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Reichsideologen: „Republik Freies Deutschland“ weiter aktiv

 
Flagge der „Republik Freies Deutschland“
Screenshot: Flagge der „Republik Freies Deutschland“

Nachdem ein 60-jähriger angeklagter Reichsbürger 2013 nicht zu einer Gerichtsverhandlung erschienen war, stellte die Polizei weitere Urkundenfälschungen fest: Zuerst fand sie einen „Ausweis des Deutschen Reiches“, ausgestellt vom „Regierungspräsidenten von Schwaben“. Bei anschließenden Durchsuchungen bei verschiedenen „Regierungsbeamten“ einer „Republik Freies Deutschland“ wurde neben den entsprechenden Utensilien festgestellt, dass in über 400 Fällen Führerscheine, Ausweise und Reisepässe ausgestellt wurden. Die Polizei geht von Einnahmen von rund 20.000 Euro aus, kann zwei der vier Beschuldigten aber nicht finden.

Anfang 2013 sollte er zu einer Gerichtsverhandlung wegen Urkundenfälschung erscheinen. Weil der 60-jährige Beschuldigte das nicht tat, wurde bei Vollstreckung des folgenden Haftbefehls ein vom „Regierungspräsident von Schwaben“ angeblich ausgestellter „Ausweis des Deutschen Reiches“ aufgefunden. Qualitativ sei das Dokument, so der Pressesprecher des zuständigen Polizeipräsidiums, derart hochwertig, dass es zur Vorlage und Täuschung im Ausland geeignet sei.

Daher wurden Durchsuchungsbeschlüsse für eine Wohnung in Brandenburg und zwei in Mittelfranken bei „Innenminister“, „Staatssekretär“ und „Minister für Haushalt und Finanzen“ der selbsternannten „Republik Freies Deutschland“ (RFD) erwirkt: Gefunden wurden diverse Siegel, Dokumentenpapier und Vordrucke für Ausweise der „RFD“. Eine 46-jährige aus Brandenburg und ein 43-jähriger aus dem Raum Ansbach müssen sich nun wegen Urkundenfälschung verantworten. Ebenso ein 47-jähriger und ein 60-jähriger, deren Aufenthaltsorte aber sind der Polizei nicht bekannt.

Reichsideologen: „Sonnenstaatland“ erklärt „RFD“ den Krieg
Mit Humor gegen Reichsideologen: Das „Sonnenstaatland“ erklärt der „RFD“ den Krieg

Die Betreiber des „1. echten Staates auf deutschen [sic!] Boden, nach 1945“ meinen, das Deutsche Reich bestünde „völkerrechtlich“ weiter und „haben einen Staat gegründet, damit Deutschland nach fast 70 Jahren endlich frei werden kann“ – in den Grenzen von 1937 versteht sich.

Damit ist die „RFD“ nicht allein. Entsprechende Reichsideologen haben mittlerweile eine Vielzahl von (kommissarischen) Regierungen, Königreichen, Fürstentümern und Selbstverwaltungen gegründet. Darunter der Leipziger „Mentaltrainer“ Peter Frühwald, der sich zuerst unter „Staatliche Selbstverwaltung“ stellte, was sein Handeln zu einem hoheitlichen, einem Staatshandeln gleichwertigen machen soll. Kurz darauf schloss er sich mit anderen derartigen Konstrukten in der „Arbeitsgemeinschaft der Staatlichen Selbstverwaltung“ zusammen.

Der Verschwörungsideologe gründete dann am 1. Mai 2012 zusammen mit Mitgliedern dieser Arbeitsgemeinschaft die „Republik Freies Deutschland“ und ließ sich zum Kommissarischen Präsidenten ernennen. Am 17. September wurde er bereits wieder abgesetzt. Er reagierte mit einer Meldung, die „Putschisten“ aus der Regierung zu entlassen und die Republik als „Freies Deutschland“ ohne „Republik“ weiter zu führen. Es sah ganz so aus, als wäre das Projekt beendet. Die Entlassenen allerdings führten die „Regierungsgeschäfte“ offenbar weiter und nahmen mit dem Vertrieb von etwa 400 Einzeldokumenten wie Reisepässen, Ausweisen und Führerscheinen rund 20.000 Euro ein.

12 Kommentare

  1.   Irmela Mensah-Schramm

    Dazu gehört ganz sicher die Gruppe um „BRD GmbH“! Jene Anhänger laufen herum und wollen ihre Schriften an den „Mann“/die“Frau“ bringen und offensichtlich niemand bemerkt dies………..
    Nach NSU wird eben weiter „geschlummert“ und dies ist auch nicht anders zu erwarten…………..


  2. Da es das deutsche Reich nicht mehr gibt, kann es keine Urkunden mehr erstellen. Folglich kann auch keiner Urkunden des deutschen Reiches mit Datum nach 1945 (?) fälschen. Mal sehn, was bei der Gerichtsverhandlung rauskommt.


  3. […] via störungsmelder: Reichsideologen: „Republik Freies Deutschland“ weiter aktiv […]

  4.   Nazienkel

    Es ist immer wieder unglaublich, was für Schmocks frei herumlaufen. In kommentarspalten tauchen hie und da immer wieder diese ‚BRD-Firma-GmbH-KRR‘-Typen auf. Entweder die sind sehr fleißig – oder die Zahl solcher Freaks ist nicht klein…

  5.   AMET

    Erstaunich dass es Leute gibt sich für einen Zettel von irgendeinem Geld abknöpfen lassen. Nun ja, vielleicht brauchen sie ihn zum Karneval.

  6.   Friedensreich

    Jetzt einmal abgesehen von diesen pittoresken Geschichten, hat das BVerfG tatsächlich im Jahr 1973 ein Urteil gefällt wonach das deutsche Reich weiter existent sei und mit der BRD identisch sei. Was das Staatsgebiet beträfe, wäre die BRD aber nur teil identisch mit dem deutschen Reich. Dieses Urteil wurde im Zusammenhang mit den damaligen Ostverträgen durch die bayrische Landesregierung erstritten. Der Urteilstenor ist leicht zu ergooglen.

  7.   Irmela Mensah-Schramm

    Dann an die „Front“…………..


  8. „Nach Völkerrecht wird ein Staat nicht vernichtet, wenn seine Streitkräfte und er selbst militärisch niedergeworfen
    sind. Die debellatio vernichtet für sich allein die Staatlichkeit nicht, sie gibt lediglich dem Sieger einen Rechtstitel auf
    Vernichtung der Staatlichkeit des Niedergeworfenen durch nachträgliche Akte. Der Sieger muß also von dem Zustand
    der debellatio Gebrauch machen, wenn die Staatlichkeit des Besiegten vernichtet werden soll. Hier gibt es nach
    Völkerrecht nur zwei praktische Möglichkeiten. Die eine ist die Annexion. Der Sieger muß das Gebiet des Besiegten
    annektieren, seinem Gebiet einstücken. Geschieht dies, dann allerdings ist die Staatlichkeit vernichtet. Oder er muß
    zur sogenannten Subjugation schreiten, der Verknechtung des besiegten Volkes. Aber die Sieger haben nichts von
    dem getan. Sie haben in Potsdam ausdrücklich erklärt, erstens, daß kein deutsches Gebiet im Wege der Annexion
    weggenommen werden soll, und zweitens, daß das deutsche Volk nicht versklavt werden soll. Daraus ergibt sich, daß
    zum mindesten aus den Ereignissen von 1945 nicht der Schluß gezogen werden kann, daß Deutschland als staatliches
    Gebilde zu existieren aufgehört hat.“


  9. „Trotzdem aber bleibt bestehen, daß, was nach dem Kriege
    geschehen ist, auch Unrecht ist!
    Es gibt ein französisches Sprichwort. „On n’excuse pas le mal par le pire“ „Man rechtfertigt das Böse nicht durch den
    Hinweis auf ein noch Böseres.“

    „…zur Volkssouveränität gehört, wenn das Wort einen Sinn
    haben soll, auch die Entschlossenheit, sie zu verteidigen und sich zu widersetzen, wenn sie angegriffen wird!
    Solange das nicht geschieht – und es hat sehr gute Gründe, daß es nicht geschieht -, werden wir die Legalität der
    interventionistischen Maßnahmen zum mindesten für Zeit anerkennen müssen. „


  10. “ Eine Verfassung, die ein anderer zu genehmigen hat, ist ein Stück
    Politik des Genehmi-gungsberechtigten, aber kein reiner Ausfluß der Volksouveränität des Genehmigungspflichtigen“

    „Sondern was wir machen können, ist ausschließlich das Grundgesetz für
    ein Staatsfragment. Die eigentliche Verfassung, die wir haben, ist auch heute noch das geschriebene oderungeschriebene Besatzungsstatut“

    „Aber das wäre dann Sache des deutschen Volkes selbst und nicht Sache staatlicher Organe, die ihre Akte jeweils vorher
    genehmigen lassen müssen“

    „Damit glaube ich die Frage beantwortet zu haben, worum es sich bei unserem Tun denn eigentlich handelt. Wir haben
    unter Bestätigung der alliierten Vorbehalte das Grundgesetz zur Organisation der heute freigegebenen
    Hoheitsbefugnisse des deutschen Volkes in einem Teile Deutschlands zu beraten und zu beschließen.
    Wir haben nicht die Verfassung Deutschlands oder Westdeutschlands zu machen. Wir haben keinen Staat zu errichten“

 

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