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Let’s talk about guns

 
Lass uns über Waffen sprechen!
Screenshot aus "What you should ask" © Cosmopolitan

Politik, Religion, Kinderwunsch – alles Themen, die man vielleicht nicht beim ersten Date anspricht, aber irgendwann schon, wenn es dann ernster wird. Weil sie für die gemeinsame Zukunft eines Paares eine Bedeutung haben. In den USA gibt es noch ein weiteres Thema, über das vor allem Frauen mit ihren Dates reden sollten: Waffen.

Denn, so schreibt die Chefredakteurin der Cosmopolitan, zwischen den Jahren 2000 und 2013 wurden in den Vereinigten Staaten 8.700 Frauen erschossen. Von ihren Partnern. Doch weil die Frage, ob der neue Kerl eine Schrotflinte unter dem Beifahrersitz hat, ähnlich unangenehm klingt wie eine Frage nach Geschlechtskrankheiten, hat die Cosmopolitan eine Anleitung gebastelt: "What you should ask". Und dazu gehört nicht nur, ob jemand eine Waffe hat und warum, sondern auch, ob er sie im Waffenladen oder doch unregistriert vom Nachbarn gekauft hat.

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7 Kommentare

  1.   Talan

    Klar habe ich eine Waffe, Du kennst sie doch Schatz.^^

  2.   somedude

    Und wieviel Männer kamen im gleichen Zeitraum durch die Waffe der Partnerin um? So als Vergleich? Ohne dies, sind die Zahlen schwer zu fassen und wenig Wert.

  3.   zeitgenössisch

    Bzgl. Mordrate ist interessant, dass diese zB in den USA exakt genauso hoch ist wie in Lettland (https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tungsrate_nach_L%C3%A4ndern).

    In Lettland ist das Waffenrecht vergleichsweise streng, viel strenger als in den USA.

    Umgekehrt ist der Waffenbesitz in der Schweiz sehr liberal geregelt, Mio. Kriegswaffen werden in den Privathaushalten der Schweizer aufbewahrt (sog. Miliz-System). Die Mordrate in der Schweiz ist noch viel geringer als in Deutschland, welches bzgl. restriktiver Waffengesetzgebung mit an der Weltspitze steht (nur Diktaturen, die ihre Bevölkerung aus naheliegenden Gründen komplett entwaffnen wollen, sind noch restriktiver).

    Das zeigt, es gibt keinen Kausalzusammenhang zwischen Kriminalität bzw. Mordrate und Waffengesetzgebung. Lediglich kann man, wenn man möchte, derartiges in mehr oder minder zufällige Korrelationen hinein interpretieren (siehe die obigen Beispiele – es lässt sich nicht von der Hand weisen, wenn die den Deutschen sehr ähnlichen Schweizer eine nochmal um 1/4 geringere Mordrate als die Deutschen haben, aber hunderttausende Maschinengewehre in schweizer Privathaushalten gelagert werden und entsprechend zugänglich sind!).

    Es ist und bleibt nun einmal so, da hat die NRA ja sogar recht, dass nicht Waffen Menschen töten, sondern Menschen töten Menschen. Und wer es darauf anlegt, der wird immer einen Weg dafür finden. Sei es das scharfe Fleischmesser. Amokläufe sind zwar tragisch, aber für vergleichsweise wenige Opfer verantwortlich. Und auch für Amokläufe ohne Waffen gibt es in Europa einige Beispiele, zB Verrückte die mit ihrem PKW mit hohem Tempo in Menschenmengen gerast sind.

    Da kommt man wieder zur alten Frage, wieviel Freiheit man bereit ist aufzugeben, um die Sicherheit zu erhöhen. Beim Waffenbesitz gibt es da in Deutschland eigentümlich wenige Gegenstimmen. Trotz unseres sehr schneidigen Notwehrrechts und trotz seit Jahren kaputt gesparterter Polizeibehörden, die umgekehrt mit immer mehr Aufgaben überlastet werden, sodass man schon einmal vergeblich auf Hilfe wartet, wenn man zu später Stunde die 110 wählt. Mitunter auch irgendwo mitten in Berlin.

    Wer da gleichzeitig Waffenbesitz de facto unmöglich macht private Schußwaffen zur Verteidigung zu besitzen, der nimmt sehenden Auges in Kauf, dass Bürger zu Opfern werden, weil sie sich nicht adequat gegen brutale Kriminelle verteidigen können und der Staat seine Verantwortung, die mit dem von ihm beanspruchten Gewaltmonopol untrennbar einhergeht, nämlich flächendeckend für Sicherheit zu sorgen, nicht mehr nachkommt. Gegen Hürden wie eine umfassende Ausbildung analog zum KFZ Führerschein sowie Sicherungspflichten im Waffensafe etc. kann ja kein vernünftiger Waffenbestizer etwas haben.

    Aber so wie bisher kann es in der Tat nicht weitergehen. Das beginnt ja schon damit, dass dem Gros der Pfefferspraykäufer nicht klar sein dürfte, dass sie sich strafbar machen, wenn sie ein Pfefferspray zB mit zum Faschingsumzug nehmen um sich gegen Übergriffe im Getümmel verteidigen zu können sowie dass der Einsatz eines Pfeffersprays lediglich gegen Tierangriffe überhaupt legal ist (nur das CS Gas darf als Notwehrwaffe gegen Menschen eingesetzt werden, zumindest sofern es das BKA Siegel trägt).

    Ein Staat, der seine Bürger zunehmend im Stich lässt und gleichzeitig schon den Privatbesitz von Pfefferspray kriminalisiert, der darf sich nicht wundern, wenn ihm die Bürger zunehmend Vertrauen und Zuspruch entziehen.

    Das läuft in den USA tatsächlich wesentlich vernünftiger. Da muss sich derjenige rechtfertigen, der Bürgern Verbote und Gebote auferlegt, nicht wie bei uns, wo erstmal alles als verboten gilt und man fragt „Ist das denn erlaubt? Darf man das?“ – so denken Untertanen.

  4.   redukteur

    Ja, wenn er eine waffe hat, könnte das auch ihr Leben retten.

  5.   CopyCatCopy

    @ zeitgenössisch

    Die Mordrate ist in der Schweiz insgesamt zwar recht niedrig, trotzdem werden vergleichsweise viele Frauen und Kinder von ihren Partnern / Vätern zuhause erschossen. In der Presse ist dann immer verharmlosend von Familiendrama die Rede. Nicht selten wird dazu eine Armeewaffe verwendet. Es ist aber ein Tabu, über das in der Schweiz niemand gross spricht.

    Die Schweiz weist zudem eine der weltweit höchsten Suizidraten auf. Viele Suizide bei Männern erfolgen durch Schusswaffen. Viele dürften dazu eine Armeewaffe verwenden. Eine Statistik über die Herkunft der Waffen wird – wenn überhaupt – erst seit kurzem geführt.

    Sowohl bei den „Familiendramen“ als auch bei den Suiziden spielt die unmittelbare Verfügbarkeit der Waffe eine Rolle. Ist keine Schusswaffe vorhanden, wird kaum auf eine andere Waffe ausgewichen resp. der Suizid nicht in der akuten Krisensituation vollzogen.

  6.   CopyCatCopy

    @ zeitgenössisch

    Was Sie hier so niedlich als Schweizer Waffenidyll beschreiben, entspricht nicht der Realität. Immer wieder kommt es zu Vorfällen mit Schusswaffen, davon teilweise Armeewaffen, wo Personen in der Öffentlichkeit Schüsse abgeben (glücklicherweise nicht immer mit tödlichem Ausgang) oder wo psychisch labile Personen bei ihrer Festnahme ihre Armeewaffe gegen die Polizei einsetzen.

    Diese Vorfälle werden in der Schweiz einfach nicht an die grosse Glocke gehängt, sondern als Begleiterscheinung eines sehr liberalen Waffenrechts (es gibt in der Schweiz keine Registrierungspflich für Schusswaffen und einen Waffenschein erhält man recht leicht) breitwillig hingenommen.

  7.   Peter Puter

    Wie sieht das aus, wenn „she“ eine Schusswaffe hat (Diese hier – http://www.gunsandammo.com/gun-culture/amazing-america-qa-sarah-palin/ – ist ja nur die Spitze des Eisbergs)?
    Gibt es irgendwo einen Psychotest, mit dem man das Gefahrenpotenzial eifersüchtiger Frauen bewerten kann, denen Teller oder Messer werfen nicht genug ist?
    Muss ich dafür dann extra eine „Männerzeitschrift“ kaufen?

    -> Wie viele Jahrzehnte müssen wir eigentlich noch auf geschlechterneutrale Sprache und den Blick über den Geschlechterklischee-Tellerrand warten?