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Zebra am Bahngleis

 
WO früher ein Zebra stand, führen heute Bahnschienen an Autowracks vorbei. © Nick Brandt, Roads to Factory with Zebra, 2014
Wo früher ein Zebra stand, führen heute Bahnschienen an Autowracks vorbei. © Nick Brandt, Roads to Factory with Zebra, 2014

Der britische Fotograf Nick Brandt fotografiert seit der Jahrtausendwende wilde Tiere in Ostafrika. Damals hatte er noch keine Ahnung, dass an den Orten, an denen er Elefant, Schimpanse und Zebra ablichtete, 16 Jahre später kein wildes Tier mehr leben würde. Das Wall Street Journal zeigt eine Auswahl von Brandts Bildern - horizontal aneinandergereiht.

Heute ist Savanne zum Tagebau geworden, der Dschungel zum Fabrikgelände oder zur Müllkippe. Der Kontrast hat Brandt zu seinem neuen Projekt Inherit The Dust inspiriert: Er druckte die alten Tierbilder lebensgroß aus und stellte sie dort auf, wo sie vor Jahren entstanden waren.

Das Projekt ließe sich eigentlich auch in Deutschland schön umsetzen. Wenn der Nabu hier gegen Bauprojekte klagt, weil Wildkatzen oder Fledermäuse in Gefahr sind, wird das von vielen Menschen belächelt. Das Bild einer Wildkatze am Autobahnrand könnte die Autofahrer aber daran erinnern, dass sie sich in ehemaligem Wildterritorium bewegen.

Live sind die Bilder seit dem 3. März in der Edwynn Houk Gallery in New York zu sehen, ab dem 12. Mai bei Camera Work in Berlin.

(Update: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Washington Post zeige die Bilder. Richtig ist, dass das Wall Street Journal die Fotos von Nick Brandt zeigt.)

Weitere Teilchen finden Sie hier.

6 Kommentare

  1.   Mich

    Schönes Projekt!

  2.   Juti

    Sehr, sehr traurig, die Plünderung dieses wunderschönen Kontinents so eindrücklich vor Augen geführt zu bekommen. Verlierer ist die afrikanische Tier-, Pflanzen- und Menschenwelt.

  3.   Andreas

    Die Gebäude und Stadtlandschaften auf den Bildern sind tatsächlich erst im Zeitraum vor 16 Jahren bis heute entstanden? Sieht alles mindestens 30 Jahre alt aus, den Afrikafaktor mit einbezogen.

  4.   mac1olli

    Es ist leider so, dass jeder absolut – j e d e r- ( ob er will
    oder nicht will ) im fortschrittlichen Abendland mit
    seine Konsum zu der Ausbeutung in Afrika oder anderswo beiträgt.
    Schon die unterschiedlichen Parität der Währung
    zwischen einem Industriestaat und einem Entwicklungsland
    macht das Überleben für die jeweilige Bevölkerung zu einem
    täglichen Kampf, aber für Ausländer zu einem geradezu lächerlichen
    Einsatz möglich.
    Ein richtig netter Zug vom Wall-Street-Journal uns das
    vor Augen zu führen. Wir sind ja sooo geschockt !

  5.   Marco

    @mac1olli

    Wenn ich nicht ab sofort Nackt im Wald lebe kann ich das auch nicht verhindert. Was sich ändern muss ist die Verteilung des Geldes, aber da wehren sich ja alle mit Händen und Füßen dagegen, selbst bei uns. Die 5 Leute die dann tatsächlich mehr Soziales wollen können leider nichts gegen die 8 Milliarden Irren ausrichten, die täglich daran Arbeiten den Planeten zu zerstören.