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Angriff der Cyber-Eichhörnchen

 
Angriff der Cyber-Eichhörnchen
In den USA sind Nager besonders fleißig. (Screenshot)

Am 23. Dezember ging für rund 700.000 Menschen in der Ukraine das Licht aus. Der Blackout bei einem regionalen Energieversorger  wurde möglicherweise – bestätigt ist das immer noch nicht – durch einen Hackerangriff ausgelöst. Die Täter könnten mithilfe eines präparierten Office-Dokuments auf die Systemrechner gelangt sein und dort eine Schadsoftware installiert haben, die letztlich auch die Steuerungsanlagen störte.

Bislang sind Angriffe auf kritische Infrastruktur durch Hacker und Schadsoftware selten. Weitaus häufiger haben es die IT-Unternehmen und Stromversorger mit einer anderen Plage zu tun als mit Computerviren: Ähnlich wie das flauschige Kaninchen im heimischen Wohnzimmer nur allzu gerne das Lampenkabel anknabbert, haben es Nager wie Eichhörnchen, Bieber und Ratten auf Kabel in der freien Wildbahn abgesehen. Das lässt zumindest die Website CyberSquirrel1 vermuten. Sie sammelt bestätigte Fälle, in denen Tiere Internet- oder Stromleitungen gekappt haben.

Knapp 1.000 dieser Fälle rund um die Welt haben die Macher von CyberSquirrel1 inzwischen gesammelt und auf einer Weltkarte verortet – die meisten davon fallen auf die USA. Aber auch Deutschland ist vertreten: Im vergangenen Juni etwa sorgte mutmaßlich eine Ratte für einen Stromausfall rund um den Berliner Alexanderplatz. Die offizielle Diagnose: Kabelfehler. Die Veranstalter des letztjährigen Chaos Communication Camps hatten mit listigen Mardern zu kämpfen. Andere bestätigte Fälle sind auf Bieber, Vögel oder Waschbären zurückzuführen. Die größte Gefahr aber sind ganz klar Eichhörnchen: Über 600 Zwischenfälle mit den Nagern sind bereits dokumentiert.

Man ahnt es vielleicht, aber CyberSquirrel1 ist nicht bloß als Meme gedacht. Den Machern zufolge soll die Website mit einem Augenzwinkern zeigen, dass es nicht Hackerangriffe sind, die tatsächlich die heimische Infrastruktur bedrohen, sondern viel simplere Dinge wie schlecht verlegte, ungeschützte oder veraltete Kabel. Gleichzeitig ist das Projekt auch eine Parodie der inflationär gebrauchten Vorsilbe "Cyber-", die mittlerweile bei jedem noch so kleinsten Hackerangriff auftaucht. Und was wäre ein echter Cyberkrieg ohne Cyber-Eichhörnchen?

Kann man diesen Augen trauen? (likeaduck/Flickr (CC BY 2.0)
Kann man diesen Augen trauen? (likeaduck/Flickr (CC BY 2.0)

4 Kommentare

  1.   graueradler

    „Bieber“ – ernsthaft? *g*

  2.   Joachim Berger

    Zu Ihrer Frage: „“Bieber” – ernsthaft? *g*“

    Nun – der Artikel wurde im Stress halt „JUSTIN time“ geschrieben.

  3.   Joachim Berger

    NB: mir tun die Eichhörnchen schon leid, die dann kurzfristig einen Lastwiderstand für 110 KiloVolt darstellten!

  4.   Jan PP

    Liebe Mitkommentatoren.
    Das ist eine sehr sehr ernste Angelegenheit. Ich bitte doch um mehr Ernst in dieser bedrohlichen Frage. Immerhin haben die Eichhörnchen Luftunterstützung angefordert:

    http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/moewe-sorgt-fuer-kurzschluss-id10428121.html