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Wem gehört die Antarktis?

 

Die Antarktis ist a****kalt, wird vor allem von Fischen und Vögeln bewohnt und interessiert niemanden außer Wissenschaftler, die dort ihr Dasein in Forschungsstationen fristen müssen? So einfach ist es dann doch nicht. Die 14 Millionen Quadratkilometer waren jahrzehntelang im Fokus verschiedener politischer Interessen, denn der Südkontinent hat Erdölreserven, sauberes Wasser und weitere kostbare Ressourcen. Aber: Wem gehört die Antarktis überhaupt? Es ist eine lange und komplizierte Geschichte, mit der sich der YouTuber CGP Grey beschäftigt hat.

Seit dem 18. Jahrhundert hatten verschiedene Staaten Interesse an Teilen der Antarktis bekundet – unter ihnen Großbritannien und Frankreich, später auch Norwegen, Argentinien und das nationalsozialistische Deutschland. Während des Kalten Krieges hatten auch Russland und die USA einen eventuellen zukünftigen Anspruch formuliert.

Antarktis-Video-Laender
Screenshot: CGP Grey

1959 unterzeichneten zwölf Staaten schließlich auf der Antarktiskonferenz eine Übereinkunft, in der die friedliche Nutzung des Kontinents festgelegt wurde. Es dürfe kein Militär geben, keine Nukleartests und keinen Abbau von Rohstoffen. Sie gilt seitdem als ein sogenanntes gemeinsames Erbe der Menschheit.  Die Unterzeichnerstaaten können das unbewohnte Gebiet zwischen dem 60. und 90. Grad südlicher Breite zu Forschungszwecken nutzen – jedoch können alle Gebiete jenseits dieser Breitengrade auch von anderen Staaten für sich beansprucht werden.

Antarctic Treaty
Auszug aus dem Antarktisvertrag Screenshot: CGP Grey

Die Antwort lautet also: Die Antarktis gehört niemandem und jedem.

Doch eventuell wird in Zukunft die Ressourcenknappheit dazu führen, dass erneut Gebietsansprüche laut werden. Denn neben Erdöl birgt die Antarktis große Mengen an Gold und Uran. Wenn das Eis weiter schmilzt, werden diese leichter zugänglich – wie etwa am nördlichen Gegenpol, wo die USA bereits Erdöl fördern.

Übrigens, zu diesem Teilchen empfehlen wir diesen Song: John Cale – Antarctica Starts Here.

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