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Dieser Mann lügt häufiger als Donald Trump

 
Dieser Mann lügt häufiger als Donald Trump
Die größten Lügner im US-Wahlkampf. Quelle: Bill Marsh/The New York Times

Donald Trump polarisiert ziemlich im US-Wahlkampf. Ob er ein Einreiseverbot für Muslime fordert, über die deutsche Flüchtlingspolitik lästert oder Journalisten aus Pressekonferenzen werfen lässt – dem Geschäftsmann mit Präsidentschaftsambitionen sind die Schlagzeilen sicher. Doch was von Trumps Aussagen ist wahr – und was nur polemisch dahergelogen? Ein Projekt der Tampa Bay Times aus Florida dokumentiert Lügen von US-Präsidentschaftskandidaten.

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Seit 2007 checken die Redakteure von PolitiFact ausgewählte Aussagen der Kandidatinnen und Kandidaten auf ihren Wahrheitsgehalt und stufen diese anschließend auf einer sechsstufigen Skala ein – von "true" bis "pants on fire", also so übel gelogen, dass schon die Hosen Feuer fangen.

In der New York Times berichtete jetzt PolitiFact-Chefredakteurin Angie Drobnic Holan, dass von bisher mehr als 70 geprüften Trump-Aussagen drei Viertel "hauptsächlich unwahr", "unwahr", und "hosenverbrennend" seien. Zu Letzteren gehört der Tweet, in dem Trump behauptete, Schwarze wären für 81 Prozent der Morde an Weißen in den USA verantwortlich. Als Quelle nannte er ein "Crime Statistics Bureau“ in San Francisco. PolitiFact stellte fest: Ein solches "Büro für Kriminalitätsstatistik" gibt es weder in San Francisco noch anderswo. Und das FBI gebe die entsprechende Rate mit 15 Prozent an.

Und der Pinocchio des Jahres ist ...

Den PolitiFact-Zahlen zufolge gibt es allerdings einen größeren Lügner in den US-Wahlkämpfen: Während Trumps Behauptungen "nur" zu 76 Prozent falsch sind, lügt sein parteiinterner Rivale Ben Carson in 84 Prozent seiner Aussagen. Allerdings wurde Carson bislang nur 25-mal überprüft.

Am häufigsten hat PolitiFact Aussagen von Barack Obama gecheckt: 569-mal seit dessen erstem Präsidentschaftswahlkampf. Neun seiner Äußerungen besitzen Trump-Qualitäten, dennoch gehört der Noch-Präsident zu den Ehrlichsten im US-Politzirkus. Und wer ist der ehrlichste Bewerber? Das ist Demokrat Bernie Sanders: Bei 45 Gelegenheiten geprüft, wurde er zumindest noch nie bei einer extrem krassen Lüge ertappt.

Mehr zur US-Wahl können Sie hier nachlesen.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

21 Kommentare

  1.   CheGuevara28

    „hosenverbrennend“ Ich lach mich schlapp…..noch nie was von „Liar, liar, pants on fire“ gehört?

  2.   Klugschwätzer

    Den Bernie Sanders muss der Herr Mohr aber noch mal nachgucken in der obigen Liste. 28% falsch ist nicht „nie bei einer Lüge ertappt“.

  3.   Mann im Mond

    Ein guter Politiker muss lügen können.
    Sonst ist er falsch in seinem Amt.

  4. Marcus Mohr  Marcus Mohr

    Liebe/r CheGuevara28,

    natürlich gehört. Ich kenne den Reim sogar in seiner Langform als „Liar, liar, pants on fire, hang them up on telephone wire“. :-)

    Wirklich übersetzen lässt sich das nicht, „balkenbiegend“ trifft leider auch daneben. Das sind so die sprachlichen Kompromisse, die mensch eingehen muss, um nicht auch noch auf die Etymologie von Einzelbegriffen eingehen zu müssen.

    Viele Grüße

    Marcus Mohr

  5. Tobias Dorfer  Tobias Dorfer

    Zumindest nicht bei einer ganz krassen Lüge. Danke für den Hinweis, haben wir verbessert (td)

  6.   Souveräner Staat

    Für George W. reichte wohl die Skala nicht: 110% der Aussagen waren gelogen, also ist eine Nennung nicht möglich!? Oder lag es daran, dass kein falsches Licht auf den sich ins staatsmänische untere Drittel (Clinton, Obama) lügenden Jeb Bush fallen sollte?
    Im Ernst, die Quelle sollte ihr eigenes Rating selbst anführen, unter der Rubrik „politisch motivierte Scheinwissenschaft“. Komplett unseriös, sowas auch noch zu reproduzieren.

  7.   Thasma

    Waaaaaas? Politiker lügen? Nicht möglich!

    Naja, eine solche Statistik ist dermaßen leicht zu manipulieren, allein schon durch die Auswahl der untersuchten Statements, dass sich aus ihr lediglich ableiten lässt, dass alle lügen und nicht wer wieviel.

  8.   obama_on_meth

    Ben Carson genießt nicht die Aufmerksamkeit in Deutschland, wie Trump. Das heißt aber nicht, dass er weniger radikal ist. Seine Masche ist, dass er mit seinem Rassismus bei den weißen Amerikanern ankommt, die sich selbst nicht eingestehen wollen, dass sie Rassisten sind (nichts, was wir nicht auch in Deutschland kennen würden). So wählen sie, statt einen weißen Rassisten, einen schwarzen. Kommt aber aufs Gleiche hinaus.

    Homosexuelle vergleicht er mit Pädophilen, der Klimawandel sei eine Erfindung von finsteren Mächten, um die amerikanische Wirtschaft zu zerstören und syrische Flüchtlinge vergleicht er mit streunenden Hunden, die man schießen müsse.

    In den Umfragen und vielleicht auch den Vorwahlen werden die Amerikaner etwas Dampf ablassen, aber unterm Strich wird es Hillary Clinton oder Marc Rubio.
    Wenn wir Glück haben, Bernie Sanders. Aber auch nur, wenn wir ganz viel Glück haben.

  9.   Score

    Wenn man bedenkt, wie oft Angela Merkel bisher beim Lügen / Unwahrheit sagen erwischt wurde, dann müsste man annehmen, dass Donald Trump prädestiniert für das Amt des deutschen Bundeskanzlers wäre.

  10.   Me_

    @#9
    haben Sie für Frau Merkel auch so eine Grafik oder Statistiken? Oder war das blos wieder das schon lange ermüdende AFD-Gekeife?