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Von Berlin nach Rom in unter 16 Stunden

 

Mit der Bahn durch Europa

Auf einen Espresso nach Rom trotz Flugangst? Kein Problem: Eine Zugfahrt von Berlin aus dauert tagsüber rund 16 Stunden, allerdings muss bei der schnellsten Verbindung fünf Mal der Zug gewechselt werden. Gar nicht so angenehm.

Oder man fährt mit dem Zug von Berlin nach Paris, ohne Umsteigen. Das geht, allerdings nur nachts und schon gar nicht täglich, ist also mühsam und dauert ebenfalls recht lange. Seit die Deutsche Bahn den Nachtzug nach Paris eingestellt hat, muss man diese Strecke bei der russischen Staatsbahn RŽD buchen. Man kann natürlich genauso gut mit dem Zug von Bremen aus bis Mallorca fahren, aber auch dafür braucht man gute Nerven und Ausdauer beim Stillsitzen.

Überhaupt: Zugreisen durch Europa sind weniger komfortabel, als sie sein könnten. Wer sich informieren will, wie lange man mit dem Zug zwischen Europas Großstädten unterwegs ist, musste bisher das Buchungssystem der Deutschen Bahn aufrufen und die Wunschverbindung eingeben. Zu mühsam, dachte sich der Wiener Student Peter Kerpedjiev und erstellte eine interaktive Infografik, die auf den ersten Blick zeigt, wie fest der Geduldsfaden für die geplante Bahnreise zwischen europäischen Großstädten sein sollte.

Tipp: Wer nicht für jede Zugfahrt durch Europa ins Reisebüro gehen will, kann neuerdings über diese Website auf viele europäische Buchungssysteme zugreifen und sein Ticket direkt online kaufen.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

 

 

11 Kommentare

  1.   prefec2

    Na ja eine Fahrt von Birmingham nach Kiel geht schon mal nicht. Die Geschichte endet also in London. Einziger Vorteil man kann zumindest zwischen Frankreich und Deutschland die Tickets komplett kaufen. Aber alle Länder ist schon mal leicht übertrieben. Zudem scheint es das Konzept der Zwischenhalte nicht zu kennen.

  2.   Sikasuu

    …die Deutsche Bahn den Nachtzug … eingestellt hat…
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    DAS ist nur noch peinlich! Den EINZIGEN Vorteil, den die Bahn auf Mittelstrecke hatte, mit der Begründung:“Zuggarnituren zu alt!“ so fahrlässig auf zu geben!
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    Für Geschäfts- und Privatreisende waren und sind Nachtzüge optimal.
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    An Abend einsteigen, Kleinigkeit essen (in den auch eingesparten Speisewagen:-(() und morgens zw. 6:30 & 7:00 ausgeruht am Ziel kurz Frühstück und dann zum Termin, ins lange Wochenende usw.
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    Das kann kein Flieger toppen. Selbst nicht mit „Bus(s)inesskurz-boarding“.
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    Wenn man die Standorte der Fluch(g)häfen und die Übernachtungspreise und die Zeit mit einkalkuliert, war und ist die Bahn auf Mittelstrecke fast immer preiswerter, schneller und in jedem Fall bequemer!
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    Einen ganzen Tag fürs Arbeiten, den Nachmittag/Abend vor der Rückfahrt für ein wenig Stadtbummel usw.. Solche Komfort-Vorteile freiwillig aus der Hand zu geben und nicht massiv zu bewerben ist nur noch DUMM.
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    Aber Massengeschäft ist wohl einfacher :-((
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    Brummt
    Sikasuu
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    Ps. Muss ja nicht gerade der „Orientexpress“ sein, aber selbst ein „Economy“ mit Speisewagen im Zug toppte mMn. jeden Bus(s)inessflug auf Strecken < 1.000 km.

  3.   hareck

    Nicht nur Menschen mit Flugangst fragen sich dies, sondern auch diejenigen, die bei dem Wahnsinn der steuerbefreiten Kerosinabgase in großen Höhen nicht mehr mitmachen möchten.

    In diesem Sinne trotzdem vielen Dank für die Übersicht. Auch hier macht es uns China momentan vor, wie es gehen könnte. Bei internationalen Zugverbindungen ist die EU leider noch auf dem Status eines Entwicklungslandes bzw. -kontinents.


  4. Die Abschaffung der Nachtzüge hängt mit der Vorstellung der Bahn, daß die Kunden Rentner, Urlauber und Pendler sind. Geschäftsreisende sind nicht vorgesehen.
    Andererseite: Abends München Rom mit Schlafwagen, ein voller Arbeitstag in Rom, Abends wieder Zurück mit Schlafwagen. Es gibt keine Flugalternative.
    Aber die Schlafwagen sind prehistorisch, in Winter oft kalt, in Sommer öfter zu heiß.
    Es gab ein super CityNight von München nach Hamburg, habe ich zig mal benutzt, eine spanische Zuggarnitur, jeder Abteil mit Dusche und WC, langsam Fahrt, damit man nicht zu früh in Hamburg ankommt.
    Dann hat man Verschlimmbessert, der Zug fährt schneller, man ist schon in der Nacht in Hamburg, die Zuggarnitur ist modern und Deutsch, nur zwei Abteil haben Dusche und WC, und diese sind immer von Urlauber die Jahre in voraus reservieren können, weggebucht.
    Ich bin kein Lombrosianer, aber schaut man den Bahnvorstand in Gesicht, weiß man, warum es so ist.

  5.   Lupo

    naja, nur um der besserwisserei wegen: Berlin/Rom dauert mind. 17 std (einmal am tag), ist dann aber nur mit 3 mal umsteigen. die meisten verbindungen liegen (lt DB) um die 19 std. — a bissle irreführend, die graphik und der artikel.
    kann mich den anderen bzgl. nachtzug nur anschließen: habe erst gestern einen platz im 4er-schlafabteil gebucht von hamburg in den süden. da hab ich gleich einen ganzen nachmittag mehr in HH — und komme morgens (halbwegs) ausgeruht an und habe einen ganzen tag vor mir. schade, Bahn, dass du das mehr und mehr abschaffst :-(


  6. Ich persönlich fürchte, dass ein primäres Ziel einer jeden Bahn-Strategie ist, das Bahnfahren zu keiner ernsthaften Konkurrenz zum Auto/LKW werden zu lassen. Warum das?

    Der Staat als größter Teilhaber der DB hat überhaupt kein Interesse daran einen größeren Teil des Verkehrs auf die Schiene zu bringen. Die Mineralölsteuer ist ein großer Posten im Haushalt und eine zu wichtige Einnahmequelle um darauf zu verzichten. Dazu kommt jetzt noch die Maut.

    Dem durchschnittlichen Bahnkunden ist es doch egal ob der Zug alt ist. Hauptsache, das Zugfahren ist nicht so absurd teuer und es werden nicht bei jeder Fahrt noch zwei Wagons zusätzlich eingespart, so dass man 3 Std. lang im Gang steht. In Deutschland leider Fehlanzeige.

    Man zahlt genauso viel wie für eine Fahrt mit dem Auto und das nur wenn man zum Bahnhof läuft. Man muss einmal umsteigen, alse dauert es genauso lange, man steht in überfüllten Zügen und wird dann noch ständig von betrunken Mitbürgern vollgelallt. Das ist Bahnfahren in Deutschland. Das funktioniert selbst in Italien und Ungarn besser. Da gibts wenigstens Sitzplätze und freies WLAN im Zug ohne Registration und Schwachsinn.


  7. P.S.: Ersetzte im oberen Kommentar „Auto/LKW“ durch „Flugzeug“ dann passt das auch für die im Artikel angesprochenen Reisen auf Langstrecke.

  8.   Alaric

    Ich finde die französische TGV einfach klasse und hoffe, dass DB sie als Vorbild nimmt. Nicht überfüllt (zumindest nicht die ich erlebt habe) und sehr wenige Zwischenhalte, also schnell und bequem. Es wäre interessant zu sehen, wie eine Art Super-ICE sich in Deutschland behaupten könnte, der zwischen vielleicht max. 10 Großstädte bzw. regionale Zentren verkehren würde. Der ICE ist heute nicht wirklich ein Inter-CITY Express, weil er in vielen kleineren Städten anhält, was das ganze verlangsamt, und Tür und Tor für Verspätungen aufmacht.


  9. Tja, das wahre Problem ist doch die Randlage von Berlin. Wer von Berlin nach Paris mit dem Zug fährt, ist selber schuld.
    Berlin liegt in der Nähe der polnischen Grenze, aus Jux sagen wir oft, in der West-Ukraine. Dort sollte man sich Richtung Warschau oder Kiew orientieren, nicht nach Paris oder London.
    So einfach ist das.

  10.   cbhb

    Schon immer gondle ich mit der Bahn durch Europa wenn’s irgend geht! Leider geht es allerdings immer schlechter: Dass es z.B. tagsüber nicht einmal mehr eine durchgehende Verbindung von Berlin nach Paris oder Rom gibt ist einfach nur ein Witz, aber leider wahr… War nicht immer so!

    Und ein Reisebüro braucht man auch nicht, natürlich! Aber auch da: Früher konnte man am Bahnschalter jedes Provinzbahnhofs alle Verbindungen finden, während heute die Bahngesellschaften sich mit überkomplizierten Websites zu übertrumpfen probieren!

    Tipp: Wenn man einfach nur mal eine Verbindung nachschauen will, z.B. von Lisboa nach Irkutsk oder was auch immer: geht zu http://www.sbb.ch. Dort kann man sich die Verbindungen anzeigen lassen ohne zuerst Alter, Blutgruppe und Namen der Urgrossmutter einzugeben (wie etwa bei der Deutschen Bahn, den SNCF usw.).