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„Dumm wie die Sau, die Alte“

 

 
"Grünes Dreckspack und Ami-Schlampe. Ihr gehört alle am nächsten Baum aufgehangen": Solche Kommentare müssen die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt und ihre Mitarbeiter auf ihrer Facebook-Seite lesen. Und weil es nicht nur ihr so ergeht, sondern vielen anderen Politikern, Initiativen, Künstlern und Prominenten, hat sich die Göring-Eckardt entschieden, den Hass im Netz öffentlich zu teilen. In einem Video liest die Grünen-Politikerin ausgewählte Kommentare vor. "Damit Ihr wisst, was so auf meiner Seite passiert."

Göring-Eckardt bezeichnet es als "das Allerletzte", was in diesen Tagen an Hassmails und menschenverachtenden Posts zu lesen sei. "Das ist Dreck, der gehört in die Mülltonne", sagt sie zu Beginn des in schwarz-weiß gehaltenen Videos. Und was dann folgt, belegt ihre Einschätzung auf deutliche Weise.

Kostproben gefällig? "Dumm wie die Sau, die Alte. Da zuckt die Faust." Oder: "Verbrennen sollte man Euch, Ihr Volksmörder."

Als Fraktionsvorsitzende könne sie das aushalten, sagt Goering-Eckardt. "Ich kann in die Öffentlichkeit gehen." Viele engagierte Menschen könnten das aber nicht. Deshalb habe sie sich zu dem Video entschlossen, und auch, um den Verfassern solcher Kommentare klarzumachen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen werde. "Euer Dreck spornt mich an", sagt sie in Anlehnung an ein Zitat von Bundespräsident Joachim Gauck, der an Rechtsextremisten gesagt hatte: "Euer Hass ist unser Ansporn."

An Facebook gerichtet fordert die Grünen-Politikerin: "Sorgt dafür, dass solche Posts gelöscht werden." Das Unternehmen steht unter erheblichem öffentlichen Druck, gegen Hasskommentare stärker vorzugehen. Justizminister Heiko Maas (SPD) trifft sich deshalb am Montag mit Vertretern des Unternehmens.

Dass Göring-Eckardts ausgewählte Kommentare nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigen unmittelbar die Reaktionen unter ihrem Facebook-Post. "Heul leiser, Euch grünen braucht eh keine Sau", steht dort etwa. Oder auch "Frau Göring-Eckardt, wer Unmut säht erntet den besonderen Dank! Kleinen Tipp vom 'Pack': Macht endlich wieder vernünftige Politik und verarscht das Volk nicht!"

Die Grünen-Abgeordnete hat mit ihrem Video übrigens ein mittlerweile beliebtes Mittel im Umgang mit Hasskommentaren aufgegriffen. Seit Jahren schon lesen Journalisten mit ausländischen Wurzeln unter dem Titel Hate Poetry Mails, Briefe und Kommentare vor, die sie auf Artikel erhalten. Darunter sind auch Kollegen der ZEIT. Auch Obdachlose haben schon Hass-Tweets vorgelesen, die Moderatoren Joko und Klaas tragen regelmäßig beleidigende Leserfragen und Hasskommentare in ihren TV-Sendungen vor oder lassen sie von Künstlern vertonen. Ihre Botschaft ist dabei wohl auch immer wie die von Göring-Eckardt: "Ihr kriegt mich nicht klein."

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62 Kommentare

  1.   Berthel

    Sprachlich missgeglückter Artikel wer Hate-Beleidigungen mit Sätzen wie
    „Heul leiser, Euch grünen braucht eh keine Sau“
    „Frau Göring-Eckardt, wer Unmut säht erntet den besonderen Dank! Kleinen Tipp vom ‚Pack‘: Macht endlich wieder vernünftige Politik und verarscht das Volk nicht!“
    Vermischt, weiß offenkundig nicht wovon er redet. Letztere Sätze muss man in der Öffentlichkeit wohl aushalten können


  2. Ich bin Froh, dass bei ZON jemand mitliest. Bei Facebook geht das leider nicht. Ich würde dazu einladen, dass Facebook jedesmal die IP- Adresse des hochladenden Rechners mitveröffentlicht. Das würde helfen, da das Klarnamengebot mit voller Adresse wohl nicht im intersses dieses Datenkraken liegt. Ich selbst habe meinen Facebook-account gelöscht, aber öffentliche Personen können das leider nicht mehr. In einer Zeit in der die Zivilisation erlischt.

  3.   TriTri

    Erschreckend wie da nach unten gegriffen wird, blamabel für Deutsche Abgeordnete, ein solches Volk reguieren zu müssen. Es wird Zeit, mal andere Saiten aufzuziehen…schlussfolgert der halbwegs bemittelte Leser.


  4. Ich finde es höchst bedenklich, wenn unter dem Deckmantel von gut gemeinten Absichten, die Freiheit von Facebook eingeschränkt werden soll und zum Angriff geblasen wird.

    Laut geltendem Recht ist Beleidigung verboten und wird bestraft. Das sollte doch auch dem beleidigten Ego von Politikern ausreichen.

    Aber vielleicht sollte Frau Göhring mal mit Erdogan Rücksprache halten. Der hat mehr Erfahrungen beim Unterdrücken des Internets.

  5.   Kritischer Optimist

    … mit unqualifizierten üblen Äußerungen um zu gehen ist die einfachste Sache der Welt. Es bedarf keiner neuer „Methoden“: Zurück zur Sachebene! Klare Argumente bringen, mit Fakten statt mit Emotionen überzeugen, Interessen der Gegenseite hinterfragen. Dann stellte sich der üble Mob von selber bloß. Aber ich bin ja auch immer für Deeskalation und total naiv.

  6.   Z10N

    Verwunderlich, dass man online was verbieten will das sich auch im echten Leben da draussen nicht verhindern lässt, und zwar dass Menschen ihren Frust ablassen und da wird nun mal exzessiv gehasst und geschimpft.
    Ist doch besser als wenn sich Gruppen in dunklen Kellern treffen, nicht wahr?


  7. Wer will denn entscheiden, was erstens wahr sein könnte, zweitens tatsächlich strafrechtliche Relevanz hätte oder schlichte Meinungsäußerung (wenn auch stark verbalisiert)?

    Doch bitte nicht Frau Göring-Eckard, Herr Gysi oder sonst einer dieser sich gutmenschlich gebenden eher traurigen Funktionärsbonzen – eigentlich niemand.

    Da es sich im Wesentlichen um Rechtsfragen handelt und Recht – so ist nun einmal unsere Verfassung – das Regiment führt auch vor aller Politik, kommen wir alle nicht umhin, die zuständigen Gerichte entscheiden zu lassen.

    Alsdann, liebe sich beleidigt fühlende Politiker und all die Möchtegerne auf diesem weiten Feld:
    beschreiten Sie bitte in jedem Falle und je einzeln den Rechtsweg.
    Das mag ihnen unbekannt sein, wäre aber das einzig richtige.
    Öffentliches Jammern und Hetze in Medien sind hingegen der falsche Weg.
    Sollten sie in der Politik es zu etwas bringen wollen, sollten sie das beachten.


  8. Sie wirkt immer schlechtgelaunt. Ist immer gegen alles. Negativ, depressiv. Geht zum Lachen wohl in den Keller – wie man bei uns sagt. irgendwie leblos. Ich glaube, wenn sie ihre Hassmails vorliest, schlafen die Zuhörer ein.

  9.   joaber

    Natürlich ist so ein Hassverhalten nicht diskutierbar. Wird allerdings auch von linken Redakteuren gerne benutzt, kürzlich im Spiegel:

    „Es ist, wie gesagt, ganz einfach, Reaktionär zu sein: … Was für opportunistische Arschlöcher.“

    Das ist – vom Spiegel-Redakteur Georg Dietz – gegenüber konservativen Lesern genauso unverschämt und Hass-Sprache wie die oben zitierten Äusserungen. Und wenn sich schon die Mainstream-Presse nicht besser verhält: wer soll das dann noch?

  10.   Peter Skasa

    Die Äußerung über die sogenannten Ossis , Migranten zu nennen war so was von ,deplatziert…daß ich glaube die hat einen Joint zuviel geraucht ???? Aber Wundern wir uns Über die Grünen noch ????