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Ohne Worte 401

Geht es Ihnen auch manchmal so? Sie haben sich gerade ein Youtube-Video angesehen und starren danach noch minutenlang weiter auf den Bildschirm, weil Sie darauf warten, dass irgendwo endlich der Hinweis „Ätsch, Satire!“ auftaucht?

Das hier hat mit Sex nur äußerst tangential zu tun, aber es muss einfach sein:

Tatsächlich, die meinen das ernst.

„… sieht aus, als ob man einfach nur seinen Golfschläger überprüft …“, klar. Und das Handtuch überm Hosenstall wirkt auch so natürlich und unverdächtig. Vor allem, wenn auf dem Golfplatz plötzlich alle damit auftauchen.

Ich fürchte, von dieser Firma werde ich mir keine Aktien kaufen …

Dank an Cleo!

 

Mehr als ein Stück Fleisch?

Padma Lakshmi kennt man hierzulande nicht so. Sie ist Köchin, in den USA Jurymitglied einer Art „Deutschland sucht den Superkoch“-Show – und war einmal mit Salman Rushdie verheiratet, um auch das nicht unerwähnt zu lassen.

Nein, ich finde es auch sehr 20. Jahrhundert, eine Frau über ihren Ehemann zu definieren (was vor kurzem ja besonders nach dem Tod von Natasha „Ehefrau von Liam Neeson, Tochter von Vanessa Redgrave – ach ja, und übrigens tolle Schauspielerin!“ Richardson fröhliche Urständ‘ feierte). Aber in diesem Fall wollen wir es nicht unerwähnt lassen.

Weil, schauen Sie sich einfach einmal das hier an:

Nu, man kann von Jamie Oliver halten, was man will, aber der konterkariert seine jahrelangen Bemühungen, den Briten gutes, gesundes Essen beizubringen, immerhin nicht damit, dass er Werbung für Fastfood macht. Und in Zeiten wie diesen, wo man Kindern (und Erwachsenen, leider) erst wieder beibringen muss, was richtiges, gutes, echtes Essen ist (ich durfte unlängst einen steakwertvollen Kinderjoghurt verkosten und frage mich, wieso das Zeug noch nicht längst verboten ist), in Zeiten wie diesen also als jemand, der sich als Beurteilerin guten Essens geriert, Werbung für Hamburger zu machen, ist gelinde gesagt überraschend.

Als jemand, der von sich wohl sicher behaupten würde, einen IQ über 100 zu haben, das auch noch als leicht geschürztes Bimbo zu tun, dem nur noch der Ketchup-Tropfen im Dekolleté fehlt (haben sie vermutlich rausgeschnitten) – ist dann schon fast unverständlich. Nicht, dass sich nicht auch intelligente Männer mit Bimbos abgeben, aber Herrn Rushdie trauen wir da schon etwas höhere Ansprüche zu.

Und dass die gute Frau sich in ihrer Jugend „noch vor dem Abendessen“ einen Hamburger reingezogen haben will – da kann man nur noch lachen.

Eine Kommentatorin auf salon.com bemühte sich immerhin, in dem Slogan „Mehr als nur ein Stück Fleisch“ etwas ansatzweise Feministisches erkennen zu wollen. Aber ein Werbespot sagt mehr als tausend Slogans. Das ist ungefähr so, als ob Sarah Wiener Werbung für Unterwäsche machen würde.

Ach ja, richtig

 

Lauf dich frei

Wieder einmal ein bisschen nackte Haut in der Werbung – aber (leider) brav verpixelt. Immerhin konsequenterweise recht flächendeckend. Wobei das Bewegtbild ja gerade beim Thema Laufen einiges zu bieten hätte …

Was ich mag: Die netten kleinen Gags zwischendurch. Und: Die Promis, die hier mitmachen, sind keine erfundenen, sondern echte Spitzensportler.

 

Porno ohne Porno, und Viagra ohne Viagra

Mein Arabisch ist ein wenig eingerostet, aber laut Herrn Glaser handelt es sich hierbei um einen Werbespot für die saudische Version von Viagra:

Bitte lesen Sie auch unbedingt seine dazu passende Anekdote.

Und dann sehen Sie sich noch einmal die Werbung an.

PS: Und der Link zum 70er-Jahre Porno ist natürlich auch genial.

 

Mit Essen spielt man nicht

Kommenden Sonntag ist Superbowl, der vermutlich zweite Tag in diesem Jahr, an dem sich die USA nahezu vollzählig vor dem Fernseher versammeln werden.

Die Werbepausen sind traditionell mit die teuersten, weil meistgesehenen des amerikanischen TV-Jahres. Alles, was dort passiert, wird quasi vom ganzen Land gesehen. (Wir erinnern uns an Janet Jacksons Garderoben-Fehlfunktion, die – um korrekt zu bleiben – allerdings nicht in einer Werbepause geschah. Aber während der Superbowl. Egal, Sie verstehen, was ich meine.)

So. Und für eben jene Werbepausen wurde folgender Spot der Tierschutzorganisation Peta abgelehnt.

Schauen wir einmal:

Und wieder einmal ist die erste Reaktion: Ts, die prüden Amis! Es ist ja nur Gemüse!

Aber bei genauerer Betrachtung muss man die Ablehnung begrüßen. Weil’s einfach ein schrottiger, berechnender, doofer Werbespot ist.

Erstens: Es ist „erwiesen“, dass Vegetarier besseren Sex haben? Ja. Sicher.
Zweitens: Wie plump kann man noch versuchen, Menschen zu mehr Gemüse- und weniger Fleischkonsum zu überreden?
Drittens: Superbowl – Familienevent. Kinder sehen jeden Tag härtere Sachen im TV, aber muss man deshalb sagen: „Dann ist es ja eh schon egal“? Wir regen uns immer darüber auf, dass unsere Kinder in einer übersexualisierten Zeit aufwachsen – und dann sollen sie sich leicht bekleidete Damen ansehen, die völlig eigenartige Dinge mit Gemüse anstellen? Immerhin, einen Identifikationspunkt werden die Kleinen mit den Bikinimädchen haben: Die essen ihr Gemüse auch nicht.

Na gut, Peta hat jetzt durch das Netz ohnehin vermutlich sogar schon mehr Leuten das Video nahegebracht, als es die ganze Superbowl geschafft hätte. Aber trotzdem.

Deshalb noch schnell, was die Damen der US-Show „The View“ (das ist so etwas ähnliches wie in Deutschland … ok, das gibt’s hier nicht. Stellen Sie sich einfach vier Frauen vor, die sich jeden Tag das Maul über aktuelle Themen zerreißen), was also die vier Damen zu diesem Spot zu sagen haben.

Whoopi Goldberg braucht da zu Beginn gar nicht so viele Worte.

 

Süß!!!

Und weil wir gerade bei Werbung sind: Durex hat’s wieder einmal geschafft.

Und bitte gehen Sie unbedingt auf die Seite des Entwicklers dieses Spots und sehen Sie sich die Outtakes an. (Nummer 3! Nummer 3!)

Vielen Dank an den Frühaufsteher in Altona! Bin erwartungsgemäß hingerissen.

 

Dicke Hose

Sehen Sie, und gleich heute können wir ein Beispiel für gute Werbung nachliefern, eine, wo sich nicht nur der Kreative wirklich was dabei gedacht hat, sondern angesichts derer auch der Betrachter kurz Hirnschmalz investieren muss. Wunderbar.


(Übersetzung: „Socken 80 Kronen“)

So gut, dass es zwei Jahre später auch noch einer belgischen Agentur „eingefallen“ ist. (Was tu ich nicht alles für ein bisschen Unterwäschefotos-Gleichberechtigung …)

Gefunden von Bernd G. hier.