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Ein Hoch auf die 32-Stunden-Woche

 

Familienministerin Schwesig schwärmt davon, wie gut sie Familie und Beruf auch nach der Geburt ihres zweiten Kindes wird vereinbaren können. Doch das ist die Ausnahme: Selten haben Eltern die Wahl, ob sie mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten oder nicht.

Deutsche Arbeitgeber antworteten auf das Bedürfnis ihrer Mitarbeiter nach einer ausgewogeneren Work-Life-Balance mit geringeren Präsenzzeiten, einem Heimarbeitsplatz oder Teilzeitarbeit. Doch wie selbstverständlich es ist, dass Eltern dieses Angebot nutzen, hängt vom Gehalt ab und dem Klima, das Teilzeitarbeitenden begegnet. Und die Arbeitgeber würden das Rad gern wieder zurückdrehen: Sie forderten unlängst, den Acht-Stunden-Tag zu streichen.

Das US-amerikanische Unternehmen Treehouse hat die Frage der Arbeitszeiten anders beantwortet: Alle Mitarbeiter arbeiten vier Tage in der Woche, maximal 32 Stunden. Der Grund dafür sei, sagt Firmenchef Ryan Carson, dass er selbst die wichtige Zeit mit seinen Kindern nicht habe missen wollen. Aus seiner Sicht sei es ganz einfach, warum sich die meisten Unternehmen keine geringere Wochenstundenzahl leisten wollen: Viele Chefs seien Workaholics.

Und unsere Familienministerin? Manuela Schwesig hatte zu Beginn vergangenen Jahres die 32-Stunden-Woche für Eltern kleiner Kinder vorgeschlagen, gegenfinanziert durch Steuermittel. Dem erteilten Arbeitgeberverbände eine Absage und auch innerhalb der Bundesregierung konnte sie sich mit ihrem Vorschlag nicht durchsetzen.