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Danach haben die Deutschen 2017 gegoogelt

 

WM-Auslosung, Bundestagswahl und Wahl-O-Mat: Das sind die Suchbegriffe des Jahres 2017 in Deutschland. Sie verzeichnen laut Google Trends den höchsten Anstieg an Suchinteresse im Vergleich zum Vorjahr. Das erklärt auch, warum es die WM-Auslosung, die erst am 1. Dezember stattfand, auf Platz 1 der Begriffe geschafft hat.

Die meistgesuchten Schlagzeilen sind, neben Bundestagswahl, Bitcoin, G20 und Katalonien. Unter Schlagzeilen versteht Google Nachrichtenthemen mit einem hohen Suchinteresse. Sie tauchen innerhalb einer Box in den Suchergebnissen auf, wenn mehrere Quellen gleichzeitig über das Thema berichten.

Google Suchtrends: Schlagzeilen Geminiden

Ein Nachrichtenthema hat es auch auf Platz 1 der am stärksten aufsteigenden Fragen geschafft: Was ist der G20-Gipfel? Auch Fragen zu Feiertagen finden sich unter den Top 5: Was beginnt am 1. Advent? Was ist Pfingsten?

Und wissen Sie, was ein Schuppentier ist? Vielleicht haben Sie es schon gegoogelt, denn die Frage nach dem Tier zählt ebenfalls zu den aufsteigenden Fragen in diesem Jahr. Das Pangolin, wie es auch heißt, ist seit letztem Jahr immer wieder Thema der Berichterstattung gewesen, seit festgelegt wurde, den Handel mit Schuppentieren zu verbieten. Sie zählen zu den am häufigsten illegal gejagten und geschmuggelten Säugetieren weltweit.

Ein anderer Grund für die prominente Platzierung im Google-Jahresrückblick könnte ein Doodle Game sein, ein Geschicklichkeitsspiel mit einem verliebten Schuppentier, das vor dem Valentinstag auf der Startseite der Suchmaschine gespielt werden konnte. Vermutlich hat es viele Nutzer zu der Frage verleitet, was ein Schuppentier denn überhaupt ist.

Überraschen mag auf den ersten Blick die Frage: Was besteht aus Spiegel und Fahne? An dieser Millionenfrage scheiterte Anke Engelke im Mai bei Wer wird Millionär?. Sie hat es auf Platz 2 der Was-Fragen geschafft, vermutlich, weil nur sehr wenige Menschen im Vorjahr nach dieser Frage gegoogelt haben.


Die Daten von Google Trends sind anonymisiert und aggregiert. Wie hoch die absolute Anzahl an Suchanfragen zu einem bestimmten Thema war, verrät der Google-Rückblick nicht. Wir wissen also nicht, ob nach der Millionenfrage Hunderte, Tausende oder sogar Zehntausende Male gesucht wurde.

Unterhaltsam ist der Rückblick aber allemal, zum Beispiel, wenn man wissen möchte, was ein Einhorn-Frappuccino in den Suchtrends der USA verloren hat.

 

*In einer früheren Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise behauptet, die Artenschutzkonferenz habe dieses Jahr stattgefunden, obwohl sie 2016 stattfand. Die entsprechende Stelle wurde gestrichen. (Anmerk. d. Red.)

Weitere Netzfundstücke gibt's im Teilchen-Blog.

Einige Autoren dieses Blogs

14 Kommentare

  1.   Bleiben Sie sachlich

    Und wie sieht das Ergebnis aus, wenn der Familienfilter auf „off“ gestellt wird?

  2.   blackelkfriend

    Habe ich mich auch gerade gefragt. Und vor ein paar Jahren gab es mal ein Fernseh-Ranking über die bedeutendsten Deutschen, wobei sehr großzügig Mozart (heutiges Österreich) oder auch Albert Schweitzer (Elsässer, also je nach Herrschaftsverhältnissen mal Deutscher, mal Franzose) zu solchen erklärt wurden. Nichtsympathieträger wie etwa Adolf Hitler waren jedoch wahrscheinlich von der Wahl ausgeschlossen. Was wohl gewesen wäre, wenn…die Volksseele diese Option gehabt hätte? (Sieger wurde übrigens Konrad Adenauer.)

  3.   Hanna_M

    Man sollte bedenken, dass Google manuell gewisse Begríffe von den Trends ausschließt. Darunter fallen z.B. ein Großteil aus dem Spektrum Pornographie, aber auch anderes.

  4.   Zeitleserwissenmehr

    Wie kommt es bloss, das weder Sex noch Krankheiten in der Liste auftauchen?

    Mir scheint hier wird gerade wieder eine weichgespülte PR-Kampagne von Google in der Onine-Presse virulent.

    Erinnert sich hier noch jemand an die Hitlisten von Amazon Ende der 1990er? Die hatten damals die Buchbestellungen nach Internetdomänen in Hitiisten geschrieben. Auf IBM.com, Apple.com, Microsoft.com und Sun.com war jeweils „The Joy of Sex“ die Nummer eins.

  5.   Bela devojka

    @#2 Ach, das zählt doch nicht. Die Leute, die bei so etwas abstimmen, sind nicht repräsentativ, und ausserdem gibt es eine Vorauswahl. Ich könnte mir vorstellen, dass einige für Hitler stimmen würden, wenn man sie ließe – je nachdem ob in positiver oder negativer Hinsicht war er sicher einer der bedeutendsten Deutschen.

  6.   blackelkfriend

    @4 Meiner Meinung nach völlig zu recht. Ich halte das Werk von Alex Comfort nach wie vor für einen der besten bislang veröffentlichten Sexratgeber.

  7.   Blin3

    Was für ein Unsinn.

  8.   themrock

    Gut, und was hat jetzt Spiegel und Fahne? Ich wollte das nicht googeln. Ein Edelstein?

  9.   ZONi

    Ein Hammer.

  10. Jana Lavrov  Jana Lavrov

    @#1 Ich verstehe die Frage nicht. Das sind nicht meine auf personalisierten Suchen beruhenden Ergebnisse. Google ermittelt sie nach eigenen Angaben „durch die Auswertung von Billionen Suchanfragen“.

    @#8 Ich habe für Sie gegoogelt: Ein Teller.