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Proust für Blogger

Proust-Fragebogen für Blogger (53)

Von 15. März 2013 um 11:27 Uhr

Caro und Bine die-lesende-minderheit
Caro Götze (li.) und Bine Güllich (re.), Foto: privat

Caro Götze lebt in Hamburg und Bine Güllich in Köln, bis jetzt haben sie sich erst vier Mal persönlich getroffen. Caro ist Rechtsanwältin und bloggt seit 2007 auf “Draußen nur Kännchen“ über Fotografie, Bücher und DIY-Tipps. Bine ist gelernte Hotelfachfrau und schreibt ebenfalls seit 2007 auf ihrem Blog “was eigenes” über die gleichen Themen. Zuerst kannten sie voneinander nur die jeweiligen Blogs, bis die eine der anderen irgendwann ein Email schrieb. Wer damit angefangen hat, wissen die Bloggerinnen heute nicht mehr. Es entstand eine Email-Freundschaft und aus der geteilten Leidenschaft für Bücher, entwickelte sich Ende 2010 der gemeinsame Blog “Die lesende Minderheit”. Caro und Bine schreiben über alle Bücher, die sie lesen und geben ihrem Publikum alle zwei Monate ein Thema zu einem Buch vor, das in etwa so lauten kann: “Lies ein Buch, in dessen Titel eine Farbe vorkommt” oder “Lies ein Buch aus deiner Jugendzeit”.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?
Bine: Wenn es von allem etwas und von jedem ein bisschen zeigt. Wenn es persönlich, aber nicht zu privat geschrieben ist, wenn ich darin Anregungen finde und wenn die Fotos einfach schön sind, dann ist es für mich perfekt!
Caro: Wenn man merkt, dass die Person, die den Blog schreibt, ihre Linie gefunden hat und ihr treu bleibt.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?
Bine: Ich schwärme für einige Blogger und deren Blogs, aber ich habe kein Idol.
Caro: Ich fühle mich am wohlsten bei den DIY-Bloggern und habe dort viele Freunde gefunden.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Bine:
Bloggen, Blogs lesen, bei Pinterest Inspirationen sammeln, bei Facebook mit Freundinnen quatschen.
Caro: In erster Linie selbst bloggen, sich Tipps und Tricks holen, einkaufen und mich mit Freundinnen, die nicht in meiner direkten Umgebung wohnen, virtuell austauschen.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Caro:
Lesen, Nähen (besonders gerne mit Freundinnen) und mich an meiner Familie erfreuen.
Bine: Das kann ich genauso unterschreiben. Ich würde noch ergänzen: Fotografieren und Freundinnen treffen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?
Bine:
Nie. Bevor ich lügen oder etwas erfinden würde, würde ich es gar nicht schreiben.
Caro: Nie. Warum sollte ich?

Ihr Lieblingsheld im Netz?
Bine:
Mr. Blogger, Mr. Zuckerberg, Mr. Pinterest – all diejenige, die eine grandiose Idee hatten.
Caro: Nicht zu vergessen: Mr. Instagram.
Bine: Stimmt! Mr. Instagram. Sind das eigentlich wirklich alles Männer?!

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Caro: Philipp Roth.
Bine: Meine Familie und meine besten Freunde. Und Meryl Streep.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Bine: Freundlichkeit und Authentizität.
Caro: Ehrlichkeit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
Bine:
Ich bin ein Freund von alten Werten, dazu zählen ganz klar: Freundlichkeit, Höflichkeit und ein ehrliches Auftreten. Ich schätze Menschen, die sagen, was sie denken, die sich an Gesprächen beteiligen und nicht stumm in der Ecke sitzen.
Caro: Ehrlichkeit. Und Hilfsbereitschaft.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?
Bine:
Die Verlockung immer weiter zu klicken.
Caro: Shitstorms und das unreflektierte Weiterverbreiten falscher Tatsachen.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?
Bine: Ich mag es nicht, wenn Blogger öffentlich über andere herziehen. Meine Probleme und Ärgernisse bespreche ich mit Freundinnen und meinen Mann und dies analog – ohne Netz.
Caro: Ideenklau finde ich ganz schlimm, das fängt bei Fotos an und geht sogar bis zu Rezensionstexten zu Büchern.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?
Bine: Ich bin recht ungeduldig.
Caro: Immer alles auf den letzten Drücker.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?
Bine:
Oh, da gab es schon viele wunderschöne Momente. Jeder einzelne Leser macht mich glücklich! Ganz besonders erfreut war ich natürlich, als mein Blog das erste Mal auf anderen Blogs erwähnt wurde. Ganz oben steht aber für mich: das Treffen und Kennenlernen von gleichgesinnten Bloggerinnen, aus denen teilweise wunderbare Freundschaften entstanden sind.
Caro: Als ich merkte, dass das Bloggen mich mehr erfüllt als mein eigentlich erlernter Beruf.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?
Bine: Meine persönliche Weiterentwicklung, Dinge anzupacken und Träume eines Tages wahr werden zu lassen.
Caro: Kontinuität und gleichbleibende Qualität in den Beiträgen.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?
Bine: Kochen können wie Julia Child.
Caro: Stricken.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?
Bine: Ich glaube, ich möchte nicht wiedergeboren werden. Und wenn doch, dann würde ich mein Leben gerne noch einmal leben.
Caro: Nein, danke!

Ihre größte Extravaganz?
Bine: Weder Schuhe, noch Klamotten, auch keine Luxuspflegeprodukte. Ganz schnell schwach werde ich aber bei Stoffen und Büchern.
Caro: Ich kaufe manchmal Zeitschriften oder Produkte nur wegen des schönen Aussehens.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Bine: Die kann sich binnen Sekunden von totaler Gelassenheit in hektisches Agieren und wieder zurück ändern.
Caro: Heitere Gelassenheit bei klarem Gedankenfluss.

Ihr Motto?
Bine: Dream big.
Caro: Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele. (Cicero)

Proust-Fragebogen für Blogger (52)

Von 26. Februar 2013 um 12:10 Uhr

Sandra Semburg hatte im September 2011 gerade eine einjährige Modeschauen-Tour hinter sich. Ein Souvenir davon waren Unmengen an Streetstyle-Fotos aus aller Welt. Sie wollte die Bilder nicht auf ihrem Rechner verstauben lassen, also gründete sie den Blog a love is blind. Für sie ist das eine gute Möglichkeit ihre Neugier zum Thema Mode zu stillen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Ihren Blogger- und Lebensmittelpunkt hat Sandra Semburg in Berlin. Sie ist Fotografin für diverse Magazine und beruflich viel unterwegs. Also bloggt sie manchmal auch direkt aus New York, Paris, Mailand oder Stockholm.

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Was ist für Sie das vollkommene Blog? Den gibt es nicht, für mich ist das Schöne an einem Blog, dass er nicht perfekt sein muss. Ich finde, ein guter Blog wird mit einem gewissen Anspruch und Passion gemacht – das können schöne Fotos sein, persönliche Texte oder gute Modetipps. Vor allem will ich aber die persönliche Stimme des Bloggers dahinter wahrnehmen.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten? Ich versuche mich nicht mit anderen zu identifizieren, aber es gibt Blogger mit denen ich befreundet bin und deren Arbeit ich toll finde, wie Vanessa Jackmann, Tamu McPherson, Marlene von Spruced. Dann gibt es noch Blogger, die ich regelmäßig verfolge, wie Garance Doré, Leandra Medine, Emily Weiss und Natalie Joos. Wie schon erwähnt sind das alles Blogger, die einen hohen Anspruch an ihre Arbeit haben und mich inspirieren härter zu arbeiten.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? Ich muss gestehen, noch lieber als Modeblogs konsumiere ich amerikanische Serien im Netz, die sind einfach wahnsinnig gut gemacht und unterhaltsam. Morgens fange ich aber erst einmal mit Nachrichten an und dann geht es weiter mit der Blogroll.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? Einfache Dinge wie spazieren gehen, Freunde treffen, Sport und Fotografieren. Wenn ich könnte, würde ich mich offline im Urlaub auf Sizilien befinden oder durch die Straßen von Manhattan schlendern und Leute beobachten. Oder auch einfach nur schlafen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit? Bei keiner.

Ihr Lieblingsheld im Netz? Kein Held, aber mein Lieblingsblogger ist immer noch Garance Doré.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit? Meine Mutter, wegen ihrer Fröhlichkeit und weil mich keiner so unterstützt wie sie.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? Nettigkeit, Offenheit und Neugier. Ich hätte nicht gedacht, wie motivierend es sein kann, positives Feedback aus dem Netz zu bekommen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? Wärme, Humor, die unendlichen Möglichkeiten über Körper, Mimik und Stimme zu kommunizieren. Menschen zu beobachten ist toll, das kann das Netz niemals ersetzen.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten? Dass es ohne nicht geht, den Suchteffekt und Zwang nichts verpassen zu dürfen. Die Masse an Informationen. Negative „Bashing“-Kommentare – wobei auch die übertriebene „Ich liebe alles“-Haltung mancher User nerven kann. Was ich wirklich nicht mag ist, wie viel Zeit ich durch das Surfen am Bildschirm verbringe.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? Ich mag es nicht, wenn Blogger einen Blog aus rein kommerzieller Motivation heraus starten oder sich erhoffen, dadurch berühmt zu werden. Also: Eine Überdosis an Selbstliebe und Bestätigung durch Outfits statt durch Leistung.

Was stört Sie an sich selbst am meisten? Mein Hang dazu mich sehr schnell stressen zu lassen. Außerdem bin ich gerne etwas kompliziert, ich treibe mich selbst und vielleicht auch andere damit ein bisschen in den Wahnsinn.

Ihr glücklichster Moment als Blogger? Es gab mehrere Momente, oft auch ganz simple Dinge. Etwa als ich am Anfang gesehen habe, dass sich jemand tatsächlich den Blog ansieht und mir immer mehr Leute folgen. Ich freue mich heute noch genauso, wenn ich positives Feedback zu meinen Fotos bekomme. Oder auch als die australische Vogue ein Foto von Kati Nescher auf meinem Blog gefunden hat und es auf einer ganzen Seite gedruckt hat.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? Dass ich den Schritt gemacht habe anzufangen und es auch seit über einem Jahr durchziehe. Außerdem auch noch, dass es meine Arbeit als Fotografin weiter gebracht hat und ich mich sichtbarer gemacht habe.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Ich würde gerne schön zeichnen können oder wenigstens eine einigermaßen hübsche Handschrift hinbekommen. Ich kann leider selbst kaum lesen, was ich schreibe. Abgesehen davon würde ich gerne gut und lustig schreiben können. Aber mein Talent ist definitiv auf der visuellen Seite…

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? Nicht als Bloggerin, sondern vielleicht als Schauspielerin, gerne Marion Cotillard. Sie würde dann nebenbei noch fotografieren und über ihre Modeschätze und Reisen bloggen.

Ihre größte Extravaganz? Zweimal im Jahr auf auf die internationalen Modewochen zu reisen, das ist ziemlich teuer. Ich kaufe mir auch manchmal Klamotten, die ich mir nicht leisten sollte. Außerdem – wenn ich keinen Termin habe – so lange zu schlafen, wie ich will, und dann selbstverständlich im Pyjama zu arbeiten – der Nachteil daran ist nur, dass ich dann so wie jetzt auch um 23 Uhr noch am Schreibtisch sitze.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Entspannt und neugierig, was das Jahr bringt.

Ihr Motto? Ich habe kein Motto, finde es aber wichtig gute Laune zu verbreiten und über sich selbst lachen zu können.

Foto: Simbarashe

Proust-Fragebogen für Blogger (51)

Von 5. Februar 2013 um 11:15 Uhr

SibylleFunkytime

Sibylle Roessler ist freiberufliche Grafikdesignerin und bloggt seit zwei Jahren auf Funkytime. Am ehesten findet man Sibylle auf Flohmärkten und in Second Hand Läden – immer dabei: Ihre Kamera Oskar. Seit einem Jahr gibt es auch ein Magazin zu ihrem Blog und wer weiß, vielleicht auch bald ein Buch. Ihre Arbeiten sind in diversen Magazinen und auf Interior Design-Websites zu finden. Wer sie persönlich kennenlernen möchte, kann im Mai zur Blogger-Konferenz nach Berlin kommen, dort hält sie einen Workshop.

Was ist für Sie das vollkommene Blog? Wenn er lustig ist, schön aussieht, ich dort originelle Sachen sehe und er tolle Fotografien hat – dann ist es der vollkommene Blog!

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten? Ich habe eigentlich kein Idol. Es gibt viele Blogger, die mich inspirieren. Ich mag bestimmte Charaktereigenschaften von verschiedenen Blogs, aber es gibt keinen einzelnen der es mir angetan hat.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? An meinem Blogdesign basteln und auf Kickstarter stöbern.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? Kreativ sein – egal ob Geschenkpapier designen, einen Kuchen verzieren, aus einer Hose einen Rock machen, oder die ein oder andere Wand in unserer Wohnung streichen – mein Mann sagt immer, er weiß nie welche Farbe die Wohnung hat, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit? Ich schreibe nicht viel. Funkytime ist ein sehr visueller Blog, da braucht es nicht viele Worte – also auch keine Unwahrheiten.

Ihr Lieblingsheld im Netz? ”Kick-Ass” – wer sonst! Das ist ein einfacher, verletzlicher Teenager und Comic-Nerd, der trotz fehlender Superkräfte versucht, als Superheld das Verbrechen zu bekämpfen. Das ist zwar nur ein Film, aber ich mag ihn, weil er auf mich sehr real wirkt.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit? Meine Family!

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? Ich schätze Menschen die Durchhaltevermögen haben, nicht aufgeben, voller Tatendrang sind und auf die man sich verlassen kann. Nichts ist schlimmer als ‘ne grosse Klappe und nix dahinter!

Was mögen Sie im Netz am wenigsten? Diese lästigen Pop-ups.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? Gar nichts.

Was stört Sie an sich selbst am meisten? Ich bin ziemlich chaotisch und sehr ungeduldig.

Ihr glücklichster Moment als Blogger? Da gibt es nicht nur einen: Als ich das erste Mal auf einem anderen Blog gefeatured wurde – das war super! Auch als mich “BRIGITTE” für ein Projekt anschrieb, und ich sah, dass ich in der “Huffington Post” genannt wurde. Ganz toll war es auch auf der Hive in Berlin, da hatte ich mal die Möglichkeit mit vielen gleichgesinnten Bloggern zu quatschen, mich auszutauschen und inspiriert zu werden.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? Mein “Funkytime Magazin“ – sowohl online als auch gedruckt. Und natürlich meine treuen Leser.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Ich würde gerne gut vor Publikum reden können – das wär super! Ich stottere immer nur irgendwas zusammen – ich will gar nicht daran denken!

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? Ich find’ mich super, also natürlich als ich!

Ihre größte Extravaganz? Meine Heirat in Las Vegas! Wir haben damals in Los Angeles gelebt und schon länger darüber gesprochen zu heiraten. Mein Mann fuhr damals noch seinen Flitzer, der aussah wie KITT von “Knight Rider”, mit dem sind wir dann an einem Wochenende im Juli 2007 spontan nach Vegas gefahren. Ich wollte dort schon immer hin und den Glamour hautnah erleben – alles ist so herrlich kitschig! Es gab keinen besseren Platz für unsere Hochzeit.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Voller Energie und Tatendrang!

Ihr Motto? Warte nicht bis der Sturm vorüber ist, sondern lerne im Regen zu tanzen.

(c) Sibylle Roessler

Kategorien: Proust für Blogger

Proust-Fragebogen für Blogger (50)

Von 30. Januar 2013 um 10:46 Uhr

INVITUSBLOG

Trang Hong bloggt seit November 2011 auf INVITUS über Mode, Design und Beauty. Eine Highlight sind ihre Do-it-yourself-Ideen: originell, einfach nachzumachen und hübsch anzusehen. Wenn sie nicht gerade mit ihrem Blog beschäftigt ist, studiert die 21-Jährige Jura in Berlin. Zwei Jahre zögerte sie, bis sie schließlich den Mut fand ihren Ideen, Meinungen und Internetfunden eine sehenswerte Plattform zu schaffen.

Was ist für Sie das vollkommene Blog? Ich mag Blogs, die voller Inspiration sind und mich mit dem Tatendrang erfüllen, diese Ideen auch in mein Leben zu transportieren.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten? Wenn ich mich mit Menschen identifizieren könnte, deren Identitäten ich mir eigentlich nur aus den Eindrücken ihrer Blogs erschließen kann, dann teilte ich wohl den schnoddrigen Humor der Jungs von Dandy Diary, die Liebe zu skandinavischer Mode mit Katha von ILOVEPONYS und das halbe Interieur mit Jennifer von A Merry Mishap.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? Neben den Dingen, die man von mir erwarten würde – Pinterest, Tumblr, Supply – schaue ich mir auch gerne mal Insektenkämpfe auf Youtube an. Ich rede mir ein damit meine Arachnophobie bekämpfen zu können.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? Meine Lippen mit einer weichen Zahnbürste peelen und dabei zum hundertsten Mal “Friends” schauen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit? Ich bekomme oft Mails von Agenturen oder jungen Designern, die von mir Beiträge oder Werbung erfragen. Aber das Schöne an einem unabhängigen und persönlichen Blog ist ja, dass es nun mal nur mir gefallen muss. Unwahrheiten gibt es daher nicht – nur Schweigen.

Ihr Lieblingsheld im Netz? Angie Ziehmann. Ihr Blog BE SPECTACULAR ist eine beeindruckende Sammlung ästhetisch ansprechender Fotografien. Ich würde am liebsten ihr gesamtes Blog ausdrucken lassen und meine Wände damit bekleben – ein Balsam für müde Augen!

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit? Ich könnte mich jetzt sehr lange darüber auslassen, warum meine Mutter, meine Freunde oder mein wundervoller Freund die passendste Antwort wäre, aber dann würde ich zu sentimental klingen und das steht mir irgendwie nicht.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? Die Anonymität im Netz ermutigt Menschen, die in der Wirklichkeit zu schüchtern oder gehemmt sind, ihr Wissen oder ihre Meinung zu teilen. Egal, ob ich ein Kuchenrezept suche oder mein Macbook nicht startet – es kommt mir so vor, als gäbe es durch die Offenheit dieser Menschen im Internet auf alles eine Antwort.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? Im Netz genießt jeder die Freiheit zu filtern, was er veröffentlicht und erschafft damit manchmal ein fehlerhaftes oder verzerrtes Bild von sich. Das ist in der Wirklichkeit viel schwieriger, versucht wird es trotzdem. Ich mag Menschen, die nicht versuchen sich zu verstellen.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten? Internetseiten auf denen man besonders viele Klickzahlen erreichen möchte und natürlich die sogenannten Shitstorms, die negative Seite der Anonymität.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? Huch, wenn ich das genau beantworten würde, würde das wahrscheinlich in einen ausgewachsenen Selbsthass ausarten.

Was stört Sie an sich selbst am meisten? Dazu fällt mir viel zu viel ein – in diesem Moment finde ich es furchtbar, dass ich den fabelhaften Gedankenstrich zu inflationär benutze.

Ihr glücklichster Moment als Blogger? Es ist schön zu erfahren, dass andere sehr erfolgreiche Blogger INVITUS täglich lesen und Interesse an meiner Person zeigen, etwa in dem sie mir auf Instagram folgen. Es erstaunt mich sowieso immer wieder, wie viele Menschen INVITUS für lesenswert halten.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? Mir haben einige Leser Fotos ihrer nachgebauten DIYs geschickt. Ich war sehr stolz, sie dazu inspiriert zu haben.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Ich bin manchmal so überwältigt und zugleich eingeschüchtert von dem kreativen Schaffen anderer Menschen – wäre ich Künstler, würde ich vermutlich jeden Tag heulend und unzufrieden vor lauter zerknüllten Ideenskizzen sitzen.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? In diesem Leben blogge ich über die schönen Dinge des Lebens, im nächsten vielleicht über die weniger schönen.

Ihre größte Extravaganz? Unsere Wohnung am Rosenthaler Platz in Berlin Mitte. Man kann sich ewig streiten, wo man in Berlin wohl besser wohnen könnte, aber ich gehöre einfach hierher und bin hier schon lange fest verwurzelt. Und natürlich das Bloggen selbst. Denn eigentlich bin ich eine mal mehr, mal weniger ambitionierte Jura-Studentin und angesichts des bevorstehenden Examens dreht sich bei mir schon der Magen um.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Elektrisiert und gleichzeitig erschöpft von der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin.

Ihr Motto? Kein Motto – kein Druck.

(c) INVITUS

Proust-Fragebogen für Blogger (49)

Von 3. Januar 2013 um 17:43 Uhr

Sara Schahrour lebt derzeit in Berlin und studiert Kulturwissenschaften. Neben ihrem Studium schreibt die 24-Jährige einen persönlichen Tagebuch- und Lifestyle Blog über Hiphop und Lebenserfahrungen – DragstripGirl – Girl gone wide. Das englischsprachige Stadtmagazin FindingBerlin gründete sie 2010, um die Hauptstadt Deutschlands aus einer Perspektive zu präsentieren, die in keinem Touristenführer zu finden ist. Gemeinsam mit verschiedenen Autoren und Fotografen geht sie in ihrer Wahlheimat auf Entdeckungsreise und teilt mit Besuchern aus aller Welt ihre Eindrücke.

Was ist für Sie das vollkommene Blog? Eines, das “Der Blog” heißt.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten? Einen Blog macht man oft deshalb, weil man sich mit bereits bestehenden Publikationen nicht identifizieren kann. Also: Mit niemandem. Abgesehen davon identifiziere ich mich lieber mit Inhalten als mit Menschen – alles andere würde es sowohl zu schwer als auch zu einfach machen.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? Mich darüber aufzuregen, dass manche Menschen übrig gebliebener Generationen immer noch den Fehler machen Online und Offline als Aggregatzustände, Parallelwelten oder expansion pack zu sehen.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? Mich darüber aufzuregen, dass manche Menschen übrig gebliebener Generationen immer noch den Fehler machen Online und Offline als Aggregatzustände, Parallelwelten oder expansion pack zu sehen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit? Meine Antwort auf diese Frage ist eine Lüge.

Ihr Lieblingsheld im Netz? Der Typ, der den Ad-Blocker erfunden hat.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit? Auch der Typ, der den Ad-Blocker erfunden hat. Und natürlich Batman.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? Dass sie keinen Unterschied zwischen Netz und “Wirklichkeit” ziehen müssen, um sich selbst in ihrer Welt zurecht zu finden.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? Dass ihnen mein beleidigender Sarkasmus nicht entgeht, wenn ich ihn mit ganzem Körpereinsatz vermitteln möchte.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten? Leute, die das Netz weiterhin als expansion pack des biologischen Lebens und nicht als Teil einer stetigen Veränderung unserer Gesellschaft wahrnehmen.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? Wenn sie nicht aufhören können über das Bloggen an sich zu reden.

Was stört Sie an sich selbst am meisten? Hauptsächlich meine Frisur, meine Rechtschreibung und dass ich – dank meiner Sucht nach Süßigkeiten und Zitronen – wahrscheinlich schon mit Ende 20 mein erstes falsches Gebiss brauche.

Ihr glücklichster Moment als Blogger? Wenn man mich nicht auf mein Dasein als Blogger reduziert.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? Als ich 17 war, habe ich über den Trailer zum Film “Borat” gebloggt und dazu geschrieben, dass ich ihn unbedingt sehen muss. Daraufhin hat mich die zuständige PR-Agentur ins Kino eingeladen. Ich durfte fünf Freunde mitnehmen und wir konnten uns unbegrenzt an der Popcorntheke bedienen. Noch heute reden meine Freunde darüber, dass ich mit 17 berühmt war und deshalb den roten Teppich in irgendeinem Frankfurter Kino ausgerollt bekam. Das war 2006 und in Deutschland war Social Media, Word-Of-Mouth und Bloggermarketing noch nicht so hoch im Kurs wie jetzt. Der Film war Bombe.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Ich würde echt gerne Krumpen können. Die meisten halten das für einen totenTrend. Ich finde aber, dass Krumpen – eine Mischung aus Bodypaint und Unterleibsschmerzen, die man auch tanzen kann – eine reine Form der emotionalen Alltagsbewältigung sein kann. Leider habe ich weder das Talent zum Malen, noch zu einheitlichen Körperbewegungen, es reicht also nur zum Bloggen.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? Wenn ich schon wiedergeboren werden muss, dann bitte als Mathe-Genie, Stimmtalent oder Präsidentin der Welt. Bloggen kann ich dann immer noch nebenbei.

Ihre größte Extravaganz? Ein exorbitanter Dispokredit. Irgendwann werde ich wegen irgendetwas angezeigt und werde verlieren. Das nötige Kleingeld will ich dann bereit halten.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Im Geistesexil, halb-beschleunigt und medium-rare.

Ihr Motto? YALLA STATT YOLO – meine persönliche Petition dafür, den 1. Platz des Jugendwortes 2012 mit dem 3. Platz auszutauschen.

(c) privat

Proust-Fragebogen für Blogger (48)

Von 4. August 2012 um 09:00 Uhr

 

Die 33-jährige Maya Handley stammt aus Neuseeland und lebt mit ihrem Mann in Brooklyn, New York. Im September erwarten sie ihr erstes Kind. Auf ihrem Blog Turned Out porträtiert sie ihre engsten Freunde, aber ebenso auch Unbekannte, die ihr auf ihren Reisen begegnen. Die analogen Aufnahmen wirken wie aus einem anderen Jahrzehnt und haben eine natürliche, raue und erfrischende Ästhetik, womit sie sich von den Bildern auf den meisten anderen Streetstyle-Blogs unterscheiden. Das liegt auch daran, dass Maya die Fotos mit humorvolle Collagen aus Zeitschriftenschnipseln mischt, ein Format, das sie inzwischen auch für u.a. Grazia.it bedient.

Was ist für Sie das vollkommene Blog? Eines das persönlich und/oder lustig ist.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten? Einige Freunde von mir sind Blogger, u.a. Phil Oh und Tommy Ton. Ich mag sie wirklich sehr.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? Das Internet ist für mich ein Medium, ein Kanal, um meine Arbeit zu zeigen – es ist für mich keine Beschäftigung als solche.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? Die Fotografie, aber, wie gesagt, es gibt für mich diesen Unterscheidung in on- und offline nicht.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit? Vielleicht um eine Geschichte lustiger zu machen.

Ihr Lieblingsheld im Netz? Self Service für das Archiv. Huffington Post für Nachrichten.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit? Die Familie.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? Ihre Offenheit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? Ich schätze freundliche Menschen, die gute Geschichten zu erzählen haben – ganz gleich, wo ich sie treffe.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten? Es wird viel blödsinniger Inhalt ohne Gedanken dahinter produziert.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? Die, die nichts zu sagen haben.

Was stört Sie an sich selbst am meisten? Ich kann zu kritisch sein.

Ihr glücklichster Moment als Blogger? Immer dann, wenn ich draußen bin und Fotos auf der Straße mache und weiß, dass ich etwas gefunden habe, das ich mit anderen teilen will.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? Ich glaube, dass sich meine Fotografie ein ganzen Stück weiterentwickelt hat und ich jetzt einfach besser weiß, was ich mit meinen Bildern ausdrücken möchte. Und das fühlt sich gut an.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Selbstdisziplin.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? Wie bitte?

Ihre größte Extravaganz? Ich kaufe manchmal teure Klamotten.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Schwanger!

Ihr Motto? Ich habe keines, aber ich glaube an Karma und denke daher, dass man andere Menschen und die Erde gut behandeln muss, um glücklich sein zu können.

Foto: Rene Vaile

Proust-Fragebogen für Blogger (47)

Von 16. Juni 2012 um 09:00 Uhr

Lange hält es die 29-jährige Marianna Hillmer nicht ohne Reisen aus. „Ich werde unruhig, wenn ich nicht reise.“ Für die Halbgriechin steht beim Urlaub jedoch nicht die Erholung an erster Stelle, sondern die Möglichkeit, alles über ein Land und seine Menschen zu erfahren. Auf ihrem Blog Weltenbummler Mag teilt sie Erkenntnisse und lustige Anekdoten mit ihren Lesern. Dabei geht es mal um die besten Pâtisserien von Paris, um Kakerlaken im libyschen Hotelzimmer oder um die Architektur der Athener Metro. Wenn Marianna nicht in der Welt unterwegs ist, arbeitet sie in München an ihrer Promotion in Literaturwissenschaft.

Was ist für Sie das vollkommene Blog? Kennen Sie das Eis von Ben & Jerry‘s „Half Baked“? Da ist unter anderem Keksteig, Sauce, Schoko- und Vanilleeis drin. Ab und an trifft man unerwartet auf ein Brownie-Stück. Gräbt sich begierig zum nächsten Cookie-Stück durch, flippt beinahe aus vor Freude, wenn man Cookie und Brownie auf einmal auf den Löffel kriegt und bemerkt nicht, dass man mittlerweile schon am Boden der Packung angekommen ist. So muss sich auch das perfekte Blog anfühlen.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten? Sascha Lobo, ich hab auch so ‘ne Frisur, aber ich zeig sie keinem.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? Klick-Lesen-Klick-Klick-Bookmarken-Klick-Zurück-Lesen-Scrollen-Klick….

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? Derzeit hab ich besonders viel Spaß beim Schlafen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit? Gar nie. Dann lass ich‘s ganz raus.

Ihr Lieblingsheld im Netz? Die Nyan-Cat.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit? Batman.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? Kontaktfreudigkeit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? Über sich selbst lachen zu können.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten? Dass viele meinen, die Anzahl der Social-Media-Follower spiegele die Qualität des Inhalts wider.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? Diese „I-love-everything“-Philosophie kombiniert mit einer verzerrten Selbstwahrnehmung bzw. Selbstüberschätzung.

Was stört Sie an sich selbst am meisten? Meine Ungeduld.

Ihr glücklichster Moment als Blogger? Mein Abend mit Edgar.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? Immer noch Spaß dabei zu haben.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Singen.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? Ich hab schon so viel positives Karma gesammelt, ich komme bestimmt direkt ins Nirvana!

Ihre größte Extravaganz? Wahrscheinlich obige Aussage. Ansonsten wohl die eine Übernachtung im Oberoi Amarvilas in Agra, wo wir die ganze Nacht und auch den darauffolgenden Tag von unserer gefühlten 500qm Terrasse den Taj Mahal anstarrten.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Wach, mit leichtem Koffeindefizit.

Ihr Motto? Lach doch mal.

(c) privat

Proust-Fragebogen für Blogger (46)

Von 5. Juni 2012 um 17:00 Uhr

Lena Brombacher sieht mit ihrer Nase: Jedes Parfum lässt bei ihr ein inneres Bild entstehen. Die freie Journalistin und PR-Beraterin, die unter anderem für das Mercedes-Benz Fashion Week Magazine arbeitet, war schon immer fasziniert von Parfums und ihren Machern. Für die Berlinerin sind Parfumeure wie Künstler: Jeder hat einen persönlichen Stil und eine eigene Handschrift. Vergeblich suchte Lena Brombacher nach einem Blog über Parfums, der nicht nur die großen Marken und Mainstream-Düfte vorstellte, und gründete kurzerhand ihr eigenes Blog. Seit 2010 berichtet sie auf Olfactorialist über die Welt der Parfums. Ob es sich um die neueste Duft-Erscheinung eines großen Modehauses oder das Werk eines unbekannten, aber talentierten Parfumeurs handelt – Lena Brombacher hat zu jedem Parfum ihre Meinung.

Was ist für Sie das vollkommene Blog? Ein Blog, in dem ich mich stundenlang verlieren kann. Das sind meistens Interior-Blogs oder einfach nur schöne Foto-Blogs, wie Brown dress with white dots.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten? Mit dem Olfactorialist natürlich ;-)

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? Blogs durchstöbern. Ich höre erst auf, wenn mir vom Scrollen schlecht wird. Meine Lieblinge: We could grow up together, Lainbloom, Fellt, Emma’s Designblogg, Riazzoli, Fuck you very much … Und diverse Parfumblogs, leider hat einer meiner Favoriten gerade das Bloggen eingestellt mit der Ansage „Perfume is boring“: peredepierre.com

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? Für Freunde kochen. Die wundervollen Abende an unserem langen Esstisch erfüllen mich mehr als jeder Barbesuch. Am liebsten mache ich das samstags, morgens auf den Markt und dann den ganzen Tag in Ruhe alles mit Muße vorbereiten. Kochen und Parfums, das liegt doch sehr nah beieinander. Da mich alle immer fragen, was es Neues gibt, werden es dann meistens Duft-Dinner. Und am Ende geht jeder mit einem neuen Lieblingsduft nach Hause.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit? Warum sollte ich lügen? Es ist eher so, dass ich über etwas gar nicht schreibe, wenn ich es nicht mag. Ich glaube, das wird in meinem Blog sehr deutlich. Ich bin keine Parfumkritikerin, ich schreibe über die Dinge, die ich mag – mit wenigen Ausnahmen. Es geht auch im Leben nicht darum, andere runterzumachen.

Ihr Lieblingsheld im Netz? Ich wünschte, ich könnte in eine Zeitmaschine steigen und das hier live sehen, leider ist er aber nur mein Held im Netz. Unsere Eltern waren schon immer große Elvis-Fans, haben aber auch Beatles und Bessie Smith gehört. Schöne Kindheitserinnerungen.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit? Follow the white rabbit. Es ist wie mit dem weißen Kaninchen in “Alice im Wunderland”. Manchmal muss man einem Menschen folgen, der einem eine andere Perspektive zeigt. Eine andere Sicht auf die Welt. Man muss sich auf die Dinge einlassen und in den Kaninchenbau gehen. Ein Mensch, der so durch das Leben geht, ist für mich ein Held.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? Unterhaltsamkeit. Es gibt wenige Menschen, die mich wirklich zum Lachen bringen können.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? Bescheidenheit, Gelassenheit, Loyalität.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten? Vorgeschaltete Werbeclips.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? Wenn Blogs auf reiner Selbstdarstellung basieren. Ein Blog ist eine Passion, man liebt, was man tut. Man zeigt, was man liebt. Wenn man nur sich selbst zeigt, dann ist man? Selbstverliebt. Mag ich nicht.

Was stört Sie an sich selbst am meisten? Ich habe in meinem Leben einiges verändert, daher stört mich nicht mehr viel und schon gar nichts am meisten. Marginalien.

Ihr glücklichster Moment als Blogger? Als das AnOther Magazine London mich zu einem seiner Lieblingsblogs auserkoren hat. Das war ein Ritterschlag. Sie veröffentlichen täglich eine Auswahl aus ihren Lieblingsblogs unter: www.anothermag.com/reader

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? Vertrauen.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Ich würde gerne Klavierspielen können, so richtig ohne Noten und aus dem Gefühl heraus. Ich hatte zwar zehn Jahre Unterricht und war auch gut, aber ich konnte nie frei spielen. Ich bewundere immer die Leute, die sich einfach hinsetzen und spielen. Mein zeitgenössischer Lieblings-Pianist und Komponist ist übrigens Ludovico Einaudi. Seinetwegen würde ich noch einmal Unterricht nehmen.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? Ich denke, Blogs gibt es dann nicht mehr.

Ihre größte Extravaganz? Meine Selbständigkeit.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Sehr gespannt.

Ihr Motto? Alles hat seinen Sinn.

(c) Katrin Belgardt

Proust-Fragebogen für Blogger (45)

Von 26. April 2012 um 17:00 Uhr

Für die 20-jährige Münchnerin Amelie Kahl ist die Kamera das wichtigste Werkzeug. Vor drei Jahren startete sie ihren Blog Wind Cries Amy, auf dem sie über Mode berichtet – meist in Bildern, die so verträumt und melancholisch sind, dass man sie am liebsten einrahmen und sich ins Schlafzimmer hängen möchte. Ob Selbstporträts, Naturfotografien oder Detailaufnahmen: Amelies Bilder erinnern in ihrer Ästhetik tatsächlich an den Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Eine Karriere als Fotografin hat Amelie fest im Blick: Momentan bewirbt sie sich an verschiedenen Fotografieschulen in Deutschland.

Was ist für Sie das vollkommene Blog? Vollkommene Blogs sind schon mal langweilig. Ich schätze an Blogs die Ecken und Kanten und den daraus resultierenden Wiedererkennungswert, der verdammt wichtig ist.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten? Ich versuche mich nicht mit jemandem zu identifizieren, so was macht nur traurig. Ich lasse mich inspirieren und versuche, es dabei zu belassen.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung? Tausend andere Blogs durchforsten, tumblrn, Serien und Filme schauen, und nebenher läuft fröhlich Facebook vor sich hin.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung? Fotografieren, kochen oder vielmehr essen, gute Gespräche führen mit Freunden oder welchen, die es noch werden, feiern und anschließend ganz viel schlafen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit? Ich denke, ich bin ziemlich gut darin, die Wahrheit zu sagen und zu schreiben. Wenn ich es aber mal trotzdem nicht hinbekomme, dann wahrscheinlich in Momenten, in denen ich unsicher oder eingeschüchtert bin. Jeder der sagt, er würde nie die Unwahrheit schreiben, lügt. Übrigens.

Ihr Lieblingsheld im Netz? Da gibt es viele. Meistens sind es Mädchen, die so extravagant sind, dass man es kaum aushält. Irgendwas zwischen Vanessa von Panda Fuck und FrouFrouu.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit? Meine Eltern. So kitschig das klingen mag. Wenn ich später nur ein bisschen so bin wie einer von ihnen, habe ich alles richtig gemacht!

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen? Im Netz begegnet man viel einfacher Ehrlichkeit (auch wenn die oft besonders unschön sein kann), Offenheit und diskussionsfreudigen Menschen. Das ist irgendwie angenehm.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen? Das ist wie mit den Menschen online. Nur spielt in der Wirklichkeit der Humor noch eine viel größere Rolle und Respekt, der im Internet schnell mal vergessen wird.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten? Werbung und GEMA.

Was stört Sie an Bloggern am meisten? All die Haul-Videos von Bloggern, die ihre überdimensional riesigen Shoppingtüten leeren und ihre Klamottenbeute vorstellen. Das hat für mich nichts mehr mit Mode und Ästhetik zu tun. Das ist Konsum vom Feinsten, ohne dass ich noch irgendetwas Sinnvolles dabei entdecken kann.

Was stört Sie an sich selbst am meisten? Dass ich meine Launen oft selbst so schlecht einschätzen kann. Und dass ich wahnsinnig ungeduldig bin.

Ihr glücklichster Moment als Blogger? Durchs Bloggen habe ich viele ganz wundervolle Menschen kennengelernt. Es ist immer schön, sie wieder zu treffen!

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger? Über alles schreiben zu können, was ich möchte, und verschiedenste Gedanken teilen zu können. Und es gibt tatsächlich Menschen, die lesen sich das auch noch durch! Das ist ein verdammt gutes Gefühl.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Ich würde gerne zeichnen und malen können. Dafür müsste ich einfach nur mal anfangen, doch da ist wieder das Problem mit der Geduld. Ich will es sofort und auf der Stelle können, bitte.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? Wenn ich müsste, dann vielleicht als eines der Mädchen von Rookie Mag. Aber ich habe auch kein Problem damit, wieder ich selbst zu werden.

Ihre größte Extravaganz? Brillen, mein Kameraequipment und das regelmäßige Naschen von purem Ingwer.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Gelangweilt. Ich sitze gerade krank zu Hause.

Ihr Motto? Kein Motto.

Proust-Fragebogen für Blogger (44)

Von 28. März 2012 um 16:00 Uhr

Dhendersonphotosmaller

Danielle Henderson aus Wisconsin in den USA gründete Ende 2011 ihren Blog Feminist Ryan Gosling. Ihre Idee: Feminitische Theorien mit dem momentan wohl beliebtesten Gesicht Amerikas zu verbinden, nämlich dem von Schauspieler Ryan Gosling. Jeder Post beginnt mit: „Hey Girl“, einer Formulierung aus dem Film „Drive“, in dem Gosling die Hauptrolle spielt. Dass diese Idee gut ankommt, zeigt das vielfältige Angebot ihrer Nachmacher: Ryan Gosling spricht mittlerweile auf zahlreichen anderen Blogs über Shakespeare, Biostatistiken oder internationale Politik – immer mit der Ansprache „Hey Girl“ und einem charmanten Foto des Schauspielers. Danielle Henderson, inzwischen Dozentin an der Uni von Wisconsin für „Gender und Women Studies“, bringt im August 2012 das Buch zu ihrem Blog heraus.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?

Ich mag leidenschaftliche Blogger, die sich kurz fassen. Ich verbringe nicht sehr viel Zeit online, deswegen mag ich eher Blogs, die sich kurz fassen. Je lustiger, desto besser

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?

Tami Winfrey Harris von What Tami said bringt es immer auf den Punkt. Ich bewundere sie sehr für ihre Hartnäckigkeit, Intelligenz und ihren Humor

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Im Moment? Puzzlen

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Ich stricke und nähe seit 20 Jahren meine eigenen Klamotten. Wenn ich nicht gerade irgendwelche Handarbeiten mache, verbringe ich gern Zeit mit meinem Partner Seth

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?

Niemals

Ihr Lieblingsheld im Netz?

Junge Frauen, die ihren eignen Weg zum Feminismus gefunden haben. Ich finde es toll, dass es so viele unterschiedliche repräsentative Stimmen gibt. Das trägt dazu bei, dass Feminismus kein bindendes Programm hat. Ich denke, es ist mittlerweile von großer Bedeutung, dass der Feminismus so breit und unterschiedlich aufgestellt ist

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?

Es gibt niemanden, den ich mehr respektiere als meine Großmutter. Sie hat mein Leben gerettet und mir meinen Weg geebnet, stark genug zu sein, mich dieser Welt zu stellen Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?

Ich mag Leute, die sich nicht allzu ernst nehmen und die etwas zu erzählen haben

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?

Einen Sinn für Abenteuer oder Spontanität. Ich finde Leute gut, die das Internet als Hilfsmittel nutzen und daraus nicht ihre Lebensenergie ziehen. Und Leute, die immer noch mit Fremden quatschen und Freude an Alltäglichem haben

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?

Mir gefällt der Gedanke nicht, dass man ständig an das Internet angeschlossen sein muss, um zu wissen, was in der Welt vor sich geht

Was stört Sie an Bloggern am meisten?

Ich versuche mich von nervigen Bloggern fern zu halten. Überhaupt stört es mich, dass es nur eine bestimmte Art des Bloggens gibt. Es ist immer noch ein junges Medium, und es gibt keine Anleitung, wie man es richtig macht.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?

Ich neige sehr dazu, Dinge aufzuschieben. Ich arbeite hervorragend unter Druck, aber manchmal wünschte ich, ich würde mir mehr Zeit geben, um Projekte zu beenden

Ihr glücklichster Moment als Blogger?

Als ich aufhörte, für meinen persönlichen Blog zu schreiben. Ich habe 10 Jahre lang gebloggt, aber auf diese Weise hat es mir einfach keinen Spaß mehr gemacht. Es war großartig, ihn einfach ruhen zu lassen und mit Feminist Ryan Gosling noch einmal von vorne zu beginnen.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?

Es ist schön, dass so viele Menschen Interesse an meinem Blog haben. Ich stelle mir gern vor, dass es an meiner Fähigkeit liegt, feministische Theorien auf lustige Art und Weise zu präsentieren. Wahrscheinlicher ist aber, dass es am Gesicht von Ryan Gosling liegt. Das ist aber ok für mich

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?

Ich fände es toll, der Kapitän eines Schiffs zu sein. Leider bin ich sehr schlecht mit Himmelsrichtungen

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?

Ich wäre gerne der Voltron – ein Verteidiger des Universums aller Autoren und Redakteure von Ms. Magazine und feministing.com

Ihre größte Extravaganz?

Schlaf. Ich schlafe so viel wie möglich. Mein Studenplan in der Uni erlaubt es mir, an manchen Tagen bis mittags zu schlafen. Am Wochenende wache ich generell spät auf. Das erklärt wohl auch mein Problem, dass ich Dinge grundsätzlich aufschiebe?!

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Zufrieden, dankbar und durchgehend vergnügt

Ihr Motto?

In den Worten von Dean Spade: „Dress to kill, fight to win“

(c) Seth Hurley