Carolin Ströbele

Dinner for Serienjunkies

Es ist ja nicht so, als sei noch niemand auf die Idee gekommen, eine Neuauflage von Dinner for one zu drehen. Otto hat es gemacht, Erkan und Stefan (Döner for one), Stefan Raab (mit Elton als Tigerfell!) und sogar Bernd das Brot. Nun hat auch der Streaming-Dienst Netflix den Lieblings-Sketch der Deutschen für seine Geschäftszwecke entdeckt und an sein Programm adaptiert. Und so "sitzen" an der festlichen Tafel in Miss Sophies Salon nicht Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom, sondern die Serien-Protagonisten Saul Goodman (Better Call Saul), Präsident Frank Underwood (House of Cards), Pablo Escobar (Narcos) und "Crazy Eyes" aus der Gefängnisserie Orange Is The New Black.

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Carolin Ströbele

Die guten Deutschen

 

"Wake up, Deutschland, Sleeping Beauty, can you hear your call of duty?" Im vergangenen Jahr hat Jan Böhmermann den Ruf der deutschen Polizei gerettet, nun den des gesamten Landes: Be deutsch [Achtung! Germans on the rise] ist der böhmermannsche Werbefilm für ein nettes, besseres Deutschland. Rollstuhlfahrer, Fußballspieler, Priester, Niqab-Trägerinnen stellen sich zu Rammstein-Sound einer beigegrauen Geisterarmee von Pegidisten und AfDlern entgegen. Das ist alles ganz putzig anzuschauen, auch wenn man sich fragt, ob man hier vor einem Böhmermann-Video sitzt oder vor dem neuen Uefa-Spot gegen Rassismus.

"Guten Tag, die wahren Deutschen sind da", singt Böhmermann. "Freundlich – liberal – mitfühlend – fürsorglich". Natürlich kann man solche Sätze auch durch die Ironiebrille lesen. Aber insgesamt weht durch dieses viereinhalbminütige Video ein seltsamer Ernst.

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