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Wie der Sportfan zum Hellseher wird

 
Greece's Nick Calathes shoots a free throw during the EuroBasket European Basketball Championships group C match between Greece and Slovenia, on Wednesday, Sept. 9, 2015 in Zagreb, Croatia. (AP Photo/Darko Bandic) [ Rechtehinweis: usage Germany and Austria only, Verwendung nur in Deutschland und …sterreich, Please check additional restrictions!, Bitte Einsc ]
Geht der Ball rein oder nicht? Ein Astrophysiker kann das schon während des Fluges vorhersagen. © Darko Bandic/AP/dpa ()

Er selbst spricht von einer Sportrevolution. Dabei möchte der Astrophysiker Matt Ginsberg nur ein paar Sekunden in die Zukunft blicken. Ein paar Sekunden, aber die entscheidend sind im Sport. Ginsberg arbeitet mit seinem Sohn an einer Technologie, die es möglich macht, schon während des Fluges zu berechnen, ob ein geworfener Basketball durch den Ring flutscht oder nicht. Ob ein Volleyball ins Aus geht oder im Feld landet. Der US-amerikanischen Website fivethirtyeight.com hat er sein Projekt erklärt. Wenn alles klappt, könnte ein Fußballtorwart ein optisches, akustisches oder mechanisches Signal bekommen, das ihn darauf hinweist, dass der Ball, der da gerade auf ihn zufliegt, neben dem Tor landen wird, er also nicht eingreifen muss.

Das wahrscheinlichste Einsatzgebiet der Technik ist der TV-Markt. Schon seit langer Zeit benutzt das Fernsehen visuelle Hilfsmittel. In der US-amerikanischen Eishockeyliga NHL machte der Sender Fox Zeit lang den Puck und Schüsse sichtbarer. An die imaginäre Abseitslinie bei Fußball-Zeitlupen oder die Weltrekordlinie bei Schwimmübertragungen haben wir uns längst gewöhnt.

Ginsberg, der auch Mark Cuban, den Besitzer des Nowitzki-Clubs Dallas Mavericks, für sich begeistern konnte, möchte mehr. Er will, dass TV-Zuschauer, die gegenüber denen im Stadion nun einmal in der Mehrheit sind, auch mehr wissen. Ob der Basketball im Ring landet, steht schließlich so gut wie fest, sobald er die Hand des Spielers verlassen hat. Der Sportfan wird zum Superhelden, der die Zukunft vorhersehen kann. Oder, wie es in dem Text heißt: Die Sterblichen wissen das, was das Universum schon längst weiß.

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2 Kommentare

  1.   Infamia

    Ok, technisch kann ich mir vorstellen, dass das berechenbar ist. Aber Berechenbarkeit raubt uns etwas, was das Leben lebenswert macht. Die Überraschung.

  2.   Ich habe eine Idee, niemand braucht sie

    Die Idee, dies sei für die Praxis des Sport relevant, erscheint mir nerdig unerfahren. Jeder Spitzensportler ist darauf trainiert, diese Abschätzung intuitiv zu verbessern. So können etwa erfahrenere Handballtorhüter früherer die Bewegungsabläufe eines Angreifers antizipieren als Anfänger. Sie müssen dies aber immer noch in entsprechende Bewegungen (Reflexe) zusetzen können… Ich kann mir als Sportler nicht vor stellen, dass die technologische Signalverarbeitung schneller ist als die direkte, da man ja wiederum auf ein Signal reagieren müsste. Und würde ich nicht den Sinn von Sport verfehlen, wenn ich mich auf ein akustisches Signal hin trainiere (es sei denn ich bin blind)?
    Nunmehr als Zuschauer weiß ich, dass es andere nervt, wenn man als Ex-Sportler immer vor den anderen bei antizipierten Toren aufspringt. Einfach ein neues Bier aufmachen – und genießen. Prost! (Aber ich wette, es gibt Militärs, die hier ganz andere defensive Potentiale sehen.)