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Der Poser aus Wermelskirchen

 

Er ist jung, trägt Anzug und weiß offenbar, wie man Geschäfte macht: Ein ziemlich lässig wirkender Christian Lindner ist neuerdings in einem Video zu sehen, das bereits 20 Jahre alt ist. Die RTL-Sendung Stern TV hat das Bildmaterial im Archiv gefunden. Es zeigt den FDP-Vorsitzenden als 18-jährigen Schüler und Jungunternehmer. In dem Video verrät Lindner einige Lebenstipps und erklärt, wie man "Arbeit richtig anpackt".

Drei Minuten dauert die Reportage, die 1997 im Jugendmagazin 100 (Deutschen Welle TV) ausgestrahlt wurde. Lindner hat kurze, gegelte Haare und besucht die 13. Klasse des Städtischen Gymnasiums in Wermelskirchen (Nordrhein-Westfalen). Nur das Abitur machen – das scheint dem jungen Lindner und seinem Mitschüler "Christoph" nicht genug gewesen zu sein. Deshalb würden sie, so die Darstellung in dem Video, neben der Schule PR-Konzepte und Reden verkaufen, "an Kunden, die ihre Väter sein könnten".

An Lebensweisheiten mangelt es dem 18-jährigen Lindner nicht. Während er am Steuer einer gemieteten Mercedes-Limousine sitzt, erklärt er, wie man sich gegenüber älteren Unternehmern verhalten müsse: "Viele haben nicht das Selbstbewusstsein, einem 50-jährigen Geschäftsführer zu sagen: 'Das was Sie gemacht haben bisher, das sind überkommene Strukturen. Die haben in der Vergangenheit Erfolg gesichert, können ihn in der Zukunft aber nicht mehr garantieren. Sie müssen umdenken.'"

In einer anderen Szene erzählt Lindner, dass er die Schule für Zeitverschwendung hält: "Wenn man in der Schule seine Zeit absitzt und man weiß, dass man telefonieren, den Kunden besuchen oder Arbeit erledigen müsste, dann kommt man sich vor, als sei die Zeit durch den Schredder gelaufen."

Sein Motto: "Ran an die Arbeit. Arbeit bewältigen. Probleme sind nur dornige Chancen."

Aha!


69 Kommentare

  1.   Srinivasa Aiyangar

    Um das Video so richtig goutieren zu können, muss man dazu wissen, dass Lindner mit seiner Pleitefirma 1,4 Mio. Euro an öffentlichen Fördermitteln in den Sand gesetzt hat. Vielleicht denkt er, dass er Deutschlands „Wunderwuzzi“ (Spitzname von Sebastian Kurz) werden kann.

  2.   Fuchs

    Er hat die Welt schon mit 18 verstanden , andere Wissen heute noch nicht wo es lang geht !

  3.   USGerman

    die kleine movie sequenz ist wirklich realsatire – finde Lindner ja ganz pfiffig – aber mit etwas phantasie kann ich mir schon etwa 10 versionen von comedy auf dieses video im geiste ausmalen – die wohl bald im internet zu sehen sein werden

    das wird die FDP ein paar prozente kosten (hoffe sie schaffen es trotztdem in den Bundestag)

  4.   nebukadnezar100

    Ach, der Arme. Was hab ich eigentlich mit 18 gemacht? Ich kann mich an Alkohol, ne Menge Schnitten und uferlose Partys erinnern.

    Was der kleine Lindner da gemacht hat ist auch okay, lustig ist es in jedem Fall, ein bißchen impertinent auch, großspurig vielleicht, möglicherweise blasiert, eventuell ein wenig prahlerisch und fast gar nicht eitel. Aber er kann so gut wie niemand sonst in der Republik Niederlagen wegstecken und ein guter Redner ist er auch geworden. Das ist doch was. Ich mag ihn trotzdem.

  5.   Hägar der Dickliche

    Interessant, dass Lindner den Unternehmern 1997 das Internet „verkaufen“ wollte (s. Aussage seines damaligen Kompagnons) und sich heute, 20 Jahre später, mit der gleichen Masche an die Wähler heranwanzt.

  6.   Kunigunde53

    Und wenn die Qualitätsmedien ihm Engelshaar und Flügel andichtet, er bleibt das Mövenpick – Bürschchen.

  7.   Peter Rheinmühle

    sehr geehrter herr lindner,da sie u. ihre avatar-kumpels der KfW-Bank u. damit dem deutschen Steuerzahler noch mind.ca. 1.4Mio €uro schulden,die sie u. a. mit momax-gmbh bzw. enjoyventure für sog. Internet-Avatare aufgrund einer Insolvenz an die wand gefahren haben, nehme ich an,da sie ja vorgeben,ein ehrenmann zu sein -, dass sie diese schulden unverzüglich mit verzugszinsen (ca. 1.95 Mio € insges.)an ‚unser aller‘ KfW-Bank überweisen u. damit dem deutschen Steuerzahler zurückgeben.ein Pretender wie sie sollte sich nicht hinter einer insolvenz verstecken, sondern farbe bekennen u. anstand zeigen!
    P. S. wieso haben sie ihre Wikipedia-Seite mehr als 250-mal geschönt?!?

  8.   Garfield1

    mybad #50:
    Echt beeindruckend, wie oft dieser Mann in dieser Zeitung beworben wird. Dabei habe ich doch gar kein Hotel, wieso sehe ich dann FDP Werbung?

    Wer hat denn je behauptet, dass man mit einer Stimme für die FDP im EIGENEN Interesse wählt? Das glauben höchstens diejenigen, die ihr die Stimme geben.

  9.   galeriyou

    Leck mich fett! Gymnasiast mit Kuhfleckmusterkrawatte erklärt den „alten Säcken“, wo der Barthel die Muttermilch zapft.

    Aber nun mal im Ernst: Wann wird denn mal seriös über die Regierungspolitik jenseits der Migration oder über Visionen für die Jahre nach der Legislatur debattiert. Die Vierte Gewalt sollte doch mal ihrer Verantwortung nachkommen und hauptsächlich das Regierungshandeln in Frage stellen. Das findet höchstens auf einer sehr oberflächlichen Ebene statt, beschränkt sich oft schon darauf, wie irgendwas „ankommt“, und treibt Leute, die ihren Frust besonders schwer vernünftig kanalisieren können, in die Arme von Protestparteien.

  10.   mikemitcon

    Wie heißt es in dem Filmbeitrag so schön: „Man braucht nur eine große Klappe.“ – Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.