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Proust für Blogger

Proust-Fragebogen für Blogger (113)

Von 31. Mai 2014 um 08:00 Uhr

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Marie Lilly Wolf (22) war schon immer eine rege Blog-Leserin. Lage wartete sie auf den richtigen Moment. Anfang dieses Jahres dann startete die Wahl-Berlinerin ihr Blog In a Pavilion. In eine Kategorie will sich Lilly, die die letzten sechs Jahre in England lebte, nicht einordnen lassen. So ist auch ihr Blog frei von sämtlichen Fesseln – dreht sich aber hauptsächlich um Mode, Lifestyle, Design und Fotografie. Das Bloggen begreift sie als einen „super Ausgleich“, bei dem sie sich kreativ ausleben kann. Wer Lilly im wahren Leben begegnen möchte, hat am Wochenende auf den diversen Berliner Flohmärkten große Chancen.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?
Eine Mischung aus Authentizität, Kreativität und Persönlichkeit.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?
Mit einem Blogger, der persönlich ist, aber nicht zu viel preisgibt. Der sein Wissen weitergibt, ohne anzugeben und der schreibt, um sich selbst zu erfüllen, nicht, um Geld zu verdienen.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Mich von den Arbeiten und Gedanken anderer inspirieren zu lassen.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Mit Freunden zu diskutieren und zusammen zu kochen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?
Eigentlich nie – lieber schreibe ich gar nichts.

Ihr Lieblingsheld im Netz?
Helden sind für mich meist Menschen, die ich persönlich, und nicht im Netz, kenne!

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Meine Eltern – sie haben mir meine Zukunft ermöglicht. Das möchte ich einmal genauso auch für meine Kinder tun.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Ehrlichkeit, Authentizität und Humor – Leute die auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
Eigentlich genau das selbe wie im Netz.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?
Dass Menschen ihre bösen Kommentare vorschnell veröffentlichen und sich keine Gedanken um mögliche Auswirkungen machen.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?
Wenn Klickzahlen wichtiger als der Inhalt werden.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?
Dass ich so tollpatschig bin.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?
Jedes Mal, wenn ich einen netten Kommentar bekomme.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?
Dass ich endlich den Mut gehabt habe, mit dem Bloggen anzufangen.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?
Handwerklich begabt sein und meine eigenen Möbel zu bauen.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?
Ich bin mit meinem eigenen Blog vollkommen zufrieden!

Ihre größte Extravaganz?
Mir ab und zu teure Klamotten und Bildbände über Kunst zu kaufen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Voller Tatendrang!

Ihr Motto?
Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. – Samuel Beckett

 © Robert Prideaux

Proust-Fragebogen für Blogger (112)

Von 24. Mai 2014 um 08:00 Uhr

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Man kann André Krüger (37) schon als alten Hasen unter den Bloggern bezeichnen. Seit 2001 lässt er Leser im Internet an seinen literarischen Alltagsbetrachtungen teilhaben. Sein boschblog bezeichnet er selbst als „Weblog für nutzlose Schönschreibübungen jenseits von Relevanz und Reichweite.“ Er schreibt nicht etwa über Akkubohrer und Stichsägen, wie es der Name des gleichnamigen Elektroimperiums nahelegen könnte, seine Texte sind vielmehr Beobachtungen aus Kultur, Medien, Internet und von Dingen, die unsere Welt umtreiben. In Zeiten von opulent bestückten Design- und Fashionblogs, kommt boschblog angenehm unaufgeregt daher. André ist außerdem Mitbegründer von twitkrit, einem Fachblog für Twitteraturkritik, und Veranstalter der Twitterlesung. Er mag Instagram und Kaffee. Im richtigen Leben verdingt er sich als freier Berater für digitale Kommunikation und lebt in Hamburg oder Berlin.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?
Ein Blog, das Geschichten erzählt. Ein Blog, das die Sprache beherrscht. Ein Blog, das nicht gekauft ist.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?
Mit Rolf Dieter Brinkmann. Okay, er hat jetzt nicht direkt ein Blog geschrieben, sondern konkrete Poesie. Manchmal hat er auch Tonbänder mit Alltagsbeobachtungen vollgequatscht. Wenn es Blogs zu seiner Zeit auch gegeben hätte, wäre er möglicherweise ein von mir gern gelesener Blogger geworden. (Außerdem ist er beim Überqueren einer Straße in England gestorben, weil er den Linksverkehr nicht beachtet hat. Das wäre mir auch einmal fast passiert.)

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Ich verweile gern auf Instagram. Dort sehe ich mir Fotos an, manchmal veröffentliche ich Bilder. Instagram ist eine freundliche Oase in einem Internet voller Hater.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Ich trinke gern guten Filterkaffee mit Menschen, die gern guten Filterkaffee trinken.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?
Wenn Spannungsbögen angebracht sind, wenn es besser klingt, wenn Fragebogen ausgefüllt werden müssen.

Ihr Lieblingsheld im Netz?
Vieltwitterer @nouveaubeton. Manchmal nervt er zwar komplett, aber er ist auch megaunterhaltsam und von allen auf Twitter der urbanste. Wenn ich einmal traurig bin, trink’ ich keinen Korn, sondern lese seine Tweets. Und wenn ich dann noch traurig bin, dann fang ich an von vorn.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Johann Sebastian Bach. Er hat uns die Goldberg-Variationen geschenkt. Ich habe fünf verschiedene Einspielungen auf meinem Mobiltelefon. Für jeden Gemütszustand eine.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Dass sie sind wie in der Wirklichkeit und die Grundzüge der Interpunktion beherrschen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
Dass sie sind wie im Netz und von unangemessenen Umarmungen Abstand nehmen.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?
Dass ich es nicht abschalten kann, nicht einmal vorübergehend: Das Netz macht immer weiter.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?
Egozentrik, Kleingeistigkeit und Monetarisierungszwänge in Kombination mit Weihrauch.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?
Meine Augen jucken gerade fürchterlich. Ich glaube, ich habe Heuschnupfen. Darüber hinaus betrübt mich mein unvollkommenes Aussehen, mein bescheidener Intellekt und meine unzulängliche Ausstattung mit finanziellen Mitteln.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?
Ich schreibe seit 2001 Geschichten in das Internet. Endlich darf ich den Proust-Fragebogen beantworten. (Außerdem hat mich vor langer Zeit einmal eine Dame, die meine Texte mochte, zu einem Eis eingeladen.)

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?
Wenn ich nichts zu erzählen habe, schreibe ich nichts. Manchmal über Monate hinweg.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?
Gedankenschreiben.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?
„Wenn ich tot bin, soll mir mal einer mit Auferstehung oder so kommen: ich hau ihm eine rein“, schrieb Arno Schmidt. Wenn mir einer mit Wiedergeburt als Blogger kommt, hau ich ihm zwei rein.

Ihre größte Extravaganz?
Zwanzig gleichzeitig geöffnete Tüten Spezialitätenkaffee verbinden sich in meiner Speisekammer mit Sauerstoff.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Stabil, auf niedrigem Niveau.

Ihr Motto?
Das Leben ist hart. Aber zum Glück nicht von Dauer. (Und Mottos braucht sowieso keiner.)

(c) @gert_pauly

Proust-Fragebogen für Blogger (111)

Von 17. Mai 2014 um 08:00 Uhr

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Wer schaut nicht gern in fremde Wohnungen? Constance Gennari tut es. Seit 2012 besucht sie für ihren Blog The Socialite Family – a sample of smart and cool familys junge Familien in ihren eigenen vier Wänden. Das französische „Freunde von Freunden“ also, nur mit Familien. In den wöchentlich erscheinenden Portraits zeigt sie, wie stilvoll und kreativ man auch mit kleinen Kindern in Paris oder New York leben kann. Das Konzept der ehemaligen Kindermode-Journalistin und Mutter zweier Kinder ist so erfolgreich, dass sie sich nicht nur in kürzester Zeit einen Namen als Bloggerin machte, sondern auch der französische Fernsehsender Maison+ auf sie aufmerksam wurde. Er gab ihr mit Les Tribus de Constance eine eigene Sendung rund ums Wohnen und Einrichten.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?
Das perfekte Blog sorgt für Gefühle und gibt dir Inspiration. Es verführt und lädt zum Träumen ein. Im besten Fall nicht nur mit Worten, sondern auch mit besonderen Ansichten.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?
Als erstes natürlich The Selby. Mit The Sartorialist identifiziere ich mich auch sehr – ich mag, wie Scott Schuman die Persönlichkeit der Menschen erfasst – und natürlich Freunde von Freunden.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Jede Woche einen schönen Beitrag über eine Familie zu veröffentlichen.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Menschen in ihren Wohnungen oder Häusern treffen und natürlich Zeit mit meinen Kindern verbringen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?
Ich weiß gar nicht, wie man die Unwahrheit schreibt!

Ihr Lieblingsheld im Netz?
Menschen, die soziale Netzwerke schaffen. Diese Menschen verstehen, was wir für unser tägliches Leben als Blogger brauchen, nämlich Netzwerke wie Facebook, Instagram, Twitter und die vielen kleinen Newcomer.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Mein Vater. Und natürlich mein Mann!

 Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Neugierde

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
Ich freue mich über die Begeisterung der Menschen, die sich die Zeit nehmen, um an meinem Blog-Projekt teilzunehmen. Sie öffnen für mich ihre Wohnungen, ein Ort mit vielen intimen Geheimnissen.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?
Dass man so schnell wieder aus der Mode sein kann.

 Was stört Sie an Bloggern am meisten?
Die Trendsetter

Was stört Sie an sich selbst am meisten?
Dass ich so zappelig bin.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?
Wenn meine Blogbeiträge positiv aufgenommen werden und meine französische Sicht auf Wohnraum und Menschen gewürdigt wird.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?
Meine Leserschaft.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?
Da gibt es so viele … ich weiß gar nicht, welches ich zuerst nennen sollte.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?
Ich würde gern wieder ich sein.

Ihre größte Extravaganz?
Mit 14 habe ich mir die Haare wie ein Mann schneiden lassen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Fröhlich!

Ihr Motto?
Ich habe italienische und französische Wurzeln, deshalb würde ich sagen: “Qui va piano va sano e lontano”

(c) Guillaume Belvèze

Proust-Fragebogen für Blogger (110)

Von 10. Mai 2014 um 08:00 Uhr

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Desiree Groenendal kann sich ein Leben ohne tägliches Bloggen nur noch schwer vorstellen. Die Amsterdamerin betreibt seit 2008 das Interior Design-Blog Vosgesparis. Im cleanen Design zeigt sie auf inspirierende Fotos die neuesten Trends zum Einrichten und Wohnen. Denkanstöße möchte sie geben – einen passenden Stil sollten ihre Leser dann möglichst selbst finden. Vosgesparis ist nicht ihr einziges Projekt. Auf AmsterdamNext informiert sie über die angesagtesten Mode- und Kaffee-Hotspots, ausgefallene Concept Stores und natürlich über Interior Design in ihrer Heimatstadt. „Ich bin froh, dass ich die Chance habe, jeden Tag neue Dinge zu erkunden. Durch meine Blogs habe ich in den letzten sechs Jahren so viele spannende Einblicke sammeln können. Ich liebe es, an jedem Tag, auch wenn es manchmal schon ein bisschen stressig sein kann“, sagt die Anfang 40-Jährige . Ihr Stress wird verständlich, wenn man weiß, dass Desiree neben dem Bloggen noch 30 Stunden die Woche als Sozialarbeiterin arbeitet.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?
Ein Blog, das mich immer wieder mit tollen Fotos überrascht. Wenn man die Inhalte für sein Blog nicht selber produziert und keine eigenen Fotos schießt, ist es schwer, originelle Inhalte zu finden. Viele Blogger in meiner Nische veröffentlichen zu oft die gleichen Inhalte.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?
Ich favorisiere skandinavische Blogger. Der einfache und cleane Stil gefällt mir. Ich mag aber auch das Blog von Hannah Iemholt – nicht im minimalistischen skandinavischen Designstil – aber sehr verträumt, mit schönen Fotos. In der hektischen Online-Welt, mit all den vielen Eindrücken, lässt mich das Blog zur Ruhe kommen.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Wunderschöne Inhalte für mein Blog zu produzieren und hoffentlich Menschen damit inspirieren.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Meine größte Leidenschaft gilt dem Reisen. Ich bin Teil eines europäischen Blogger-Teams, mit dem wir verschiedene Städte besuchen und zusammen bloggen. Außerdem erkunde ich gern neue Orte in meiner Heimatstadt Amsterdam oder treffe Freunde auf einen Kaffee.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?
Niemals!

Ihr Lieblingsheld im Netz?
Ich habe keinen wirklichen Online-Helden. Ich bewundere aber all die, die nicht Englisch als Muttersprache sprechen und trotzdem in perfektem Englisch bloggen können. In einer anderen Sprache die richtigen Worte zu finden, ist oft sehr schwer.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Paola Navone – Ich bewundere jedes einzelne Objekt, dass sie entworfen hat. Sie findet immer die perfekte Harmonie zwischen groben und feinen Materialien. Ihr „Ghost Sofa“ ist ganz oben auf meinen Wunschzettel.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Die Authentizität und Bodenständigkeit der Menschen. Durch meinen Blog habe ich auch offline Freunde in ganz Europa gefunden.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
Ich mag entspannte Menschen, die mich zum Lachen bringen.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?
Wenn sich mein Postfach mit Mails von Menschen füllt, die unschöne Kommentare in mein Blog schreiben. Diese Menschen geben vor, meine Inhalte zu mögen, dabei wollen sie nur ihre Werbelinks loswerden.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?
Blogger, die deine Bilder verwenden, ohne sie zu verlinken oder als Quelle „Pinterest“ angeben.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?
Ich lasse mich während der Arbeit oft zu schnell ablenken.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?
Die Einlandung zu einer Blogtour nach New York City. Ich stand am Times Square, als mein Blog, auf den Tag genau, fünf Jahre alt wurde. Nach fünf Jahren harter Arbeit, fühlte es sich wie eine große Belohnung an.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?
Ich bin stolz auf meine gewachsene Leserschaft und darauf, dass ich Menschen Inspirationen bieten kann.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?
Ich würde meine Kamera gern besser verstehen. Grafisch begabter zu sein wäre auch nicht schlecht.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?
Ich würde wieder ein Interior Design-Blogger werden.

Ihre größte Extravaganz?
Ein genüssliches Essen oder ein leckerer Drink an unerwarteten Orten, während unserer Blog-Tour.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Fröhlich, aber ein bisschen müde, nach einer Woche „Salone del Mobile“ in Mailand.

Ihr Motto?
Arbeite hart und sei freundlich.

(c) Desiree Groenendal

Proust-Fragebogen für Blogger (109)

Von 3. Mai 2014 um 08:00 Uhr

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Ihr Blog 23qm Stil ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Seit 2010 sammelt Ricarda Nieswandt dort Ideen rund ums Einrichten, berichtet über besondere Läden und Orte oder einfach über schöne Dinge, die sie auf Reisen und unterwegs entdeckt hat. Die Kölnerin ist immer auf der Suche nach neuer Inspiration für ihre Leser. Was aus einer Leidenschaft heraus begann, entwickelte sich schnell zu ihrem Job. Mit BLOGST rief sie 2012 eine Workshop-Plattform für deutsche Lifestyleblogger ins Leben. Der Name ihres Blogs ist übrigens an die durchschnittliche Größe eines deutschen Wohnzimmers angelehnt – exakte 22 Quadratmeter. „Da mir die Zahl „23“ aber besser gefiel, ich hab an einem 23. Geburtstag , entschied ich mich für den Blognamen 23qm Stil“, sagt die Bloggerin. Wenn die 42-Jährige nicht im World Wide Web unterwegs ist, kümmert sie sich um ihre drei Kinder und die Renovierung ihres fast 100 Jahre alten Hauses am Kölner Stadtrand.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?
Ich glaube das gibt es nicht. Jedes Blog ist mal gut, mal schlecht, mal interessant, mal langweilig. Das finde ich auch gut so, denn wenn etwas vollkommen ist, kann man nicht mehr daran arbeiten. Und ich finde ein Blog ist ein Prozess, der sich mit dem Blogger weiter entwickelt.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?
Blogger, die aus einer Leidenschaft heraus angefangen haben zu bloggen.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Twittern, Instagram, Pinterest.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Reisen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?
Eigentlich nie.

Ihr Lieblingsheld im Netz?
Heiko Hebig.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Mütter.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Leidenschaft und Stil.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
Authentizität, Ehrlichkeit, Humor und Fleiß.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?
Selbstdarsteller und Nörgler.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?
Verbissenheit.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?
Dass ich morgens nicht zwei Stunden früher aus dem Bett komme. Leider brauche ich morgens jede Minute Schlaf. Wirklich jede.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?
Die Einladung zu einer Blogtour nach New York mit Bloggern aus den USA und Europa.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? 
BLOGST ins Leben gerufen zu haben.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?
Ich habe zwei absolut linke Hände. Handwerklich tätig zu sein und mehr Dinge selber zu schaffen, das wäre ein Talent, das ich gerne hätte.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?
Als Victoria Smith.

Ihre größte Extravaganz?
Im Flieger einen Sitzplatz dazu zu buchen – ich muss vorne sitzen, mit Blick auf die Stewardess.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Dankbar und zufrieden.

Ihr Motto?
Gäbe es die letzte Minute nicht, wäre niemals etwas fertig (Mark Twain).

(c) DealHunter

Proust-Fragebogen für Blogger (108)

Von 26. April 2014 um 08:00 Uhr

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„In meinem Blog steckt viel Herzblut und viel von mir“, sagt Susanne Firmenich. Auf hamburgerliebe versorgt sie ihre Leser seit 2008 regelmäßig mit Nähideen, Tutorials und den neuesten Trends im Textildesign. „Auch wenn ich weiß, dass meine Leser am liebsten laufend neue Stoffe, Nähideen und Anleitungen sehen würden, blogge ich trotzdem gern auch mal über Hamburg, über unsere Reiseziele als Familie und über Dinge, die meine Kinder spannend finden“, schreibt sie uns. Die gelernte Grafik-Designerin lebt mit ihrem Mann, den zwei Kindern und Hund Polly am Stadtrand von Hamburg.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?
Ein vollkommenes Blog gibt es nicht für mich. Aber ziemlich perfekt fände ich es schon, wenn sich der Autor treu bleibt, authentisch schreibt und seine eigene Persönlichkeit das Blog formt und bestimmt.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?
Ich habe viele sehr nette BloggerkollegInnen, die ganz auf meiner Wellenlänge bloggen. Aber am meisten identifiziere ich mich mit mir selbst.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Aktuell die Seite unserer Hundezüchterin checken, wo bald unser neues Baby herkommt.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Kekse essen und mit unserem Hund durch den Wald ziehen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?
Ich setze mich in dem Fall lieber auf meine Finger und schreibe nichts.

Ihr Lieblingsheld im Netz?
Dropbox. So schön praktisch.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Meine Waschmaschine. Unermüdlich, nie schlecht gelaunt.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Die Bereitschaft zu teilen. Auch wenn das Teilen manchmal falsch verstanden wird.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
Ehrlichkeit und Toleranz

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?
Dass viele sofort in die Tasten greifen, wenn ihnen etwas missfällt und sich verbal dabei oft vergreifen.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?
Wenn sie sich selbst für zu wichtig und zu einflussreich halten.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?
Mein grenzenloser Perfektionismus und mein Hang zur Prokrastination (eigentlich sollte ich viel dringendere Dinge erledigen als Fragebögen ausfüllen…).

Ihr glücklichster Moment als Blogger?
Wenn ich ein Lob bekomme. Das geht aber nicht nur Bloggern so, oder?

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?
Dass ich den HTML-Code gefunden habe, mit dem man Kommentare nummerieren kann.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?
Ich würde gern genauso toll Trampolin hüpfen können wie meine Kinder. Mit Salto und allem Pipapo.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?
Oh nein, bloß nicht noch mal Blogger werden ;)!

Ihre größte Extravaganz?
Besondere Kekse kaufen, im Schrank verstecken und heimlich, langsam und genüsslich verspeisen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Mein Kopf braucht dringend eine Pause!

Ihr Motto?
„We prefer to stand with our feet firmly on the ground, but with our head among the stars.” Gesagt hat das Mies van der Rohe und dieser Satz begleitet mich schon sehr lange.

(c) Susanne Firmenich

Proust-Fragebogen für Blogger (106)

Von 12. April 2014 um 17:00 Uhr

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Klaas Twietmeyer (33) hat einen Traum. Der Hamburger träumt von einer eigenen Brauerei. 2012 probiert er sein erstes Craft Beer. Überwältigt vom Geschmack, beschließt er, sich intensiver mit Herstellung von Bieren und den chemischen Prozessen dahinter auseinanderzusetzen. In seiner Küche in Eimsbüttel experimentiert er seitdem mit Zutaten und testet Rezepturen für das einzigartige Geschmackserlebnis. Seit Januar 2013 schreibt er im Netz über seine Brauerfahrungen und die noch junge Craft Beer-Szene in Deutschland. Anfangs noch über Tumblr, dann bald auf einem eigenen Blog hopshysteria. Für den Kommunikationsdesigner ist Bier das „vielfältigste und interessantesten Getränk der Welt“. Abseits von Pils, Weizen und Helles geht er auf Entdeckungstour. Immer auf der Suche nach dem Besonderen.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?

Der Spaß am Thema sollte deutlich spürbar sein. Spannende, gut lesbare Texte sind natürlich das A und O. Wenn diese mit tollen Fotos kombiniert werden, bleibe ich auf der Seite hängen.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?

Es gibt natürlich sehr gute fachbezogene Blogs, die ich regelmäßig lese – ob zu Design, zu Kunst oder eben zum Thema Bier. Eine Identifikationsfigur habe ich da allerdings nicht. Ich versuche meine eigene Sicht der Dinge in Wort zu fassen.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Wissensdurst löschen und Inspirationen suchen. Der typische digitale Zeitvertreib.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Neben der praktischen Beschäftigung mit dem Thema Bier (das Brauen und Verkosten), befasse ich mich auch im weitesten Sinne mit Genuss. Ob es nun andere, feine Lebensmittel sind, oder Genuss für die Ohren (Musik) und Augen (Design und Kunst).

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?

Ich lüge nicht, ich weiß es einfach nicht besser. Da mein Blog vollkommen unabhängig ist, muss ich nicht die Unwahrheit schreiben, sondern kann mich auf das Schöne und auf meine Wahrheit konzentrieren

Ihr Lieblingsheld im Netz?

Ich finde Menschen, die Vorbilder sind, eher außerhalb des Netzes. Den Begriff «Held» würde ich hier nicht zu wörtlich nehmen.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?

Es gibt viele Designer und Künstler, deren Arbeit ich bewundere. Aber auch alle kleinen Brauer, die großartiges und kreatives Bier brauen sind Vorbilder. Außerdem bewundere ich einige Freunde für deren Persönlichkeit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?

Wahrscheinlich sind es die Eigenschaften, die ich sonst auch schätze.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?

Ich schätze Aufmerksamkeit, Ehrlichkeit, Zurückhaltung und einen Sinn für Ästhetik.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?

Unhöfliches Verhalten bei Diskussionen. Oder wenn bei Youtube mal wieder ein Video nicht funktioniert. Fehlende Plugins. Und ich mag es nicht, dass Sarkasmus und Ironie im Netz nicht so direkt funktionieren.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?

Mich stört der Drang, ständig online und präsent sein zu müssen (ich schließe mich dabei nicht aus). Smartphone zücken, Instagram, Twitter, Facebook. Das kann nerven.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?

Manchmal wäre ich gerne etwas risikofreudiger. Das kann in gewissen Situationen auch nerven.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?

Jedes mal, wenn ich positives Feedback bekomme, freue ich mich. Natürlich besonders dann, wenn ich jemandem helfen oder ihn inspirieren konnte. Sobald ich jemanden neugierig auf mehr machen kann, ist das ein toller Moment.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?

Das aufgebaute Netzwerk. Es ist großartig, immer wieder neue Menschen kennen zu lernen, die sich ebenfalls mit den gleichen Themen beschäftigen und sich davon begeistern lassen.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?

Ich hätte gerne das Aus-dem-Kopf-1:1-aufs-Blatt-bring-Talent. Alternativ wäre luzides Träumen auch ganz nett.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?

Im nächsten Level wird es keine Blogs mehr geben.

Ihre größte Extravaganz?

Ab und zu gönne ich mir hochwertige aber einfache Kleidung und Möbel-Klassiker. Und natürlich supergutes Bier, was sehr schnell, sehr viel kosten kann. Außerdem lege ich mir immer noch – total old-school – Musik-CDs zu.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Da ich gerade von einem wahnsinnig tollen Konzert komme: euphorisiert und leicht alkoholisiert.

Ihr Motto?

Ich halte es da wie Ludwig Mies van der Rohe und «Weniger ist mehr» oder wie Dieter Rams «Weniger, aber besser». Das erkenne ich in vielen Lebenssituationen immer wieder und es trifft auch für mich persönlich am besten zu.

(c) Bastian Görgens

Proust-Fragebogen für Blogger (105)

Von 5. April 2014 um 07:00 Uhr
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Alexa Heyden

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Jessica Weiß

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Julia Heifer

Jessica Weiß war die erste, die unseren Proust-Fragebogen beantwortete, damals noch als Betreiberin des bekannten Modeblogs Les Mads. Nun, 104 Folgen später, bloggt sie zusammen mit Alexa von Heyden und Julia Heifer auf der Fashion-Seite Journelles, die sich den schönen Dingen des Lebens widmet. “Journelles ist die logische Konsequenz gewesen, endlich mein eigener Herr in altbekanntem Metier zu sein”, sagt Jessica, die Chefin von Journelles. Ein ganzes Netzwerk von Autorinnen, unter ihnen Hanna Schumi, Tine Fleischer und Kerstin Göring, macht den Blog zu einer professionellen und sehenswerten Anlaufstelle für Modeliebhaber- und liebhaberinnen. Jede einzelne der Frauen ist ihre eigene Unternehmerin: Jessica hat die Online-Präsenz für das INTERVIEW Magazin Deutschland gestaltet, Kerstin ist die Besitzerin des Frankfurter Modeladens Hayashi, Julia ist Modedesignerin, Alexa arbeitet als Journalistin, Hanna als Art Direktorin, und Tine betreibt außerdem ihren eigenen Blog Inattendu. Wenn so viele sachkundige junge Frauen auf einer Seite vereint arbeiten, wird aus einem Modeblog ein ganz großartiges Format.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?

Julia: Eine übersichtliche Seite, die gleichermaßen durch Infos und neue Inspirationen überzeugt.
Alexa: Ein Online-Magazin mit Autoren-Netzwerk, das mehr als nur Outfit-Posts und tolle Fotos bieten kann, sondern Branchen-News, Reise- und Lifestyle-Themen bearbeitet.
Jessie: Persönlichkeit, News und schöne Bilder. Daran arbeiten wir jeden Tag!

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?

Julia: Identifizieren wäre hier zu viel, aber Leandra Medine finde ich super. Ich mag ihren Stil und dass sie Mode(blogs) mit Humor nimmt.
Alexa: Camille Charrière von Camille over the Rainbow finde ich cool. Ich habe sie dieses Jahr bei der Kopenhagen Fashion Week gesehen. Erst habe ich über sie gelästert (sie trägt die Chanel Boy Bag für mehrere tausend Euro, pffffff!) – jetzt bin ich verliebt.
Jessie: Meine ganze Sympathie bekommt auch Leandra Mediene von The Man Repeller. Identifikation empfinde ich eher in der Einstellung von ganz unterschiedlichen Bloggern.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Julia: Inspirierende Editorials entdecken und mich durch Onlineshops klicken – digitales Window Shopping sozusagen.
Alexa: Zwischen Mytheresa und Spiegelonline hin und her switchen.
Jessie: Momentan Pinterest, dort stöbere ich stundenlang für meine Hochzeit. So habe ich schon viele Ideen und Inspirationen gefunden!

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Julia: Zeit mit meinen Freunden verbringen. Die genaue Art der Beschäftigung ist dabei egal.
Alexa: Auch surfen, allerdings im Meer. Am liebsten an der North Shore von Fuerteventura, weil da das Wasser so klar ist und das Handy keinen Empfang hat.
Jessie: Reisen, Fahrrad fahren, essen!

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?

Julia: Selten, wenn ich eine Verabredung absagen muss.
Alexa: Nie, denn ich habe Journalismus studiert und halte mich an die Regeln. Lieber schreibe ich gar nix.
Jessie: Nie, das lässt sich immer höflich umgehen.

Ihr Lieblingsheld im Netz?

Julia: -
Alexa: -
Jessie: Beim letzten Fragebogen antwortete ich: Natalie Massenet, die Gründerin von net-a-porter. Ihren Antrieb und ihre Vision bewundere ich noch immer!

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?

Julia: Meine Eltern.
Alexa: Altenpfleger, Polizisten, die beim LKA gegen Kinderpornographie ermitteln und meine Kollegin, die Journalistin und Autorin Julia Stelzner, die sich in ihrer Freizeit bei der Berliner Stadtmission um Obdachlose kümmert.
Jessie: Mein Freund, denn der wagt es echt, mich zu heiraten.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?

Julia: Wenn sie trotz Anonymität respektvoll und authentisch sind.
Alexa: Solche, denen Inhalte wichtiger als Likes für ihre Selfies sind.
Jessie: Solche, die mit viel Leidenschaft und eigenen Ideen an ihrem Produkt arbeiten.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?

Julia: Humor, Ehrlichkeit und dass sie teilen können.
Alexa: Authentizität, Bescheidenheit und gute Manieren. Merke: Menschen zeigen ihren Charakter bei der Arbeit, nicht auf Partys.
Jessie: Aufrichtigkeit und Humor!

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?

Julia: Übertriebene und realitätsferne Selbstdarstellung.
Alexa: Böse Kommentare, vor allem Frauen gegen Frauen sind oft sehr gehässig. Wenn offensichtlich nur Neid dahinter steckt, schäme ich mich für meine Geschlechtsgenossinnen. Ich denke immer: Ladies, es ist nur Mode!
Jessie: Geschwafel.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?

Julia: Käuflichkeit.
Alexa: Der Impetus „Ich werde Blogger , weil ich eine Chanel-Tasche haben will.“
Jessie: Die Copy Cats. Da werden Konzepte, Artikel und sogar Überschriften kopiert.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?

Julia: Meine Ungeduld.
Alexa: Dass ich auch eine Chanel-Tasche haben will.
Jessie: Ich nehme vieles zu persönlich.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?

Julia: Jedes Mal, wenn man mir sagt, dass ein Artikel interessant und lesenswert war.
Alexa: Der, den ich auch bei der Redaktionsarbeit liebe: Wenn man rausgehen darf, neue Erfahrungen macht, interessante Menschen trifft und den Horizont erweitert. Das werden die besten Geschichten.
Jessie: Ich zwicke mich eigentlich tagtäglich, dass wirklich so viele Leser Journelles besuchen. Das macht dauerglücklich.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?

Julia: Dass meine Arbeit für die Leser kostenlos verfügbar ist. Das ist aber gleichzeitig auch ein Fluch.
Alexa: Zu zeigen, dass jeder, der kreativ und hart arbeitet eine Chance hat, Anerkennung zu bekommen und seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen.
Jessie: Ein gut laufendes kleines Unternehmen mit dem Blogazine auf die Beine gestellt zu haben.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?

Julia: Ich könnte gerne sehr gut tanzen.
Alexa: Och, ich bin zufrieden, mit dem was ich vom lieben Gott bekommen habe und freue mich über die Talente meiner Mitmenschen.
Jessie: Ich will nur einmal gerade singen können! Nur einmal!

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?

Julia: -
Alexa: Vielleicht als Scott Schuman (The Sartorialist)? Einfach um zu sehen, wie die Mode so ist, wenn man ein kleiner Mann ist und keine Chanel-Tasche braucht.
Jessie: Für’s Bloggen wäre es nach der Wiedergeburt viel zu spät. Dann wäre ich doch lieber Ärztin.

Ihre größte Extravaganz?

Julia: Meine wunderschöne, große und eigentlich zu teure Wohnung.
Alexa: Champagner trinken, auch wenn es nichts zu feiern gibt
Jessie: Sehr wenig kochen, sehr viel ausser Haus essen. Und trinken.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Julia: Zuversichtlich.
Alexa: Fernweh.
Jessie: Schlimme Frühjahrsmüdigkeit.

Ihr Motto?

Julia: Et hätt noch emmer joot jejange.
Alexa: Nur Mut, mein Herz.
Jessie: Augen zu und durch!

(c) Sandra Semburg

Proust-Fragebogen für Blogger (104)

Von 29. März 2014 um 07:00 Uhr

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Dieser Tage scheint mal die Sonne und mal regnet es. Aber der Frühling kann machen, was er will, solange wir uns auf unseren Jahresurlaub freuen können. Und wer diesen noch planen muss, findet sich womöglich auf dem Reiseblog Nomad Earth ganz gut zurecht: “Nicht die konkrete Reise, sondern das Erleben des Reisens an sich” wird hier “in verschiedenen Einzelgeschichten nachlesbar” gemacht, sagt Mario Hainzl, 30, der den Blog zusammen mit Andreas Jaritz, 32, geschaffen hat. Die beiden Österreicher aus der Südsteiermark haben sich während des Wehrdienstes kennen gelernt, zusammen studiert und später viele gemeinsame Reisen unternommen – unter anderem nach Chile, Spanien und in den Senegal. Für Nomad Earth schreiben nicht nur sie, sondern inzwischen auch viele Gastautoren, so dass der Blog zu einer seriösen Anlaufstation für Urlaubswillige gereift ist. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter: Mit einer Dokumentation in Spielfilmlänge namens “The Old, the Young & the Sea” über die Küstenbewohner des Atlantiks und Surfen in Europa haben Hainzl und Jaritz es bis in die Kinos und auf Filmfestivals geschafft.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?

Ich denk’, das ist einer, der den erfüllt, der’s schreibt und den der’s liest. Die richtige Person, zum richtigen Thema, das Leserschaft nicht sucht, sondern findet. Aber auch wenn ich viel im Internet unterwegs bin – gefunden hab ich den vollkommenen Blog noch nicht.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?

Wer das Bloggen gut beherrscht, sind beispielsweise Chase Jarvis und Joey L. – das sind erfolgreiche Photographen, die ihr Wissen freizügig in Textform, Videobeiträgen und Photostrecken teilen. Die zeigen auch eines erfolgreich vor: Die Zeiten in denen man einfach auf seinem Wissen sitzen bleiben kann, sind vorbei. Und sie zeigen, dass dieses Teilen des Wissens ein profitables Geschäft sein kann – ein Schritt, den das klassische Bloggen nie wirklich vollzogen hat. Ich bin auch ein Fan der Doku-Formate vom Vice Magazine.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? 

Kommunikation, Weiterbildung, Unterhaltung und Inspiration – in der Reihenfolge.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? 

Reisen, Menschen und Länder kennenlernen, Bargespräche und Photo Sessions, Interviews führen. Vieles von dem landet letztlich – wenn man Internetmensch ist – wieder online…

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?

Nie. Oder: Gerade eben.

Ihr Lieblingsheld im Netz?

Wenn Barack Obama bei “Between two Ferns” auftritt, ist er ein Held, weil er sich als Politiker erlaubt, Pop gut und nützlich zu finden. Und wenn John Stuart und Steven Colbert nach Jahren täglichen Programms noch immer so energiegeladen und unterhaltsam sind, dann sind sie auch Helden – die neben Unterhaltung sogar Informationswert rüberbringen. Oder die Gründer von Kickstarter, weil sie vielen Menschen ermöglicht haben, an Projekten zu arbeiten, die es sonst nie gäbe. Oder die Aktivistinnen von Femen, weil sie mutig sind und die Mechanismen des Internets verstehen.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?

Die in der letzten Frage genannten gibt’s doch wohl alle auch in echt, oder nicht?

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? 

Wenn es um Geschäftliches geht , dann schätze ich es, wenn Leute sich nicht hinter dem Medium verstecken und wenn Kooperation und Austausch im Vordergrund stehen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? 

Neugier, Freundlichkeit, ich mag Menschen, die offen sind für ihre eigenen Bedürfnisse und Ideen.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?

Wir sind ja alle mittlerweile sehr gut darin, Information, die wir suchen, in Suchbegriffen einzukreisen – aber eben das klappt nicht immer. Dann, andererseits, macht das wenigstens die menschliche Kommunikation nicht obsolet… Abgesehen davon natürlich die Anonymität, die manche Leute als Gelegenheit für mieses Verhalten nutzen.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? 

Manches betrifft nur den Blogger als Person selbst – mich interessiert die x-te Café Latte und das so-und-sovielte Photo vom neuen Familienwelpen nicht. Glücklicherweise gibt es aber genug fantastische Blogger – man muss sich also über “schlechte Blogger” nicht ärgern. Das Internet ist groß genug für uns alle.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?

Manches nicht zu verstehen und manches nicht verstehen zu wollen – ich kann ganz schön veränderungsresistent sein, ein sogenannter Sturschädel. Und natürlich nicht immer den Willen aufzubringen, eigentlich gute Ideen umzusetzen.Das tut manchmal weh im Nachhinein, manchmal kann man damit ganz gut leben.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?

Als wir mit unserem Blog online gingen – weil wir etwas fertig gemacht haben. Und bei der Spanien-Premiere von “The Old, the Young & the Sea”, als unsere drei ältesten Protagonisten mitsamt Familie im Kino feuchte Augen bekommen haben.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?

Dass wir einerseits mittlerweile viele regelmäßige Leser haben und dass andererseits viele Leute unseren Blog für würdig befunden haben, ihre Geschichten und Photos zu transportieren. Es ist schön, dass Andys und meine Idee eines Reiseblogs für nachhaltigen Reisestil Mitstreiter gefunden hat. Und natürlich damit dann auch auf zeit.de zu landen. Die Oma wird stolz sein.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?

Ich würd’ gern das Einfühlungsvermögen von beispielsweise Elisabeth T. Spira haben, die großartige Doku-Formate rund um alle Arten von Menschen gedreht hat. Das wär’ schon eine schöne Gabe.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?

Wenn ich wiedergeboren werde, gibt’s wahrscheinlich das Wort Blogger nicht mehr. Und wenn ich’s mir aussuchen kann, werd’ ich frühestens in 60 Jahren wiedergeboren. Oder wie lange steht die Seele angeblich zwischen zwei Leben ohne Körper da? Also ich hätt’ jedenfalls gern noch vorher ein langes Leben, weil die Zeiten recht spannend sind.

Ihre größte Extravaganz?

Unsere Arbeit. Wir sind selbstständig, bauen einen Blog auf, beschließen dann ohne jede Vorkenntnis einen Film zu machen. Wenn man so von Selbstverwirklichung spricht, sind die Möglichkeiten, die wir hier in der westlichen Welt in diesen Zeiten haben, relativ extravagant, oder?

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Im Moment bin ich oft freudig erregt bis zutiefst beunruhigt – je nachdem, wie sich das derzeitige Filmprojekt entwickelt, wie sich Nomad Earth Media weiterentwickelt, ob wir uns diesen Lebensstil als Blogger, Photographen, Filmemacher, Contenterzeuger auch weiterhin erhalten können. Insgesamt gut, weil intensiv, irgendwie. Es sind gerade ganz aufgeregte Zeiten für uns – und dafür bin ich wirklich dankbar.

Ihr Motto?

Immer “Ja” sagen. Das bringt einen in alle möglichen und unmöglichen Situationen – was ja der Rohstoff für gute Geschichten ist. Und das ist für uns als Geschichtenerzähler alles. Und dann gibt es noch ein Zitat, das ich irgendwo geklaut hab’ und mir immer wieder in den Kopf springt: “Nichts schadet einer Sache mehr, als sie mit falschen Mitteln zu verteidigen.” Ich finde, das ist ein interessanter Gedanke, gerade jetzt, wo ja jeder alles verbreiten kann.

(c) Katharina Zimmermann

Proust-Fragebogen für Blogger (103)

Von 22. März 2014 um 07:00 Uhr

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Zu viel Zeit vor dem Bildschirm macht nervös und die Augen kaputt. Außer man verbringt seine Internetstunden auf Alicja Schindlers Blog Kooye. Dort sind die Farben so sanft und die Optik so beruhigend, dass einem nichts passieren kann. Die 21-jährige Freiburgerin bloggt seit dem Abitur über Kunst, Musik, Literatur und vieles mehr – alles hat Stil, alles passt in die Ästhetik ihrer Homepage. “Wenn mich jemand nach getaner Arbeit, egal bei was, auf kleine Fehler hinweist, dann finde ich die meistens gerade gut. Ich lege keinen Wert auf Perfektion”, sagt sie. Trotzdem wirkt Kooye ziemlich perfekt. Und wenn die Macherin nicht gerade bloggt oder Klavier spielt, dann schleicht sie durch die Taschenbuchabteilungen der Freiburger Bücherläden.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?

Eins, das gerade so unvollkommen ist, dass ich die Person dahinter erkennen kann.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?

Für mich klingt das Wort „Blogger“ fremd. Im Blogformat verstecken sich ganze Lebensgeschichten, Rezeptbücher, Fotoalben oder Magazine. Für die Menschen, die so viel Kraft in ihr Blog stecken, passt das Wort „Blogger“ meiner Meinung nach nicht mehr.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Mich treiben lassen durch Farbwelten, Trends oder Rezepte.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?

In der Sonne lesen und Bananenbrot essen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?

Wenn meine Fantasie mit mir durchgeht.

Ihr Lieblingsheld im Netz?

Mein Freund, der das Netz immer schöner macht durch seine Gestaltung.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?

Meine Mama.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?

Mir reicht es schon, wenn ich typische Eigenschaften eines Menschen im Netz überhaupt ausmachen kann.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?

Gelassenheit, Sensibilität und Humor.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?

Dass alles so schnell geht.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?

Wenn sich die Schnelligkeit des Netzes auf die Rechtschreibung oder die Fantasie auswirkt.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?

Zu viele offene Tabs.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?

Eine liebe, überraschende Mail von einer Leserin. Wie ein kurzes Gedicht formuliert – in dem Moment hab’ ich mich gefreut, dass sich jemand zwischen Scrollen und Klicken die Ruhe nimmt, mir etwas Liebes zu schreiben.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?

Dass ich überhaupt angefangen habe, zu bloggen.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?

Ich würde gerne Tische und Stühle bauen können.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?

Das ist lustig.

Ihre größte Extravaganz?

Wärmflasche all night long.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Überhitzt und überfragt.

Ihr Motto?

Ich hasse Motten. Die essen meine Pullover.

(c) Thomas Bartl