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Holocaustleugnerin Haverbeck festgenommen

 
Ursula Haverbeck, hier bei einem Gerichtstermin im November 2017 vor dem Landgericht Detmold © Bernd Thissen/dpa

Weil sie den Holocaust geleugnet hatte, war die Rechtsextremistin Ursula Haverbeck zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Im Gefängnis erschien sie jedoch nicht. Jetzt wurde die 89-Jährige verhaftet.

Die wegen Holocaustleugnung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte Ursula Haverbeck ist festgenommen worden. Sie wurde am Montag gegen 13.30 Uhr in ihrem Haus im nordrhein-westfälischen Vlotho festgenommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Sie sei in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Verden einen Vollstreckungshaftbefehl gegen die 89-Jährige erlassen. Gegen Haverbeck liegt ein Urteil über zwei Jahre Haft vor, die sie im Gefängnis Bielefeld-Senne absitzen soll. Dort hätte sie sich bis zum 2. Mai stellen müssen, sie ließ die Frist jedoch verstreichen.

Das Landgericht Verden hatte die 89-Jährige bereits im August 2017 wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Im Februar wurde dies vom Oberlandesgericht Celle bestätigt.

Amtsarzt bescheinigt Haftfähigkeit

Auf ihrer Homepage erklärte Haverbeck, dass sie sich zurzeit in ärztlicher Behandlung befinde. Ein medizinisches Gutachten zu ihrer Haftfähigkeit sei noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft dementierte diese Darstellung. Es liege seit dem 20. April ein amtsärztliches Gutachten vor, das die Haftfähigkeit der Frau bestätige, hieß es in einer Mitteilung der Anklagebehörde. Am 30. April trat Haverbeck zudem in einem Videointerview für die Neonazi-Partei Die Rechte auf.

Haverbeck kandidiert für die Partei zur Europawahl 2019. Sie wurde bereits mehrmals wegen Volksverhetzung zu Geld- und Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Wiederholt behauptete sie, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei.

127 Kommentare

  1.   Oliver van Troogk

    Das hat die Dame mit ihren großen Vorbildern gemein: Wenn es darum geht, die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und zur eigenen Überzeugung zu stehen, kommt plötzlich nichts mehr.

  2.   Glücksmoment

    Alter schützt vor Dummheit nicht.

  3.   BDLB

    „90 Jahre und kein bisschen weise…“
    https://www.youtube.com/watch?v=BqfvLP–4Ew

    Auf der anderen Seite — die Polizei kommt? Klingt auch irgendwie schal. Ich plädiere immer für Unmündigkeit für ganz Alte, analog der von Kindern, unter 14. Über 85 vielleicht — einfach in Ruhe lassen.

  4.   lassteskrachen

    Die 89-jährige Frau gehöhrt eher ins betreute Wohnen als in Haft. Die Verwirrtheit dieser Frau ist wohl dem Alter geschuldet. In Deutschland sind genügend Straftäter auf freien Fuss; hier sehe ich eher Handlungsbedarf gegeben.

  5.   Glücksmoment

    Alter schützt nicht vor Dummheit.

  6.   Castelo

    Richtig. Allerdings sollten die Wände ihre Zelle voller Fotos von den Leichenbergen, den Öfen, den Baracken, den Selektierrampen beklebt und Frühstück, Mittag und Abendessen dem Speiseplan von Auschwitz angepasst werden…

  7.   Tado HBS

    Alter schützt vor Torheit nicht. Und nicht vor Recht und Ordnung.

  8.   Lacri-mosa

    Gut so!

  9.   Jack Holmes

    Bitter, dass es immer noch solche Unbelehrbaren gibt. Daran wird wohl auch der Knast nichts ändern, aber immerhin zieht er sie für eine Weile aus dem Verkehr.

  10.   Harmlos01

    Zwar würde ich bei 89 jährigen Damen eher an eine Unterbringung in einem Heim denken, wo demente Leute am ehesten hingehören. Allerdings hat diese Dame seit Jahren ihre kruden Thesen von sich gegeben und scheint das somit durchaus ernst zu meinen.

    Wie dem auch sei: Wer wiederholt das Gesetz bricht, muss mit den Konsequenzen nun einmal rechnen.

 

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