Der jung gebliebene Edel-Punker rattert seine Hit-Revue auf der Freilichtbühne des Stadtparks herunter. Das Konzert ist allerdings ausverkauft.
Oh Mann, Billy, altes Idol! Hast Dich echt gut gehalten. Und die Leute lieben Dich immer noch. Denn sie halten Dich für einen echten Rebellen und Provokateur, weil Du ständig “Shit” und ”Fuck” sagst. Und weil ihnen niemand jemals erzählt oder gezeigt hat, wie wirklich rebellische Musiker aussehen und was die so machen, um andere zu provozieren. Dazu gehört nämlich ein bisschen mehr als nur die Hits von vor 30 Jahren herunter zu rattern, dabei die Oberlippe zu verziehen und den Mittelfinger zu strecken. Nun gut, die Leute wollen nichts anderes sehen, da haste recht. Und Dein Team (Management, Plattenfirma, Konzertagentur usw.) hat ganze Arbeit geleistet – sie melken die Kuh so lange es geht und Deine Konzerte sind ausverkauft, obwohl man vom Preis einer Karte auch den Kühlschrank für eine Woche voll machen könnte. Aber alles egal: Gib der Meute, was sie will! Mach‘ ihnen den Rebel Yell! Aber mach‘ es ja ordentlich.
Text: Michele Avantario
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Die Gebärdensprache als Ausdrucksmittel von Kultur ist Mittelpunkt der Veranstaltung „Hände hoch!“, organisiert von Studierenden der Universität Hamburg.
Großraumdisko, Maschinenraum, Fußballstadion – es gibt viele Orte, an denen entspannte Kommunikation schwer fällt. Es sei denn, man benutzt eine Sprache, die ohne Laute auskommt: die Gebärdensprache. Sie ist jedoch nicht nur ein Mittel zur Verständigung, sondern auch Ausdruck einer eigenen Kultur. StudentInnen des Instituts für Gebärdensprache der Universität Hamburg laden unter dem Titel Hände hoch! zu einer neuen Veranstaltungsreihe, die Eindrücke aus der Welt der Gehörlosen vermittelt – via Film, Poesie und ein wenig Historie. Los geht es im Abaton Kino am 18. Juni mit dem Film von Katharina Pethke, die den Alltag ihrer ertaubten Schwester Louisa porträtierte. Sowohl die Regisseurin als auch die Protagonistin werden anwesend sein. Ein weiteres Highlight ist Handgemachte Poesie – Performances vom Gebärdensprach-Künstler Jürgen Endress und Deaf Slammer Dawei Ni am 27. Juni im Museum für Völkerkunde. Alle Veranstaltungen sind zweisprachig (Deutsch und Deutsche Gebärdensprache). Dolmetscher ermöglichen einen Austausch.
Text: Lena Frommeyer
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Beim St. Pauli Nachtmarkt malen Kinder die Straße mit Kreide an, während Erwachsene Bio-Weißwein süffeln und Matjes-Brötchen essen.
Mittwochs schielt man zur Feierabendzeit hoffnungsvoll gen Himmel. Ein Abendbrot unter Freunden auf dem St. Pauli Nachtmarkt ist schließlich ohne Regen am schönsten. Um 16 Uhr ziehen die Stände und Foodtrucks auf dem Spielbudenplatz ihre Rollläden hoch und verkaufen Gemüse, Fisch, Fleisch, Feinkost, Bier, Wein, Apfelsaft und mehr – vieles aus der Region, auch essfertige Snacks. An den Bierbänken macht man es sich beispielsweise mit Fischbrötchen, Käsewürfeln, Brot, Burgern und einer Buddel Bier gemütlich. Auf einer kleinen Bühne spielt eine Band, während Kinder das Pflaster davor mit Straßenkreide bemalen – ein spitzenmäßiges Programm für den Mittwochabend. Der Markttag am 18. Juni steht übrigens ganz im Zeichen vom guten alten Matjes. Wer keinen Fisch mag, berücksichtigt folgende drei kulinarischen Tipps: Raclette-Baguette probieren, Bio-Weißwein trinken und am Gemüsestand Babumms den Verkäufer nach neuen Rezepten fragen.
Die Dialogreihe setzt sich dieses Mal mit Macht und Transparenz auseinander. Zu Gast: Prof. Dr. Edda Müller, Dr. Michael Otto und Anke Domscheit-Berg.
Einmal pro Monat lädt Sonja Lahnstein-Kandel zur Gesprächsreihe Bridging the Gap Politiker, Publizisten und andere Personen des öffentlichen Lebens ein. Im Juni heißt es: „Macht und Gegenmacht: Schalten die globalen NGOs und Konzerne die Demokratie aus?“ Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sind die Guten, Konzerne die Bösen – so ist häufig die Rechnung. Beide allerdings eint, dass sie zunehmend an Macht gewinnen, aber nicht demokratisch legitimiert sind. Gleichzeitig verlieren die nationalen Parlamente immer mehr an Einfluss, weil sie nicht global agieren können. Es diskutieren unter anderen Prof. Dr. Edda Müller, Vorsitzende des Vorstandes Transparency International Deutschland e. V., Dr. Michael Otto, Unternehmer, Stifter und Ehrenvorsitzender des World Wildlife Fund und Anke Domscheit-Berg, Unternehmerin und Vorstand der Piratenpartei.
Frag‘ nicht nach Sonnenschein: Zwei Crustcore-Bands aus Schweden und den USA ballern ihre Speed-Nummern im Hafenklang herunter.
Die Mitglieder von Infernöh sehen aus, als sei die Zeit stehen geblieben: Rattenfrisur, lumpige Band-Shirts von legendären Crustcore-Bands wie Discharge und Konsorten, grimmige Visagen. Da geht einem ja das Herz auf. Umso mehr, wenn die vier Schweden anfangen zu spielen. Da bleibt nämlich kein Stein auf dem anderen. Am 16.6. sind Infernöh in bester Gesellschaft: Die Bühne des Hafenklang-Salons teilen sie sich dann mit einem New Yorker Trio namens Nomad. Und die hauen in eine ähnliche Kerbe: hohes Tempo, wenige Akkorde, anklagendes Gebrüll, kurze Songs. Ein Fest für Nietenpunks (falls es sie in dieser Stadt noch gibt), Hausbesetzer und für alle, die es hart, intensiv und absolut schnörkellos mögen – frag‘ gar nicht erst nach Sonnenschein. Übrigens: Das Konzert ist gratis, jede Spende ist natürlich mehr als willkommen.
Text: Michele Avantario
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Um das Intimleben von Tieren darzustellen, schlüpft Isabella Rosselini auf der Kampnagel-Bühne ins Hasen- oder Wurm-Outfit und performt lustvoll, aber wissenschaftlich.
Diese Frau macht selbst als Blauwal mit Riesenpenis eine gute Figur: Isabella Rossellini, Tochter von Ingrid Bergman und Roberto Rossellini, posierte früher elegant als Model vor der Kamera. Heute spricht sie über die Geschlechtsorgane von Tieren. Vor sechs Jahren folgte Isabella Rossellini der Einladung von Robert Redford, für SundanceTV die Sexpraktiken von Regenwürmern, Spinnen oder eben Walen zu veranschaulichen. Es entstand eine Sendung, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch avantgardistisch, ziemlich komisch und leicht erregend ist. 2014 nun feiert Green Porno als Bühnenstück auf Kampnagel Deutschlandpremiere. Die Ankündigung verspricht: „Rossellini schlüpft in lustvolle Tierkostüme und zeigt ebenso amüsante wie naturwissenschaftlich-aufregende tierische Praktiken – mit Blick auf den Menschen als eins von vielen lustigen Tieren.“ Unterstützt wurde sie bei der Entwicklung der Show (in englischer Sprache) von Regisseurin Muriel Mayette und dem Drehbuch-Autor Jean-Claude Carrière. Kichern und rot werden erlaubt.
Text: Lena Frommeyer
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Die interessantesten Produktionen der bundesweiten Privattheater, eine Podiumsdiskussion und Preisverleihungen sind die Highlights dieses Festivals.
Seit drei Jahren zeigen Privattheater der Bundesrepublik zwölf spannende Produktionen im Rahmen eines Festivals in den Kategorien (Moderne) Klassiker, Komödie und (Zeitgenössisches) Drama – das ist einzigartig in Deutschland. Eröffnet werden die Privattheatertage am 17. Juni im Altonaer Theater mit der Inszenierung von Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür (Foto) vom Theater der Altstadt in Stuttgart, zu sehen ist unter anderem auch der komödiantische Abend über den Tod, Bestatten? Fröhlich, der Kabarett Academixer Leipzig oder die plattdeutsche Version von Neil LaButes Farce Fettes Schwein, die im Ohnsorg-Theater unter Fett Swien läuft. Dieses Jahr findet am 22. Juni erstmalig eine Podiumsdiskussion statt: Unter dem Titel Das ist hier kein Privatvergnügen! soll die Frage behandelt werden, ob die Privattheater angemessen gefördert werden. Der Höhepunkt ist aber natürlich die Verleihung des Publikums- und des Monica-Bleibtreu-Preises der Hamburger Experten-Jury in den drei Kategorien.
Das Metropolis-Kino zeigt vom 17. bis 30.6. Kriminelles, Abenteuerliches und Martialisches aus der Welt des Hongkong-Kinos.
Die großen Zeiten des Hongkong-Kinos sind wohl unwiderruflich vorbei. Auch die kleinen Reihen, mit denen das Hong Kong Economic and Trade Office ein Mal im Jahr an sie erinnert, bringen seit einiger Zeit nichts weltbewegend Neues. Diesmal steht die 2003 entstandene Cop-Trilogie Infernal Affairs I, II, III (18./19./25.6.) im Mittelpunkt der Angebotspalette. Ergänzt wird sie durch aktuelle Genrefilme: die Cop-Comedy Blind Detective (17.6.) mit dem Infernal Affairs-Star Andy Lau, dem Martial-Arts-Thriller Unbeatable (28.6.) und dem Triaden-Drama The White Storm (29.6.). Nur The Way We Dance (27.6.) von Adam Wong Sau Ping schert aus der hartgesottenen Kinokost aus: Das bunte Tanzabenteuer erzählt von einer jungen Tänzerin, die auf der Flucht aus dem Elternhaus in einen fragwürdigen Tai-Chi-Club gerät.
Was tun, wenn einen Fußball nicht nur nicht interessiert, sondern das ganze Drumherum einen regelrecht anwidert? Ab ins Grüne!
Alle gucken den ersten Einsatz der DFB-Elf bei der Fußball-WM gegen Portugal. Nicht nur Ex-Buffer und andere Fachleute, allgemein Sportinteressierte und deren Anhänge, sondern auch Hobby-Patrioten und angehende Alkoholiker, die nicht auffallen wollen. Singles gehen bei Public Viewings auf Brautsuche, Schnorrer erhoffen sich beim ersten Deutschland-Spiel am 16.6. ein paar Gratis-Schnäpse beim „Portugiesen um die Ecke“. Alle reden von tollem Multi-Kulti-Fest, dabei werden hier nur Vorurteile weiter verfestigt und die ganze politische Problematik einer Fußball-WM erfolgreich verdrängt. Wer das Ganze total blöd findet, gilt als verklemmte Spaßbremse. Was tun? Wir empfehlen für den heutigen Abend einen Ausflug ins Grüne – natürlich in einen Park, in dem weit und breit keine Leinwand zu sehen und zu hören ist. Wie wär’s zum Beispiel mit dem Eppendorfer Moor? Ist ein Naturschutzgebiet, da wird nicht herumgegrölt …
Collagen, Filme, Skulpturen, Malerei – 20 NachwuchskünstlerInnen aus dem Stadtteil St. Pauli präsentieren ihre Arbeiten im Kölibri.
Was macht die Nachbarin von gegenüber wohl, wenn sie sich jeden Abend, mit Feder und Tusche in der Hand, konzentriert über ihren Schreibtisch beugt? Bei der Werkschau von St. PauliArt, einem Forum für NachwuchskünstlerInnen der GWA St. Pauli, kann man es vielleicht herausfinden. Unter dem Motto „Grenzen – Träume – Zwischenräume“ zeigen 20 Künstlerinnen und Künstler aus dem Viertel, die selten oder noch nie ausgestellt haben, am Hein-Köllisch-Platz im und um das Kölibri herum ihre Arbeiten. In Sachen künstlerische Ausdrucksformen wurden ihnen dabei keine Grenzen gesetzt. Zu sehen sind Collagen, Malerei, Skulpturen und Fotografie. Außerdem werden Filme gezeigt und Texte vorgestellt. Es gibt also viel zu entdecken: Zum Beispiel ein Schattentheater, zart aquarellierte Akte, eine skurrile Schafspelzwand mit Schweinerüsseln und martialische Masken.