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Provokation gegen ’68 erhält ungebetene Gesichter: Kubitschek und Menzel

 

Heute startet an der Humboldt-Universität in Berlin ein 68er-Kongress. Organisatorisch getragen wird die Veranstaltung vor allem von der Linkspartei und ihren Jugendorganisationen, darunter der SDS (Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband). Nachdem Götz Kubitschek, einer der Leiter des „Institut für Staatspolitik“ (IfS), in jüngerer Vergangenheit viel über „Provokationen“ geschrieben hat, geht es heute in Berlin seit 8.00 Uhr um provokative Praxis.

Denn Kubitschek und Felix Menzel, Chefredakteur der rechtskonservativen Jugendzeitung „Blaue Narzisse“, haben die konservativ-subversive Aktion „Ungebeten“ ins Leben gerufen. Seit 8.00 Uhr sollen etwa 20 Schüler und Studenten aus dem Umfeld von „Blaue Narzisse“ und „Sezession“ in Berlin gegen den 68er-Kongress protestieren. Die „Blaue Narzisse“ wird über den Kongress auch auf ihrer Internetseite berichten.

Banner Lenin„Ein sozialistischer Kongreß, der ungebrochen an die mörderische Tradition der kommunistischen und sozialistischen Menschheits-Experimente anknüpft, soll in der Humboldt-Universität nicht tagen können“, begründet Kubitschek die Aktion. Vor der Universität wurden Plakate geklebt sowie Flugblätter und Aufkleber verteilt. Kubitschek und seine Anhänger besetzten gar das Podium des Kongresses und forderten dessen Abbruch.

Bilder zu der Aktion, in die offenbar auch die „Junge Freiheit“ (JF) eingebunden ist, gibt es hier und hier und hier.

47 Kommentare

  1.   Gram

    Wie viele Ihrer Themen hat natürlich auch dieses ansich nichts in einem blog zu suchen, welcher vorgibt „über Nazis reden“ zu wollen. Es sei denn natürlich, man betrachtet die kommunistischen Ideologen und ihre Epigonen die hier von der „Konservativ-Subversiven Aktion“ angegriffen werden als den Nazis vergleichbar und somit diskussionswürdig… 🙂

    Es ist gut, daß sich neben den diversen Gruppen und blogs, welche sich mit dem Totalitarismus der Nazis auseinandersetzen nun auch Freiheitsdenker von rechts finden, die mit den 68ern und ihren Ergebnissen abrechnen. Schließlich ist es unsere Generation, die Suppe auslöffeln muß, die uns diese Leute eingebrockt haben.

    Bemerkenswert übrigens, daß sich die links-alternative „taz“ nicht zu schade ist, gemeinsam mit der SED-Zeitung „Neues Deutschland“ und der ebenfalls vom Verfassungschutz als linksextrem eingestuften „Jungen Welt“ diesen Kongreß zu unterstützen. Man stelle sich mal vor, Cicero und Junge Freiheit würden gemeinsam mit der „Deutschen Stimme“ einen Kongreß der NPD-Jugend unterstützen… Abenteuerlich…

    Ansonsten: Die Aktion ist unter der Rubrik Weblog auf blauenarzisse.de zu bewundern und hoffentlich nur ein Auftakt dafür, daraufhin hinzuweisen, was 68er und Neo-Nazis eint: Ihre Vorbilder waren Verbrecher.

  2.   Apeiron

    @Gram

    Ob Lenin (oder gar Stalin) wirklich die Vorbilder der von Ihren als „68er“ subsummierten Kreise sind, bezweifle ich doch stark.

    Ganz spannend finde ich aber die auf der Seite des Kongresses veröffentlichte Erklärung der „Historischen Kommission der LINKEN“. Vor allem die folgende Passage:

    „Einige Forderungen der 68er wurden aufgegriffen, aber vor dem Hintergrund der (Teil-)Niederlagen der 70er Jahre in ihr Gegenteil verkehrt. Aus der Forderung nach einer freien Gestaltung des Lebens ist der Zwang zu Flexibilität geworden. Aus dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben wurde der Zwang zur Selbstverwertung. In der Alternativkultur entwickelte Formen der Produktion prägen unter umgekehrten Vorzeichen als angeblich „flache Hierarchien“ moderne Formen der Ausbeutung.“

    Sieht so aus, als wolle man dort eine wenigstens ansatzweise selbstkritische Bilanz ziehen. Das würde ich mir auf Seiten Ihrer „Freiheitsdenker“ auch wünschen. Mir kommt es jedenfalls so vor, als würden Vertreter aus dem „GöKu“-Lager die Erfolge und den gesellschaftlichen Einfluss der 68er deutlich überbewerten.

  3.   Christoph

    @Apeiron:
    Sie können doch an den Unterstützern und Initiatoren des Kongresses sehen, dass eine solche inhaltiche und objektive Auseinandersetzung nicht gewollt ist.

    Wenn man mit der nationalbolschewistischen „Jungen Welt“ und der ehem. SED- Zeitung „Neues Deutschland“ eine Veranstaltung vollzieht, ist der Rahmen doch abgesteckt. Wenn sie einmal den Umgang der Zeitungen ( vorallem bei der „jW“) mit Mao, Lenin, HoChiMin, PolPot etc. ansehen, dann wird doch deutlich, dass alles andere als eine Distanzierung von den Massenmördern stattfindet.
    Dass vorallem die Jugendorganisation der Linkspartei (solid) sich alles andere als von Lenin losgesagt hat, kann man mehrfach nachlesen. Dort wird immer noch das Märchen von der guten Zeit der Sowjetunion unter Lenin gesponnen. Also sind die Plakete, die auf die Massenmörder hinweisen, schon gerechtfertigt.

    Zustimmen muss ich Ihnen in Ihrer Bewertung zum Erfolg dieser Aktion. Ich glaube kaum, dass dadurch irgendetwas gerissen wird. Die Aktion wird die Teilnehmer wohl kaum zum Nachdenken anregen und weit hinaus über die einschlägigen Blogs wird sie auch nicht gelangen.

  4.   Kabel

    Ich kann mich „Gram“ nur anschließen: Junge Konservative plump und pauschalisierend als Nazis zu verunglimpfen, ist tatsächlich einfach nur unverschämt! Das Thema gehört hier in keiner Weise hin! Warum wird das hier aufgegriffen? Nur weil Leute es gewagt haben, Massenmörder als Massenmörder zu bezeichnen? Ist Ihr Ziel linker Revisionismus bezüglich der Opfer des Sozialismus/Kommunismus?

  5.   TorrSamaho

    Zitat:

    „Willkommen bei Störungsmelder. Hier geht es um Neonazis. Wo sie auftreten, was sie dabei sagen und vor allem: Was man gegen sie unternehmen sollte. Melde auch du dich an und diskutiere mit.“

    Ich frag mich ernsthaft was der Artkel in diesem Blog zu suchen hat, vielleicht kann Herr Brodkorb das ja mal näher erläutern.

    Oder wollen Sie ernsthaft behaupten es hätte sich bei den Störern um Neonazis gehandelt?

    Mit dem Artikel diskreditieren Sie bewußt Menschen einer anderen politischen Überzeugung, indem Sie sie unterschwellig als rechtsextrem, allein durch das Erscheinen des Artikels in diesem Blog, darstellen.

    Ich finde so eine Aktion durchaus angebracht und erfrischend. Genauso wie es linke Meinungen und Einstellungen gibt, muss auch das Gegenteil in einer Demokratie gestattet sein. Und offensichtlich bedient sich hier jemand nur den Mitteln, die die Gegenseite schon seit Jahren anwendet.

    Ich wünsche Ihnen etwas mehr Objektivität im Umgang mit dem politischen Gegner, auch wenn Sie es im Landtag von MeckPom mit Rechtsextremen sicherlich nicht leicht haben.

    Daher rate ich Ihnen den Artikel zurückzuziehen. In einem Blog mit o.g. Anspruch hat er nichts verloren. Nicht hinter jedem konservativ denkenden Menschen verbirgt sich ein Nazi, denken Sie mal drüber nach….

  6.   Harki

    Mir kommt es jedenfalls so vor, als würden Vertreter aus dem “GöKu”-Lager die Erfolge und den gesellschaftlichen Einfluss der 68er deutlich überbewerten.

    Ich frage mich angesichts der dort gezeigten Plakate auch, auf wen man da eigentlich schießen möchte… Auf die 68er, die damals mit Mao- und Lenin-Plakaten herumgelaufen sind? Auf die, die man heute allmächtig wähnt? Oder auf Linksradikalen, die heute derlei Kongresse veranstalten?

    Okay, das war ziemlich holzschnittartig, aber die Plakaten sind es eben auch…

    Nebenbei: Die Kommentare, die sich darüber ereifern, daß die Aktion von Gö und Ku hier verhandelt werde, kann man gestrost überlesen, würde ich sagen. Wo, wenn nicht hier?

  7.   Bernd

    Gram schrieb:
    „Wie viele Ihrer Themen hat natürlich auch dieses ansich nichts in einem blog zu suchen, welcher vorgibt “über Nazis reden” zu wollen.“

    Ich bin gespannt, wie Herr Brodkorb die Einordnung rechtfertigen wird. Oder traut er sich etwa nicht? 😉 (Vermutlich damit die inhaltlich-argumentative Unhaltbarkeit der Einordnung nicht allzu offensichtlich wird. 😉 )
    Na, mal sehen, welche Argumente kommmen …

  8.   Harki

    Und nun doch noch zu den Backenaufbläsern…

    Es handelt sich bei dieser Site um ein Multi-User-Weblog unter dem Oberthema „Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus“ und mit dem zugegebenermaßen arg betulichen Claim „Wir müssen reden. Über Nazis“.

    Wenn sich nun einer der Blogger für die JF-IfS-Rechte interessiert, hat er alles Recht der Welt, hier darüber zu schreiben. Sein Problem. Die können froh sein, wenn über sie geredet wird. Und wenn er hier was über die Grünen schreibt, hat er sie damit auch noch nicht als „Nazis“ systematisiert.

    Die entsprechenden Vorwürfe sind mokelig, netz-inkompetent und lächerlich. Sie ziehen gleichsam Fäden, diese Klagen – das allfällige, widerliche Auftrumpfen im Stil im Stil von fanatisierten Petit-Bourgeois. Es handelt sich um die Unvermeidlichkeiten des Web-Schrei-Null.

  9.   Apeiron

    @Harki

    der folgende Kommentar , den Gerd-Joachim Kalkowski aus Hildesheim auf der JF-Page eingestellt hat, könnte helfen Ihre Zielscheiben-Frage zu beantworten:

    „Ganz im Jargon der 68er, empfinde ich klammheimlche Freude, über diese mutige, jedoch [!!!] berechtigte Aktion von Götz Kubitschek und seinen tapferen Mitstreitern.
    Seit Jahren können diese linksextremen Typen ohne Widerstand meine Generation beschimpfen, die Ehre millionen deutscher Soldaten besudeln, Kriegerdenkmäler schänden und auch die tapfere Zivilbevölkerung, die jahrelang dem anglo-amerikanischen Bombenterror ausgesetzt war, beschimpfen.Einer sachlichen Diskussion weichen sie feige aus.Darum muß ihnen paroli geboten werden. Götz Kubitschek rufe ich zu: „Vivat, wir zieh`nins Feld“!

    Wieder frage ich mich, ob diese Kritik nicht bewusst über den Kreis der Konferenzmacher und Ihrer (z.T. auch für mich schwer erträglichen) Leitmedien hinaus“schießt“. Vielleicht sollten wir Herrn Kalkowski auf seinem Feldzug hier hinzubitten sollten: Wir diskutieren doch…

  10.   Kabel

    @ Harki:
    Der Einzige, der es hier nicht schafft, sich wie ein Erwachsener zu benehmen bist Du mit Deiner Selbstherrlichkeit. Oben links, direkt unter dem erwähnten „Claim“, steht es nochmal ganz deutlich: „Hier geht es um Neonazis“. Bitte erstmal genau hinschauen und dann pöbeln. Selbst wenn es, wie Du unterstellst, „nur“ um „Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus“ ginge, wäre es verfehlt, die genannte Aktion hier aufzuführen. Aber offensichtlich bist Du nicht in der Lage, zwischen rechts und rechtsextrem zu differenzieren.

 

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