Internationale Küche

Es gibt auch Positives von internationalen Speisekarten zu vermelden. In einem Lokal am Marktplatz in Děčín hat man sich bemüht, die Spätzle in die tschechische Sprache zu übertragen und durch entsprechende Zeichensetzung sogar die Aussprache dem Schwäbischen angepasst: Schpetzle. Dass man aber die italienischen Spaghetti auch schwäbisch – Schpagety – aussprechen sollte, ist sicherlich nicht im Sinne von »Viva Italia!«.

Bernhard Stille, Deggingen, Baden-Württemberg

 

Internationale Küche

Auf der Speisekarte eines Restaurants im Nordosten Mallorcas entdeckte ich ein Gericht namens Wirre Eier. Etwas verdutzt suchte ich die englische Übersetzung und fand Disorderly Eggs. Erst als ich auf die französische Fassung Oeufs brouillés stieß, wurde mir klar, dass es sich um Rühreier handeln musste.

Irene Steels-Wilsing, Brüssel

 

Internationale Küche

In einem schönen Restaurant in Girona, Katalonien, Spanien, wurde »mutwillige Ravioli Schweinefleisch Fußcreme mostassa« angeboten. Die Ravioli waren aber ungefährlich. Es handelte sich bloß um Nudeln, die mit Schweinefuß gefüllt waren und mit Senfsauce serviert wurden. Auf die Anwendung der Fußcreme haben wir verzichtet.

Doris und Alois Geyer, Klosterneuburg, Österreich

 

Internationale Küche

Teneriffa 1973. Auf der Speisekarte ihres Hotels begegnet meinen Eltern der Posten »Muscheln auf Matrosenbluse«. Kein Verfall der Tischsitten, sondern, wie sich nach einem Blick in den französischen Teil der Karte herausstellt, die aus dem Ruder gelaufene Übersetzung von »Moules à la marinière«. Seitdem ist der Ausdruck in unserer Familie sprichwörtlich geworden für jede Art von nicht artgerechtem Zusammentreffen von Lebensmitteln mit Textilien.

Petra Trinkaus, Köln

 

Internationale Küche

Vor Jahren in Kroatien: Dem Wirt schien die Bedeutung des Wortes »mies« nicht zu gefallen. So offerierte er auf seiner Speisekarte lieber »freundliche Muscheln«.

Peter Witt, Karlsruhe

 

Internationale Küche

In unserem Hotel auf Teneriffa werden alle Gerichte am Büfett auf Täfelchen in Spanisch, Englisch und Deutsch ausgezeichnet. Wir haben immer den Eindruck, dass man auf Gutdünken vom Englischen weiterübersetzt. So wurde aus einem spanischen Schweinefleischgericht namens Secreto Ibérico das englische »Iberian Secrets«. Darunter stand dann auf Deutsch »Iberische Sekrete«. Ich wählte etwas anderes.

Maren Mecke-Matthiesen, Schwartbuck, Schleswig-Holstein

 

Internationale Küche

Hotel Royal Baltic in Ustka an der polnischen Ostseeküste im August 2009. Allgemeine Einleitung des Chefkochs: »Es gehört sich, mit sprödem Salat anzufangen … Suppen bilden den Einlass zur Wonne … Die Orgie des Geschmacks fängt bei der Hauptspeise an. Gebratene Ente liegt faul auf Rotkohl herum. Königsgarnelen versprechen die Wonne, Penne Caruso ist ganz ausgeschlossen. Dessert wird die Ergänzung idealer Gesamtheit sein. Crème brulée schmeckt wie ein erster Kuss. Soufflé ist vom Himbeergarten berühmt. Unsere Geschmäcke werden sie niemals vergessen. Zur Verlust im Probieren lädt ein, Chefkoch Rafal …« Man sieht, das Übersetzungsprogramm hat eine enge Beziehung zur Poesie! Das Essen war übrigens wirklich sehr gut.

Susanne Gierlich, Freinsheim, Rheinland-Pfalz

 

Internationale Küche

»Blaue Schweineschnur« fand ich in einem Restaurant bei Colmar im Elsass auf der Karte. Es handelte sich um Cordon bleu vom Schwein. Was lernen wir daraus? Das Elsass ist und bleibt deutschsprachig. Es hat ausgezeichnet geschmeckt.

Hanns Brugger, Horben, Schwarzwald