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Der Marsch der Hoffnung

 

 

Die Zustände im griechischen Flüchtlingslager Idomeni waren unmenschlich. Kinder spielten im Matsch, Frauen brachten in provisorischen Zelten Kinder zur Welt und Europa sah zu. Genau vor einem Jahr machten sich Tausende Flüchtlinge auf, das Lager zu verlassen. Der March of Hope begann. Die Filmemacher Jim Kroft und Bastian Fischer lebten mit den Flüchtlingen in Idomeni und begleiteten sie auch auf ihrem Marsch zur mazedonischen Grenze. In der Hoffnung auf Asyl über Berge, Felder und durch reißende Flüsse.

Herausgekommen ist ein bewegender Kurzfilm. In diesem kommen die Filmemacher auch selbst zu Wort, äußern sich vor allem kritisch über die Politik der EU-Staaten. Diese berieten monatelang über den Verbleib der Menschenmassen, die nach Europa flohen – für ein Leben in Frieden. Maßnahmen blieben jedoch vorerst aus.

Aber auch ihre eigenen Kollegen werden kritisiert. Diese hätten nicht ausreichend bis gar nicht über die unmenschlichen Zustände berichtet. Doch ganz schlüssig sind diese Vorwürfe nicht: Zahlreiche Medien haben aus Idomeni berichtet – auch ZEIT ONLINE.


Einige Autoren dieses Blogs

3 Kommentare

  1.   schwifty dude

    >>In diesem kommen die Filmemacher auch selbst zu Wort, äußern sich vor allem kritisch über die Politik der EU-Staaten.<<

    Ich habe den Film noch nicht gesehen und muss mich deshalb mit meiner Meinung entsprechend zurückhalten.

    Aber: Ist das nicht irgendwie tendenziös und undistanziert, wenn die Filmemacher schwarz und weiß festlegen?

  2.   krokk

    Briten, die darueber schimpfen, dass „Europa“ hier zuwenig getan habe, das hat schon ein gewisses Gschmaeckle. Ohne auch nur einen halben Satz als Appell an die eigene Regierung kommt das etwas wohlfeil daher.

  3.   CCC

    Es ist schwer zu beschreiben was ich beim lesen der beiden vorangegangenen Kommentare empfinde.
    Etwas amüsant ist die Realitätsferne und überkorrekte Kritik schon…aber auch sehr traurig.

    Das Camp von Idomeni war für mich eine Woche mein Zuhause. Wenn ich meine Augen schließe kommt mir alles vor wie gestern. Der Gewittersturm am 8. März. Dunkelheit, Schlamm, Kälte, Wasser von allen Seiten…und dazwischen Familien in Sommerzelten die Gebete und Lieder in den Sturm schreien um diesen Weltuntergang im kleinen zu Überstehen. Danach ein sternenklarer Himmel und absolute Stille…selbst die Hustensymphonie war verstummt.
    Am Morgen war das ganze Camp in Nebel gehüllt und wirkte so unendlich, die Kälte der Nacht war einer ungesunden Schwüle gewichen, das Sonnenlicht durch Rauch und Nebel gedämpft. Der Anblick war Surreal. Eine Mischung aus Festival Gelände und „Der Krieg“ von Otto Dix. Kinder die in Pfützen angeln, Familien beim Tee kochen und Sachen trocknen. Mit genug Plaste brennt auch nasses Holz…
    Ich trank meinen Morgenkaffe und kam mir sehr verloren vor.
    Ein kleines Mädchen (ca. 5 Jahre alt) setzte sich plötzlich neben mich und lächelte mich an. Wir teilten unser Frühstück und gingen zusammen zum Tee Zelt. Dannach habe ich sie nie wieder gesehen. Den Moment werde ich nie vergessen. Wie jeden Moment in Idomeni.
    Am 11. März musste ich zurück nach Deutschland und daran wäre ich beinahe zerbrochen.

    Was wir, bewusst oder unbewusst, diesen Menschen antun ist einfach erschütternd unmenschlich. Ich habe in Idomeni so viel Freundlichkeit/Menschlichkeit erfahren und gesehen wie noch nie zuvor. Die dort entstandenen Freundschaften haben mein Leben so positiv beeinflusst das ich wünschte jedem meine Erlebnisse in den Kopf senden zu können.

    Distanz führt zu Isolierung und Isolierung in den Untergang. Geschichte wiederholt sich nicht aber sie reimt sich…
    Das alles hat schon ein „gewisses Gschmaeckle“, aber noch wohnen wir ja auf der Richtigen Seite vom Zaun…

    Ich hoffe die tendenzielle Undistanziertheit ist Nachvollziehbar. Wo die Politik versagt ist der Bürger in der Pflicht.

    In diesem Sinne
    Petri/y Heil! :)