Es geht auch ohne Fernsehen
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Netzfilm

Studio 71 schickt deutsche YouTuber nach L.A.

Von 24. Juli 2014 um 16:57 Uhr

mansion

Nicht nur YouTube betreibt mit seinem Creator Space in Los Angeles inzwischen ein eigenes und sehr erfolgreiches Filmstudio, auch die YouTube-Netzwerke (Multi Channel Networks, kurz MCN) erkunden inzwischen die Möglichkeit eigener Produktionsstätten. Das von der ProSiebenSat.1 Media AG geführte Netzwerk Studio 71 hat sich nun ebenfalls in Los Angeles niedergelassen.

Seit Juni und zunächst noch bis August ziehen deutschsprachige YouTuber in The Mansion, wie die umfunktionierte Villa in West Hollywood genannt wird. Das Projekt soll die deutsche YouTube-Szene internationaler machen, sagt der Studio71-Geschäftsführer Sebastian Weil. Die Teilnehmer sollen in ihrer Zeit deshalb auch mit den Stars aus den USA zusammenarbeiten, und somit neuer Märkte erschließen. Alle entstandenen Projekte landen im eigens eingerichteten Kanal von The Mansion, der inzwischen bereits über 160.000 Abonennten zählt.

Der größte Star von Studio71, der Let’s Player Gronkh und sein Kollege Sarazar haben den Besuch bereits hinter sich. Sie berichteten unter anderem von der Videospielmesse E3. Auch andere bekannte Namen wie MissesVlog, Flavio Simonetti und Funny Pilgrim sollen die Villa besuchen.

Zu Beginn des Jahres knackte Studio 71 erstmals die Marke von 100 Millionen Abrufen in seinem Netzwerk. Damit zählt zu einem der größten und erfolgreichsten im deutschsprachigen Raum.

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Tim Schafer spielt “Day of the Tentacle”

Von 12. Mai 2014 um 13:02 Uhr

Ahh, Day of the Tentacle! Das Point-n-Click Adventure aus dem Jahr 1993 war, zusammen mit Monkey Island 2, vielleicht der Höhepunkt des Schaffens von Lucas Arts, eine absurde Geschichte aus Tentakel-Wesen, Heavy Metal und US-Gründerzeit.

Tim Schafer war damals der Lead Designer, heute arbeitet er mit seinem Studio Double Fine an dem crowdfinanzierten Adventure Broken Age. Dennoch hat Schafer die Zeit gefunden, noch einmal Day of the Tentacle zu spielen – zum ersten Mal seit über zehn Jahren, wie er sagt. Das ganze erwecket nicht nur bei mir Erinnerungen, sondern enthält auch viele faszinierende Einblicke in die Geschichte dieses Klassikers. Ich installiere dann mal ScummVM

(via)

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Webvideopreis 2014: Die Nominierten

Von 29. April 2014 um 17:16 Uhr

Noch knappe vier Wochen, bis wieder der Deutsche Webvideopreis in Düsseldorf verliehen wird. Nicht mehr ganz so lange, aber immerhin noch bis zum 21. Mai darf auf der Website für die potenziellen Gewinner abgestimmt werden. Denn inzwischen sind auch die endgültig Nominierten bekannt. Aus mehr als 7.000 Vorschlägen haben sie sich durchgesetzt. Die Gewinner bestimmen sowohl die Nutzer im Netz, als auch eine Fachjury zu je 50 Prozent.

In den 14 Kategorien geht es auch in diesem Jahr wieder bunt zu: So finden sich natürlich einmal mehr bekannte deutsche Webvideostars unter den Nominierten: Die Lochmann-Zwillinge etwa sind ebenso wie die Aussenseiter sowohl in der Kategorie “Epic” als auch “NowPlaying” nominiert. Auch die Let’s Player von PietSmiet und der smarte LeFloid sind dabei.

Der Cartoonist Manniac konnte sich mit seinem Video über den Überwachungsstaat sowohl in “FYI” als auch in “Epic” einen Platz sichern. Überhaupt gibt es eine ganze Menge doppelter Nominierungen, wie ein Blick auf die komplette Liste beweist.

Für noch nicht ganz so bekannte Namen gibt es die Kategorie “Newbie”: Hier dürfen Nachwuchsstars und Aufsteiger wie Joyce Ilg und Bosshaft zeigen, was sie können.

In den Kategorien “FYI” und “FAQ” geht es meist informativer zu: Hier werden die besten Informationsvideos gekürt, zum Beispiel wie man ein Kondom anzieht oder Spieleredakteur wird. Das zu wissen kann ja prinzipiell nicht schaden.

Ein Klassiker ist inzwischen auch der Preis für die “Silberne Sellerie”: Gesucht wird das schlechteste Webvideo des Jahres und der Polizei-Rap aus NRW hat definitiv Potenzial.

Und auch der Kurzfilm Wind von Robert Löbel, ein Beitrag in unserer “Netzfilm der Woche” Reihe, hat es in der Kategorie “AAA” in die Endauswahl geschafft. Wir als Kurzfilm-Fans drücken ihm natürlich insgeheim die Daumen.

Übrigens nicht dabei: Friedrich Liechtenstein mit Supergeil. Für das obige Video konnten die Verantwortlichen des Webvideopreis ihn aber trotzdem überreden.

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Amazon streamt bald auch (alte) HBO-Serien

Von 23. April 2014 um 19:03 Uhr

amazon-prime-tv

Ältere Serien und Filme des amerikanischen Kabelsenders HBO gibt es künftig auch im Angebot von Amazons Prime Instant Video. Was wenig spektakulär klingt, ist tatsächlich ein Novum. Es ist das erste Mal, dass HBO seine Inhalte einem US-Streaming-Portal lizensiert.

Denn während es in Deutschland etwa The Wire oder Boardwalk Empire bereits auf Watchever gibt, waren HBO-Serien in den USA bis dato auf die eigenen Angebote des Kabelsenders beschränkt: Mit HBO GO unterhält HBO seit 2010 einen eigenen Video-on-Demand-Service, der allerdings, wie etwa auch das deutsche Sky Go, eine Kabel- und HBO-Mitgliedschaft voraussetzt.

Wie beide Unternehmen am Mittwoch verkündeten, wird Amazon mit seinem Videoservice exklusiv die Rechte an Serien wie den Sopranos oder True Blood bekommen. Neuere Serien wie Girls soll es dagegen erst nach einem dreijährigen Fenster geben, populäre Serien wie Game of Thrones werden gar nicht erwähnt. Etwas Exklusivität hält sich HBO also offen.

Dennoch öffnet sich HBO damit einem Markt, von dem immer noch nicht klar ist, ob er tatsächlich in Konkurrenz zu den Kabelanbietern steht. Viele Experten glauben, dass sich Kabelsender wie HBO und On-Demand-Portale wie Netflix vielmehr ergänzen, was die relativ beständigen Mitgliederzahlen von HBO bestätigt.

Der Gewinner heißt Amazon

Gleichzeitig aber erkennt HBO offenbar, dass das sogenannte “Cord-Cutting”, die Abkehr der Zuschauer vom klassischen Fernsehen hin zu Onlineportalen, durchaus real ist. Erst gestern wurde berichtet, dass die Anzahl der Menschen in den USA, die dem klassischen Fernsehen den Rücken gekehrt haben, in den vergangenen vier Jahren um 44 Prozent auf 7,6 Millionen Haushalte gewachsen ist.

Der Gewinner heißt natürlich Amazon – auch wenn der Deal mit Sicherheit nicht günstig für den Konzern ist. Doch gerade im Duell mit dem Branchenführer Netflix setzt Amazon damit ein großes Zeichen. Netflix hatte in dieser Woche einmal mehr neue Rekordzahlen vermeldet, und gleichzeitig die Preise für Neukunden angehoben. Amazon holt zwar langsam auf und streamt inzwischen mehr als Hulu oder Apple, ist aber immer noch weit entfernt von den Zahlen Netflixs.

Auch für die deutschen Nutzer könnte der neue Deal möglicherweise Folgen haben. Bis jetzt gibt es nämlich bei dem erst kürzlich gestarteten deutschen Ableger von Prime Instant Video noch keine HBO-Inhalte. Sollte die Abmachung international gelten, könnte sich das bald ändern. Für den spekulierten deutschen Start von Netflix im Herbst sind das dagegen schlechte Nachrichten: Wer gehofft hatte, dort dann endlich die HBO-Klassiker zu bekommen, dürfte wohl enttäuscht werden.

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Joss Whedon zeigt neuen Film auf Vimeo

Von um 13:11 Uhr

Wir ich schon zu Beginn des Jahres geschrieben hatte, sind alternative Vertriebswege im Netz auch für immer mehr bekannte Filmemacher im Kommen. Auch Joss Whedon (Buffy, Firefly, The Cabin in the Woods) versucht es mit seinem neusten Film diesmal auch abseits der Kinoleinwand: In Your Eyes debütierte erst vor wenigen Tagen auf dem Tribeca-Filmfestival, und ist nun bereits für eine 5$-Leihgebühr bei Vimeo on Demand verfügbar.

Wie häufig in Whedons Filmen geht es auch hier um übernatürliche Phänomene, um die seltsam-spirituelle Verbindung einer reichen Frau an der US-Okstküste und einem früheren Häftling in New Mexico. Eine “paranormale Romcom” nennt io9 das Ganze, und auch wenn die Autorin nicht ganz so überzeugt von dem Film ist, ist Vimeo mit Whedon in jedem Fall ein Clou gelungen. Interessant dürfte sein, wie viele Menschen den Film am Ende tatsächlich “kaufen”.

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“Game of Thrones” Zusammenfassung

Von 12. April 2014 um 12:00 Uhr

Ja, ich weiß, die vierte Staffel von Game of Thrones, der munteren Macht- und Metzelserie, ging schon vergangenes Wochenende los. Für alle, die es noch nicht gesehen haben und nach fast einem Jahr Pause vielleicht nochmal auf den aktuellen Stand kommen möchten, empfiehlt sich dieser kleine Rückblick von Le Monde. Der erzählt noch einmal, welche Parteien eigentlich um den Platz auf dem Eisernen Thron kämpfen und wo sie sich gerade in Westeros befinden. Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass der folgende Clip ziemliche starke Spoiler enthält, oder?

Bonus: Eine interaktive Map von Westeros, die zeigt, wo sich die jeweiligen Hauptpersonen gemäß des aktuellen Standes gerade befinden (rechts “Episodes” auswählen und Schieber ziehen).

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“Little Planets”: 360-Grad-Videos vom eigenen Planeten

Von 7. April 2014 um 15:11 Uhr
Ein Little Planet (© Benson Kua/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Ein “Little Planet” (© Benson Kua/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Sie zeigen die Welt in Kugelform: Little Planets heißen die Bilder, im Fachjargon nennt man die Aufnahmetechnik Kugel- oder sphärisches Panorama. Die Entstehung ist recht einfach: Mit einem Stativ wird die Kamera fixiert und anschließend für jede Einzelaufnahme etwas weitergedreht. Somit entsteht ein klassisches 360-Grad-Panorama. Das wird per Software anschließend auf einen Kugel projiziert – es entsteht ein kleiner Planet, fixiert auf den Standpunkt des Kameramanns.

Im Netz sind die Little Planets schon seit einigen Jahren sehr beliebt. Denn längst braucht es dafür kein teures Equipment mehr. Es gibt zahlreiche Apps für Android und iOS, mit denen sich die Panoramaaufnahmen gleich auf dem Smartphone verbiegen lassen. Das Projekt Streetview Stereographic nimmt gleich die – wenn auch oft veralteten – Bilder von Google Streetview. Und das Berliner Start-up Panono hat 1,2 Millionen US-Dollar über eine Crowdfunding-Kampagne eingenommen für einen Kameraball, der beim Hochwerfen automatisch 360-Grad-Panoramen aufnimmt. Ein Prototyp wurde Anfang des Jahres vorgestellt.

Little Planets als Video

(© Jonas Ginter)

(© Jonas Ginter)

Dem Bremer Fotografen Jonas Ginter aber reichen die statischen Aufnahmen nicht. Er überlegte, wie er den gleichen Effekt auch mit Videos hinbekommen könnte. Das Problem: Wie auch bei Fotos müsste er dazu jeden möglichen Blickwinkel gleichzeitig aufnehmen. Zwei Jahre lang tüftelte er an verschiedenen Konstruktionen herum, wie er in seinem Blog schreibt.

Seine Erkenntnis: Ohne mehrere Kameras, die den gesamten Sichtbereich abdecken, ist die Idee nicht ansprechend zu realisieren. Also besorgte sich Ginter sechs kleine GoPro-Kameras mit Fisheye-Objektiven. Mit Unterstützung des Bremer Hackerspace entwickelte Ginter eine Halterung aus dem 3D-Drucker; die entsprechende Vorlage fand er in der Community Thingiverse.

Das Ergebnis stellte Ginter vergangene Woche in einem Video auf die Plattform Vimeo, wo es inzwischen bereits über 600.000 Aufrufe hat. Der Effekt ist in der Tat ziemlich cool, wirkt es doch, als würde der Kameramann über seinen eigenen kleinen Planeten kreisen.

Ganz günstig ist die Apparatur allerdings nicht, immerhin kostet bereits eine einzelne GoPro schon um die 300 Euro. Aber vielleicht kann sich Ginter ja mit dem Erfolg im Netz künftig als professioneller Little-Planet-Filmer einen Namen machen.

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Film zum Welt-Down-Syndrom-Tag: “Liebe ist kein Argument”

Von 21. März 2014 um 12:51 Uhr

Der 21. März ist Welt-Down-Syndrom-Tag. Vor einigen Tagen hat der Vimeo-Nutzer Christopher ein Video hochgeladen, das sich nicht nur mit dem Down-Syndrom beschäftigt, sondern auch mit ZEIT ONLINE. Die Idee kam ihm nämlich beim Lesen eines Artikels auf dieser Website.

Im Juli 2011 schrieb der Autor Claas Relotius über ein Elternpaar, das bereits ein Kind mit Down-Syndrom hatte und nun ein zweites erwartete. Nach der ersten Diagnose würde auch dieses mit einer Behinderung auf die Welt kommen. Die Eltern entschieden sich damals, es trotzdem auf die Welt zu bringen.

Der Artikel sorgte für viele unterschiedliche Reaktionen bei den Lesern. Viele wünschten der jungen Familie Glück und alles Gute. Andere sahen die Entscheidung der Eltern kritisch – und sagten das mit mal mehr, mal weniger Taktgefühl.

Der Kurzfilm Liebe ist kein Argument greift bereits in seinem Titel einen Leserkommentar auf und liest in seinen elf Minuten weitere der rund 160 Kommentare unter dem Artikel vor.

Die kritischen, bisweilen auch beleidigenden Stimmen schneidet der Macher mit Bildern eines lebensfrohen Mädchens mit Down-Syndrom zusammen. Das ist bewusst selektiv und blendet einen Teil, nämlich den positiven, der Kommentarkultur aus. Doch der daraus entstehende Gegensatz macht nachdenklich. Stellt er doch die Frage, ob man als Außenstehende/r überhaupt über die Entscheidung der im Artikel erwähnten Eltern urteilen kann.

Für den Macher des Films geht es überhaupt nicht nur darum, zu hinterfragen, ob die Anonymität im Internet für möglicherweise verletzendere oder auch schlicht ehrlichere Äußerungen führt – eine Frage, die in diesem Kontext kaum zu beantworten ist. Wie er jedoch auch schreibt, geht es ihm vor allem um den “Blick auf die Realität hinter den Kommentaren”.

(via)

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