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„Der Vergleich zur NPD ist naheliegend“

 
Der Flyer, den AfD-Abgeordnete vor Schulen in Halle verteilten © Henrik Merker

Die Verteilung fremdenfeindlicher Broschüren an Schulen in Sachsen-Anhalt durch AfD-Abgeordnete, über die der Störungsmelder berichtet hatte, sorgt für deutliche Kritik. Mit den Flyern zu angeblicher Gewalt durch Migranten würden Schüler aufgrund einer einseitigen Darstellung manipuliert, sagte die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Eva Gerth, der Mitteldeutschen Zeitung aus Halle und sprach von „Indoktrination“. Landesbildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte dem Blatt, die AfD versuche, „Drittklässler politisch plump zu agitieren“.

Gewerkschaftlerin Gerth nannte die Behauptung einer steigenden Zahl von Gewaltdelikten „eher gefühlt“. Der Zeitung sagte sie: „Da werden Behauptungen aufgestellt, die nicht nachweisbar sind.“ Zuvor hatte bereits der Leiter der betroffenen Sekundarschule in Halle, Ernst Zörner, die AfD-These in Zweifel gezogen: „Natürlich gibt es auch Stress unter den Schülern, aber nicht wegen ihrer Herkunft, sondern weil es Kinder sind“, sagte er.

Beobachter fühlen sich an die Aktionen erinnert, bei denen die rechtsextreme NPD seit 2004 Musik-CDs an Schüler verteilt hatte. „Der Vergleich zur NPD ist naheliegend“, sagte etwa Valentin Hacken vom Bündnis Halle gegen rechts der Zeitung.

Die Landtagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt, Landesvorsitzender der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative, und Hans-Thomas Tillschneider hatten am Dienstag die Flyer vor Schulen in Halle verteilt. „Schon seit Monaten erreichen uns Meldungen, dass Ausländer auf unseren Schulhöfen ihre Mitschüler beleidigen, erpressen und verprügeln“, heißt es demnach in der Broschüre.

Die Flyer enthielten einen Fragebogen, in dem Schüler angeben sollen, ob und unter welchen Umständen sie schon einmal gewaltsam attackiert wurden. Explizit gefragt wurde auch nach der „Herkunft“ der Täter, im Begleittext war die Rede von „vielen Fällen von Ausländergewalt auf unseren Schulhöfen“.

Mit Material von AFP

101 Kommentare

  1.   Ottensenerin

    So etwas perfides ist nicht zu tolerieren.Ich hoffe mal daß die Schüler in der richtigen Form über dieses Vorgehen und die Hintergründe desselben aufgeklärt werden.

  2.   Tordenskjold

    Die AfD will mit den Pegida-Rassisten zusammenarbeiten, distanziert sich nicht von den rassistischen Identitären, duldet Höcke und Gedeon in ihren Reihen, bringt vorbestrafte Volksverhetzer in die Länderparlamente und in den Bundestag und jetzt hetzen sie vor Schulen.

    Was muss eigentlich noch passieren, damit endlich jedem klar ist, das die AfD die NPD 2.0 ist?

  3.   NiveauPeak

    Ekelhaft diese Aktion.

  4.   dlobok

    Wenn man mal mehr in politische Bildung investieren würde, dann müsste man vor solch depperten Aktionen auch keine Angst haben.

  5.   KlausBrause

    Die Herrschaften lassen keine Gelegenheit um unangenehm aufzufallen aus.

  6.   Knut

    Und? Ist ein Thema? Ziemlich aktuelles sogar. Die Antworten würden mich auch interessieren.
    Was soll die Hetze über keine Hetze?
    Seltsam.

  7.   r.schewietzek

    Man stelle sich vor, Pro Asyl hätte eine Broschüre verteilt, in der bevorzugt über das Asylrecht berichtet worden wäre – ich bin sicher, die AfD-Fans hier im Forum würden sich vor Wut überschlagen und ProAsyl vorwerfen, die Kinder politisch beeinflussen zu wollen.
    In den sozialen Netzwerken wäre der Teufel los……

  8.   SNJM

    Die nächste braune Aktion wird dann wohl: „Deutsche, kauft nicht bei Ausländern!“ Die AFD bleibt ihren historischen Vorbildern treu.

  9.   initrd

    Wie im verlinkten Artikel bereits gesagt ist die rechtsextreme AfD durch ihre tiefere Verankerung eine größere Gefahr für unsere Demokratie als es die NPD je war. Zusätzlich kommen die Mittel und Wege auf Bundes- wie Landesebene um die eigene Ideologie unter die Leute zu bringen. Längst überfällig das sich nicht nur der Verfassungsschutz mit dieser Organisation beschäftigt und auch die Politik muss stärker gegen diese rechtsextreme Strömungen vorgehen anstatt dumpf Parolen zu kopieren.

  10.   Jack Holmes

    Widwewärtige Methode, um Kindern Angst zu machen und nach Einzelfällen zu fischen, die man dann genüsslich ausschlachten kann.

 

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