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13. Dezember 2018 – Ausgabe 52

 

Leserbrief zu „Europas Spaltung“ von Matthias Krupa

Endlich ist es mal nicht Angela Merkels Flüchtlingspolitik, die für die „Spaltung Europas“ und das „Auseinanderdriften“ unserer Gesellschaft verantwortlich gemacht wird. Vielmehr diagnostiziert Matthias Krupa: „Unsicherheit, Angst und Wut zerreißen alle europäischen Gesellschaften“, „in Ansätzen“ auch die deutsche. Ohne den Sündenbock Migranten kommt seine Ursachenforschung allerdings nicht aus. Dabei hat Großbritannien keine türkischen Gastarbeiter und verschwindend wenige syrische oder afghanische Flüchtlinge ins Land gelassen, sondern in der Nachkriegszeit Bürger des ehemaligen Empire, die mit dem Mutterland Sprache und Kultur teilten, und in Frankreich sind es im Land geborene und erzogene Staatsbürger nordafrikanischer Abstammung, die als Fremde diskriminiert werden. Mit Globalisierung und digitalem Wandel, vor denen man Angst haben könnte, haben diese Menschen nichts zu tun. Alte weiße Männer haben auch Angst vor gleichberechtigten Frauen – trotzdem bedeutet Gendergerechtigkeit nicht das Ende der englischen, französischen oder deutschen Kultur. – Jürgen Thiede


Leserbrief zu „Ist die Zeit der Menschenrechte vorbei?“ von Stefan-Ludwig Hoffmann

Der Migrationspakt beschreibt eine gesinnungsethische Zielrichtung, einen verantwortungsethischen Traum. Das mag, abgesehen von der ohnehin definitiv fehlenden „harten“ Rechtsbindung naiv und überspannt klingen. Ähnlich naiv und überspannt wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vor 70 Jahren?! Mal angenommen, ein noch nicht geborener Mensch, pränatal bereits vernunftbegabt und um die absehbaren globalen Probleme wissend, erfährt von seiner anstehenden irdischen Ankunft. Allerdings sind ihm seine Identität, der Ort und die Umstände seiner Geburt noch unbekannt. Wie wird er denken und urteilen über die Wahrung der Menschenrechte, über Sinn und Zweck von Asyl- und Migrationsrecht, über soft law und hard law? Durchaus nachdenkenswert, nicht nur in der Vorweihnachtszeit. Daher – ausdrückliche Anerkennung für Angela Merkels engagierte Rede auf der UN-Migrationskonferenz in Marokko wider die Inhumanität und den Nationalismus. – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „CDU … und nu?“ von Tina Hildebrandt et al.

Die vermutliche Nachfolgerin Merkels als Kanzlerin verliert sich, wie in der Politik üblich, schon bei ihrem Amtsantritt als Parteivorsitzende in Floskeln und Leerformeln und kündigt indirekt an, nahtlos dort fortzusetzen, wo ihre Vorgängerin aufgehört hat. Was soll „zusammen führen“ respektive „zusammenführen“ bedeuten? Dass man eine Partei und ein Land gemeinsam führt, ist auch ohne Analyse und Kommentar klar, aber wen will sie „zusammenführen“? Meint sie vielleicht das heftig umstrittene und äußerst diffuse Thema Familienzusammenführung in Deutschland? Und wenn sie dann noch von „Kontinuität“ spricht, klingt das wie eine gefährliche Drohung als Fortsetzung der Einladungspolitik und Willkommenskultur a la „Wir schaffen das“, was interne Disparitäten enthält und die Partei weiterhin spalten wird. – Mag. Martin Behrens


Leserbrief zu „CDU … und nu?“ von Tina Hildebrandt et al.

Leider gehen Sie in Ihrem Artikel auf die Wahl von Herrn Ziemiak zum neuen CDU-Generalsekretär nur im Zusammenhang mit der „Dolchstoß-Legende“ des Parteitages ein. Es ist bezeichnend und m. E. ziemlich bedenklich, welche Gründe für die Nominierung und Wahl von Ziemiak genannt werden. Taktik, Proporz und Quote sind bei der Besetzung von politischen Spitzenämtern leider ausschlaggebend. Ob Ziemiak für das Amt eines Generalsekretärs fachlich (Kenntnisse, Fähigkeiten, Erfahrung, …) geeignet ist, spielt wie auch bei manchen (den meisten?) Ministern in Merkels Kabinett keine Rolle. In Wirtschaftsunternehmen werden sogar Abteilungsleiterstellen mit größerer Sorgfalt besetzt. Ziemiak hat Rechtswissenschaften studiert und die Erste Staatsprüfung in zwei Anläufen nicht geschafft. Sodann hat er Unternehmenskommunikation studiert, ebenfalls ohne Abschluss. Daneben war er als Werkstudent bei PwC tätig, bevor er 2017 in den Bundestag einzog. Das ist genau die berufliche Basis, die wohl kaum jemand als geeignete Qualifikation für ein politisches Spitzenamt ansieht. Vorgänger und Vorgängerinnen im Amt des CDU-Generalsekretärs waren u. a. Kurt Biedenkopf, Heiner Geißler, Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer. Da fragt man sich, was Herr Ziemiak in diesen großen Spuren wohl zu suchen oder verloren hat. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Was guckst du?“ von Hanno Rauterberg

Da können sich Museumsdirektoren, Kuratoren und Politiker, nicht zuletzt die omnipräsente Kulturstaatsministerin Monika Grütters noch so sehr die Haare raufern unter hoffentlich ständiger Ursachenforschung. In der Tat sind die im internationalen Vergleich bescheidenen Besucherzahlen in Berliner Museen angesichts des gewaltigen Mitteleinsatzes nicht befriedigend. Es ist ein reines Marketingproblem. Man betrachte sich nur die Ankunftsbereiche des Flughfens Tegel, die Berliner Fernbahnhöfe oder die örtlichen U- und S-Bahnhöfe im Regionalverkehr. Großformatige Leucht-Displays mit weltberühmten Meisterwerken aus den Beständen? Fehlanzeige. Ebenso müssten alle interessierten Berliner Hotels bis hinein in die Gästezimmer mit attraktiven Flyern bestückt werden. Kostet natürlich alles auch Geld. Doch l’art pour l’art funktioniert auch über manche Museumsnächte unter Zusatzbelastung der Institute und des Personals nicht von selbst. Auch nicht in Berlin, der deutschen Weltmetropole. – Jochen Freihold


Leserbrief zu „Preis des Sieges“ von Matthias Geis

Sie können es drehen und wenden wie sie wollen. Warme Worte der Gewählten glaubt kaum noch ein Mensch. Was geändert werden müsste, wird nicht geändert. So lange Politiker nicht verstehen wollen, daß sich unser Staat rund um erneuert werden müsste, wird nur symbolisch etwas geändert was keinen Nährwert hat. Der politische Zustand wird also bleiben. Das kann man aktuell an dem neuen Polizeigesetz feststellen. Jetzt schreien die ganzen Linken auf und wollen das verhindern. Das kann kein vernünftiger Mensch mehr verstehen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Europas Spaltung“ von Matthias Krupa

In einer Demokratie wird viel gestritten. In den meisten Auseinandersetzungen hat man sich irgendwie wieder zusammen gerauft. Das ist die Vergangenheit. Heute wird es das nicht mehr geben. Der Graben ist zu tief zwischen den Bürgern und Politik geworden – da geht nichts mehr. Die Vernachlässigung der eigenen Bürger hat die Politik zu weit getrieben. Besonders in Deutschland. Der Bürger kann und will das nicht mehr verstehen, und das zu recht. Wenn die Verantwortlichen weiter „an unserer Demokratie“ festhalten, dann ist abzusehen, daß sie eines Tages aus dem Rathaus gefeuert werden. Mit der EU ist es nicht viel anders. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Oh no!“ von Jochen Bittner

Bb drinn oder draußen, das ist doch völlig schnurz piepe. Die EU lässt Großbritannien nicht hängen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Und worüber denken Sie gerade nach, … Dana Schmalz?“ von Dana Schmalz

In dieser Kürze hat die Völkerrechtlerin Schmalz die großen Probleme des Weltbevölkerungswachstums nur anreißen können. Der Blick auf Afrika erschreckt: man rechnet mit Zunahmen auf 2,4 Milliarden bis 2050 und 4 Milliarden bis 2100. Der gegenwärtig vielgefragte afrikanische Philosoph Achille Mbembe erklärt das 21. Jh. für ein afrikanisches, eben auch wegen dieses einmaligen Wachstums. Leider hat er nichts über die den zu Gebärmaschinen erniedrigten Frauen zu sagen, die oft lieber Bildung erwürben als 5-9 Kinder zu bekommen. Der afrikanische Mann ist wohl ein Potenzmacho, und die Staatschefs begrüßen eine große Bevölkerung. Die Europäer üben keinerlei Druck auf diese kriminelle Geburtenpolitik aus. Mbembe lobt China , weil es Afrika verstehe: dann müssten aber mit der Zeit eine Milliarde nach China einwandern dürfen! Es wird wohl doch eher ein chinesisches Jahrhundert werden und Afrika eine chinesische Großkolonie mit neuer Sklaverei und großem Elend. Man erführe gerne von Frau Schmalz, was das Völkerrecht zur beliebigen Vermehrung einzelner Ethnien auf Kosten anderer meint. Wenn nun auch China und Indien auf je 4 Milliarden anwüchsen? – Guido Kohlbecher


Leserbrief zu „»Ich habe ihn gewarnt«“ von Elisabeth Raether

Zwar hat Cohn-Bendit mit einigen Aussagen Recht, aber insgesamt offenbart er erschreckende Defizite. So verwechselt Cohn-Bendit die Reichensteuer (auf Gehälter ab 1 Million€), die Hollande eingeführt und 2015 wieder abgeschafft hat, mit der Vermögenssteuer (auf Vermögen über 1,3 Millionen €), die Macron gestrichen hat. Insofern hat Thomas Piketty Rrecht. Auch bei der Arbeitslosigkeit liegt er falsch. Sie liegt in der BRD nicht bei 3%, sondern bei 5% und rechnet man die 1 Million Unterbeschäftigten hinzu bei 7,1%. Zudem liegt die Bürgerzufriedenheit in der BRD bei 92% und in Frankreich bei 87%. Macronhat zwar im 1.Wahlgang nur 24% der Stimmen erhalten, dafür aber im 2.Wahlgang 63%. In seiner Aussage zu einem möglichen Gewaltausbruch in der BRD verweist er auf die Tarifverhandlungen. Leider vergisst unser grüner Revoluzzer (?) die Deutschen, die nicht an den Segnungen von Tariflöhnen teilhaben. Macron war gut beraten, ihn nicht zum Minister zu berufen. – Jürgen Neunaber


Leserbrief zu „»Wird Europa hasserfüllt?«“ von Marc Brost und Peter Dausend

Ob Katarina Barley nach Brüssel geht oder nicht ist völlig uninteressant oder überflüssig. Die Frau war für Medizin und Familie verantwortlich. Beides ist vor die Wand gefahren worden. Die Ärzteschafft und die Familienzustände sind zum Gott Erbamen. Für Deutschland mag das seine Vorteile haben, daß sie nach Brüssel abgeschoben wird, für Europa kein gutes Zeichen. Und ihre Partei ist ohnehin klinisch tot. Frau Nahles, die sie für Top hält ist auch von ihr eine Fehleinschätzung. Während der ganzen Amtszeit von Frau Merkel hat die SPD zehnmal ihren Vorsitzenden gewechselt. Allein das reicht aus um sie der Regierungsunfähigkeit zu bezichtigen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Gesammelte Lügen“ von Kerstin Kohlenberg

Ihre Autorin Kerstin Kohlenberg ist einer Sache nachgegangen die Trump seinen Job kosten könnte. Ein Witz wär nichts böses denkt. Vergessen sie das – nichts aber auch gar nichts wird passieren. Ich gehe im „Weisen Haus“ ein und aus…. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Freigeist und Polemiker“ von Ijoma Mangold

Ist es nicht unangemessen, im ersten Absatz eines bescheiden kurzen Nachrufs auf Robert Spaemann ausgerechnet auf den Flakhelfer Günter Grass zu verweisen? Leider war unser Großschriftsteller nicht allein Flakhelfer, sondern – fast ein ganzes Leben lang seinerseits unausgesprochen – auch Mitglied der „SS“. Die mit dem Namen Grass‘ verbundene unappetitliche Assoziation wird Robert Spaemann nicht gerecht, das hat er nicht verdient. – Axel Haltenhof


Leserbrief zu „Preis des Sieges“ von Matthias Geis

Die Welt ist nicht mehr dieselbe wie vor 20 Jahren, und die CDU ist nicht mehr dieselbe Partei. Auch deshalb konnte Friedrich Merz nicht gewinnen. Und deshalb kann sich die CDU auch nicht einfach aus taktischen Gründen so weit rechts aufstellen, dass die AfD dadurch ernsthaft gefährdet würde. Die neue Vorsitzende kann aber durchaus mit frischem Elan verkörpern, wofür die CDU als traditionelle Volkspartei nach wie vor steht. Viele Menschen brauchen die Mitte einfach als symbolischen Ort der Identifikation. Lange Zeit hatte Angela Merkel sich dort mit Erfolg eingerichtet. Nun hat ihre Partei die Chance, sich den Platz weiterhin zu sichern. Allerdings nur, wenn sie sich möglichst bald auch zu Kramp-Karrenbauer als Kanzlerkandidatin bekennt. An Angela Merkel wird der Stabwechsel, wenn der richtige Moment dafür gekommen ist, sicher nicht scheitern. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Und das geht?“ von Lisa Nienhaus und Jens Tönnesmann

In dem Artikel fliegt Jens Tönnesmann mal eben zu einer Party nach Mallorca und wird von seiner Kollegin für sein interessantes Jetset-Leben gepriesen. Einige Seiten weiter rechnen Sie vor, welche enormen Mengen an CO2 bei Flugreisen in die Atmosphäre gelangen. Vielen Dank für die (wahrscheinlich unbeabsichtigte) angenehme Beiläufigkeit, mit der Sie uns vor Augen führen, wie irrational sich die Menschen verhalten, wenn es um die Wahl zwischen momentaner Bequemlichkeit und einem Beitrag zur Sicherung ihrer Lebensgrundlagen geht. Gerne mehr davon! Auch ich bin übrigens mit meiner Vorfreude auf den nächsten Kanarenurlaub alles andere als eine rühmliche Ausnahme … – Johannes Koch


Leserbrief zu „Ist die Zeit der Menschenrechte vorbei?“ von Stefan-Ludwig Hoffmann

Die Zeit der Menschenrechte bricht überhaupt erst an: Denn zur Zeit werden wir Menschen vom Digitalismus, was geht und was nicht geht, fremdbestimmt und vom Kapitalismus, der zum eigenen Vorteil investiert in das, was digital geht. Der Mensch kommt in den beiden Ismen gar nicht vor. Nach dem Erkämpfen von Menschenrechten gegenüber Willkür, beginnt jetzt unser Ringen um unsere Menschenrechte gegenüber den Ismen. – Elke Blancke


Leserbrief zu „Oh no!“ von Jochen Bittner

Mein Sohn lebt bei London. Der sagt mir: Über 11000 Pubs haben im Vereinten Königreich dicht gemacht. Der Gradmesser für die wirtschaftliche Lage. Aber sie nehmen das zum großen Teil inkauf. Die Selbstständigkeit ist dort ein hohes Gut. Keiner in Europa soll bestimmen wie es zu laufen hat. Das Vereinigte Königreich wird sich neue Aussenhandelspartner suchen. Das dauert natürlich. Aber die Engländer sind zuversichtlich und die EU hilft ihr dabei. Das ist doch ein guter Zug….. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Spur des Wurstbrots“ von Moritz Aisslinger et al.

Mit Interesse habe ich Ihr ausführliches und wirklich gut recherchiertes Dossier zu ASP gelesen. Dazu noch folgender Aspekt:
Seit Monaten appellieren Betreibe aus dem Bereich der Ferkelzucht und Schweinemast (u.a. ein Betreib, für den wir arbeiten) an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, die Präventionsmaßnahmen in Sachen ASP gerade im Bereich Informationsarbeit deutlich zu erhöhen; zuletzt Mitte September in gemeinsam unterzeichneten Briefen an das BMEL und den Bundesrat. In der Anlage finden Sie zu Ihrer Kenntnis das Schreiben an Herrn Dr. Wissing, den für Landwirtschaft verantwortlichen Koordinator im Bundesrat. Eine Reaktion haben die Absender nie erhalten. Die Betriebe sind weiterhin bereit, sich finanziell an einer Informationskampagne über die sozialen Medien zu beteiligen, die Saisonarbeiter, Pflegekräfte, Touristen und Speditionsmitarbeiter aus den betroffenen Gebieten in ihrer Muttersprache direkt mit Informationen und Handlungsempfehlungen (Stichwort Wurstbrot) erreicht. Trotz der Empfehlung aus einer Bund-Länder-Tagung zum Thema ASP im März 2019 kam dieses Projekt bislang nicht zur Umsetzung. Diesen Sachverhalt bedauern sie sehr und können ihn angesichts der immer akuter werdenden, in Ihrem Dossier eindrücklich beschriebenen Bedrohungslage für die deutsche Schweinehaltung nicht nachvollziehen. – Dr. Ralf Beke-Bramkamp


Leserbrief zu „Freigeist und Polemiker“ von Ijoma Mangold

Dank an Ijoma Mangold für seinen einfühlsamen Nachruf auf den „großen Philosophen Robert Spaemann“. Als sein Doktorand habe ich ihn vor allem als Freigeist erlebt, als ich meine Dissertation über ‚Nietzsche in Japan‘ schrieb. Er hielt Nietzsche, Mangold weist zurecht darauf hin, als einen wichtigsten Philosophen überhaupt, der vor allem die immer noch gültigen Fragen gestellt hat, vor wie etwa „Was ist Wahrheit nach dem Tode Gottes?“ Dass Spaemann als gläubiger Katholik sich dessen Antworten nicht zu eigen machte, ist nachvollziehbar. Gleichwohl zeigte er sich offen und sehr interessiert an der Frage, wie Nietzsche in einem kulturellen Kontext, der traditionell den westlichen Gottesbegriff nicht kannte, rezipiert wurde. Mit Spaemann ist ein Philosoph gegangen, der die unterschiedlichsten philosophischen und politischen Kreise an – und auch aufgeregt hat: ein wahrhafter Querdenker, der in keine Schublade passt und uns deshalb fehlen wird. – Dr. Hans-Joachim Becker


Leserbrief zu „Wer darf hier was sagen?“ von Maria-Sibylla Lotter

Naive Philosophen und rechtspopulistische free speech
In ihrem Beitrag zur Debatte um das Seminar „Denken und Denken Lassen“, von Professor Dieter Schönecker an der Universität siegen organisiert, schreibt Professor Lotter, dass die Kritiker von Herrn Schönecker vermutlich das „Unbehagen“ und die „Verletzbarkeit“ die in der Auseinandersetzung mit „empörende[n] Meinungen“ einhergeht nicht aushalten können, und das sie verunsichert und ängstlich seien. Es liegt allerdings nicht an fehlendem Mut zur Auseinandersetzung oder Angst vor dem Gegner, dass Kritiker sowohl die mehr als unglückliche und gewollt provokante politische Ausrichtung von Schönecker’s Philosophie-Seminar sowie den Besuch von Marc Jongen und Thilo Sarrazin schlicht ablehnen. Herr Schönecker lädt Rechte ein, weil er ihre Einschätzung teilt, dass ihre Meinung unterdrückt wird. Das ist erstmal erstaunlich, denn Herr Jongen sitzt immerhin im Bundestag und Herr Sarrazin verkauft hunderttausende Bücher. Ein Philosophie-Seminar so einseitig zu politisieren ist einer Universität unwürdig. Immerhin könnte Herr Schönecker die Rechten ja vor den „Gerichtshof der Vernunft“ stellen, wie er verspricht. Leider kam in der Vortragsreihe bisher nur raus, das Studierenden beigebracht wurde, dass man „Masseneinwanderung“ durchaus als „Messereinwanderung“ bezeichnen kann – sie haben also für die Rechten eine wertvolle politische Lektion gelernt, mit wenig philosophischem Inhalt. Herr Schönecker hat seine Kritiker als „Feinde der Freiheit“ beschimpft, und einen Vergleich gezogen zwischen den aus seiner Sicht „Linken“, die eine „nazifreie“ Universität fordern, und den Nazis, die die Universität „judenfrei“ gemacht haben. Die Fronten sind also verhärtet, Herr Schönecker stilisiert sich als Freiheitskämpfer, und die einzigen, die davon profitieren, sind die Rechtspopulisten, die mit ihren free speech-Diskurs die deutsche Universität erobern. Naive Philosophen, wie auch Frau Lotter, halten nicht dagegen sondern unterstützen sie dabei. Die Universität hat besseres verdient. – Dr. Armin Beverungen


Leserbrief zu „Die Hummergesellschaft“ von Alard von Kittlitz

Alard von Kittlitz, der gleichwertig mit Gleichheit verwechselt, belehrt uns: Gesetzte der Evolution gelten, wenn überhaupt, nur für Pflanz und Tier, der Mensch hat ja Kultur. Darwin ist ein rassistischer Lügner, die Erde eine Scheibe und die Farbe der Haut ist anerzogen. Es lebe der Hummer, er wird es trotz unserer Kultur auch nach uns noch tun. Den müssen dann andere fressen. – Dr. Bernhard Jung


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Sich der Nichtigkeit des Lebens bewusst zu werden, des Umstandes, dass unsere Tage gezählt sind, ist auch nach dem Psalmdichter wichtig und eine Voraussetzung dafür, weise zu werden: “So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen” (Psalm 90, 12). Eine wichtige Einsicht darf dann aber nicht fehlen. Der Christ führt all diese Brüche, die Sie erwähnen, und den Umstand, dass wir sterben müssen, darauf zurück, dass der Mensch dem gefallenen Geschlecht angehört, dass er durch die Sünde korrumpiert ist. Mensch zu sein heißt sündiger Mensch zu sein. Was wir zugleich benötigen ist ein geängstetes Gewissen und die Furcht davor, einmal Gott gegenübertreten und ihm Rechenschaft für das eigene Tun und Unterlassen abgeben zu müssen, v. a. aber das Bedürfnis nach einem Erlöser, einem Mittler. Um wirklich weise zu sein muss die Erkenntnis der Vergänglichkeit unbedingt ergänzt werden um Gottesfurcht: “Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis” (Sprüche 1, 7).

Wo sich beides findet, dem kann geholfen werden. Schon im Garten Eden, als sich Adam und Eva nach ihrem großen Fall aus Angst vor Gott versteckten, wendet sich Gott an sie mit den Worten: „Wo bist du?“ (1. Mo 3, 9), und: „Was hast du getan?“ (1. Mo 3, 13). Mit ersterer Frage wendet sich Gott so einfühlsam an die ganze Nichtigkeit der menschlichen Existenz, an die Scham und Verzagtheit, die Adam und Eva erstmals so deutlich verspürten. Letztere Frage spricht das Problem der Sünde an. Gott deutet dadurch, dass er die beiden eigenhändig mit Kleidern aus Fell bekleidet, schon an, wie dieses ungleich größere Problem gelöst werden kann: Es muss ein Stellvertreter her, der die Sünde auf sich nimmt und sühnt, es bedarf Golgathas. Sehr geehrte Frau Joel, Ihr Artikel hat mich sehr betroffen gestimmt. Ein solcher Nihilismus darf nicht das letzte Wort haben! Wer sich auf das Opfer Jesu und seinen stellvertretenden Tod stützt und mit seiner Schuld zum Kreuz kommt, dem kann geholfen werden. Er kann im Glauben schon jetzt die „Knackse“ seines Lebens überwinden und schon zu Lebzeiten ein tiefes Glück empfinden, einen Frieden, weil er weiß, dass er ein Erlöster ist. – Marcel Haldenwang


Leserbrief zu „Weihnachten im Willkommensland“ von Ursula Leerhoff

Chapeau ´, Frau Ursula ! Wie sich die Bilder bzw. die Abläufe gleichen. So und ähnliches auch in meiner Kleinstadt erlebt. Der beste Satz in dem Beitrag: Das Miteinander gelingt mühelos. – Hartmut Wagener


Leserbrief zu „Damit kein Funke springt“ von Burkhard Strassmann

Der prozentuale Sauerstoffgehalt der Luft ist auf 55 m Höhe der gleiche wie auf 3000 m Höhe, nämlich 21%. Was sich mit zunehmender Höhe verringert, sind Luftdruck (und damit zusammenhängend der für die Atmung wichtige Sauerstoff-Partialdruck) und somit der absolute Sauerstoffgehalt pro Volumeneinheit. Eine Feuerzeugflamme brennt auch auf 3000 m Höhe. – D. Klüppel


Leserbrief zu „Die Spur des Wurstbrots“ von Moritz Aisslinger et al.

Frau Pritschau hält 440 Zuchtsauen mit 6000 Ferkeln, im Jahr erzeugt sie 15 bis 16 Tausend Ferkel, so schreiben Sie. Also 34 bis 36 Ferkel pro Sau und Jahr. Gratulation! Wie schafft sie dies, wo 22 Ferkel auch schon gut wäre? Eine Sau trägt „3Monate, 3Woche 3Tage“, so sagt man, also ca.116Tage. Nach der Geburt verbleiben die Ferkel im Allgemeinen 3-4 Wochen im „Abferkelstall“ (nicht „Ferkelbucht“) und saugen an den Zitzen der Sau. (Der Unternehmer Biel hat vor 50 Jahren mit nur einer Woche Säugezeit experimentiert, doch die Nachteile überwogen damals bei weitem die Vorteile) Danach werden die Ferkel „abgesetzt“, kommen in einen eigenen Stallbereich. Die Sau aber kommt ins „Eros-Center“, in dem oft ein Eber zur „Stimulation“ ist. Wenn die Sau „rauscht“ (menschlich gesprochen: heiß ist), wird sie durch den Eber „gedeckt“ oder vom Landwirt mit einer Pipette „künstlich besamt“. Wenn es gut läuft, ist die Sau wieder tragend, sonst „rauscht“ sie nach 3 Wochen „um“ und wird erneut gedeckt oder besamt. 165 Tage für einen ganzen Zyklus (von Geburt bis Geburt) sind möglich, bzw. 2,2 Würfe pro Sau und Jahr. Die Gesamt-Ferkelproduktion der Frau Pritschau geteilt durch 2,2 ergibt 6800 bis 7200 Ferkel pro „Durchgang“. Pro Sau und „Wurf“ ergäbe dies 15 bis 16 Ferkel – und zwar nicht nur lebend geboren, sondern „aufgezogen“ bis zum Verkaufsgewicht von vermutlich ca.27kg. Jede Sau müsste mindestens 16 voll funktionsfähige Zitzen haben, die Sau dürfte kein Ferkel erdrücken, es dürfte keinerlei Verluste im Stall geben (Ihre Beschreibung und die Kadaverbox sprechen dagegen). Ist die Sauenzahl höher (eine Gruppe nicht mitgezählt) oder kauft Frau Pritschau zu einem hohen Anteil „nachgewiesen tragende Jungsauen“ zu (statt „deckfähige Jungsauen“), so dass ein Teil der Tragezeit ausserhalb des Betriebes liegt und dadurch rechnerisch die „Aufzuchtleistung“ ansteigt? Dem „Normal-ZEIT-Leser“ würde dann ein nicht stimmiges Bild der deutschen Schweinehaltung vermittelt.

Den Begriff „fünftes Viertel“ gab es zumindest schon vor 50Jahren. Damals wurden das Blut, die Schwarte („Schwartenwurst“), die „Pfötchen“ etc. vor allem in der Wurst (auch Sülze) verwertet und vorwiegend im Inland verzehrt . Aus den 1970er Jahren kenne ich noch den Satz: „Das fünfte Viertel deckt die Schlachtkosten“. Aber dies wurde immer schwieriger und daher ist es gut, dass es das Export-Ventil gibt. Mit „…Schlachtreste, die früher in der Mülltonne landeten“ meinen Sie da die 1990er Jahre? Ja „früher“ ist ein relativer Begriff. Ciuleacs Vorfahren in Rumänien schlachteten bei einem Seuchenzug 100 Schweine, schreiben Sie. Meinen Sie mit „früher“ die 1990er Jahre (nach Ceausescu, aber vor EU-Beitritt) oder vor dem Kommunismus oder…? In Rumänien kenne ich mich nicht aus. In meinem Geburtsort durften die Handwerker und Bauern bis ins 19.Jahrhundert hinein im Herbst 1 – 4 Schweine in den Wald zur „Eichelmast“ treiben (anders konnte man die Schweine nicht „fett“ = „schlachtreif“ kriegen). In anderen Orten gab es auch „Berechtigte“, die 8Schweine treiben lassen durften. Aber 100 Mastscheine pro Betrieb, das ist eine Entwicklung gegen Ende des 19.Jahrhunderts. Ich hoffe, Sie können meine Fragen ein wenig erhellen. – Adolf Ronnenberg


Leserbrief zu „Heiter bis glücklich“ von Claire Beermann

„Waren Sie auch kein Ass in Mathe? Statttdessen können Sie jetzt ein Ass im Pulli werden – ist eh cooler…“ Ja, ich war und bin ein Ass in Mathe und bin stolz darauf. Ebenso stolz bin ich darauf, dass meine Tochter dieses Erbe angetreten hat. Sie findet Mathe ebenso „cool“. Und studiert ein entsprechendes Fach. Beim nächsten Mal denken Sie also daran, wenn sie einen derartigen Satz schreiben – wir wollen doch gerade junge Mädchen ermuntern, genau sich von diesen Klischees zu lösen. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Es ist sicher nicht böse gemeint, aber Formulierungen wie „schicke Syndrome“ oder „nicht einmal Autist“ sind gegenüber Betroffenen doch reichlich taktlos. Eine solche unangemessen flapsige Ausdrucksweise erstaunt mich gerade in der Zeit, die doch für sorgfältigen Qualitätsjournalismus steht. Gerade über das Asperger-Syndrom bzw. Autismus-Spektrum-Störungen sind in den letzten Jahren neue Erkenntnisse gelungen. Das wissenschaftliche Bild wird präziser und die Diagnose-Infrastruktur ist (noch immer) im Aufbau befindlich. Damit einher geht eine steigende Zahl an Diagnosestellungen, was schlicht und ergreifend korrekt und für Betroffene wichtig ist. Mit Mode und schicken Accessoires haben ernst zu nehmende Behinderungen nichts zu tun. – Sebastian Stehle


Leserbrief zu „Über das liberale Amerika“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Man muss sich wirklich Gedanken machen über ‘the land of the free and the home of the brave‘ – Was für ein Abgesang! Wenn ein nackter 80-jähriger ehemals Krimineller, der schon vor 1948 von der Mafia verprügelt wurde, und ein paar „Restaurants“, die die Hoden von männlichen Truthähnen als Delikatesse zubereiten -, also wenn das alles ist, was von den Rebellen gegen England aus dem Jahr 1776 übrig geblieben ist, können die US-Amerikaner uns hier in Europa nur leidtun. Wir haben hier zwar auch Idioten, von Marine Le Pen über die norwegischen Faschisten bis hin zu unserer Alternative für Deutschland (um nur einige zu nennen), aber das Geburtsland des Liberalismus und der liberalen Gesinnungen ist tot. Übrig bleiben Trumps Lügen (der Lügenzähler der Washington Post ist bei ca. 5000 angekommen) und die Arroganz der Macht, die damit verbunden ist. – Wolf Auffermann


Leserbrief zu „Spitzel, Verschwörer und zwölf Tote“ von Daniel Müller

Vor kurzem habe ich das Buch von Elias Davidsson „Der Gelbe Bus“ (ISBN 978 3 88975 274 1) gelesen. In seinem Buch verweist Herr Davidsson auf einen ZEIT-Artikel vom 5. April 2017. In dem damaligen Artikel hieß es, dass sich der LKW mit 15km/h auf den Weihnachtsmarkt schob. „Laut den GPS-Daten des Wagens fährt Amri den Laster durch den Tiergartentunnel, unter dem Regierungsviertel hindurch, … Um kurz nach 20 Uhr hält er an einer roten Ampel. Als die Ampel auf Grün springt, fährt Amri an. Es ist 20.02 Uhr. Mit rund 15 km/h schiebt sich der Lkw auf den Weihnachtsmarkt.“ Ein LKW, der sich mit 15km/h vorwärtsschiebt, rast nicht. In dem Artikel vom 13 Dezember 2018 geht die ZEIT dann wieder von einem rasenden LKW aus. „Sie (die Fotos) zeigen exakt die Stelle … an der Amri später auf den Weihnachtsmarkt rasen wird.“ Mit meinem Leserbrief möchte ich auf diesen Widerspruch zwischen einem angeblich rasenden LKW und der faktisch durch die GPS-Daten bewiesenen Geschwindigkeit von 15km/h hinweisen. Wer Interesse für die weitere Bedeutung dieses Unterschiedes hat, dem empfehle ich das oben genannte Buch von Herrn Davidsson zu lesen! – Martin Rau


Leserbrief zu „Ich bin Hauptstraße!“ von Ulrike Gastmann

Über den leicht anglizistischen Plural „Streits“ bin ich in Ihrem Artikel gestolpert. Und siehe da, auch der Duden kennt bis jetzt als Plural von Streit nur Streite. Wegen dieses kleinen Fehlers leider nur 2- – Karl Ulrich Würz


Leserbrief zu „Ist der wirklich so dröge?“ von Mark Schieritz

Ehrlich gesagt finde ich Herrn Scholz überhaupt nicht dröge! Endlich mal ein zielstrebiger, ruhiger, engagierter Politiker und nicht immer dieses ermüdende, lächerliche Alphatierchen Gehabe eines Seehofer, Scheurer, Merz, Schröder, Spahn, Dobrindt, … Ich würde Scholz sofort wieder wählen, genau deshalb!!! – Susanne Koch


Leserbrief zu „»Ich habe ihn gewarnt«“ von Elisabeth Raether

Selbst die Märchen aus 1001 Nacht helfen den Herrschenden nicht mehr. Vorbei die Zeiten, wo sie sich verkleidet unters Volk mischten, um zu erfahren, was die Menschen bewegt. Macron hat seinen Berater Cohn-Bendit, auf den er aber auch ich hört, um die Signale der Völker zu vernehmen. Die Konzentration der Macht im französischen Präsidialsystem ist ja nur ein Element, das die Abgehobenheit der Herrschenden auf die Spitze treibt. Viele Probleme würden nicht so massiv auftreten, wenn es noch einen Kontakt gäbe zwischen den Führungsebenen und dem was man früher „die einfachen Leute“ nannte. Ein Bildungsminister, der mit einem normalen Lehrer redet, ein Konzernführer, der einen simplen Ingenieur bei VW Ernst nimmt, ein Präsident, der vielleicht mal einen Regionalzug benutzt. Das wär schon was. Aber ohne massiven Druck von Unten wird da nichts geschehen. Die Gelbwesten legen in dieser Hinsicht den Finger in die Wunde des Systems. – Dieter Schöneborn


Leserbrief zu „Wem gehört denn nun mein Bauch?“ von Mariam Lau

Vermutlich stehen die Befürworter/innen des jetzigen §219a im Kern der sozialen Indikation an sich skeptisch gegenüber. Zu Mündigkeit und Rechten gehören Eigenverantwortung und Pflichten. Zeugen Erwachsene auf gleicher Augenhöhe in einvernehmlichem Verkehr Kinder, sind sie verantwortlich. Dann ungeborenes menschliches Leben zu töten, ist auch m.E. nicht sozial. Anders ist es bei der medizinischen (Gefahr für die Gesundheit der Mutter) und juristischen (Missbrauch, Vergewaltigung) Indikation. Ferner brauchen Frauen im Notfall schnelle sachliche Informationen zu Abtreibungsmöglichkeiten. Wenn Politiker/innen die „soziale“ Indikation kritisch sehen, müssen sie jedoch eben diese sachlich, ehrlich offen in Frage stellen, die werdenden Eltern notfalls unterstützen. Hierbei ist allerdings die relativ unbekannte Frage sogenannter „Frühestabtreibungen“ nicht angesprochen. Es geht zunächst es um alle hormonellen Methoden (Pillen). Sie können (müssen aber nicht zwingend) z.B. als Zusatzkomponente nach einem je nach Pillenart genannten Zeitraum des vergessenden Überschreitens des täglichen Einnahmezeitpunktes die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern. Die mechanischen Methoden (Spiralen usw.) wirken je nach Art hauptsächlich oder deutlich öfter als die Pillen so. Sieht man die Befruchtung der Eizelle als den Beginn menschlichen Lebens an, wird man sie schwerlich nutzen können. – Johannes Haverkämper


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Ich bin tief berührt von Ihrem Text – und fühle mich zudem noch sehr gut unterhalten! Beim Lesen wollte ich ständig zur gleichen Zeit applaudieren, lachen und weinen. Ich habe selten eine so ehrliche Selbstreflexion in einer Zeitung gelesen. Und ich bin Mutter eines Kindes, das ebenfalls „socially awkward“ ist und ich ziehe meinen Hut, mit welcher Einfühlung Sie ihrem Sohn begegnen und ihn ernst nehmen. Und schonungslos die eigenen Motive enthüllen. Ich versuche genau so mit meinen Kindern zu leben. Danke von Herzen für Ihren Artikel, bitte noch viel mehr davon. – Dana Schuster


Leserbrief zu „Stimmt’s?“ von Kavy Wolk

War denn kein Mann bei der Studie dabei? Jeder Mann kann vermutlich aus eigener fahren bestätigen, dass beim Pinkeln im Sitzen nach dem Aufstehen oftmals eine Restentleerung ansteht. Ich bin kein Mediziner, kann es mir also nicht erklären, weiß es aber aus Erfahrung. Metaanalysen helfen nicht viel dabei, medizinische Tatsachen zu erheben. – Roland Jurgeleit


Leserbrief zu „Der andere Stallgeruch „ von Thomas Melzer

Der Artikel hat mir sehr gefallen. Da musste ich sogleich an meine eigene Wendezeit denken. Damals war ich bei der Bundeswehr und es wurden Leute gesucht,die die NVA in die Bundeswehr integrieren. Unser Btl.-Kommandeur verwies die Verantwortung über gewillte Soldaten,die teils aus Idealismus sich der Sache zuwenden wollten-darunter auch ich-an die KP.Chefs. Mein KP.-Chef hatte schon erfahren,das ich direkt mit dem Kommandeur über diese Sache gesprochen hatte. Er sagte zu mir:“Du brauchst dich gar nicht zu bewerben,du bleibst hier.“ Will sagen,das damals ,vorwiegend Unteroffiziere mit oder ohne Portepee,in den „Osten“ geschickt wurden,die ein Bataillon entbehren konnte. Die qualifizierten Soldaten blieben am Stammort-BASTA- – Norbert Müller


Leserbrief zu „Preis des Sieges“ von Matthias Geis

AKK wird nicht einen einzigen Wähler von der AfD zurückholen! Bei der Europa-Wahl werden schließlich neben der Migrationspolitik noch ganz andere Themen im Vordergrund stehen, nämlich z.B. erneut die Euro-Rettungspolitik im Verbund mit Draghis Geldschwemme! Denn was wird ein Wähler denken, der -wie es derzeit vielfach geschieht- von seiner Lebensversicherung ein Schreiben erhält, in dem ihm aufgrund der Niedrigzinspolitik Leistungskürzungen angekündigt werden? AKK wird hier die Politik Merkels mit der Ausbootung von Weidmann als potentieller EZB – Präsident nahtlos fortsetzen – von einer notwendigen Kritik an der EZB ganz zu schweigen! Deswegen dürfte sich die CDU in falscher Sicherheit wiegen, wenn sie denken sollte „schlimmer geht‘s nimmer“! – Hans Hardenberg


Leserbrief zu „Weihnachten im Willkommensland“ von Ursula Leerhoff

Ein guter bericht. Das ein mensch einen in not geratenen hieft ist eine selbstverstaendlichkeit. Das es in Europa regelb gibt die nicht alle beduerfnisse des einzelen entsprechen ist klar. Gercht geht es nicht mal in der kirche zu. Auch wenn es fuer einige eine Mode erscheinigung ist, ist hielfsbereitschaft ein menschen recht. Wie gut so etwas ist habe ich 1992 in berlin erlebt. Als obdachloßer sass ich muede auf den stuffen der disco esso 36. Als sich mir zur rechten und linken zwei mir fremde gestalten setzten. Der eine trecker becker fragte mich aus welcher wargenburg ich sei. Upy was ist ne wagenburg? Nun meine geschichte war damals schnell erzaehlt. So sagte der abder zu trecker becker du ich fahre fuer14 tage nach paris der neue damit war ich CHRISTIAN gemeint! Darf in meinen bauwagen wohnen. Fuer 14 tage einen bauwagen gegenueber vom Hauptbahnhof ost dierrck an der soree oder wie der kanal da auch immer heisst. 14 tage sicher und warm zu schlafen. 14 tage berlin um sonst. 14um die Weihnachtszeit. 14 tage die mich gepraegt haben wie keine zeit davor oder danach. Dabke trecker becker. Danke mein unbeckanter helfer. Kurze zeit nach Weihnachten reisste ich nach Hamburg wo mich eine nachricht ,meiner zukuenfigen freundin und späteren frau erreichte. – Christian knaut


Leserbrief zu „Ist der wirklich so dröge?“ von Mark Schieritz

Ob Scholz dröge ist oder auch nicht kümmert mich einen Sch……. Es wäre eigentlich überhaupt gar nicht schwer wieder Wähler zu gewinnen. Er wird es nicht tun wollen sowie andere Parteien ebenso – bis auf die AfD. Weil es dann ein mittleres Erdbeben geben würde. Warum eigentlich? Andere europäische Länder können das ja auch. Die Integration auf ein Mindestmaß zurückstutzen. Ihr Autor Mark Schieritz würde das bestimmt auch nicht wollen. Besonders die Muslime, die nicht integrierbar sind. Das weiß eigentlich die halbe Welt. Also, wird es eines Tages andere tun. Und die SPD, die ich gern wieder bei über 30% sehen würde, wird sich weiterhin im Keller aufhalten müssen. Die zweite Etage werden sie, solange ich lebe, nicht mehr erreichen. Die Etage haben jetzt die Grünen eingenommen. Eine Partei, die eigentlich heutzutage völlig überflüssig wäre. Wenn ich das meinem Opa erzähle, würde er ohnmächtig werden. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was guckst du?“ von Hanno Rauterberg

Bei Eintrittspreisen von z.T. deutlich über 10 Euro wundern Sie sich über geringe Besucherzahlen? Sollen Bildung und Freude an Kunst vermittelt werden, wäre freier Eintritt wie z.B.in die ständige Sammlung des Essener Folkwangmuseums ein erfolgreicher Weg. – Dr. Ulrike Denker


Leserbrief zu „Globaler Müll“ von Jacqueline Haddadian

Schön, dass Ihr das Thema immer und immer wieder aufgreift. Wir Verbraucher müssen endlich aufwachen! Es ist nicht damit getan, alles, wirklich alles, nur in den gelben Sack zu werfen, und diesen dann – über die Niederlande – nach Asien zu schicken. Aus den Augen aus dem Sinn. Das ist vielleicht einfach und erleichtert das Gewissen – echte Lösungen aber sehen anders aus. Kunststoff gehört weitgehend verbannt! Alles, muss auf den Prüfstand. Angefangen mit sinnlosen Verpackungen, über Plastik-Einweg-Artikel oder Plastik-Spielzeug (das oftmals sogar belastet ist…), bis hin zu Kosmetikartikeln. Warum sind eigentlich ökologisch wertvolle Produkte, umweltneutral verpackt, erheblich teurer, als in Plastik verpackte Massenware mit künstlichen Inhaltsstoffen. Wie können wir das ändern? Ganz einfach, die erstgenannten Produkte gehören subventioniert, Plastik und anderer Schund wird besteuert! Die Kunststoff-, Verpackungs- und Werbebranche hat uns in den vergangenen 50 Jahren wirklich gut erzogen. Und wir lassen uns berieseln und laufen hinterher. Schluß damit, denkt einfach mal nach. Jeder Einzelne knn sein Verhalten ändern. Es gibt genug Alternativen! – Achim Bothmann


Leserbrief zu „Ist die Zeit der Menschenrechte vorbei?“ von Stefan-Ludwig Hoffmann

Wer noch nicht ganz erkaltet, empathielos oder ethikresistent ist, für den sind die weltweiten dehumanisierenden Aktionen, Methoden und Menetekel unübersehbar. Die Menschenrechte werden tagtäglich verachtet, verhöhnt und geradezu mit Füßen getreten. Bei all den Diskussionen, Analysen und Berichten – auch in der ZEIT- ist eine gehörige Portion Sophisterei dabei. Faktum ist, dass im Jemen Millionen verhungern und die Welt Geschäfte mit der moralisch verkommenen saudischen Regierung macht. Faktum ist, das Frauen und Kinder ausgebeutet werden um unsere Kleidung zu nähen – zum Hungerlohn und ohne jegliche Arbeits- oder Sicherheitsstandards. Faktum ist, dass die Millionen von Flüchtlingen als akute Bedrohung gelten. Und wenn diese „Verdammten der Erde“ (© Heribert Prantl) vor den Mauern der Wohlstandswinkeln unseres Planeten stehen und um Einlass bitten, die Berufung auf die Menschenrechte, unter allerlei spitzfindigen Argumenten – Gesinnungsethik versus Verantwortungsethik etc., etc. – geradezu als Unverschämtheit empfunden wird. Das was momentan weltweit stattfindet ist eine einzige Absage an das Humanitätsideal – sei es der kategorische Imperativ von Immanuel Kant oder die biblische Bergpredigt. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Ist die Zeit der Menschenrechte vorbei?“ von Stefan-Ludwig Hoffmann

In der Politik sind die Menschenrechte nie beachtet worden. Alles was bisher darüber erzählt wurde ist reine Theorie. In Deutschland werden die Menschenrechte ständig vernachlässigt oder wenn man es härter formuliert, mißachtet. In der größten Demokratie der Welt, in Indien, werden tagtäglich Menschenrechtsverletzungen begangen. Das hat nur in der Wissenschaft bestand. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Danke für die vergnügten Minuten beim Lesen Ihrer Gedanken. Tja, die Suche nach dem Sinn des Lebens treibt die Menschen um seitdem es sie gibt. Wir sind alle sterblich und wissen es auch. Das trübt unser Vergnügen am Leben. Manchmal. Früher gab es die Religion als Trost. Heute vielleicht die Idee der Arterhaltung. Bei durchschnittlich 1,1 Kinder pro gebärfähiger Frau in Deutschland scheint diese Idee nicht auf viel Resonanz zu stoßen. Bei Ihnen war das allem Anschein nach anders. Sie haben Ihren Sinn gefunden. Und Ihr Sohn wird seinen Sinn auch finden. Wenn meine Interpretation Ihrer Beschreibung richtig ist. Im Zweifel liegt der Segen. Wenn er es nicht schon haben sollte: schenken Sie ihm Montaigne. – Hartmut van Meegen


Leserbrief zu „Preis des Sieges“ von Matthias Geis

Ohne Frage, der Gemeinschaftsgeist der CDU wird den Preis des Sieges von Annegret Kramp-Karrenbauer ausmachen. Nach dem möglicherweise unvermuteten, auf jeden Fall aber knappen Ergebnis bei der Stichwahl zum CDU-Vorsitz obliegt es nun insbesondere der „grauen Parteieminenz“ Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, jene Geister einzufangen, die er jüngst auch mit seiner ostentativen Intervention pro Merz qua FAZ-Interview gerufen hat. Nolens volens bleibt mithin ein weiteres Mal die überlegene Klugheit und Resilienz der vormaligen CDU-Chefin und Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel zu konzedieren, die es, obgleich AKK gewiss seit Wochen auf der Zunge liegend, vorzog, bis zuletzt auf dieselbige (Zunge, nicht AKK) zu beißen. Strobls der (verlorenen) Wahl nachgelagerte, geradezu sakrosankt anmutende „Friedrich Merz ist nicht weg, er ist mitten unter uns“-Feststellung hingegen weist nicht nur auf eine tiefsitzende Enttäuschung, sondern auf einen überaus alarmierenden Zustand des konservativ-liberalen Parteiflügels der CDU hin. – Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Wer darf hier was sagen?“ von Maria-Sibylla Lotter

Es heißt, die intellektuellen schwiegen und dokumentierten damit ihre bedeutungslosigkeit. das stimmt nicht, aber sie produzieren eben keine skandale, über die weithin berichtet würde. also, hören wir auf mit der moralischen selbstzensur! lasst unsere gerichte über den tellerand suppen, damit man sie hört. extrem denken, moderat handeln, statt moderat zu denken und das handeln chaoten zu überlassen. – Horst Papenhausen


Leserbrief zu „»Härter kann es nicht mehr werden!«“ von Jens Tönnesmann

Zitat:„Wir messen Symbolen wie Glyphosat …mehr Bedeutung zu, als sie haben und zwar eine viel zu sehr ökologisch gefärbte!…Der Unkrautvernichter hilft dabei die Welt zu ernähren…dank Glyphosat… müssen (Bauern) nicht mehr jäten, grubbern und mulchen“. Kaum zu glauben in welchem Maße an Unwissenheit sich der Betriebsratsvorsitzende Oliver Zühlke hier positioniert. Er wirft zwar viele gängige Begriffe der Nachhaltigkeitsdiskussion in das Interview, ohne dabei seinem eigenen Anspruch der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Inhalten und Fakten gerecht zu werden. Zu den ignorierten Fakten gehören z.B. die kontroverse Diskussion über die Kanzerogenität von Glyphosat und die ökologisch hoch produktive Methode des Mulchens. Auf diesem Niveau ist eine nachhaltige Entwicklung bzw. die angestrebte Große Transformation nicht zu erreichen. Herr Zühlke betreibt nichts als einseitige, ökologieferne Interessenvertretung. – Peter Vollmer


Leserbrief zu „Wer darf hier was sagen?“ von Maria-Sibylla Lotter

Ihr linken Meinungsdiktatoren mit der selbsterteilten Lizenz zur Ausgrenzung Andersdenkender: geht heraus aus euren Hörsälen hinaus aufs Land, in das Wartezimmer eines Hausarztes! Dort könnt ihr einmal so richtig „dem Volk aufs Maul schauen“! (Ich kann ihm sogar hinters Maul schauen, manchmal bis in die Abgründe seiner Seele!) Von gestandenen Manns- und Weibsbildern, von den älteren von ihnen sogar „uff platt“ werden euch dort Sätze um und in die Ohren fliegen – dagegen wirken die Texte von Thilo Sarrazin wie Verse aus dem Katechismus! Audiatur et altera pars – auch der an seiner Scholle klebende Landwirt, auch der in seiner Heimat verwurzelte Patriot! Eure Anhänger sind die Minderheit der abgehobenen, „weltoffenen“ Grün-Urbanen; die Menschen auf dem platten Land würden euch, selbst wenn sie euch zuhörten, nicht mehr verstehen! So tragt ihr, ganz bewußt, weiter bei zur Spaltung unserer Gesellschaft statt zu ihrer Aussöhnung! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Wer darf hier was sagen?“ von Maria-Sibylla Lotter

Wo, wenn nicht an, in und/oder mit einer Universität (und nicht einer ((Fach-)Hoch-)Schule oder einem Stammtisch) ist der Ort, Meinungen darauf zu prüfen, ob sie des Wissens würdig sind? Und um die obige, vermutlich einige beleidigende, Einschränkung ins rechte Licht zu rücken und verständlich zu machen: „Universität“ ist zuallererst eine Haltung. – Volker Homann


Leserbrief zu „Wer kommt da noch mit?“ von Ulrich Schnabel

Von Zeit zu Zeit off-line sein als geistige und emotionale Notwehr! Hilft garantiert !! – C. Plagemann


Leserbrief zu „Erst jetzt sind ihre Stimmen zu hören“ von Katharina Kakar

Dieser kleine Artikel ist das Beste, was ich in der ZEIT in den letzten Jahren gelesen habe. Da sollten die intellektuell satten und überlasteten Europäer mal genau hinhören, da steckt sehr viel Zunder drin. Ich kann das gerne mit Ihnen vertiefen.Auch im europäischen Raum liegt unter der oberflächlichen Decke noch viel verborgen: Handwerk und Gottesverständnis der Kelten z.B. Aber da rumpelts kräftig in den Organisationen, die sich gut eingerichtet haben. – Hans Joachim Hühner


Leserbrief zu „Was guckst du?“ von Hanno Rauterberg

Mir großem Interesse habe ich Ihren kritischen Beitrag „Was guckst du ?“ zu den Gründen gelesen,warum die Berliner Museen im Vergleich zu denen anderer Großstädte so leer sind,und hoffe,die verantwortlichen Museumsleute und insbesondere die das Geld für die vielen Neubauten bewilligenden Politiker nehmen sich Ihre Worte zu Herzen. Oddrr ? – Dieter Ciesielski


Leserbrief zu „Weihnachten im Willkommensland“ von Ursula Leerhoff

„Wir schaffen das“ sagte Frau Merkel 2015. Wer ist WIR? Es ist bestimmt nicht Frau Merkel, die es versäumte, die Migration, die sie ausgelöst hatte, in geordnete Bahnen (Stichwort „Integration“) zu lenken. Es ist auch nicht ihre Partei, die jetzt dabei ist, wieder zurück zu rudern. Es ist auch nicht die Bundesregierung, die viel zu spät auf die „Asylantenflut“ reagierte. Und es sind schließlich auch nicht die Kommunen, die hilflos dem Problem ausgeliefert waren, das da auf sie zukam, und die – mit einigen erfreulichen Ausnahmen – mit bürokratischen Hürden die Integration behindern. Nein, es sind wir, die ehrenamtlichen Helfer, die z.B. Deutschunterricht, insbesondere für Analphabeten, geben, die Schulkindern bei Hausaufgaben helfen, die Autofahrten zum Arzt und zum Supermarkt organisieren, die bei der Jobsuche behilflich sind, und die schwer verständliche Formulare für sie ausfüllen. Es tut gut, trotz mancher Enttäuschung, manchmal mit einem „Dankeschön“ belohnt zu werden. – Dr. Peter Dodel


Leserbrief zu „Die Spur des Wurstbrots“ von Moritz Aisslinger et al.

Wie kann man Teile eines geschlachteten Tieres (das man auch vor langer Zeit auch bei uns verwendet hat) als „Scheiße“ bezeichnen? Zitat aus dem Artikel: “ Er hat, so kann man es sagen, aus Scheiße Gold gemacht“. Ich bin kein Freund von Herrn Tönnies. Aber es gibt mittlerweile viele Landwirte, die ihre Tiere selbst vermarkten und versuchen, das ganze Tier zu verwerten. Es zeugt nicht von allzu grossem Respekt gegenüber dem Schwein (was eventuell auch von Ihnen gegessen wird), Teile von ihm abfällig als „Scheiße“ zu bewerten. – Antonia Gruhn


Leserbrief zu „»Ich habe ihn gewarnt«“ von Elisabeth Raether

Daniel Cohn-Bendit ist romantisch, wenn er glaubt, dass Tarifverhandlungen in Deutschland im Sinne einer sozialen Partnerschaft geführt werden. Das ist in Zeiten massiver Tarifflucht nicht mehr so. In der Druckindustrie gibt es einen Verhandlungsführer, der in seinem Unternehmen 90 Prozent der Mitarbeiter/-innen tariflos beschäftigt. Zu den Verhandlern gehört auch der Geschäftsführer des hessischen Druck-Arbeitgeberverbandes. Dabei gibt es in Hessen keine einzige tarifgebundene Druckerei mehr. Ebensowenig wie im Saarland oder in Rheinland-Pfals, von den ostdeutschen Ländern ganz zu schweigen. Und in den Tarifverhandlungen für die papierverarbeitende Industrie hieß es vor wenigen Tagen seitens der Arbeitgeber, dass man die bisher selbstverständliche Zusage, dass es keine Maßregelung von Streikenden gibt, nicht mehr geben wolle. Wer seiner Firma durch Streik schade, müsse bereit sein, die Konsequenzen zu tragen, lautet die neue Ansage. Es ist nicht zu kritisieren, wenn kapitalistische Unternehmer Gewinne steigern wollen. Wird aber der soziale Frieden riskiert, wird Gier tatsächlich zur Sünde. (PS, nur zur Erläuterung: Verhandlungsführer der Druck-Arbeitgeber ist Sönke Boyens von der Dithmahrschen Landeszeitung) – Klaus Schrage


Leserbrief zu „CDU … und nu?“ von Tina Hildebrandt et al.

Frau Kramp-Karrenbauer hielt eine rhetorisch geschickte, weil Parteitagsstimmungen zum eigenen Nutzen gewendete Rede, die inhaltlich so folgenlos war, dass sich zu ihrem Glück schon vorgestern keiner mehr an sie erinnern mochte. Herr Merz, von dem ich politisch weit entfernt bin und den ich niemals wählen würde, hat seiner Partei einige politische Wahrheiten zugemutet, insbesondere die deutsche Mitverantwortung für horrende Jugendarbeitslosigkeit in Teilen Europas, die Deutschland zukünftig auch finanziell bekämpfen müsse – und genau diese Worte (und nicht irgendwelche lauter oder leise gedrehte Mikrofone) werden ihm die paar Stimmen gekostet haben, die ihm am Ende fehlten. Dafür gebührt ihm Respekt. Wir Wohlstandsegoisten sollten häufiger mal uns an die eigene und nicht bequemer nur an Merzens Nase fassen. – Dr. Torsten Schwan


Leserbrief zum Titelthema „Geschwindigkeit“

Es wird so getan, als ob die zunehmende Geschwindigkeit der Welt ein gottgegebenes Schicksal wäre, an das sich der Mensch anpassen müsste. Arme Leute, die ständig der immer schneller werdenden Welt hinterherhecheln. Dabei ist es gerade umgekehrt. Man muss bestrebt sein und versuchen, sich die Welt für die eigene Geschwindigkeit einzurichten. Letztgültige Wahrheiten zu dem Wesen der unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Menschen finden sich im Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny über den Entdecker und Polarforscher John Franklin. Und diese sind heute so wahr wie Sie 1983 beim Erscheinen des Buches waren wie sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren , in dem der Roman spielt. Eines der bestem Zitate: “ Weil John Franklin so langsam ist, verliert er niemals Zeit.“ Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen. Herzliche Grüße aus Buggingen von Andreas Benrath.

PS: Und wenn Sie irgendwann das längst fällige Special über die Langsamkeit schreiben, dann kommen Sie mal zu mir , dann zeige ich Ihnen , wie Langsamkeit geht. Ich schreibe nämlich zur Zeit das oben erwähnte Buch ab, und zwar mit Buchstabenstempel in Tonplatten, Buchstabe für Buchstabe, und das ist eine der besten Erfahrungen meines ganzen Lebens. Ich bin seit über zwei Jahren dabei, mittlerweile fast fertig, ich schreibe JEDEN Tag ungefähr eine halbe Seite aus dem Buch, die Platten sind 35 mal 31 cm groß und das gesamte Buch ist , wenn es fertig ist, ungefähr fünf Tonnen schwer und ca. 200 qm groß. Wenn es Sie interessiert, melden Sie sich, ich kann Ihnen gerne mehr darüber erzählen. – Andreas Benrath


Leserbrief zu „Preis des Sieges“ von Matthias Geis

Die Kanzlerin macht weiter so, als „Nur-noch-weiter-so-Kanzlerin“, AKK versucht die vereinigte CDU-Vorsitzende zu geben, Friedrich Merz bleibt weiter der „Black Rocker“ mit trögen „AfD-Halbier-Gedankenspiele“, Jens Spahn, der immer noch zu junge „Gesundheitsspund“, der wartet weiter, aber frohen Mutes, auf die gesünderen Zeiten; und alle „Schwarzseher“ betreiben weiter ihre Schwarzseherei, als wäre (fast) nichts gewesen; weiter so, immer weiter, und weiter, und…! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Europas Spaltung“ von Matthias Krupa

In GB läuft es derzeit gar nicht so kugelrund, in Frankreich, da fliegen noch im die abgewetzten Fetzen; doch im Großen und Ganzen sind das alles nur familiäre Angelegenheiten. „It´s a family affair“ (Sly & the Family Stone)! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Stimmt’s?“ von Kavy Wolk

Als regelmäßiger Zeit Leser beginne ich immer mit Martenstein und Stimmt`s. und das gerne. Aber in diesem Bericht „Stimmt`s“ fischt der Autor im Trüben. Er möchte mit weit hergeholten Argumenten dem Zeitgeist entsprechen die Sitzmethode als einzig wahre Methode des Pinkelns darstellen. Selbst die alten Ägypter müssen herhalten. Und die haben bestimmt nicht bei Ihren täglichen Bedürfnissen an Hygiene gedacht. Darum ein paar Anmerkungen zu diesem Bericht: Zwischen der Sitzhaltung auf einer modernen Toilette und der Hocke Sitzhaltung bestehen gravierende Unterschiede. Die Körperhaltungen sind Grundverschieden.

Die Untersuchungen der Urologen der Universität Leiden in allen Ehren, aber leider kann ich aus meinen persönlichen Erfahrungen nur etwas Anderes berichten. Beim Pinkel setze ich mich jetzt auch öfter auf die Toilette (öffentliche Toilette). Mehr Ruhe und ich kann einige Minuten unbeobachtet abwarten bis etwas passiert. Es funktioniert aber leider nicht einwandfrei. Beim Sitzen wird der Strahl eher abgeschwächt. Darum habe ich ein Kombiniertes Verfahren für mich entwickelt. Hinsetzten und eine Zeit warten und dann Aufstehen. Das ist meistens von Erfolg gekrönt. Und dann werde ich mich bestimmt nicht hinsetzen und den Vorgang wieder abbrechen. Außerdem, ob Weiblein oder Männlein wenn man es eilig hat gehen auch beim Hinsetzten die ersten Tropfen auf den Boden, in die Kleider oder auf den Toilettenrand. Und zum Schluss noch eine Frage: Warum sind eigentlich Frauentoiletten so verschmutzt? – Wolfgang Heinrich


Leserbrief zu „Easy Rider“ von Raoul Löbbert

Für Deinen Sohn wirst Du der Held sein! Für mich bist Du‘s, sind‘s die drei Damen mit Migrationshintergrund und Siggi ebenfalls. Ich legte mich auch schon ganz oft auf die Klappe. Trotzdem ist Radfahren für mich die allerbeste Fortbewegungsmöglichkeit – weit vor dem Autofahren… – Achim Bothmann


Leserbrief zum Titelthema „Geschwindigkeit“

In einer Zeit, in der die Erde aus ihrer Bahn geworfen würde, wenn alle Menschen zeitgleich ihre Handys in den Mülleimer schmeißen würden, jettet der ehemalige Amazon-Chefwissenschaftler Andreas Weigend um die Erde, um das irre Tempo des exponentiellen digitalen Wachstums mit all seinen unwägbaren Folgen „richtig zu gestalten.“ Wie er sich auf dem Laufenden hält? Indem er am Flughafen alle Zeitungen schnappt, die umsonst sind, sie „grob durchschaut“, interessante Artikel herausreißt und sie in eine Plastiktüte steckt. „Alle zwei Wochen leere ich sie und stelle fest: Das meiste hat sich von selbst erledigt.“ Indem er, wenn er sich nicht gerade eine Facebook-freie Zeit gönnt, um mit seinen schwäbischen Jugendfreunden abzuhängen und „Achtsamkeit“ zu üben, weder Geld noch Zeit investiert, um sorgfältig recherchierte Inhalte in Ruhe und Wertschätzung zu inhalieren, veranlasst er mich zu folgendem Stoßgebet: „Der Himmel bewahre uns vor solch flotten, nicht gerade vor Weisheit und Liebe strotzenden Zukunftsgestaltern, sonst haben wir weder jetzt noch später gute alte Zeiten.“ – Bettina Oehmen


Leserbrief zu „Und das geht?“ von Lisa Nienhaus und Jens Tönnesmann

Eine kluge Frau, Ihre Friseurin. Sie weiß, dass die Hoheit über die eigenen Daten unter keinen irgendwie gearteten Umständen von der Bequemlilchkeit elektronischen Bezahlens übertroffen werden kann. Praktisch jeder Lebensvollzug ist mit Bezahlen verbunden, dass amerikanische Konzerne willens oder auch nur imstande wären, Daten zu schützen, werden Sie sicher nicht annehmen, und der Vernichtungswille unserer tugendsamen und toleranten Gesellschaft bricht sch Bahn auch bei unscheinbaren Anlässen. Ein Kinobesuch, hinterher ein Bummel über die Reeperbahn, ein paar Schnäpschen und zum Schluss eine kleine weitere Dienstleistung – da findet sich genug Stoff für die Vernichtung einer politischen oder auch nur bürgerlichen Existenz. Es ehrt Sie aber, liebe Frau Nienhaus, dass Sie derartige Fragen wenigstens in den Blick nehmen – im Gegensatz zu Ihrem Kolegen, dessen Bedenkenlosigkeit sich auch durch die sportliche Note Ihres Selbstversuchs nicht erklären lässt. – Regina Stindorf


Leserbrief zu „Die Spur des Wurstbrots“ von Moritz Aisslinger et al.

Deutschland ist vor lauter Tierliebe blind für eine ordnungsgemäße Tierhaltung. Das ist wie in der Politik. Die Menschen sind nicht mehr in der Lage gut von böse oder Schuld von Unschuld zu unterscheiden. Das zieht sich durch unsere ganze Gesellschaft. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Und das geht?“ von Lisa Nienhaus und Jens Tönnesmann

Vielleicht muss man in der südbadischen Provinz zuhause sein, um der großstadtkultivierten Bezahlung einer backfrischen Brezel per Handy eher fremdelnd gegenüber zu stehen. Noch befremdlicher allerdings wirkt, dass zu Zeiten alarmierender Klimadaten der handybezahlende Redakteur mal kurz nach Mallorca jettet zwecks Geburtstagsgratulation. Und schon fast zum Fremdschämen ist, dass das aufrüttelnde „Zeit“-Dossier über die klimazerstörenden Folgen des ausufernden Luftverkehrs – „die Hölle am Himmel“ („Zeit“ 33/18) – zumindest an Teilen der eigenen Redaktion so unbeachtet vorbeigeflattert zu sein scheint wie die frühvergilbten Eichenblätter im diesjährigen Hitzesommer. – Stefan Böhm


Leserbrief zu „Was guckst du?“ von Hanno Rauterberg

Früher musste man sich mit großem Aufwand Kunstbücher besorgen oder lange, beschwerliche Reisen auf sich nehmen, wollte man berühmte Kunstschätze sehen. Heute genügen ein paar Klicks im Internet – und man hat den Schatz! Das ist leichter und umweltfreundlicher geworden, also nicht nachteilig. – Hans Hartmut Karg


Leserbrief zu „Ich bin Hauptstraße!“ von Ulrike Gastmann

Frau Gastmann schreibt mit Fug und Recht: “ Der Umgang mit unserer Sprache ist ein nicht ganz unbefangen anzugehendes Thema.” Dazu zitiere ich einen fiktiven Bundestagsabgeordneten der SPD aus dem Hunsrück, der es in einem Debattenbeitrag geschafft hat die übliche Phrasendrescherei noch mit einigen schlimmen Plattitüden zu verfeinern. Zitat: Meine Damen und Herren, ich komme zum Schluss meiner Ausführungen, möchte aber schlussendlich noch einmal dringend darauf hinweisen, dass wir in der Tat, nichtsdestotrotz ein Stück weit weiter gekommen sind. Dennoch ist die Sache, so wie sie sich darstellt, mit mir nicht zu machen, auch nicht am Ende des Tages. Wenn dieser Abgeordnete nicht fiktiv wäre, würde ich ihm in der Tat ein Stück weit einen Brief schreiben, und ihm nichtsdestotrotz ein gutes Neues Jahr wünschen. – Willi Oberholz


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Meine jüngste Erfahrung mit der Sinnlosigkeit des Lebens machte ich im Alter von sieben Jahren. Ich saß auf dem Bett meiner Großmutter während meine kleine Familie im Wohnzimmer zu Mittag beisammen saß. Ich hörte die Stimmen wie ein dumpfes Rauschen im Hintergrund. Im Spiegel, der am Ende des Bettes stand, starrte mich ein kleines Mädchen an, das mir plötzlich völlig fremd schien. Ich fragte mich, warum dieses Mädchen diese Augen hat, diese Nase, diesen Namen. Ich fragte mich, warum sie hier war. Was der Mensch auf der Welt will. Warum er all die Sachen wie Bett, Schrank und Fernseher baut. Wofür das alles? Diese Gedanken und das Gefühl völlig sinnlos auf diesem Planeten im Nirgendwo zu existieren, verursachte solch eine Furcht in mir, dass ich weinend zu meiner Mutter lief, wo die Welt in Ordnung war. Ich begriff, dass ich das, was ich erlebt habe, nicht erklären konnte. Also sperrte ich dieses Gefühl tief ein, um später als Erwachsene zu erfahren, dass viele Menschen dieses Gefühl, so wie ich, mit sich tragen. Die einen reden darüber, machen aber dann doch weiter. Andere haben nie einen Gedanken darüber verloren und leben ihr Leben und sind zufrieden mit dem was sie haben. Und ein anderer Teil macht sich zu viele Gedanken und verliert völlig den Kurs. Oder sind wir die Idioten, die den Sinn, die Autonomie des Lebens verpasst haben? Manchmal wünschte ich mir, ich wäre religiös. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Ein Ofen für das gute Gewissen“ von Catiana Krapp

Auf dem Gebiet der Gasphysik bin ich ein Laie, aber vielleicht können Sie bei mir eine Wissenslücke füllen. In Ihrem Bericht über die CO²-Kompensationen heißt es: “ 3 Tonnen CO² pro Passagier entstehen bei einem Flug von Brüssel nach Ruanda”. Ich weiß zwar, daß CO² ein Gas ist, das schwerer ist als Luft. Aber wie 3 Tonnen Gas pro Passagier auf einem Flug in die Luft gepustet werden können, ist mir ein Rätsel. Bei angenommenen 100 Passagieren im Flugzeug, sind es 300 Tonnen allein an CO² – das ist sicher viel mehr als das erlaubte Startgewicht. Wie kann das angehen? – Klaus Haack


Leserbrief zu „Ist die Zeit der Menschenrechte vorbei?“ von Stefan-Ludwig Hoffmann

Vielleicht hat die Zeit globaler Menschenrechte in manchen Weltgegenden auch noch gar nicht angefangen. Denn es gibt nun mal unterschiedliche Lebenseinstellungen, die sich als gesamtgesellschaftliche Prägungen für die jeweils Beteiligten auswirken. Was ist mit den Gesellschaften, die stark kollektiv und hierarchisch strukturiert sind? Und es gibt Gesellschaften, beispielsweise Afghanistan, die zumindest in einigen Landesteilen mehrere Rechtssysteme gleichzeitig haben, nämlich staatliches Recht, Scharia und Stammesrecht. Was ist mit Gesellschaften, die von der Idee der Reinkarnation und dem Kastenwesen geprägt sind? In deren Bevölkerungen wird die Allgemeine Erklärung der Menschrechte leicht als „westliches“ Produkt interpretiert. Die Frage bleibt, was denn nun das Gemeinsame unseres Menschseins über alle Verschiedenheiten der Kulturen, Traditionen, Weltanschauungen und Religionen hinaus ist. Antworten darauf zu finden und offen zu kommunizieren ist die eigentliche Herausforderung. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Damit kein Funke springt“ von Burkhard Strassmann

In 3000 m Höhe im Gebirge enthält die Luft 21 % Sauerstoff und 78 % Stickstoff wie in 55m Höhe. Aber der Luftdruck ist mit 689 hPa um 32 % niedriger als in Meereshöhe,. Im Labor mit 15% Sauerstoffgehalt und einem Luftdruck von 1013 hPa herrschen also nicht Bedingungen wie im Gebirge. – Christian Klarhoefer


Leserbrief zu „Und das geht?“ von Lisa Nienhaus und Jens Tönnesmann

Vielen Dank für den den sehr informativen Artikel zum Thema per Handy bezahlen. Ob ich es auch machen würde? Eher nicht. Obwohl ich schon im Jahr 1989 Telebanking, damals per BTX und Postbank (einwandfrei) als seinerzeit gefühlte echte „digitale Avantgarde“ genossen hatte, definiere ich „Avantgarde“ längst andersherum: Nur digitale naive Zeitgenossen geben ihre persönlicheb Daten weiter an unkontrollierbare Dienstleister. Wer glaubt, seine Daten als Indikatoren für sein Kaufverhalten und seine finanzielle Potenz wären diskret, der irrt. Und ob die Systeme wohl sicher sind? Als Online-Kontoinhaber ist er immer angehalten seine Schatztruhe zu kontrollieren – nur weil er wegen eines Cafeteria-Kaffees etc. seine Bankverbindung letztlich offenbart hat. Das steht in keinem Verhältnis. Was ich mir als bargeldlosen Zahlungsverkehr wünschen würde, wäre ein bewährtes Rubbel-Karten-System, wie es das jetzt schon in DB-Märkten für Amazon, Google Play, Zalando etc. gibt. Nur Platform-übergreifend und der „gerubbelte“ Betrag wäre auf dem Handy. Das wäre dann so wie digitales Bargeld. Wann wird’s das geben? Das wäre die modernere digitale Avantgarde, ohne die alten „Nebenwirkungen“. – Roland Schwarz


Leserbrief zu „Wer darf hier was sagen?“ von Maria-Sibylla Lotter

Maria-Sibylla Lotter führt als Indiz für die angeblich zunehmende Begrenzung der Meinungsfreiheit an, dass nach der Zusage von Thilo Sarrazin und Marc Jongen zur Vortragsreihe an der Uni Siegen sozialdemokratische Politiker und Philosophen aus dem Umfeld der Frankfurter Schule abgesagt hätten. Aber was heißt überhaupt Meinungsfreiheit, deren Spektrum sich nach Lotter allgemein verengt haben soll? Die Meinungsfreiheit wird in Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert. Auch für Sarrazin, der Bücher veröffentlichen darf, und Jongen, der im Bundestag sitzt. Die Meinungsfreiheit ist also de facto weder begrenzt noch bedroht. Dieser Klage fehlt die zudem Verhältnismäßigkeit. In Deutschland findet die Meinungsfreiheit ihre Grenzen etwa beim Hitlergruß, der eine Geldstrafe und mehrmonatig Haftstrafe nach sich ziehen kann. Im Iran und anderen Ländern werden u.a. Schriftsteller zum Tode verurteilt, wenn sie ihre Meinung kundtun. Dort existiert keine Meinungsfreiheit. Auf formallogischer Ebene den Anschein zu erwecken, sei es dasselbe, ob jemand von anderen durch deren Nichtteilnahme an einer Vortragsreihe ignoriert wird oder ob jemand menschenrechtswidrig mit dem Tod bedroht wird, ist philosophisch-ethisch unredlich. – Dr. Isabelle Siemes


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Genau,man darf das nicht sagen. Das Leben keinen Sinn? Na so was. Wie wäre es denn, für’s Vaterland zu sterben? War beim Kaiser eine Zeitlang sehr in Mode, bis die Leute den Betrug durchschauten.Wer dem Leben einen Sinn abspricht,bekommt keine Kalendersprüche. Da wird nach dem Eingriff der Behörden verlangt,das widerliche Wort Klappsmühle wird verwendet.Wer ein bisschen nachdenkt,dem dürfen doch wohl Zweifel kommen dürfen, was das die Tretmühle hier soll, auf diesem Planeten.Aber ein guter Bürger soll nicht nachdenken. Er soll leben,am besten nach dem Motto“Vögeln und Besoffen sein, dass ist des Menschen Sonnenschein. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Was guckst du?“ von Hanno Rauterberg

Die Gemäldegalerie sei, schreiben Sie, eine Sammlung von Weltrang „ …doch kaum jemand will sie sehen“. Stimmt nicht. Bloß herrscht kein Massenandrang. Teilweise ist sie konzentriert durch den Parcours im früheren Lichthof, teilweise hatte sie große Sonderausstellungen, teilweise juwelenartige Kabinettausstellungen. Die Sammlung selber: ja, es stimmt, sie i s t ruhig, oder anders gesagt, sie ist noch so, wie ein traditionelles Museum sein sollte, nämlich ein Ort der ungestörten Betrachtung.

Wer in die Gemäldegalerie geht, möchte dorthin gehen, er wird nicht durchgeschleust, muss sich nicht anmelden, Zeitfenster beachten, Schlange an einer von x Kassen stehen. Der Louvre habe derzeit acht bis neun Millionen Besucher jährlich, das Ziel seien zehn Millionen. Das heißt derzeit um die 26 000 Menschen pro Tag, monströs, auch wenn der Hauptstrom in Richtung La Joconde gelenkt wird. Sie haben vor sechs Jahren wie kein anderer für den Erhalt der Gemäldegalerie gekämpft. Warum jetzt ihre kostbare Ruhe schmähen, die sie zusätzlich zu ihren Meisterwerken zum Juwel macht in einer Zeit, in der große Museen zu touristischen Rummelplätzen werden (können)? – Agathe Haag


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Die Suche nach dem Unsinn des Lebens könnte vielleicht sinnvoller sein, als die unsinnige Suche nach des Leben´s Sinn! – Riggi Schwarz


Leserbrief zu „Ich bin Hauptstraße!“ von Ulrike Gastmann

Auszug aus dem (immer noch gültigen) Handelsgesetzbuch (HGB) vom 10. Mai 1897 (Beck-Texte im dtv 63. Auflage 2018), zum Thema: deutsche Sprache, schöne Sprache! § 59 (Handlungsgehilfe) „Wer in einem Handelsgewerbe zur Leistung kaufmännischer Dienste gegen Entgelt angestellt ist (Handlungsgehilfe), hat, soweit nicht besondere Vereinbarungen über die Art und den Umfang seiner Dienstleistungen oder über die ihm zukommende Vergütung getroffen sind, die dem Ortsgebrauch entsprechenden Dienste zu leisten sowie die dem Ortsgebrauch entsprechende Vergütung zu beanspruchen. In Ermangelung eines Ortsgebrauchs gelten die den Umständen nach angemessenen Leistungen als vereinbart.“ – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Wer kommt da noch mit?“ von Ulrich Schnabel

Starker Artikel über die tatsächliche und globale Unwissenheit der Menschen im digitalen Zeitalter. Ich weiß, dass ich doch nichts weiß! – Riggi Schwarz


Leserbrief zu „Die Kunst des Verlierens“ von Jörg Kramer

Es ist wirklich jammerschade, dass die Philosophie-Abteilung des FC Bayern zur Zeit ziemlich vakant ist. Der bisherige Lehrstuhlinhaber Paul Breitner, der sitzt im Weinfass des Diogenes, und ringt nach seiner Selbschassung, immer noch um seine Fassung. – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

„Was,wenn wir das LEBEN nur so schön finden wollen, weil die Alternative nicht zum Aushalten ist ? Und wenn es so wäre: Sagt man das seinem Kind ? “

Nein !!! Warum denn auch? Ein kluges Kind durchschaut den Schwindel früh genug selber.Spätestens ,wenn es merkt , dass der Weihnachtsmann von Onkel Willy gespielz wird. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „For Ladies Only“ von Carolin Würfel

Ich danke Ihnen für diesen reflektierten Artikel zu diesem Frauenclub. Seit diesem Jahr beschäftige ich mich selbst auch mit Netzwerken für Frauen. Mich persönlich interessieren besonders Netzwerke für Frauen in technischen Berufen. Der Austausch mit Frauen der selben Branche bzw. des selben Bereichs finde ich besonders spannend, da man leichter Vorbilder finden kann. Daher stellt sich für mich die Frage, ob es wirklich sinnvoll wäre einen Verein zu haben, der über alle Branchengrenzen hinweg aktiv ist. Die allgemeinen (politischen) Interessen jeder Frau können dann durch einen Dachverband repräsentiert werden, wie das der deutsche Frauenrat macht. – Laura Boese


Leserbrief zu „Momente der Leichtigkeit“ von Christof Siemes

Wann ist eine Mannschaft eine Spitzenmannschaft? Könnte das auch mit dem Tabellenstand zu tun haben? Dem Grunde nach kann es immer nur eine Spitzenmannschaft geben, und die sollte eigentlich an der Spitze der Tabelle stehen. Die Mannschaft des FC Bayern, die ist nur noch im Abschuss von (un)qualifizierten „Spitzen“ ganz spitze. – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Hoch die Tassen“ von Felicitas Wilke

Der Mensch und die stade Zeit, überall droht der „Weihnachtsfriede“ zu eskalieren; Kaufräusche, Konsum-Terrors, Endlos-Völlereien und Familien-Fehden sind stark angesagt; ein Entrinnen völlig aussichtslos. Diese Zeit des „heiliges Exzesses“ wurde erstmals urschriftlich im Jahre 1986 erwähnt, just an dem Tage, als „Last Christmas“ ganz ungebremst auf die Menschheit losrollte. Darauf einen Glühwein-Punsch-Grog auf ex! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Globaler Müll“ von Jacqueline Haddadian

Die Plastik-Müll-Industrie boomt voll, und alle profitieren drum und dran, dumm und dämlich mit; global gesehen profitiert jeder am deutschen Wohlstand(smüll), aber nur so, weltweit gesehen! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Ist der wirklich so dröge?“ von Mark Schieritz

Olaf Scholz gibt den drögen Langeweiler ohne Schlagzeilen; und damit schlägt er ganz wacker, still und leise zu! – Riggi Schwarz


Leserbrief zu „»Wir brauchen mehr Choas!«“ von Ingo Malcher

Ist das noch ein geordneter oder schon ein ungeordneten Brexit, der sich da im Augenblick so über die EU ergießt? Vielleicht könnte hier ein gewisser Friedrich Merz, mit seiner Globalwisserei, und als Weihnachtsmann getarnt, der richtige Retter am falschen Ort, oder der falsche Retter am richtigen Ort sein? – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Es geht nicht ums Verzögern“ von Ijoma Mangold

Die Verantwortlichen des Humboldt Forums zeigen ein durchgängiges Verhaltensmuster unserer staatlich oder institutionell Handelnden: leugnen und relativieren bis zur Schmerzgrenze, das Ganze intellektuell und rechtsstaatlich verbrämen und bemänteln. Raubgut ist unser Eigentum! Punkt!!! Die Zeit schafft unumkehrbare Fakten! Die damals Beklauten leben i. d. Regel nicht mehr oder wurden umgebracht. Sollen sie doch Beweis führen. Sollen doch deren Nachfahren heute belegen welches Stück Raubgut aus ihrem Kulturkreis stammt, von dem sie nicht einmal mehr wissen ob es überhaupt existiert oder wo es verborgen ist. Moral und Anstand sieht anders aus. Der Staat war und ist schon immer der größte Verbrecher, seine Beamten und Institutionen dessen treueste Vasallen. – Hans-J. Giller


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Tja, der Sinn des Lebens ist das Leben selbst. Das ist natürlich nicht sonderlich spannend und wenig befriedigend. Aber nur sehr fatalistische Leute drehen sich daraus einen Strick. Auf Englisch sagt man auch „life is about living“. Das gefällt mir besser, denn es verschiebt die Perspektive vom Nachdenken über „das Ende“ für das wir leben, zum Moment in dem wir uns befinden und der eigentlich viel relevanter für uns ist. Denn Gefühle existieren nur im Augenblick. Eigentlich muss man sich sogar freuen, dass es keinen festgeschriebenen Sinn gibt, denn dadurch sind wir wirklich frei! Man sieht ja, wie allein das bisschen „Zwang“ sich zu reproduzieren schon zu unsäglichem Verdruss und gestöhne führt. Das Problem ist also weniger ein fehlender Sinn, als die Fähigkeit mit der Freiheit umzugehen. Und an dieser Stelle kommt die Aufklärung ins Spiel… Allerdings muss ich auch zugeben, dass die vorherigen Worte von einem Menschen stammen, der sich darüber freuen kann, wie die Schneeflocken auf dem Dachfenster beim schmelzen einen sternförmigen Tropfen hinterlassen. – Peter Jüstel


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Ein tapferer Artikel, von Lebensweisheit, Erlebnisklugheit, Angst und Verantwortung getragen, wie ihn nur eine Frau schreiben kann. Zum Nachdenken anregend. Werden, um zu Verstehen, Sein um zu Verstehen. Eine Lebensmaxime mit der man genugsam beschäftigt sein kann. Im Wort Verstehen steckt genug Lebenssinn, doch den Sinn des Lebens erklärt es nicht. Akzeptiert man die sogen. Urknalltheorie( eine falsche Metapher, Knall als Transversalwelle braucht Materie und beim Urknall gab es noch keine Materie, er war also stumm !) entwickelte sich das Universum ausgehend von einem „ Energiegradienten„ über Quantenschaum. Quarks, Elektron, Proton, Materie, Antimaterie, Wasserstoff zu Galaxien. Der Gradient ist der Motor der Entwicklung des Universums und des Lebens. Ohne Unterschied bleibt die Kugel liegen, sie bewegt sich nicht. Die große Frage des Lebens, was hat den Gradienten bewirkt, der Voraussetzung zum Urknall ist ? Der Zustand vor dem Urknall war frei von Materie und damit ohne Raumzeit und somit nicht denkbar, also spekulativ und ist für die Erkenntnisgewinnung ohne Wert !Und wegen einer bestimmten Zahl an der n-ten Stelle hinter dem Komma einer Naturkonstante entstand unsere Erde, der blaue Planet – wunderschön. Und dieser Konstanten haben wir die Entstehung des organischen Lebens und damit diese chaotische, ungerichtete Evolution mit ihrer verheerenden Maxime des Versuchs und Irrtums. Wenn eine zielgerichtete Intelligenz hinter der Evolution stünde mit dem Ergebnis einer perfekten Kreatur, dann hätten wir Augen wie ein Adler, eine Nase wie ein Hund, ein Gebiß wie ein Hai, Glieder wie ein Eidechsenschwanz, Haare auf dem Kopf wie ein Bär und riesengroße, grüne Ohren, mit diesen hätten wir kein Ernährungs – und auch kein Co2 – Problem.

Das einzig zielgerichtete in der evolutionären Entwicklung, das ich sehen kann, ist die Steigerung und Vermehrung der terrestrischen Intelligenz. Vom Einzeller zum Menschen. Um diese Entwicklung zu ermöglichen, muß Altes vorher sterben um Neuem Platz zu machen. Die Evolution hat dafür den Tod erfunden. Der Tod, das große Unbekannte? Jeder hat diesen Zustand schon erlebt, denn nach dem Tot ist es wie vor der Geburt. Davor braucht man keine Angst zu haben. Finsternis gibt es auch nicht. Hell/Dunkel findet nur in unserem Kopf statt. Die Welt da draußen kennt, neben der Materie, nur schwankende Strahlungsdichten, der Rotation der Erde zu danken. Der Sonne zu oder der Sonne abgewandt. Lichtempfindliche Organellen, wie das menschliche Auge, werden von elektromagnetischen Wellen zwischen 400 und 900 nHz gereizt und bilden in neuronalen zentralen Strukturen, wie dem menschlichen Gehirn, Bilder. Unser Gehirn macht sich ein Bild! Die Welt außerhalb unseres Kopfes ist dunkel.. Die terrestrische Intelligenz ist Kohlenstoff basiert ( KH, Fett, EW, Spurenelemente und Enzyme ) und hat einen gravierenden Nachteil. Sie funktioniert nur in einem Temperaturbereich des Gehirns zwischen minimal 4 ° C ( K-Na-Pumpe sistiert und führt zu einem zunächst reversiblen Zelltot ) und maximal 42 ° C ( Denaturierung der quartären Eiweißstrukturen ( kein CO2 /O2 Austausch, keine Verbrennung, keine Energie für einen funktionierenden Stoffwechsel ). Jetzt haben wir auf dieser Erde ein Wärmeproblem. Kurzfristig die vom Menschen gemachte Erwärmung der Erde und langfristig bläht sich die Sonne zum Roten Riesen auf und heizt ihren Trabanten mächtig auf. Den Schätzungen der Physiker nach werden die Flüsse in einigen Millionen Jahren 70 Grad heiß sein.

Der Impetus der Evolution aber ist die Steigerung der terrestrischen Intelligenz. Angesichts des nahenden Wärmetods der Kohlenstoff basierten ( organischen ) Intelligenz muß die Evolution auf hitzebeständige also Mineralstoff basierte anorganische Intelligenz ( Glas, Keramik, Metalle, Übergangsmetalle, hitzestabile Kunststoffe) umsteigen. Also bauen wir auf Drängen der Evolution Wärme stabile, anorganische Computer und Roboter, die noch munter an der Steigerung und Optimierung der terrestrischen Intelligenz basteln, während uns Menschen schon längst der Wärmetod hinwegraffte. Wenn es dann selbst den Robotern auf der Erde zu heiß geworden ist, bauen die sich eine riesige Rakete, stopfen diese voll mit terrestrischer Intelligenz und schießen sich ins kühle All. Das nahezu unendliche All mit seinen unvorstellbaren Milliarden Galaxien, dieser chaotische Galaxienschaum, wird in schallendes homerisches Gelächter ausbrechen, wenn es dieses Pünktchen terrestrischer Intelligenz auf sich zurasen sieht. Der Sinn des Lebens ?… LACHEN. Das Leben hat sonst keinen Sinn; wenn man Glück hat kann man es sich schön machen. Dafür muß man aber etwas tun. Zunächst mal lernen, das hilft auch beim Verstehen und beim genügsam sein. Wie schon H. Heine sagte: Geist macht nichtreich, aber notwendig zufrieden mit dem, was man hat. Das soll man den Kindern erzählen. – Dr. med. Dipl.ing. Edwin Kroha


Leserbrief zu „Ein Schuh in der Schlucht“ von Karin Ceballos Betancur

Was für eine Überraschung in der guten alten ZEIT, diese Serie von Frau Ceballos Betancur: sehr gut recherchiert, interessant geschrieben, erfrischend neues lay-out! Fast könnte man vergessen, dass es sich um einen tragischen Mordfall handelt. Um so größer die Anteilnahme. Chapeau! – Renate Ehrich


Leserbrief zu „Putzen, spülen, kellnern“ von Kolja Rudzio

Der Artikel ist ein gutes Beispiel dafür, wie man – vermeintlich objektiv – nackte Statistiken auswerten und die heraus folgende Aussage trotzdem unterschiedlich gestalten kann. Vielleicht kann man die OECD-Zahlen auch so lesen: In Deutschland haben (prozentual gesehen) mehr Migranten eine Arbeit als im OECD-Durchschnitt (68% vs. 67%) und weniger sind in einem Job beschäftigt, für den sie überqualifiziert sind (31,4% vs. 35,1%) – und das, obwohl – erstens – (im Vergleich zu anderen Ländern) ein weitaus größer Teil der Migranten, die nach Deutschland kommen, besonders schlecht qualifiziert ist, und obwohl – zweitens – ein deutlich geringerer Teil von ihnen fortgeschrittene Kenntnisse der Gastland-Sprache besitzt. Übersetzt bedeutet das: Obwohl „unsere“ Migranten schlechter ausgebildet sind als die in anderen Ländern und obwohl sie unsere Sprache schlechter beherrschen, gelingt es uns besser als anderen, sie „in Lohn und Brot“ zu bringen (und zwar in Jobs, die meistens ihrer Qualifizierung entsprechen). Ist das nicht auch ein Erfolg von Integration? Selbstverständlich zeigen diese Zahlen auch, dass nicht „alles gut“ ist. Aber wenn man schon analysiert, dann sollte man die verschiedenen Lesarten auch darstellen. – Nico Heinemann


Leserbrief zu „Das Zeug zum Klassiker“ von Tillmann Prüfer im ZEIT Magazin

mit Interesse lese ich Ihre Beiträge zum „Stil“ im Zeit Magazin. Bei der Vorstellung der von Dieter Rams gestalteten Tasche von Tsatsas schreiben Sie: „Es dauerte nur ein Jahr, bis er dort einen revolutionären Entwurf präsentiert: die Radio-Schallplattenspieler-Kombination SK 4. ….. Ein einzelner Mann genügte, um nicht nur eine Marke zu revolutionieren, sondern gleich einen ganzen Gestaltungsbegriff.“ Dies entspricht, bei aller Anerkennung der Leistungen von Dieter Rams, nicht den Tatsachen. Das Erscheinungsbild, die Gestaltungsgrundlagen und die ersten wegweisenden Braun Geräte (auch der SK 4) wurden an der Hochschule für Gestaltung in Ulm geschaffen. Otl Aicher, Hans Gugelot und weitere Ulmer gestalteten in Zusammenarbeit mit Dr. Fritz Eichler und Erwin Braun den damals revolutionären Auftritt von Braun und ermöglichten das neuartige Design der Geräte. So wurde unter anderem der Braun SK 4 in Ulm von Hans Gugelot gestaltet. Der Beitrag von Dieter Rams beinhaltet die Idee, die Abdeckung statt im Metall in Acrylglas auszuführen. Leider wird dies immer wieder unrichtig dargestellt, wie jetzt zum Beispiel im Zeit Magazin. Nachzulesen ist dies alles sehr ausführlich in folgenden Unterlagen: Wie das Braun Design entstand. Design+Design zero, Jo Klatt Design+Design Verlag, Hamburg. Mut zum Aufbruch. Hans Wichmann. bahnbrecher systemdesign. Hans Gugelot. Die Hochschule für Gestaltung Ulm. Eva von Seckendorff. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Informationen zukünftig nutzen könnten. – Günter Staeffler


Leserbrief zu „Über das liberale Amerika“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Key West ist die absolute Ausnahme in den USA! Gegen die – soweit vorhandenen – Kostüme beim alljährlichen Fantasy Fest sind die von Love Parade, Street Parade und Christopher Street Day näher an der Hijab. Und in der angesprochenen Captain Tony’s Bar gibt es absolut keine Grenzen. Entsprechende Bilder findet man u. a. auf flickr.com – Martin K. Lehr


Leserbrief zum Titelthema „Geschwindigkeit“

Immerhin arbeite ich Vollzeit als Ingenieur in der Autobranche, aber von einer Beschleunigung spüre ich nichts. Eher im Gegenteil: Mir ist ein bisschen langweilig. Ich lebe allein. Niemand zwingt mich auf 10 Partnerbörsen gleich zeitig eine neue Partnerin zu suchen. Morgens fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit, nachmittags wieder zurück. Einkaufen auch mit dem Fahrrad, Arztbesuche ebenso. Sogar zu Konzerten und Freunden fahre ich oft mit dem Rad. Mein Rad hat keine Gangschaltung, wir sind langsam unterwegs. Sie schreiben: Wer kann da noch mithalten? Aber das brauchen Sie doch gar nicht! M.E. beschleunigt sich die Welt nicht, sondern es steigert sich ihre Komplexität. D.h. niemand kann sie mehr gänzlich verstehen. Na und? Es zwingt doch auch niemand. Und Sie müssen auch nicht jedem Event hinterherrennen und auf jede digitale Nachricht eingehen. Sie müssen noch nicht mal ein Smartphone besitzen. Niemand zwingt Sie. Alles Illusionen. M.E. ist es umgekehrt: Sie wollen das. Sie denken, Sie verpassen etwas. Dabei ist das alles nur Brownsche Molekularbewegung. – Ralf Seyfried


Leserbrief zu „Über das liberale Amerika“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Seit geraumer Zeit wunder, oder besser gesagt ärger ich mich über die Beiträge von Herrn Martenstein, die im wesentlichen aus pseudo-intellektuellem Geschwätz bestehen,der Beitrag im letzten Magazin aber setzt der o.g. Beurteilung die Krone auf! Ich kann mir nicht vorstellen, daß es irgendjemand interessiert, was in Schwulen-Lokalen in Key-West los ist, oder ob ein 80-jähriger Herr dort mit gehäkelter Badehose rumläuft. Schauen Sie doch bitte, daß die Beiträge des Herrn Martenstein ein anderes Niveau zeitigen, oder ,besser, daß sie ganz unterbleiben. – Georg v. Mühlendahl


Leserbrief zu „Europas Spaltung“ von Matthias Krupa

Erleben wir eine Krise der Demokratie in den europäischen Kernländern, wie Autor Mathias Krupa unter dem Titel “Europas Spaltung” schreibt? Um Krisenhaftigkeit handelt es sich zweifellos, aber dies geht einher mit den evolutionär bedingten Veränderungen der Gesellschaft. Es gibt nun einmal keinen gesellschaftlichen Stillstand, und dabei darf den Menschen nicht der friedliche Zusammenhalt als eine der wichtigsten Garanten für das Weiterbestehen ihrer Art aus dem Bewusstsein entschwinden. Das gilt für alle Staaten Europas und letztlich der Welt. Eine wichtige Säule des Zusammenhalts ist die soziale Gerechtigkeit, das müssen endlich auch alle gesellschaftlichen Gruppen begreifen und gegebenenfalls eigene Ansprüche reduzieren. Den führenden Politikern aller europäischen Länder kommt hierbei eine große Verantwortung zu. Das immer häufigere Gerede von einer drohenden „Spaltung Europas“ muß aufhören. Gerade erst haben die Staats- und Regierungschefs in Paris der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages in Compiègne am 11. November 1918 gedacht. Besser noch hätten sie, unter dem Eindruck der Gedenkzeremonie an Ort und Stelle sich allesamt an die Hände fassend als Vertreter ihrer Staaten, ungeachtet jeglicher nationalen und religiösen Unterschiede, auch einen Schwur zu ewigem Frieden ablegen sollen. Nur mit Vernunft kann und muß der schon über 70 Jahre bewahrte Frieden in der EU ungeachtet kleinerer „Krisen“, wie der oben beschriebenen, auf Dauer gesichert werden. – Hans Anhöck


mi Leserbrief zu „Wer darf hier was sagen?“ von Maria-Sibylla Lotter

Als Zweifler zwischen all den Besserwissern mit ihren vorgefertigten Wahrheiten nicht allein zu sein, macht Mut. – Konrad Sauheitl


Leserbrief zu „»Flappes«“ von Gerhard Eckstein

Die Anmerkung von Herrn Gerhard Eckstein über den Flappes hat mich an meine Jugend in Wittlich erinnert. Herrn Eckstein kann ich da noch die Erklärung unseres damaligen Deutschlehrers angeben, der aus der gleichen Gegend stammte. Ein Flappes ist, wie Herr E. sagt, ein flapsiger Junge, Ein Lappes ist ein nicht ernst zu nehmender, aber ein Dappes ist der richtige Dorfdepp. – Klaus Lang


Leserbrief zu „Putzen, spülen, kellnern“ von Kolja Rudzio

Offenbar zieht Deutschland die gering Qualifizierten vermehrt an.Ob das an den (zu) guten Sozialleistungen liegt? – Christian Voss


Leserbrief zu „Europas Spaltung“ von Matthias Krupa

Was beabsichtigt der Autor Krupa eigentlich mit seiner politischen Übertreibung, Verzerrung, Klischeehaften Vereinfachung , eigentlich ausdrücken, welch Absicht hegt er.? Diese unsachliche Ausdrucksweise, ist nicht weit entfernt vom Jargon der AfD und deckt sich Ansatzweise mit deren Rhetorik. Diese Wortphrasen von Krupa sind demagogisch ausgerichtet: Krise der Demokratie ist in den Kernländern angekommen- , zwei innere zerrissene Länder, Unsicherheit, Angst und Wut Zerreisen alle europäischen Länder, Erosion der politischen Mittel. Im Bundestag haben die Demokratische Parteien , CDU_CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke , über 85 % der Mandate inne. Wo ist hier Zerrissenheit, natürlich gehört Wettbewerb der Parteien zur Demokratie . Sie ist deren Basis . Die Bundesregierung arbeitet solide, wer Interesse daran hat, diese zu beurteilen kann dies über verschieden öffentliche Kanäle nachvollziehen, über Internet. Noch nie ging es den Deutschen so gut wie heutzutage, noch nie lebten sie in einer fast grenzenlosen Freiheit. Die politische Realität in Deutschland und Europa ist eine ganz andere, völlig anders, wie es der Autor den Menschen vorgaukelt . Deutschland hat eine gefestigte Demokratie. Eine solide, demokratische Gesellschaft muss auch radikale Ränder aushalten. Gleiches gilt für die EU. In einer Zeit globaler Umbrüche, stellt die EU ein stabiles Model dar. Dem Autor ist zu raten, sich mit der Struktur demokratischen Gesellschaften auseinander zusetzten. Im vorigen Jahrhundert gab es zwei gegensätzliche Gesellschaftsmodelle, Hitler und Stalin Diktatur. Diese beiden Tyrannen haben über 100 Millionen Menschenleben ausgelöscht. Unter Hitler, dem großen Führer wurde das Volk durch seine Herren- Rasse – Ideologie geeint und marschierte im Gleichschritt in den totalen Krieg Unter Väterchen Stalin wurde nach kommunistischen Einheits- Ideal ein neuer Menschen Typ geschaffen. Slaven des Systems Despoten und Tyrannen herrschen mit eiserner Faust, Dagegen ist Demokratie, der Konsens des machbaren. – Gerhard Treichel


Leserbrief zu „»Wird Europa hasserfüllt?«“ von Marc Brost und Peter Dausend

Ihr Einwurf in dem Interview hat mich amüsiert, weil er so treffend ist: „Wenn die SPD soziales Europa sagt, verstehen die Leute Mehr deutsches Geld für die anderen.“ Er beleuchtet auch die heutige Europapolitik zutreffend. Eine stärkere Integration wird nirgendwo mehr gewünscht. Da, wo sie erfolgt ist, beim Euro, hat sie nur die gegensätzlichen Interessen der Länder noch schärfer hervortreten lassen. Eine gute Europapolitik wäre es deswegen, die legitimen Interessen der einzelnen Länder zu berücksichtigen und das gemeinschaftlich zu organisieren. Legitime Interessen Deutschlands sind auch, nicht als Zahlmeister anderer Länder eintreten zu müssen, was um so verständlicher ist, als europäische Verträge wie der von Maastricht nicht eingehalten werden. Das haben die Deutschen auch vor Augen, wenn sie sehen, daß von den rund 350 Milliarden Staatsschulden Griechenlands im besten Fall die Hälfte von den Griechen bezahlt werden kann. Von den mindestens 175 Milliarden verlorenen Euros entfallen dann 50 Milliarden oder mehr auf Deutschland. Zurück zur SPD: Mit dem Konzept einer stärkeren Integration, die Deutschland Geld kostet, wird sie keine größeren Wähleranteile auf sich vereinigen können. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu „Putzen, spülen, kellnern“ von Kolja Rudzio

Ich finde die von Ihnen genannten Zahlen besorgniserregend. Ich erinnere mich an die Diskussion vor ein paar Jahren über die türkischen Zuwanderer, die zu einem doppelt so hohen Prozentsatz in der Sozialhilfe vertreten waren wie die Deutschen. Wenn wir nicht aufpassen, kriegen wir eine prekäre Unterschicht von neuen Migranten, was die Aufnahmebereitschaft noch weiter vermindern würde. Zuwanderer ohne Bildung und Sprachkenntnisse landen entweder in den niedrigst bezahlten Jobs oder in der Sozialhilfe, und das kann nicht der Sinn von Zuwanderung sein in einem hochindustrialisierten Land. – Dr. Walter Engel


Leserbrief zu „Die Hummergesellschaft“ von Alard von Kittlitz

Wenn Prof. Dr. Jordan Peterson in seinem Buch von den Hierarchien spricht, die wir bei Hummern vorfinden können, ist das kein Versuch sozialdarwinistischer Übertragungen auf den Menschen alla Kollegah. Der Kanadier versucht zu zeigen, dass Hierarchien über 300 Millionen Jahre alt sind und keineswegs ein Produkt patriarchalischer Gesellschaftsstrukturen oder des Kapitalismus, wie es gerne von postmodernen, neomarxistischen Denkern behauptet wird. Peterson sagt nicht, organisiert die Gesellschaft nach dem Vorbild der körperkraft- und aggressionsorientierten Hummerhierarchien. Ausgemachter Blödsinn eines Journalisten, der das Buch, das er kritisiert, offensichtlich keines einzigen Blickes gewürdigt hat. Nicht die Dominanz sondern die Hierarchie ist nach Peterson ein ewiges Funktionsprinzip. Diese solle sich beim Menschen an Kompetenz und eben nicht an Machtdominanz orientieren. Wer wie Herr von Kittlitz behauptet, dass außer Kultur und den unmittelbaren körperlichen Nöten nichts in der Natur des Menschen liegt, verfängt sich in den dünnen, unscheinbaren Maschen eines Relativismus, der sich bekanntermaßen selbst widerlegt. Weiter ist Jordan Peterson ein vehementer Advocat der Chancengleichheit und rechtlichen Gleichheit von Mann und Frau und macht sich stark gegen Ausgrenzung jeglicher Art. Ich verstehe also nicht wen Sie als Gegner von Gleichheit und Inklusion bezeichnen, sehr geehrter Herr von Kittlitz. Jordan Peterson kann es jedenfalls nicht sein. – Jens Jung


Leserbrief zu „Vielleicht hat das Leben keinen Sinn“ von Antje Joel

Was ist sinnloser als sinnlos? Einen Artikel darüber zu schreiben, dass das Leben keinen Sinn hat. Logisch nachgedacht: Wenn es wirklich keinen Sinn im Leben gibt, sind die Gedanken der Autorin, ob „wir das Leben nur schön finden wollen, weil die Alternative nicht zum Aushalten ist? Und wenn es wäre, sagt man das seinem Kind?“ völlig überflüssig. Wieso sollte denn gerade dieser Artikel einen Sinn haben, wenn alles drumherum keinen Sinn hat? Auch die Frage: Sagt man das seinem Kind? ist dann sinnlos, denn es macht ja auch keinen Sinn, einfühlsam mit dem Kind umzugehen. Alles sinnlos. Das führt uns aber einen Schritt weiter: In seinem wunderbaren Buch „Weiß der Himmel…? Schreibt der Redaktionskollege von Frau Joel, Tillmann Prüfer u. a., dass unserer heutigen Gesellschaft die Liebe abhandengekommen ist. Jeder versucht, nur sich selbst zu „verwirklichen“. Das führt zu Isolation und Einsamkeit.

Wenn die Autorin über „das Kind“ erzählt, das offenbar wenig soziale Fähigkeiten besitzt und das Leben deshalb sinnlos findet, dann verrät sie zunächst, dass ihr im Kontakt mit diesem in Wirklichkeit erwachsenen Mann, den sie „das Kind“(!) nennt, der Respekt vor einem eigenständigen Menschenleben fehlt. Ein Sinn des Lebens wurzelt aber sehr stark im „Ich und Du“, in der liebevollen Beziehung zu anderen Menschen. Wenn es außer mir keinen einzigen Menschen gäbe, mit dem ich eine affektvolle Beziehung pflegen könnte, wäre das Leben tatsächlich sinnlos. Die starke Ausrichtung unseres Lebens auf Konsum statt auf Menschen oder auf diese nur in virtueller Weise vernebelt unseren Blick auf die Lebendigkeit und Tiefe des Lebens. Wenn Frau Joel schreibt, ein Wissenschaftler habe herausgefunden, dass Menschen, die mit ihrem Tod konfrontiert sind, mehr kaufen, so kann man dies auch andersherum betrachten: Menschen, die viel kaufen, haben Angst vor dem Tod. Weil wir unsere Sinnsuche durch Konsum ersetzen, können wir nicht darüber nachdenken, dass ein Leben, das mit dem Tod zu enden scheint, mit unserer Geburt begonnen hat, einer freudigen Geburt, in der ein unverwechselbarer, mit Denken, Empfindungen – und Liebesfähigkeit – ausgestatteter Mensch entstand. Ihm wurde die Sinnsuche mit in die Wiege gelegt, damit es nicht öde und leer um ihn wird und er deshalb auf Konsum ausweichen muss. Als Leser finde ich auch die vorangehende, nur aus Fischgläsern bestehende, ganze Seite zwar hübsch aber als Opening zu einem sinnlosen Artikel etwas „wässrig“. – Christian Jacobi


Leserbrief zu „Easy Rider“ von Raoul Löbbert

Ihrem amüsanten Artikel entnehme ich, dass unsere Erfahrungen mit dem Zweirad ähnlicher Natur sind. Ich jedenfalls habe in meinen frühen Jahren das Dreirad immer vorgezogen, weil es nicht so leicht umfällt. Meine im vergangenen Jahr 94jährig verstorbene Mutter hat mir ein wundervolles selbstverfasstes Erinnerungsbuch aus ihrer eigenen Kindheit hinterlassen. Eine kleine Episode schildert ihren zwei Jahre jüngeren Bruder Hanns-Alfred, genannt Büdi, auf dem Rad eines Nachbarjungen. Die Szene ereignete sich in meinem späteren Geburtsort Verden an der Aller, zu Zeiten der Weimarer Republik, vermutlich um 1930.

Büdi hatte einen Schulfreund Hänschen Moje, der in der Kleinen Fischerstraße wohnte und ein Kinderfahrrad ohne Freilauf hatte. Als Onkel Richard zu Ostern bei uns war, wollte Büdi auf Hänschens Rad fahren lernen. Das Aufsteigen war „schwer“, aber Hänschen hatte einen Trick. Er stellte sich auf unseren Steintritt vorm Haus und fuhr bei Röseler, wo der Bordstein niedrig war, auf die Fahrbahn. Büdi wollte es ihm nachmachen. Als Onkel Richard das sah, eilte er Büdi zu Hilfe. Onkel Richard konnte selbst damals noch nicht fahren und hatte Angst um Büdi. So griff er an den Sattel und lief mit! Da das Rad ohne Freilauf war, ließ es sich nicht bremsen, Büdi trat und trat immer schneller, fuhr immer schneller und schien sich auch sehr wohl zu fühlen! Und Onkel Richard rannte mit – !!! – es ging dreimal Große Fischerstraße, Lahusenstraße, Tempelpforte, Kleine Fischerstraße, Platz – und wieder Große Fischerstraße usw. Büdi lachte und jagte fröhlich weiter, Onkel Richards Kopf wurde immer roter. Bald konnte er nicht mehr laufen, wollte Büdi bremsen – aber der sauste weiter. Als er bei Hänschen vorbeikam, rief der ihm zu: „Versuch die Pedale zurückzudrücken!“ – Umsonst. Büdi wurde zwar langsamer, wußte aber nicht zu stoppen und abzusteigen. Da faßte Hänschen an den Gepäckhalter und zog das Rad etwas zurück. Büdi steuerte gegen den Trittstein vor Mojes Haus, fiel etwas zur Seite und stand. Vati sagte später zu ihm: „Na Büdi, fährst Du immer noch gegen Trittsteine, wenn Du vom Rad absteigen willst?“

Auch vor fast 90 Jahren hat das Fahrrad den Menschen schon die Schweißperlen auf die Stirn getrieben – auf dem Gefährt oder daneben. – Dr. Andreas Schäfer


Leserbrief zu „Die neue Ölmacht“ von Heike Buchter

Danke für diesen interessanten Einblick in die neuen Größenverhältnis bei der Ölförderung. Eine Anmerkung: Leben wir auf zwei verschiedenen Planeten: Dem Weiter-So-Planet und dem begrenzten Planet? Wenn die Welt keinen 2, 3, oder 4 Grad Klima-Desaster riskieren will, darf doch kaum noch Öl aus dem Boden gepumpt werden! – Christoph Meyer