert. – Matthias Wagner


Stimmt – Dankbarkeit ist ein großes Wort. Mir fällt noch ein weiteres ein: Demut. Die passenden Orte, an denen wir danken und demütig sein können, haben wir schon: mindestens zwei Mal am Tag vor dem PC und öffentliche, gemeinschaftsstiftende Tempel stehen auch zur Verfügung. Jetzt fehlt nur noch ein Stifter, möglichst einer, der nicht mehr unter den Lebenden weilt – und fertig ist die neue Religion. Ihre Vision: One More Thing!
Ich übertreibe? Natürlich, wie soll man denn sonst auf den Artikel Hände weg, Big Brother von van Lijnden reagieren? Mit Humor wäre noch eine Möglichkeit. Doch schon die nervige Behauptung im Untertitel, Bürger, die Konzernen misstrauen hätten Vertrauen gegenüber dem Staat in Sachen Datenschutz, erzeugt doch eher Ärger, weil sie schlicht und einfach falsch ist. Wird man jetzt in der Diskussion um Datenschutz schon als rechtskonservativer, dem Vater Staat blindlings Vertrauender, oder noch schlimmer, gar als Trump-Anhänger, angesehen, wenn man sich kritisch über das Gebaren bestimmter Konzerne äußert? Herr van Lijnden, wie sieht eigentlich Ihr Ergebnis aus, wenn Sie Ihre Testfragen in Bezug auf die Sicherheit Ihrer Daten vor dem Staat anwenden? So viel zur Aussagekraft Ihres Tests. Außerdem stört eine ziemlich misslungene Wortwahl. Mir geht es nicht um politische Korrektheit, aber einen Terroristen als muslimisch zu bezeichnen ist doch befremdlich. Völlig daneben allerding ist die Einleitung des Absatzes, in dem es um den islamistischen Terroristen geht: „Ja, die IT-Konzerne selbst müssen sich schützend vor ihre Nutzer stellen.“. Nein – da bin ich dann doch zu humorlos. Dankbarkeit und Demut werden also belohnt: mit Schutz und Sicherheit. Beim Schreiben dieser Zeilen am PC merke ich schon, wie sich langsam mein Rücken krümmt. Wird das eine Verneigung – womöglich sogar ein Gebet? – Dieter Gascho


Die Intension dieses Beitrags geht mir nicht ein, sollte das eine Provokation, Satire oder Ironie darstellen, oder wäre es vielleicht ratsam zu überprüfen, auf welchen Gehaltslisten der Redakteur auftaucht. Sollten wir z.B. der Firma der Herren Page und Brin Staatsbefugnisse einräumen, da die Anfragen unserer Strafverfolgungsbehörden ja schon zu 58% beantwortet werden? Was ist mit den restlichen 42%, schlägt die Firma dadurch Kapital gegenüber ihrer Konkurrenz heraus oder sind die einfach nur zum Machterhalt da um die eigenen Algorithmen zu perfektionieren?  Ich bin grundsätzlich gegen jede Art der Datensammelwut, der Missbrauch liegt dann nämlich nicht weit weg und die Geschichte hat gezeigt, dass vornehmlich (Netz- ?)Diktaturen dazu neigen. Menschen sind prinzipiell anfällig dafür Macht zu erhalten und zu damit Schindluder zu treiben. Ich habe mein Smartphone stillgelegt und benutze ab und zu nur noch dessen Kamera, überweise jedoch, zur Beruhigung des Redakteurs, regelmäßig einen bestimmten Betrag an den Verein von Jimmy Wales. – Rainer Ciliox


Mit Interesse habe ich den Artikel über die Zukunft der deutschen Sprache gelesen. Nun haben wir als im tiefsten Baden auf-gewachsene Jugendliche eingehämmert bekommen, dass wir Hochdeutsch lernen müssen, wenn wir Karriere machen wollen. Und Lehrer mussten im Klassenzimmer zwingend Hochdeutsch mit den Schülern reden. Alle, die heute dreissig oder jünger sind, sprechen keinen Dialekt mehr und haben manchmal sogar Mühe, den Dorfdialekt zu verstehen. Deutschland von Nord bis Süd spricht hochdeutsch: ich steig am Bodensee in den Zug: Hochdeutsch. Zwischenhalt in Stuttgart: Hochdeutsch. Zwischenhalt in Frankfurt, Köln, Hamburg: Hochdeutsch. Nur Bayern hält sich tapfer, aber auch das Bayrische wird ein Ende finden im Wahn um eine einheitliche Sprache. Und was passiert jetzt mit dieser Einheitssprache? Dem halt ich nicht aus. Vielleicht sollten wir auch noch ein Gesetz erlassen, welches nur noch ein Bier in Deutschland erlaubt, als die verwirrende Vielfalt, die wir jetzt haben. Und fertig is mit Schwarzwälder Kirschtorte, jetzt gibt’s bundesweit nur noch Apfelkuchen. Und so viel verschiedene Wurstsorten. Weg damit, weg mit den Traditionen, die die deutsche Vielfalt ausmachen. Wollen wir nur hoffen, dass mit Einheitsbier, Einheitskuchen und Einheitswurst nicht dasselbe passiert wie mit der Hochdeutsch. – Andi Pfaff


Für mich ist die Zeit eine Zeitung mit Anspruch und Niveau, von daher finde ich es schade und unnötig, wenn pauschalisiert wird, wie in all den anderen Zeitungen auch. „Die Reichen“ , bedeutet so viel wie “ alle Reichen“. Auch Herr Wefing weiss wahrscheinlich, dass nicht alle „Reichen“ ihre Solidarität mit 99 % der Menschheit aufkündigen, sondern dass auch sehr viele Spenden, Steuernzahlen und sich für die Menschheit engagieren. Die Wortwahl in diesem Artikel trägt leider sehr zur Schwarzweissmalerei bei und hilft nicht unser Miteinander zu verbessern. Gut ist, dass aufgedeckt und geahndet  wird, wenn Steuern hinterzogen werden, aber allgemein von „den Reichen“ zu sprechen, passt überhaupt nicht zur Seriösität der Zeit. Ich wünsche mir, dass das in Zukunft differenzierter formuliert wird. – Anke Peters


Seit langer Zeit habe ich nicht mehr einen so dummen,geistlosen Artikel („Malika, 19, versucht…“) gelesen. Meine Frau behauptet, daß es sich dabei um eine Satyre handelt.Ich wüsste gerne ob sie schon wieder Recht hat Nebenbei. Das ganze  „Z“ ist ja eine peinliche Anbiederung an neue „moderne“ Leserkreise und hat in der ZEIT nichts verloren. – Fritz Stauder


Ulrich Ladurner drückt sich in seinem Beitrag über die Situation Südtirols um die entscheidende Frage herum: was geschieht mit diesem deutschen Land, wenn die italienische Republik versagt? Es ist dieselbe Frage, die auch das belgische Eupen und Malmedy betrifft. Die Lage der deutschen (deutschsprachigen) Bevölkerung ist prekär, ihre nationalen Rechte vom goodwill chauvinistischer Nachbarn abhängig. Falls diese Staaten zusammenbrechen ist Europa ist kein Schutz dagegen, da die „Schutzmacht“ Bundesrepublik ihrer Aufgabe in falsch verstandener europäischer Freundlichkeit nicht nachkommen kann und will!
Selbstbestimmung statt Brüsseler Gängel-Super-Staat! – Josef Riga


Bei meiner Gewohnheit, Bücher rückwärts beginnend durchzublättern, in diesem Fall beim „zeiteigenen Buch mit dem Namen Z“, fiel mir auf, dass Zorro mit spitzem Florett sein Signum „Z“ schon  einige Seiten vor dem „Anfang“ des Buchs in der oberen linken Ecke der Seite eingeritzt hatte. Sofort dachte ich: Ein kluger Mensch sieht sehr schnell ein, was sein kann, muss durchaus nicht sein! Tausend  Gedanken gingen mir beim Lesen seines Beitrags in der Ausgabe Nr. 16 mit dem Titel „Du bist schuld“ durch den Kopf und flogen hin zu dem Glückspilz Alard von Kittlitz. Ein Mensch, dachte ich, der seine Schuld eingesteht! So einzigartig, so selten, mit einem knackigen Hintern in der Hose, wie man ihn kaum noch irgendwo im Blätterwald antrifft! Selbst dann, wenn er ein „Z“ auf die letzte Seite einer Zeitungsseite brächte, bekämen er, die Putzfrau in der Morgenschicht und die gesamte ZEIT-Elite von mir ein Frühstück spendiert, weil es vollkommen Wurst ist, wo in der ZEIT ein „Z“ steht. Sie schreiben ohnehin bei ziemlich einfachen Sachverhalten und Themen unzählige Buchstaben seitenweise hin, da kommt es auf ein „Z“ mehr oder weniger nicht an! Nur Mut! Macht´s wie der Alard!  Ändert die Routinen!
Nochmals: Herzliche Grüße und Glückwünsche, lieber und mutiger Alard von Kittlitz,  den Zorro mit einem herzhaften „ HOLA, Alard!“ unterstützen würde! – Dieter H. Sommer


Im Feuilleton der Ausgabe vom 7.April wird der Verfall der deutschen Sprache beschrieben. „Nicht nur der Genitiv stirbt….“ heisst es dort. Selbst der ZEIT scheint der Dativ abhanden gekommen zu sein. In der Überschrift zur Titelgeschichte auf Seite 1 heisst es:“ Auf hoher See begegnen sie jeder Menge Widersprüche (!) und Lügen.“ Hätten nicht nur die Lügen, sondern auch die Widersprüche den Dativ verdient? Abgesehen davon hätte „vielen“ der ZEIT besser gestanden als das umgangssprachliche „jede Menge“. Wir müssen uns, was ein korrektes Deutsch angeht, offensichtlich alle an der Nase fassen. – Dr. Gesine Rothmund


Ein Aspekt ist nicht erwähnt worden: Der zunehmende Bedeutungswandel von Begriffen. Als Beispiel sei hier der Ausdruck „Verantwortung“ genannt. Immer öfter ist in Medien zu beobachten, dass dieser aus der mittelalterlichen Gerichtssprache stammende ethische Begriff, der sich somit allein an die Menschen richtet, auch für nichtethische Ereignisse benutzt wird. Als sich zum Beispiel eine Regenfront Deutschland näherte, sollte dafür ein Tiefausläufer über England „verantwortlich“ sein. Ähnliche Meldungen wie diese aus einem ARD-Bericht von 1997 sind wiederholt zu hören. Ist hier der eher zutreffende Ausdruck „ursächlich“ leichthin durch das Wort „verantwortlich“ ersetzt worden? Ein Bedeutungswandel hat sich offenbar auch für den Begriff „Schuld“ vollzogen, wenn von ihm im Zusammenhang mit Berichten beispielsweise zum Tsunami, zu Sturmschäden oder zu überhöhter Geschwindigkeit die Rede ist. Schuld kann demgegenüber allein der Mensch auf sich laden. – Franz Brockmann


Der Leitartikel „Gier ohne Grenzen“ spricht mir aus der Seele. Er könnte unter dem Eindruck der Lektüre von Sahra Wagenknechts kürzlich erschienenem Buch „Reichtum ohne Gier“ verfasst worden sein. Über eine Aussage in Herrn Wefings Artikel ärgere ich mich jedoch sehr: „Dieses Wissen erzeugt Wut, und von dieser Wut profitieren linke und rechte Populisten…“
Rechte Populisten mit der Linken in einen Topf zu werfen, ist nicht nur ein falsches Stereotyp (wenn auch häufig zu hören), sondern auch unfair und mindestens gedankenlos. Das gerade angesprochene Buch von Frau Wagenknecht ist ein gutes Beispiel für Sachhaltigkeit und wissenschaftliches Denken der Linken in Deutschland. Dem haben die Populisten der AfD oder Pegida-Bewegung nichts entgegenzusetzen außer verlogenen Sprüchen und faschistoidem Benehmen. Mit dieser Differenzierung nehme ich ausdrücklich nicht anarchistisch-chaotisch motivierte Gewalttäter in Schutz. Sie sind für den politischen Diskurs in gleicher Weise disqualifiziert wie prügelnde, waffennärrische (Neo)Nazis. – Viktor Rintelen


Zu dem Artikel von Claas Tatje möchte ich mindestens Folgendes anmerken: Gut recherchiert, aber in Grundaussagen leider doch verdreht. Auf diese Weise Belege für eine Mitverantwortung des IG Metall bzw. der IGM-Betriebsräte am Abgas-Skandal zu sammeln, ist ziemlich verwegen. Beispielhaft:
1. Der “loyale VW-Werker” Müller sagt gewerkschaftskritisch (!): “Ohne Gewerkschaft bist du nichts!” Er hat ja so recht! Ohne eine starke IG Metall sähen seine Arbeitsbedingungen vielleicht etwas anders aus. Die Beschäftigten in Betrieben ohne Gewerkschaft und ohne Tarifbindung können ein Lied davon singen. Zitat des gewerkschaftskritischen Montagewerker Gerber: “Tritt in die IG Metall ein, dann hast Du es leichter” und “Bessere Arbeitsplätze gibt es fast nur für IG Metall-Mitglieder.” . Stimmt genau, denn nur als Gewerkschaftsmitglied hat man einen gesetzlich zwingenden Anspruch auf die von der Gewerkschaft erstrittenen Tarifleistungen (§ 4 Abs.1 und 3 des Tarifvertragsgesetzes). Wer sich die Beiträge spart und nicht in der Gewerkschaft ist, ist darauf angewiesen, dass der Arbeitgeber ihn oder sie freiwillig den Gewerkschaftsmitgliedern gleichstellt (warum wohl?). Man nennt das auch salopp: Trittbrettfahren. Das Tarifsystem bei VW und anderswo in der Metallindustrie ist nicht vom Himmel gefallen, sondern erkämpft worden. Also geht es tatsächlich um Kraftproben und einheitliches Handeln , um Solidarität . Das ist nicht “unheimlich mächtig”, sondern zum Teil dramatischer Alltag in den Betrieben.
2. Zum Gewerkschaftsausschluss Benno Harms sagt der Autor: “Vielfalt im Unternehmen entsteht so allerdings nicht.” Um “Vielfalt” im Unternehmen geht es in diesem Zusammenhang aber nicht primär. Grundsätzlich sind Persönlichkeitswahlen im Betrieb sicher besser als Listenwahlen. Es dürfte aber nachvollziehbar sein, dass die IG Metall bei Betriebsratswahlen jedenfalls dann, wenn es mehrere gegen sie konkurrierende Listen gibt, sich nicht selbst Konkurrenz macht, sondern in der Regel entscheidet, eine gemeinsame IGM-Liste aufzustellen. Das geschieht durch ihre satzungsmäßigen Gremien vor Ort und im Betrieb (gewählte Vertrauensleute), ebenso die Zulassung von begründeten Ausnahmen. Das kann in der Organisation durchaus konfliktreich ablaufen. Aber: Wer sich nicht an die gefassten Beschlüsse hält, sondern bewusst eine konkurrierende Liste aufstellt, schädigt tendenziell die IG Metall im Betrieb. Je nach Einzelfall kann nach Satzung der IG Metall vom Vorstand der IG Metall mit Rüge, befristetem Funktionsverbot oder sogar Ausschluss sanktioniert werden. Dazu hat in der Tat das Bundesverfassungsgericht schon im Jahr 1999 (BVerfG, Beschluss vom 24. Februar 1999 – 1 BvR 123/93 –, BVerfGE 100, 214-225) festgestellt: “Für Koalitionen iSv GG Art 9 Abs 3 sind die Solidarität ihrer Mitglieder und ein geschlossenes Auftreten nach außen von besonderer Bedeutung. .. Konkurrierende Listen eigener Mitglieder wirken der Glaubwürdigkeit der Wahlaussagen und dem Vertrauen in die Durchsetzungsfähigkeit bei Tarifauseinandersetzungen entgegen. .. (Gewerkschaftsmitglieder) haben sich mit ihrem Beitritt zur Gewerkschaft freiwillig deren Satzungsautonomie unterworfen und die Verbindlichkeit ordnungsgemäß zustande gekommener Beschlüsse anerkannt. Im Gegenzug hatten sie die Gelegenheit, sich an der gewerkschaftsinternen Willensbildung zu beteiligen und so selbst auf deren Entscheidungen Einfluss zu nehmen.” – Clemens Franzen


Ein Aspekt zu dem Beitrag „Ist Merkels Türkei Politik richtig?“ wurde außeracht gelassen. Meiner Meinung nach muss der Deal ausgesetzt werden und zwar nicht, weil die Regierung Davutoglu und Präsident Erdogan die Menschenrechte (z.B. Presse und Versammlungsfreiheit) nicht achten oder die Unabhängigkeit der Justiz in Frage gestellt wird. Man kann sich seine Partner nicht immer aussuchen. Er sollte ausgesetzt werden, weil die Türkei nicht zur Lösung des Syrienkonfliktes beiträgt, sondern ihn im Gegenteil verschärft. In den letzten Jahren hat sich das Selbstverständnis der Türkei gewandelt, von einer Speerspitze des Westens hinzu zu einer Regionalmacht im Mittleren Osten. Daraus ergibt sich, dass sie eine eigene, dem Westen entgegengesetzte,  Interessen verfolgt. Der Westen (Deutschland, USA, GB, Frankreich etc.) sind mit den kurdischen Verbänden der YPG verbündet. Die Türkei bekämpft diese Verbände aktiv, mit anderen Worten wir liefern Waffen und Ausbildung und die Türkei zerstört die Waffen und tötet unsere Verbündeten. Auch ist die Türkei ein Unterstützer der Al Nusra Front. Diese beiden Tatsachen verbieten ein Bündnis mit der Türkei-  so verzweifelt Frau Merkel auch sein mag. Der Deal macht strategisch keinen Sinn! – William Hardiman


Ist das noch mein Europa? Bisher war ich überzeugt, dass – trotz vieler kritikwürdiger, problematischer Zustände – in Europa immerhin Werte gelten, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit. Nun muss ich fassungslos zusehen, wie Europa immer mehr seine eigenen Werte verrät. Dies gilt nicht nur für einzelne Mitgliedsstaaten, in denen demokratische Freiheiten erodieren, sondern auch für die EU-Institutionen selbst. Die EU gibt viele Millionen aus, damit die nordafrikanischen Staaten die Drecksarbeit machen und die verzweifelten Menschen mit allen Mitteln an der Flucht hindern. Dass dabei schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen werden, und dass weiterhin tausende Menschen, die dennoch die Flucht antreten, im Mittelmeer ertrinken werden, wird dabei in Kauf genommen. Faktisch werden das europäische Asylrecht bzw. der humanitäre Schutz abgeschafft, wenn Menschen, egal ob sie vor Verfolgung, Krieg oder Hunger fliehen, überhaupt nicht mehr nach Europa einreisen können. Größte Hochachtung für Kapitän Vogel und seine Mitstreiter, die diese großartige Mission organisiert haben und die sich unter hohem Einsatz selbst auf den Weg machen, um die Flüchtenden aus Seenot zu retten. – Ingrid Ahrens


Für den interessierten Zeit-Leser hat dieser Artikel kaum „Mehrwert“, wahrscheinlich, weil er nur am Schreibtisch konzipiert wurde und ihm keine zusätzlichen  Recherchen vor Ort vorausgingen. Da wird Bekanntes, wenn auch Tragisches – der Genozid – wieder aufgerollt und indirekt der Leser dazu verleitet, angesichts dieses Verbrechens auf der Seite der Armenier zu stehen. Und nachdem Armenien den meisten Platz einnimmt, erfährt man über  Aserbaidschanisch nur, dass es ein Bündnispartner der Türkei ist. Für mich, der seit dem Erdbeben 1988 wegen eines österreichischen Hilfsprojekts mindestens zehnmal in diesem Land gewesen ist, stellt sich dieses mit seinen überaus gastfreundlichen BürgerInnen viel unterschiedlicher, ja mit vielen Widersprüchen dar. Ein paar Beispiele: Als vor ca. 10 Jahren eine türkische Firma in der durch das Erdbeben krisengeschüttelten Provinz Shirak eine Niederlassung gründen wollte, sagte die Politik „nein“, was von der dortigen Bevölkerung mit Kopschütteln quittiert wurde. (In Shirak ist jeder zweite ohne regelmäßige Arbeit.)  Sind also nur die Türken das Problem? Als vor ca. eineinhalb Jahren ein russischer Soldat in Gyumri (Hauptstadt von Shirak) Amok lief und bis auf ein vierjähriges Kind eine armenische Familie ausrottete, wurde dieser nicht den armenischen Gerichten ausgeliefert, sondern kam vor ein russisches Militärgericht. Demonstrationen der Bevölkerung nutzen nichts. Die armenische Politik ließ sich das gefallen.
Die Karabachkämpfer und ihre Familien genießen erstaunliche Privilegien. So haben sie z.B., im Gegensatz zu allen anderen, kostenlosen Zugang zu allen Gesundheitseinrichtungen. Die Militärdienstpflicht beträgt 2 Jahre. Alles begünstigende Faktoren für so einen Konflikt, die wahrscheinlich auch dazu beitragen, sich beim Spiel der Mächtigen einspannen zu lassen, wenn diese von innenpolitischen Konflikten ablenken wollen. Während es in Shirak 28 Jahre nach dem Erdbeben immer noch rd. 6000 obdachlose Familien gibt, die in Containern hausen müssen, lassen in Eriwan die Oligarchen für ihre Kinder Paläste bauen.
Dieser Staat könnte nicht existieren, wenn nicht die Exil-Armenier ihren zurückgebliebenen Angehörigen laufend finanziell aushelfen würden. Die meisten Wohn-  und Straßenbauten in der Erdbebenregion wurden von einer Stiftung des armenischen Milliardärs Kirk Kirkorian finanziert. Im Gegensatz dazu haben sich die Lokalpolitiker auf dem Hauptplatz ein protziges Rathaus bauen lassen, dessen Aussehen jeden Bürger/jede Bürgerin verhöhnt.
Dieses Land ist voller Widersprüche (die Rolle der armenischen Kirche thematisiere ich lieber nicht). Warum kam es bisher nicht zu einem dauerhaften Frieden? Warum immer wieder Genozid? Junge Armenier sagten mir: Erinnerung – ja, Nicht-Vergessen – ja, Blockade für die Zukunft – nein!
Für die ZEIT wäre es an der Zeit, diesen einmal nachzugehen. – Hans Döller


Sie greifen mit Frauen in der Wissenschaft –  wie auch Frau Thadden in der Zeit Nr. 24 in 2015 – ein vieldiskutiertes Thema auf. Wenn man es recht besieht, fragt man sich natürlich, warum Sie sich wundern. Denn so wie Sie es schildern – Wissenschaftlerinnen mit Baby –  ist es wohl nicht immer, aber doch auch nicht selten. Alle, die mal in den Forschungsbetrieb hineingesehen haben, kennen die notwendigerweise ehrgeizigen Professoren und die stark unter Druck stehenden Wissenschaftler/innen. Sie nennen drei Gründe warum es nicht so wie gewünscht funktioniert. Die Männernetzwerke, unbewusste Vorurteile (unconscious bias), Familie und Karriere. Nun wird seit 50 Jahren und mehr um die Gleichberechtigung gekämpft und gerungen: engagierter Feminismus, Genderforschung, Schwerpunkte in Gewerkschaft und Politik, Quoten und vieles mehr. Manchmal hat man das Gefühl, dass das ständige Wiederholen und Bedauern, der politische Aktionismus und auch die vielen Evaluationen von Untersuchungen eher den Blick für das Wesentliche verbauen. Wenn ein junges Paar in der Wissenschaft arbeitet, ist doch immer auch eine Familiengründung mit einem Baby denkbar. Die Probleme junger Familien generell, nicht nur in der Forschung, sind bekannt. Leider krankte die Emanzipationsbewegung immer darunter, dass Kinder nur selten im Fokus standen. Das Problem wurde häufig vergessen oder  wegdiskutiert: zu kompliziert, zu menschlich, zu zufällig, nicht greifbar. Dabei wäre doch ein großer Schritt nach vorn getan, wenn dieses Problem mal als ein solches erkannt und benannt würde: Mütter und Väter haben es schwer. Auch Sie tun es leider nur verdeckt unter dem Stichwort Familie. Ich nenne ganz einfach mal ein paar Maßnahmen, die machbar wären: So sollte eine Betreuung von Kleinkindern möglichst ganztägig (bis in den Abend) bzw. für Schulkinder nach der Schule stattfinden. Die Zeitbegrenzung für das Studium (Regelstudienzeit) und das Arbeiten an der Uni (Dauer der Masterarbeit oder der Promotion) sollte für Personen mit kleinen Kindern erhöht werden, ggf. um 50%. Eine ähnliche Verlängerung sollte für Mütter bzw. Väter auch für die Dauer einer Assistentenstelle an Universitäten oder für Projektstellen in der Forschung gelten. Natürlich hört man schon die Bedenken: das geht nicht, dann funktioniert nichts mehr! Aber: der Wissenschafts-betrieb wird überwiegend an Universitäten und in den Max Planck Gesellschaften organisiert. Somit findet er in der Regel im Rahmen des öffentlichen Dienstes statt. Mit Hilfe der Gewerkschaften und der politischen Parteien könnte die Durchsetzung solcher Maßnahmen durchaus möglich sein. Diese Maßnahmen kosten auch nicht übermäßig viel Geld. Allerdings müsste vorher intensive Überzeugungsarbeit geleistet werden, dass – um Gleichbehandlung von Frau und Mann zu erreichen – solche Maßnahmen im Wissenschaftsbetrieb notwendig sind. Ein entscheidender Punkt scheint mir zu sein, dass im beruflichen Bereich ein Kind als Möglichkeit oder Realität mitgedacht wird. Wenn Personen mit Kindern gleichberechtigt behandelt werden und gleiche Chancen (wie die ohne Kinder) erhalten, würde für die von Ihnen angeführten Gründe sicher nicht gleich der Boden entzogen werden. Männernetzwerke wären weniger interessant, Beruf und Familie wären leichter unter einen Hut zu bringen und die unbewussten Vorurteile würden nicht mehr unterstützt. Somit könnte allmählich eine Veränderung der üblichen Denkmuster bewirkt werden. Bis dieser Kulturwandel auch die Wirtschaft erreicht, wird es allerding noch etwas dauern. Vielleicht sollte man in der Zukunft mal praktikable Modelle dort erproben wo es geht. – Hans Lazarus


Daß Liebe zählt und nicht die Lehre, ist für einen dogmatischen Katholiken ein einziger Graus. Man kann eine vorgegebene Norm nicht einfach übergehen. Dann muß man entweder aus dem katholischen ° Verein ° austreten oder muß eine Neue Katholizität ausrufen. Dies hatte es in der Kirchengeschichte ja immer schon gegeben. ^^ Der katholische Weltglauben hatte schon zu Zeiten von Galilei , was die Wissenschaft der Natur anbelangt, völlig daneben gelegen. Jetzt ist es wieder so: am besten würde Sigmund Freud exkommuniziert, aber der war eben der Jude, also ausgerechnet noch / theologisch/ der, der Bruder der Christen IST . ^^ Es mag sein, daß der Jesuit auf dem Papst-Thron eine ganz neue Ära einer Art Reformation in der Katholizität einleitet. Da wir in Deutschland aber gerade auf das Luther-Jubiläum zugehen, muß man sehen , daß Luther selbst – aus heutiger Sicht – noch eine Art Antisemit war und außerordentlich harte Lebenseinstellungen – auch zur Sexualmoral – predigte. Die Selbstausrufung der eigenen Liebes-Religion nach dem Denkduktus von Papst Franziskus ist im „katholon“ ein absolutes Unding. Es ist kein Wunder, daß Papst Franziskus der erste Jesuit auf dem Papst-Stuhl ist. Aber der Vatikan bewacht !! – Sigurd Schmidt


Ehemalige DDR-Bürger sind mit Zuständen wie bei VW bestens vertraut. Man muß nur IG-Metall durch SED und Betriebsratschef durch Parteisekretär ersetzen! Ob ein Mann wie Herr Osterloh wirklich die Interessen aller VW-ler vertritt, sollten diese selbst überdenken. Und ich war so naiv, mir dieses Jahr zum erstem Mal einen dieser überteuerten VW’s zu kaufen, weil ich einen Beitrag zum Erhalt von Arbeitsplätzen leisten wollte. – Peter Medger


Ob Professor Meier sich missverständlich ausgedrückt hat oder aber seine Studierenden falsche Schlüsse gezogen habe, ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Vielleicht handelt es sich um einen verspäteten Aprilscherz? Als gesichert muss jedoch gelten, dass das gezogene Fazit: „Je niedriger die Rente einer Frau ist, desto mehr Kinder bekommt sie“, barer Unsinn ist. Nach jahrelanger einschlägiger Diskussion über das Armutsrisiko der Mütter, die wegen der Kindererziehung auf Erwerbstätigkeit verzichten bzw. diese einschränken, sollten auch Studierende mitbekommen haben, dass es sich grade umgekehrt verhält: Je mehr Kinder eine Frau hat, desto geringer fällt ihre Rente aus. Auch Hans Werner Sinn hat dies mehrfach angeprangert und höhere Mütterrenten gefordert. Die miserable finanzielle Anerkennung der elterlichen Erziehungsleistung einerseits und die Glorifizierung der doppelten Erwerbsarbeit der Eltern ist eine der Hauptursachen unserer demografischen Krise. Es hat sich herumgesprochen, dass die Kinder, die Eltern aufziehen, lt. Rentengesetz als erwachsene Arbeitnehmer nicht für deren Alterssicherung zuständig sind, sondern vorzugsweise die Renten der kinderlosen „Anspruchsberechtigten“ zu zahlen haben, weil diese in ihrer Erwerbsbiografie keine Lücken wegen Kindererziehung haben. – Gertrud Martin


Herzlichen Glückwunsch, die Zeit hat es aufgedeckt! Die Schuldigen für den Dieselskandal bei VW sind identifiziert: es sind Osterloh und der IG Metall dominierte Betriebsrat!
Warum hätten sich die Ingenieure, die mit den Motoren tricksten, in ihrer Not nicht an den Betriebsrat oder an einen der 2400 Vertrauensleute der IG Metall gewandt? Diese Frage stellt der Autor und gibt zwei Sätze weiter die passende Antwort darauf: „Dem Betriebsrat sind hohe Löhne erst mal wichtiger, als die richtige Technik.“ Und wen wundert es, sogar „Ferdinand Dudenhöffer, einer der führenden Autoexperten im Land“ stimmt mit ein und darf seinen Senf hinzugeben.
Warum, frage ich mich, hat sich der Autor Claas Tatje während der dreimonatigen Recherche nicht die Zeit genommen und sich auch einmal kurz mit dem Betriebsverfassungsgesetz beschäftigt? Dort ist genau geregelt, was die Rolle des Betriebsrates ist, wen und was er zu vertreten hat, wo und in welcher Form er mitbestimmen kann. Vorangestellt heißt es dort im § 2: Arbeitgeber und Betriebsrat arbeiten unter Beachtung der geltenden Tarifverträge vertrauensvoll und im Zusammenwirken mit den im Betrieb vertretenen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs zusammen. Die Höhe der Löhne handelt die Gewerkschaft mit dem Arbeitgeber in einem Tarifvertrag aus, nicht der Betriebsrat. Dennoch haben hohe Löhne dem Betriebsrat per se wichtiger zu sein, als die richtige Technik, sofern sich das mit dem Wohl des Betriebs, also auch der Sicherung der Arbeitsplätze, verträgt. Und bisher sah es über die Jahre doch so aus, als hätte es mit dem Aufstieg von Volkswagen geklappt, trotz des „riesigen Einflusses von IG Metall und Betriebsrat“, wie es im Untertitel heißt. Manche sagen sogar: genau deswegen. – Gerd-Eckhard Boßmann


Angesichts von nicht weniger als einem Dutzend Verwendungen von „Bamf“ auf S. 4 in Heft 16/2016 erlaube ich mir mal ein Recycling einer Einsendung an Ihr „Magazin“ (s. u.).
Es heißt „Migration“, mit großem M, es heißt „Flüchtlinge“, mit großem F. Warum denn dann „Bamf“? Sorry, aber ich check’s nicht.
Sie schreiben doch auch „EU“ mit großem U, und nicht „Eu“. Sie schreiben EASO und nicht Easo. WARUM zum Hühnerhabicht denn „Bamf“ und nicht „BAMF“, oder meinetwegen „BaMF“?
Wie ich schon Frau Ott – vergeblich bzw. ohne Resonanz – gefragt habe: WAS bitte spricht dagegen, eine Abkürzung erkennen zu lassen, dass sie eine Abkürzung ist? Jedenfalls wenn jeder einzelne Buchstabe für ein ganzes Wort steht (stehen soll). Ein Mampf ist eben etwas anders als ein Bamf. – Christian Naundorf


Der Inhalt dieser Reportage ist noch untertrieben. Als mittelständischer Unternehmer, der an einem AUDI Standort eine Produktion hat, kann ich die Ausführungen voll bestätigen. Immer wieder werden mir diese Sachverhalte von Ex Auditarbeiter seit vielen Jahren so bestätigt. Der Einfluss der IG Metall ist einfach unerträglich und ist ein Spiegelbild der SED in der ehemaligen DDR. Es geht weniger um die Mitarbeiter, sondern um die Machtspiele der IG Metall. Das Problem ist das Betriebs-verfassungsgesetz. Diese Grundlage ist das Einfallstor für die Gewerkschaften in einem Betrieb. Es handelt sich faktisch um ein „Gewerkschaftsgesetzt“ und bietet die Basis für eine „feindliche Übernahme“. Dieses Gesetzt bedarf einer umfassenden Neufassung. Kürzlich wurde in meinem Betrieb ein Betriebsrat installiert. Die Machenschaften, Manipulationen der Gewerkschaft IG BCE waren haarsträubend und führten auch zu einer erfolgreichen Anfechtung. Alle meine Befürchtungen wurden weit übertroffen. Übrigens halte ich eine der Ursachen des VW Betruges der IG Metall geschuldet. Nachdem mehr als 90 % der Mitarbeiter dort Mitglieder sind, haben eben 90 % der Mitglieder auch den Betrug ausgeheckt und vollzogen. Nachdem der Produktpreis eines Autos sich am Wettbewerbspreis orientiert und auch aufgrund der unerträglichen Gewerkschaftsstrukturen kommt  es zu maßlosen Kosten im Preis. Da die Herstellkosten  massiv höher sind als beim Wettbewerb, bleibt als Folge eben nur ein Einsparpotential im Betrug. Dieser ist die Folge der zu hohen Löhne. Mir liegt eine Lohnabrechnung vor. Nach dieser verdient ein Lackierer bei Audi ca. 100.000,00 p.a..
Es wird Zeit, die Macht der Gewerkschaften im wohlverstandenen Interesse der Mitarbeiter zu begrenzen. – Dr. Franz Schleicher


Ob das Schreiben  von Papst Franziskus „Amoris Laetitia“ auf ein Ende des vatikanischen Rigorismus in Sachen von Familienpolitik und Sexualmoral verweist, kann wohl zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beantwortet werden. Eine deutschsprachige Zeitung des Auslands interpretiert das Schreiben so,  „der Papst suche Freiräume“. Auch Nicht-Katholiken, aber christlich gesonnene Menschen, haben aber bisher das katholische kanonische Recht als die katholischen Laien letztlich unmittelbar bindend betrachten müssen.  ^^ Papst Benedikt XVI hatte kurz nach seinem Amtsantritt den Werte-Relativismus der westlichen Welt scharf kritisiert. Damit war auf Vieles im heutigen Lebensstil und Denken angespielt, auch natürlich auf das Thema des Zerbrechens von Ehen. Wenn jetzt Zuwendung und Liebe gegen das reine Lehramt in Stellung gebracht werden, vollzieht die katholische Kirche schon eine gewaltige Wende. Ob es aus urkatholischer Sicht stringent ist, Fragen der Sittlichkeit ganz auf die Schultern des Einzelnen zu verlagern, muß man wohl mit einem Fragezeichen versehen? – Das Priestertum bis hoch zum Papst spielt im Katholizismus bekanntlich eine besondere Rolle, weil es die gelingende  Vermittlung zwischen dem einzelnen Christen und Gott sicherstellen will. Im Protestantismus sieht sich hingegen jeder Christ unmittelbar zu Gott aufgestellt , nur vermittelt durch sein Gewissen. – Sigurd Schmidt


Ihr am vergangenen Donnerstag erschienener Artikel zu der nun seit mehr als zehn Jahren in regelmäßigen Abständen wiederholten Frage „Wem gehört der Nordpol?“ bedient sich einmal mehr der medialen Rhetorik von „Gebietsgriffen“, „Tortenaufteilungen“ sowie des Bilds eines neuen Kalten Kriegs zwischen NATO und Russland. Unerwähnt bleiben die bisherigen Erfolge bi- und multilateraler Kooperation, etwa im Falle der russich-norwegischen Einigung zum Grenzverlauf in der Barentssee (2010), oder in der Zusammenarbeit im Arktischen Rat. Mit Blick auf das umstrittene Seegebiet geht es den Arctic Five (Sie zählen hier übrigens statt Norwegen fälschlicher Weise Island mit auf, dessen Regierung bislang keinerlei Ambitionen in Richtung Antragsstellung bei der UN-Festlandsockelkommission geäußert hat) um die Ausdehnung der Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ). Das UN-Seerechtsübereinkommen, übrigens auch von den USA als kodifiziertes internationales Gewohnheitsrecht anerkannt, sieht in diesen Zonen weder exklusive Fischerei- oder Schifffahrtsrechte noch vollständige staatliche Souveränität vor. Das Recht auf exklusive ökonomische Nutzung durch Anrainer bezieht sich lediglich auf die im Meeresboden befindlichen Ressourcen. Die große mediale Aufregung um territoriale Claims und bevorstehende Entscheidungen der Festlandsockelkommission ist auch deshalb so irreführend, weil bei genauem Lesen der USGS-Studie auffällt: Der mit Abstand größte Anteil aller Öl- und Gasvorkommen, ob technisch förderbar oder nicht, werden innerhalb der 200-Seemeilengrenze vermutet – hier ist Ihre sprichwörtliche Eistorte also schon längst verteilt. Auch wenn dies auf dern ersten Blick nicht im Fokus Ihres geopolitischen Interesses liegen mag, hätte ich zu guter Letzt gerne ein Wort über Grönland und die indigene Bevölkerung des zirkumpolaren Nordens insgesamt gelesen. Als Vertreter der größten indigenen Bevölkerungsgruppe hat etwa der Inuit Circumpolar Council (ICC) im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte erheblichen Einfluss auf politische Entscheidungen in der Region gewinnen können. – Paul Greiner


Wir hatten Anfang/ Mitte der siebziger Jahre gedacht, uns Frauen stünde nun endlich die Welt offen. Und nun? Nach über 40 Jahren? Neben der angesprochenen Männerseilschaften und der überkommenen Denkmuster in den Köpfen gereicht uns leider nach wie vor allein die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, zum Nachteil. In Deutschland müssen wir uns anscheinend immer noch entscheiden zwischen Kindern und beruflichem Erfolg. Betreuungsplätze sind rar und häufig mit hohen Kosten verbunden. Für Eltern mit gut bezahlter Arbeit mag es immerhin möglich sein, adäquate Betreuungsangebote für ihre Kinder zu finden. Die anderen rutschen allerdings ganz schnell an den Rand des Existenzminimums. Wie grotesk angesichts des Gejammers über zu wenig Nachwuchs! – Sabine Barabas


In der Ausgabe DIE ZEIT vom 7.4.2016 fragt Klaus Klemm: „Warum sinkt die Zahl der Schüler an den Förderschulen kaum?“, obwohl in Deutschland die Inklusionsentwicklung in Schulen seit der Unterzeichnung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung im Jahre 2009 fortschreitet. Den Erfolg der Inklusion in Schulen macht Klemm an der Inklusionsquote fest. Das ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonder-pädagogischem Förderbedarf in allgemeinen Schulen. Dieser Anteil steigt auf inzwischen 34,1 % im Jahre 2014 mit teils erheblichen Unterschieden zwischen den Bundesländern. Die Anwesenheit in der allgemeinen Schule ist demnach schon Inklusion. Demgegenüber steht die Exklusionsquote. Das sind die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die nicht in der allgemeinen Schule sondern in Förderschulen bzw. Förderzentren unterrichtet werden. Das ist in Deutschland weiterhin die Mehrheit, wenn auch mit leicht rückläufiger Tendenz. Angesichts dieser Schwarz-Weiß-Malerei drängen sich Fragen auf. Wenn z.B. eine Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung (also eine Förderschule) es schafft, 80% ihrer Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf bis zum Abschluss einer Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf im Rahmen der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu begleiten: Ist das nun Exklusion oder Inklusion? Wenn eine Klasse einer Förderschule, die ausschließlich aus Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besteht, an einer allgemeinen Schule untergebracht ist und dort mehr als die Hälfte der wöchentlichen Unterrichtsstunden gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der allgemeinen Schulen an gemeinsamen Themen lernt: Exklusion oder Inklusion? Wenn ein Förderzentrum für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung mit Hilfe von Arbeitsassistenz im Rahmen von Unterstützter Beschäftigung Schülerinnen und Schüler (mit geistiger Behinderung, wie es früher hieß) auf dem ersten Arbeitsmarkt mit einem Arbeitsvertrag, gleicher Entlohnung und Sozialabgaben unterbringt: Inklusion oder Exklusion? Wenden wir den Blick weg von den nackten amtlichen Schuldaten hin in die schulische Wirklichkeit, so wird rasch deutlich, dass ideologisch gefärbte Debatten zur inklusiven Schulentwicklung nicht mehr weiterführen. Es gilt festzuhalten: In diesem Land wird niemand von Bildung ausgeschlossen. Hier von Exklusionsquoten zu sprechen ist schlichtweg irreführend. Entscheidend ist nicht nur die Frage nach Inklusion oder Exklusion. Noch viel entscheidender ist die Frage, welche Qualität das Bildungsangebot für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (und selbstverständlich damit für alle Schülerinnen und Schüler) hat. Wenn es gelingt, eine gute Bildungsqualität für alle Schülerinnen und Schüler an allgemeinen Schulen zu schaffen und damit ein inklusives Schulsystem zu entwickeln, dann wird das sicher sowohl von Eltern- als auch von Schülerseite begrüßt. Es ist allerdings daran zu erinnern, dass auch Förderschulen bzw. Förderzentren zu einer guten Bildungsqualität beitragen und einstweilen noch unverzichtbar sind, um eine Bildung für alle sicherzustellen. Inklusive Bildungssysteme in anderen Ländern (z.B. Finnland, Norwegen, Österreich) weisen im übrigen eine erheblich höhere Förderquote auf mit Anteilen zwischen 15 und 20%. Ein Blick in die PISA-Studien zeigt überdies auch für Deutschland, dass die Gruppe der Schülerinnen und Schüler mit massiven Lernproblemen eher bis zu einem Fünftel eines Schülerjahrgangs umfasst. Von daher ist grundsätzlich Skepsis angezeigt, wenn es um die Interpretation von amtlichen Schuldaten geht. Allein der Vergleich von Mecklenburg-Vorpommern (10,6% Förderquote) und Rheinland-Pfalz (5,6 %) vermag zu zeigen, dass quantitative Daten allein keinen ausreichenden Einblick in die Wirklichkeit inklusiver Schulsystem bietet. Erforderlich sind Indikatoren, die die verschiedenen Ebenen der inklusiven Schulentwicklung in den Blick nehmen und so eine realistischen Blick in die tatsächlichen inklusiven Prozesse vor Ort erlauben. Dabei wird deutlich, dass inklusive Schulentwicklung Zeit benötigt, in der sich in der Kooperation aller Beteiligten (Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Schulverwaltung, Politik) Vertrauen herausbilden kann und konzeptionelle Grundlagen sowie gelingende Bedingungen für inklusive Schulen gemeinsam gesichert werden. Gerade die europäischen Nachbarländer, die schon größere Fortschritte in Sachen Inklusion vorweisen können als Deutschland, zeigen, dass wir hier von langfristigen Entwicklungen sprechen, die erst eine nachhaltige Umgestaltung eines Bildungssystems hervorbringen können. – Ulrich Heimlich


Ich bezweifle, dass Herr Böhmermann die Tragweite seines Gedichts erkannt und die daraus entstandenen Konsequenzen gewollt hat. Ansonsten würde er jetzt beherzt die Öffentlichkeit suchen. Stattdessen hat er Peter Altmaier um Beistand gebeten, seine Teilnahme an der Grimme-Preis-Verleihung abgesagt, sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und seine für den 14.04.2016 geplante Ausgabe der Sendung „Neo Magazin Royale“ gestrichen. Dies zeigt, dass er von den Auswirkungen überrascht wurde. Anscheinend hielt er sich für unantastbar und sakrosant. Doch sein Verhalten hatte mit „Satire“ und „Meinungsfreiheit“ nichts mehr zu tun. Die Meinungsfreiheit ist für eine Demokratie essentiell, denn sie ermöglicht den Kampf der Meinungen, der das Lebenselement unserer freiheitlichen Staatsordnung ist. Das Problem ist: Um welche Auseinandersetzung in der Sache ging es Herrn Böhmermann? Welche Meinung wollte er in den Kampf der Meinungen einbringen? Mir fällt beim besten Willen nichts ein. Im Vordergrund stand die Diffamierung und Herabwürdigung von Herrn Erdoğan als Person. Mit dieser „Schmähkritik“ hat er den sachlichen Schutzbereich der Meinungsfreiheit verlassen. Damit hat er die „Grenzen der Satire“, die er „ausloten“ will, mit seinem Gedicht überschritten. Nun muss er mit den Konsequenzen leben. – Michael Pfeiffer


Kann man aus einem Verein, der Frauen und Homosexuelle diskriminiert, der menschenverachtende Gebote aufstellt und an nicht wenigen Verbrechen selbst beteiligt war, nicht einfach austreten? Muss man warten, bis das Oberhaupt dieser Gang selbst erste Anzeichen von Vernunft erkennen lässt, um ihn dann erleichtert als „Menschenfreund“ zu bezeichnen? – Margot Neuser


Sprachpuristen haben es leicht, sich zu Veränderungen in ihrer Muttersprache zu äußern: für sie handelt es sich stets um Verfall. Wesentlich schwieriger ist es jedoch, Sprachwandel wissenschaftlich zu begründen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass nicht alles, was darunter subsumiert wird, gleichzeitig verhandelbar ist. Der Slavist Uwe Hinrichs (Leipzig) ist da allerdings anderer Meinung und kennt den einen Grund für alles: „Der Motor des Sprachwandels: Migration, Sprachkontakte, Mehrsprachigkeit“. Folgerichtig behauptet der Verfasser, die von ihm beobachteten Phänomene sprachlicher ‚Vereinfachungen‘ im Deutschen seien die Folge von Sprachkontakt, ohne andere Möglichkeiten überhaupt in Erwägung zu ziehen. So nennt er das Beispiel „… weil er hat keine Zeit“. In einem Sketch Karl Valentins finden wir – wenig überraschend – schon 1915 die Hauptsatzordnung nach weil: „… weil die Baßgeige steht ja am Boden“, was in der bayrischen Syntax damals wie heute nichts Ungewöhnliches ist. Hinrichs jedoch stellt ohne jedes Zögern fest, solche Konstruktion  machten „das Muster des Englischen und vieler Migrantensprachen nach“. Ähnlich kühn ist auch der Befund, der Ausdruck ein Tor machen (im Fußball) folge „englischem, türkischem und persischem Muster“, wonach  Verben wie (ein Tor) schießen durch machen ersetzt werden. Ich kann weder Türkisch noch Persisch, wohl aber Englisch. Da würde make a goal bestenfalls leidlich verstanden. Nun erhebt Hinrichs auch gar nicht den Anspruch, dass seine Diagnosen auf empirischen kontaktsprachlichen Untersuchungen beruhen. Für ihn reicht: „Eine vernünftige Intuition sagt […], dass der Sprachwandel vor allem mit dem Ansteigen der Migrationen Fahrt aufnimmt“. In Zusammenschau z.B. mit der Identifizierung einer „Multikulti-Schickeria, die jede Sprachmischung erst einmal pauschal verherrlicht, aber oft naiv-romantisch daherkommt“ (eine mir übrigens gänzlich unbekannte Species), liefert Hinrichs die Ingredienzien für ein gefährliche Gebräu. Und die scheinbar tolerant-pragmatische Beobachtung „Migranten wie Nicht-Migranten benötigen eine Sprachform, die vor allem den Alltag flexibel managen kann“ kann ja zutreffend sein; wenn jedoch kurz zuvor vom Schriftdeutschen als „Sprache der Philosophie, der Wissenschaft und der Weltliteratur“ die Rede ist, die „einen einzigartigen Reichtum entwickelt“ habe, fällt hier ein langer, sehr dunkler Schatten. Zugegeben: die solide Sprachwissenschaft tut sich schwer im Feuilleton, weil ihre Beschreibungsinstrumente und ihre Analysebefunde zumeist eben nicht intuitiv zugänglich sind. Hinrichs‘ Vermittlungsversuch bringt aber nicht nur deshalb äußerst Befremdliches hervor: sein Potpourri von sprachlichen Beobachtungen und auf diese projizierten Behauptungen gibt der sprachpuristischen Grenzpatrouille – und nicht nur ihr – die Formel an die Hand: „Am Sprachverfall – wie an anderen Ungeheuerlichkeiten – sind die Migranten schuld“. Das wird der Autor nicht gewollt haben – oder? – Ursula Schaefer


Viele männliche Wissenschaftler fürchten zu Recht, im Rahmen sogenannter Gleichstellungsmaßnahmen benachteiligt zu werden. So haben Lutter und Schröder vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung festgestellt, dass Wissenschaftlerinnen weniger Publikationen vorweisen müssen als ihre männlichen Kollegen, um auf eine Professur berufen zu werden. Und in Ihrer Zeitung ist schon eine Stellenausschreibung erschienen, bei der expressis verbis nach einer „Professorin“ gesucht wurde. Dazu kommen Forschungspreise, die nur für Frauen reserviert sind, wie etwa der Helene-Lange-Preis. Aber Fakten und Studien, die diese Diskriminierung von Männern aufzeigen, werden in Ihrem Artikel mit keinem Wort erwähnt. – Oliver Schulzke


Wie nur wenige deutsche Nachkriegspolitiker hat Hans-Dietrich Genscher bewegende Geschichte erlebt und maßgeblich mitgeschrieben, es gab viele Höhen, manche Tiefen in seiner langen politischen Karriere. In der Gesamtbetrachtung haben Deutschland und Europa diesem erfolgreichen Außenminister und großen Staatsmann ohne Frage eine Menge zu verdanken. Die Balkon-Szene, seine Balkon-Szene, wird für immer ein glücklicher Gänsehautmoment deutscher Geschichte und darüber hinaus ein Sehnsuchtsmoment für alle friedliebenden Europäer sein. – Matthias Bartsch


Der Argumentationsfaden ist sehr dünn, mit dem der Autor die Behauptung zu begründen versucht, Angestellte und gar Manager von VW würden diskriminiert, wenn sie nicht Mitglied der IG Metall wären. Vollends abenteuerlich wird die Sache aber, wenn die Stärke von Betriebsrat und IG Metall bei VW für den ebenso törichten wie unternehmensschädlichen Abgas-Betrug bei VW ursächlich sein soll nach dem Motto: wenn zu viel Geld in den Taschen der VW-Arbeitnehmer landet, kann nichts mehr übrigbleiben für eine ordnungsgemäße und vorgabengerechte Abgasreinigung. Die Manager, die sich jetzt weigern, sich mit Bonus-Kürzung an der Finanzierung der Folgen ihres Versagens zu beteiligen, sollten sich an die eigene Nase fassen. Unbestritten ist, dass monolithische Strukturen auf der Arbeitnehmerseite einem Unternehmen schaden können. Das Gegenteil allerdings auch, was in jüngster Zeit bei der Deutschen Bahn und bei der Lufthansa zur Genüge bewiesen wurde. Wenn sich Vorstand, Aufsichtsrat und Betriebsrat bei VW jetzt grundsätzlich auf einen Zukunftspakt geeinigt haben, scheint das doch ein sehr positives Signal für den größten deutschen Autobauer und nebenbei auch für den Standort Deutschland zu sein. – Wolfgang Krott-Roiger


„Der Deutsche ist gegen keine Sprache so kalt wie gegen seine so reiche“ (Jean Paul 1763-1825). Dieser Satz kam mir in den Sinn, als ich den Artikel von Professor Uwe Hinrichs las. Es ist richtig und oft ein Ärgernis, dass man sich immer häufiger und nicht nur im Fernsehen sehr fehlerhaftes Deutsch anhören muss. Ein einmal aufgetauchter „interessanter Fehler“ wird tausendfach wiederholt und nachgeplappert, Endungen wurden schon immer weggelassen oder verfälscht, das ist nichts Neues. Notwendigerweise wird es in diesen Tagen durch den Migrationshintergrund vieler Menschen, die hier leben, zu neuen Vereinfachungen kommen müssen. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Deutsche Sprache verarmt oder gar stirbt. Sie ist so biegsam und stark, so vielseitig und (sprach-)schöpferisch, dass sie davon nicht untergeht. Sie hat es schon immer ermöglicht (und verkraftet), dass Gruppen, denen die Hochsprache zu ansprunchsvoll oder für ihre Bedürfnisse zu unpassend erschien, ihre eigene Ausdrucksweise, bzw. Fachsprache entwickeln konnten. Ich erinnere nur an die Sprache der Juristen, das Beamtendeutsch, die Jägersprache und die Sprache der Jugend, die sich naturgemäß in einem ständigen Wandel befindet.
Die spöttischen Bemerkungen eines Mark Twain, der sich auch darüber amüsiert hat, dass das Verb im Deutschen zumeist erst am Satzende auftaucht, erheitern uns zwar, aber sie werden uns nicht aus dem Konzept bringen. Die Deutsche Sprache hat schon so manche Veränderungen überstanden, sie ist sehr kreativ und wird sich auch dem erforderlichen Wandel unserer Zeit stellen können ohne ihren Charakter zu verlieren. – Eva Maria Urbanetz


Wolfsburg-Papiere: Der Artikel „Ungleich mächtig“ suggeriert eine übermächtige IG-Metall bei VW und stellt die Sachlage falsch dar. Claas Tatje behauptet, dass man bei VW nichts werden könne, wenn man nicht in der IG-Metall ist. Die sei „hierarchisch von Befehl und Gehorsam geprägt“. Kronzeuge ist Volker Rieble, ein „Professor für Arbeitsrecht in München“. Er „schreibt ein Buch über die Bezahlung von Betriebsräten“. Der IG-Metall wird von ihm rechtswidriges Verhalten unterstellt. Dabei verdächtigt C. Tatje indirekt, die IG-Metall ließe sich bei VW wie eine Glaubensgemeinschaft behandeln, denn die Mitgliedsbeiträge würden wie die Kirchensteuer vom Gehalt abgezogen. Weitere Kronzeugen seien 20 Mitarbeiter, die berichteten, sie seien vor dem Eintritt in den Betrieb Mitglieder der IG-Metall geworden. Der Autor unterstellt, dass er tiefgehend recherchieren müsse, wenn er sich mit dem Einfluss der IG-Metall beschäftigen wolle.
Den Finger auf der Wunde?: Er führt dann auch Beispiele von Gewerkschaftern an, die sich kritisch im Betrieb zur Gewerkschaftslinie engagierten, denn die Korruption einiger Betriebsräte Ende des letzten Jahrhunderts, die sich von der Firmenleitung bestechen ließen (bezahlte Geliebte) usw. hatte sie entsetzt. Der damalige Skandal empörte viele Menschen, auch alle Gewerkschafter in der Bundesrepublik und hat zwei Seiten: Er zeigt, dass auch Betriebsräte korrumpierbar sein können, darum geht die IG-Metall auch sehr kritisch mit diesem Thema um. Er zeigt aber auch, dass die Firmenleitung Einfluss auf den Betriebsrat gegen die Interessen der Arbeiter und Angestellten nehmen wollte. mit illegalen Mitteln. Denn Korruption ist strafbar.
Erfolgreicher Betriebsrat: Also hat die Gewerkschaft mit einem starken Betriebsrat vorher gute Interessenvertretungspolitik für die Arbeitnehmer betrieben. Denn warum sollte man sonst versuchen, Betriebsräte zu bestechen? Dabei wird ohne Ursachenanalyse der Umgang mit einer gewerkschaftskritischen Liste kritisiert. Natürlich hat die Gewerkschaft in ihrer Satzung den möglichen Ausschuss aus der Organisation, wenn man gegen die eigene Organisation arbeitet. Was anscheinend manchmal in der IG-Metall fehlt, dass funktionärskritische engagierte Gewerkschafter einbezogen werden in die laufende Arbeit. Natürlich wird in der IG-Metall heftig auch bei VW über den richtigen Weg der Interessenvertretung diskutiert. Eine durchgehend demokratisch organisierte Vereinigung lebt selbstverständlich vom Widerstreit der Meinungen. Da hilft auch nicht, dass C. Tatje unterstellt, Widerspruch würde nicht geduldet. Er führt einen weiteren Rechtsanwalt an, Ralf Gefken, der „unverdrossen gegen die Macht der IG-Metall“ ankämpfe.
Notwendige Handlungsmacht der Gewerkschafter: Es werden Kronzeugen angeführt, deren Fälle verfolgt werden müssen. Es sind dies Einzelfälle, die kein Gegenargument zu der notwendigen Handlungsmacht einer Gewerkschaft bieten: Benachteiligungen, die es nicht geben muss. Arbeitnehmer-vertretung, Vertrauensleutekörper, Betriebsräte und Gewerkschaft sind die notwendige Bedingung für einen funktionierenden Betrieb. Ohne Gewerkschaft, ohne organisierte Interessenvertretung geht es allen Arbeitnehmern schlechter.
Mitbestimmung, ein Kind der 50er Jahre – Heute: Diskriminierung von Gewerkschaftern: In den 50er Jahren wurde das Betriebsverfassungsgesetz von allen Seiten der Parteienlandschaft verabschiedet. Ein Erfolg für den DGB, der nach der Zeit des Faschismus mehr Demokratie in den Betrieben haben wollte. Nun „ermittelt“ aber „Die Zeit“ mit Begrifflichkeiten, die genau auf totalitäre Strukturen verweisen. Da werden Mitgliedsbeiträge mit „Schutzgeldfunktion“ diffamiert, die notwendige Arbeit der Vertrauensleute, die die Aufgabe haben, Probleme arbeitsplatznah benennen zu können mit dem Begriff „Spitzelkultur“ verleumdet und damit unterschwellig Assoziationen mit mafiösen Strukturen, totalitären Systemen, Stasi, Gestapo oder NKWD hergestellt. Geht´s noch? Da gibt es bundesweit Unternehmensaktivitäten, die Kultur der Mitbestimmung zu unterminieren; Unionsbusting (Gewerkschaftsvermeidung) genannt. Da werden von Unternehmen Rechtsanwaltskanzleien angefordert, die allein das Ziel verfolgen, Gewerkschaften, Mitbestimmung zu bekämpfen. Nach 1945 forderte der DGB die Ausweitung der Mitbestimmung in den Betrieben. Mitbeteiligung (Partizipation) und Wertschätzung der Arbeitnehmer mit ihren Verbänden waren Forderungen, die nach Verhandlungen zwischen Hans Böckler (DGB) und Konrad Adenauer (CDU) 1951 im Montan-Mitbestimmungsgsetz und im Betriebsverfassungsgesetz (1952) ihren Niederschlag fanden. Für den öffentlichen Dienst kam 1955 das Personalvertretungsgesetz dazu.
Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland: Der Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland hat sehr viel mit den sozialen Anteilen ihrer Marktwirtschaft zu tun, mit der Qualität ihrer Facharbeiter, Meister und Ingenieure, der zarten Pflanze der Mitbestimmung in den Betrieben. Auch die Pflege einer Streitkultur: Auf der einen Seite divergierende Interessen zwischen Arbeit und Kapital („bekommst Du mehr Lohn, habe ich weniger Gewinn“, bekommst Du mehr Gewinn, habe ich weniger Lohn“) mit Arbeitskämpfen und Tarifverhandlungen. Andererseits wird im Schulterschluss gemeinsam gestritten, wie bei der Emsvertiefung für die Meyer-Werft oder gegen die drohende Schließung des VW-Werks Emden in den 70er Jahren.
Macht in der Demokratie: Da wird im „Zeit“-Artikel kritisch beäugt, dass die IG-Metall Mehrheiten bei Betriebsräten anstrebt und erreicht. Was soll das? Was soll sie denn sonst tun? Etwa der pflaumenweichen, oft unternehmernahen, klitzekleinen christlichen Gewerkschaft den Steigbügel halten? Welche Partei, welcher Verleger breitet seiner Konkurrenz den roten Teppich aus? Ausgerechnet ein neoliberaler  FDP-Politiker wird als Kronzeuge gegen den Betriebsratsvorsitzenden bei VW Osterloh angeführt. Der „treibt“ angeblich die Manager vor sich her. Dass das der Realität nicht entspricht zeigt allein der Umstand, dass Gewerkschaften mit Warnstreiks Tarifverhandlungen vorbereiten müssen.
Interessenvertretung: Doch es gibt sechs Zeilen, die versuchen, die Schieflage des Artikels gerade zu rücken. Da ist die Rede davon, dass ein starker Betriebsrat als „Interessenvertreter der Belegschaft“ wichtig sei. Er werde gebraucht als Gegengewicht zu Aktionären und Managern. Doch dann geht es im Stil eines Enthüllungsjournalismus weiter, werden „Personalrochaden zwischen IG-Metall und Volkswagen“ angeführt. Und deren Nachteile konstruiert. Bei VW würde pro PkW weniger verdient als bei Audi oder Toyota. Das VW den Hauptgewinn beim Konzern liefert, verschweigt des Autors Weisheit.
Abgas- und Boni-Skandal: Aktuell geht es darum, den Abgasskandal zu finanzieren, die Boni für den Vorstand zu sichern. Darum sollen Lohnforderungen gesenkt werden, spart VW beim Sponsoring sozialer Projekte.
Hohe Produktivitätsrate bei VW: Denn bisher hat sich die sehr gute Produktivitätsrate dank der hohen Qualität der Facharbeiter und Ingenieure bei VW auf der Gewinnseite immer ausgezahlt. Die Schlamperei derer, die bei den Dieselfiltern durch fälschende Software-Einstellungen sparen wollten, ohne die Folgen zu bedenken, hat fatale Folgen. Der Konzern wird Milliarden Strafe zahlen müssen, von den Kosten der Rückholaktionen zu schweigen. Das schadet ja nicht nur dem aktuellen Gewinnstand, sondern auch nachhaltig dem Ruf der Qualitätsmarke VW. Hier argumentiert Claas Tietje zeitfremd damit, dass die „hohen Löhne und die zementierten Strukturen in Wolfsburg“ bedrohlicher seien als der Dieselskandal. Und dafür wird Ferdinand Dudenhöfer als Quelle benannt, der nicht gerade arbeitnehmer-freundliche Positionen bezieht.
Wer fragt, gewinnt. Wessen Geistes Kind?: Und dann fragt der Autor bewusst blauäugig und scheinheilig, warum denn die tricksenden Ingenieure nicht wegen des Dieselproblems bei der IG-Metall nachgefragt hätten. Im gleichen Abschnitt wird dem fragwürdigen Outsourcing von Betriebsteilen (Herstellung der Instrumententafel) das Wort geredet. Der prominent aufgemachte Artikel endet mit dem Satz: „Der Betriebsrat wurde am Ende konfrontiert.“ So weit, so tendenziös.
Sündenbock Gewerkschaft: Da hat ein Unternehmen jahrzehntelang mit einer Kultur der Partizipation zwischen Mitarbeitern, Vertrauensleuten, Betriebsrat und Gewerkschaft gute Ergebnisse eingefahren. Jetzt haben Manager offensichtlich ihren Anteil an den enormen Kosten, die dem Abgasskandal erwachsen. Und an dem hohen Vertrauensverlust in die Marke Volkswagen. Und wer soll der Buhmann sein? Der Betriebsrat und die Gewerkschaft. Dümmer kann man keinen Sündenbock konstruieren. Und „Die Zeit“ reiht sich leider ein in den bundesweiten Chor des Elends der Welt, der angeblich von den Gewerkschaften kommt. Falsch. In unserem Wirtschaftssystem stellen nicht die Gewerkschaftsmitglieder die herrschende Klasse.
Schlussfolgerung: Nach 1945 überlebten einige Christ (Zentrum)- und Sozialdemokraten, die gemeinsam als Widerständler mit Gewerkschaftern in KZ´s gesessen hatten. Selbstverständlich trat man gemeinsam für die Idee der Mitbestimmung ein. Es ist traurig, dass man heute sich um den Bestand der Mitbestimmung Sorgen machen muss. – Hasso Rosenthal 


Die Überschrift Ihres Artikels über Typ-I-Kinder ist gut gewählt: Der Artikel ist ziemlich alarmistisch. Ich kenne das Thema von zwei Seiten: Betroffene (ab dem fünften Lebensjahr) und Lehrerin (23 Jahre lang). Uns erklärte man, Diabetiker seien „bedingt gesund“; in der Szene, aus der Sie berichten, haut man ihnen „krank“, „behindert“, „Inklusionsbedürftig“ um die Ohren. Und das bei den heutigen Hilfsmitteln! Immer wieder hatte ich SchülerInnen mit Typ I – keine/r wollte von Eltern, Lehrern oder Begleitern betütelt werden; alle wollten sie das Vernünftige: eigenverantwortlich handeln. Haben Sie schon einmal erlebt, wie mühelos Kindergartenkinder mit ihren älteren Geschwistern zusammen Lesen, Zählen und Rechnen lernen? Wissen Sie nicht, dass es Länder gibt, in denen Kinder schon mit vier in die Schule gehen und dort Lesen und Rechnen lernen? Das Diabetikerkind lernt das auch.
Verantwortliche Eltern statten ihr Kind mit den bestmöglichen Hilfsmitteln aus: Einer Insulinpumpe (die erwähnen Sie) mit kontinuierlicher Glukosemessung (CGM – die gibt es in Deutschland schon seit etwa 8 Jahren!*) und Basalratenabschaltung (das ist neu: Medtronic). Da muss kein Helfer Insulin aufziehen oder gar spritzen oder auch den Blutzucker kontrollieren. Das macht alles das Maschinchen. Moderne Pumpen mit CGM warnen auch unüberhörbar, wenn der Zucker zu tief oder zu hoch wird. Man kann auch Boli (Mahlzeiteninsulin) voreinstellen, das macht es noch leichter für das Kind. Darüber hinaus versuchen Eltern mit Durchblick nicht, ihr Kind auf „Normalwerte“ einzustellen, sondern auf 150 mg/dl (entspricht einem HbA1c von 7%). Damit ist das Kind leistungsfähig und von Hyper- wie Hypoglykämien ein sicheres Stückchen entfernt. Ich hoffe sehr, dass Ihr Artikel nicht künftigen Diabetiker-Eltern unnötig Angst eingejagt hat. – Ele Walther


„Dass ich trotzdem zugenommen habe, muss schlicht daran liegen, dass der Stoffwechsel mit dem Alter langsamer wird.“ Dieser Vorgang ist wesentlich dadurch mitbedingt, dass die Haut mit zunehmendem Alter die Fähigkeit verliert, Vitamin D unter UV-B- Sonnenlichtbestrahlung zu bilden. Vitamin D ist eine Art „Gaspedal“ für den Stoffwechsel. Deshalb lässt sich der Stoffwechsel auch durch Einnahme von Vitamin-D-Präparaten wieder ankurbeln. Mein Rat:
– In ungefähr halbjährlichen Abständen (nach dem Winter/nach dem Sommer) den Vitamin-D-Spiegel im Blut vom Arzt bestimmen lassen.
– In Absprache mit dem Arzt nicht nachlassen, bis der Blutspiegel auch im Frühjahr in einem Bereich liegt, der von modernen Quellen empfohlen wird. Z.B. der Wikipedia-Artikel zum Vitamin D (https://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_D)  besagt: „Werte zwischen 30 und 60 ng/ml bedeuten eine physiologisch sicher ausreichende Versorgung.“ Die Haut gewinnt die Fähigkeit zur Vitamin-D-Bildung nicht zurück. Falls der Vorschlag zum Erfolg führt, dauert dieser nur unter weiter fortgeführter Zufuhr des Vitamins an. – Michael Volke


So sehr mich Slavoj Žižeks interessante und kluge Analyse beeindruckt, dass die rassistisch motivierte „Obsession einer angeblichen Einwanderungsgefahr“ der Nationalisten Europas (und angeblichen Verteidiger der westlichen Werte) ihre dialektische Entsprechung findet in der vom liberalen Lager geübten „endlosen politisch korrekten Selbstbezichtigung“ als den zwei Seiten derselben Medaille, so wenig kann mich Žižeks Auftrag der Perspektivenumkehr als praktischem Lösungsansatz zum Abbau von Rassismus überzeugen. Mir scheint das eine eher akademische Übung zu sein, denn sie müsste ja wohl von beiden Seiten, von „uns“ (alle Schichten!) und den „Fremden“ praktiziert werden, um gesellschaftlich wirksam zu sein. Diese Auseinandersetzung mit sich selbst setzt aber eine erhebliche intellektuelle Distanz zur eigenen Situation voraus. Während mir diese „harte und schmerzliche Arbeit“ vielleicht als saturiertem Akademiker in meiner warmen Stube gelingt, wird der existentiell bedrohte Flüchtling oder Einwanderer, aber auch der hier ob der einwandernden Konkurrenz um seine soziale und wirtschaftliche Stellung fürchtende Kleinbürger, geschweige denn das sog. „Prekariat“, eher andere Probleme haben. Da wird wohl das Sein sehr dominant das Bewusstsein bestimmen und jeder Form einer Emanzipation vom eigenen rassistischen Narzissmus – so oder so – einen Riegel vorschieben. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass gleich auf der nächsten Seite (S.46) in Iris Radischs Nachruf auf Imre Kertész dessen Überzeugung referiert wird, nach der er Auschwitz nicht als Unfall oder unerklärliches Unglück oder Fehler im System sieht, sondern als das System selbst. Auschwitz habe es nicht trotz, sondern wegen der abendländischen Kultur gegeben. Rassismus, Ausgrenzung gehören, auch aus den Gründen, die Žižek anführt, wohl leider zum Grundbestand der menschlichen Natur. In seinem Roman „Lord of the Flies“ (1954) zeigt auch William Golding nachdrücklich, wie dünn der Firnis von Kultur und Zivilisation ist, der den „kultivierten“ Menschen nicht daran hindert, unter gegebenen Umständen in vorzivilisatorische, atavistische  Verhaltensweisen zurückzufallen. Ob da eine „Umerziehung“ oder volkstherapeutische Maßnahmen à la Žižek Erfolg versprechen?
Im Gegensatz zu seinen elaborierten Ausführungen zum Problem des Rassismus fallen Žižeks politische Ratschläge am Schluss eher undifferenziert aus: Er plädiert für den „direkten Transport anerkannter Flüchtlinge“ aus Aufnahmezentren im Norden Syriens, der Türkei oder den griechischen Inseln „in ihr europäisches Zielland“. Welches europäische Zielland das sein wird, kann ich mir angesichts der gelebten europäischen Solidarität der EU schon lebhaft vorstellen. Im Übrigen ist das nichts Neues und im Grunde der Ansatz des europäisch-türkischen Deals. Die Empfehlung, mit „allen  – öffentlichen und geheimen – Mitteln vom Informationskrieg à la WikiLeaks bis zur wirtschaftlichen Erpressung (Saudi-Arabiens beispielsweise)“ den Krieg in Syrien zu beenden, halte ich angesichts der extrem divergierenden Interessen der direkt und indirekt beteiligten Mächte und Gruppen für äußerst naiv. – Henrik Wischnewski


„Warum sinkt die Zahl der Schüler an den Förderschulen kaum?“ hatte Herr Klemm seinen Beitrag betitelt. Vielleicht, weil viele Eltern sich bewusst für eine Förderschule entscheiden und dies auch gegen die Kultusbürokratie verteidigen? Der Verfasser hat an keiner Stelle überlegt, wie die betroffenen Kinder mit der täglichen Erfahrung, weniger zu können als ihre Mitschüler, umgehen können. Die Situation dieser Kinder, die viel Hilfe brauchen, um ihr Selbstwertgefühl zu stärken, ist ihm offenbar kein Anliegen. Dazu verpflichtet die UN-Konvention in §7(2) aber ausdrücklich. Und ich meine, dieses Kindeswohl geht jedem Versuch, zu „solidarischer Demokratie“ zu erziehen, vor. Andernfalls müsste man von Zwangsbeglückung reden. – Gebhart Groth


Was für ein köstlicher Nachtrag zum „riesigen Fehler“, der den ZEIT- Leuten passiert ist. Man möchte Alard von Kittlitz‘ Beitrag einrahmen, an die Wand hängen und täglich ein Stück daraus nachlesen. Als Therapie sozusagen. Dann der Ulm-Spaziergang: „Da wollten Sie nie hin?“ Von wegen! Wir sind in unseren süddeutschen Jahren oft dort gewesen. Wir schmunzeln und nicken ab, was in dem Beitrag geschrieben steht. Und machen’s ein bisschen konkreter: Wenn Sie nach dem Weg in die Wolken beim Abt noch einen Schnellkochtopf kaufen, dann bestimmt einen aus dem 30 Kilometer entfernten Geislingen. – Günther Dressler


Viele sind Angestellte in der Dienstleistung, z.B. Verkäuferin. Dann frage ich: „Woher kommen Sie?“ Antwort: „Aus Mölln“ o. ä.. Ich: „Sie kommen doch nicht aus Mölln, wo sind Sie geboren?“ Antwort: „In Kasachstan“. Ich: „Wunderbar, alles Gute Ihnen“. Und dann ist Freude da. – Dieter Haker


„Die deutsche Sprache wirft Ballast ab“ Irgendwas fehlt mir an der Einschätzung von Herrn Hinrichs. Wenn man die Klassiker liest und dann neuere und moderne Autoren fällt natürlich auf, wie Sprache sich verändert. Aber sie verändert sich eben langsam und wächst ins Neue rein. Dem gegenüber steht die Rechtschreibreform von 1996 und folgende, die willkürlich und ohne Grund gewachsene Strukturen zerstört und bis zur Unkenntlichkeit verändert hat.
Ich habe keine Kinder und bin beruflich frei genug diese Reform einfach zu ignorieren (Warum  soll ich plötzlich Schifffahrt schreiben , wenn dieser Missstand über Jahre zu Recht als Fehler galt? Um nur ein winziges Beispiel dieses Blödsinns zu nennen. Ich lese keinen Artikel oder kein neuers Buch in dem ich nicht über ein „reformierte“ Wendung stoße und dreimal nachdenken muß, wie das nun gemeint ist). Aber ich denke diese Reform hat viele Menschen verunsichert und keiner weiß mehr, was nun eigentlich richtig ist. Und hinzu kommt eine mangelnde Bildung (nicht nur im deutschen  Sprachraum – englische Muttersprachler bemängeln einen Verfall des Englischen, weil viele einfach nicht mehr gutes Englisch lernen). Am deutlichsten wird das im gesprochenen Deutsch in dem eine korrekte Aussprache des Hochdeutschen immer seltener wird. Und das meiner Meinung nach aus Unwissenheit. (Ich bin immer positiv überrascht, wenn im Radio oder Fernsehen plötzlich ein Mensch noch gutes Deutsch spricht – ein Wunder!) Wenn z.B. viele Menschen „bewußt“ hochdeutsch sprechen heißt es meist „zwanzick“ oder „berechtickt“ oder „Umleitunk“ oder die Betonung verschiebt sich von „NOTwendigkeit“ zu „NotWENDIGkeit“ oder aus „FREIwillig“ wird „frei WILLIG“ oder die „Zehntausend“ werden plötzlich zu „zehnTAUSEND“. Sprechen diese Menschen dann aber schnell und im Fluß kommt unbewußt die korrekte Sprechweise wieder durch – anscheinend lebt das gute Deutsch doch noch irgendwo in den Hinterköpfen. Diesen Mißstand als begrüßenswerte Entwicklung zu beschreiben, der Ballast abwerfe und die Sprache vereinfache scheint mir doch sehr weit hergeholt. Es sei denn Herr Hinrichs war an der letzten Rechtschreibreform beteiligt, dann ist ihm auch nicht mehr zu helfen. – Wolfgang Michel


DIE ZEIT erstaunt mich zum wiederholten Mal. In der Ausgabe Nr.16 wird dem Leser erklärt ( S.60 ), dass fast jedes Ressort ein eigenes Buch habe. “ Das unterstreicht seine Eigenständigkeit.“ Abgesehen davon dass das Buch ( Z ) , in dem dies steht, aus meiner Sicht zu den überflüssigen ( wie leider auch inzwischen das ZEITMAGAZIN ) gehört,  wäre es nicht gut, wenn irgendjemand ( vielleicht der Chefredakteur ? ) koordinierend wirkt. Die Eigenständigkeit der Ressorts führt in dieser Ausgabe dazu, dass im Buch FEUILLETON  das Ende des Kapitalismus verkündet wird ( S.43 ), während man im Buch Wirtschaft ( S.21ff. ) munter über längst überkommene Vorstellungen vom Zweck der Wirtschaft schwadroniert bzw. dilettiert . Nach der Methode: geringe Fertigungstiefe, weniger Personal , mehr Rendite und alles wäre besser.  Da wird – man kennt’s ja – kritisiert, wenn ein Betriebsratsvorsitzender sich für Beschäftigung und Einkommem einsetzt. Meine Güte: die Wirtschaft ist für die Menschen da, damit sie Arbeit und Brot haben. Damit sie sich und ihre Familien ernähren können. Wenn dies nicht mehr erreicht wird, hat Wirtschaft ihren Sinn verfehlt. Natürlich müssen dazu wirtschaftliche Kennzahlen  beachtet und Rentabilität erreicht werden. Sonst funktioniert es nicht.
Aber zum Artikel von Herrn Tatje selbst: Erstaunlich ist, dass man die Dauer der Recherche auslobt. Wenn man in 3 Monaten nicht mehr bzw. nur unreflektierte Allgemeinplätze heraus bekommt , staunt man als ehemaliger Insider. Wenn z.B. ein Organisationsgrad in der IGMetall von 90% besteht, ist es da nicht klar, dass die meisten guten Arbeitsplätze von deren Mitgliedern besetzt sein müssen? Wenn bei den Betriebsratswahlen die abgegebenen Stimmen für die IGM sprechen, warum sollte dann die Besetzung der Gremien ( gegen das Wählervotum ! ) anders aussehen? Und dann die „Kronzeugen“ für Herrn Tatjes Rechercheergebnisse: Aus meiner Zeit als Interessenvertreter für Leitende Angestellte kenne ich das Lamento: Wenn die Karriere nicht so klappt, sind immer die anderen schuld: der Vorstand, der Vorgesetzte und eben auch , wie sollte es anders sein, der Betriebsrat und die IGM. Wenn man sich auf solche Aussagen verlässt, ist man oft genug verlassen. Herrn Tatje macht das aber nicht stutzig, obwohl er sachliche Aussagen von Betriebsrat und IGMetall erhalten hat. Weil er aber in einer anderen Denkstruktur lebt, glaubt er lieber seinen „Kronzeugen“ , einschließlich einem ehemaliger Aufsichtsrat , der sich nicht zu schade ist, in diese Kerbe zu schlagen. – Wolfgang Ritmeier


Der Autor hätte besser daran getan, etwas weniger zu glauben und etwas mehr zu zweifeln und nachzudenken. Dann wäre ihm vielleicht ein nicht unwesentlicher Widerspruch aufgefallen. Er schreibt:“ Berg Karabach liegt im muslimisch dominierten Aserbaidschan, aber 75 Prozent seiner Einwohner sind Armenier, also Christen. Es wären noch mehr, hätte Aserbaidschan nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht viel dafür getan, dass Armenier die Region verlassen.“ Der Leser stellt sich die Frage, und wer sind die restlichen 25 Prozent der Bevölkerung? Etwa Aserbaidschaner? Tatsache ist, dass seit dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan (1992-1994) Berg Karabach zu 100 Prozent von Armeniern bevölkert ist. Der Autor dürfte heute kaum noch einen Aserbaidschaner in Berg Karabach oder in den an Berg Karabach angrenzenden und von Armenien besetzten  Bezirken finden. Die dort wohnenden Aserbaidschaner wurden sämtlich vertrieben. Zu dieser Tatsache passt dann auch die korrekte Feststellung am Ende des Artikels, dass die Aserbaidschaner „ seit 21 Jahren die militärische Überlegenheit der Armenier hinnehmen müssen“. – Dr. Christian Siebeck


„Prominent ignoriert“ besser läßt es sich nicht zum Ausdruck bringen wie der öffentlich- rechtliche Rundfunk seine neutrale Informationspflicht verletzt. Anfang dieses Jahres wird zum ersten Mal eine Mitbürgerin zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, wegen der Weigerung den Rundfunkbeitrag zu bezahlen mit der Begründung, daß sie den öffentlich- rechtliche Rundfunk nicht in Anspruch nimmt. Daß diese Haltung keine Angelegen einer einzelnen Person ist, zeigt die Tatsache, daß die öffentlich-rechtlichen Anstalten 2 Millionen Zwangsvollstreckungen beantragt haben, wie Sie in Ihrem Artikel schreiben. Die Zahl der aktiven Gegner der Zwangsgebühr ist wesentlich höher. Aber „schlafende Hund soll man nicht wecken“. Das Thema Rundfunkbeitrag ist den Rundfunkanstalten dann doch die Mitteilung wert, nämlich diese, daß der Rundfunkbeitrag im kommenden Jahr um den sagenhaften Betrag von 0,30 € pro Monat gesenkt werden könnte. Bitte nehmen Sie das Thema von großer gesellschaftlicher Bedeutung in Ihrer Zeitung auf, da der Rundfunkbeitrag in seiner jetztigen Ausgestaltung nicht mehr zeitgemäß ist, was bereits in einer Studie des Finanzministeriums festgestellt wurde und was auch immer wieder von Politikern angesprochen wird, erst kürzlich von Herrn Dr. Norbert Lammert immerhin Bundestagspräsident. – Berthold Hoffmann