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Naziausflug in die „Reichshauptstadt“

 

Rund 50 Neonazis aus Sachsen und Berlin haben am vergangenen Samstag vergeblich versucht sich unter die Occupy-Proteste in Berlin zu mischen. Die Polizei konnte die Rechtsextremisten rechtzeitig stoppen. Nachdem die Gruppe am Abend noch in einem Nazizentrum in Lichtenberg gefeiert hatte, kam es in der Nacht zu einem versuchten Angriff mit Äxten und Pfefferspray auf alternative Jugendliche.

Die Polizei bemerkte die Neonazis am Samstagnachmittag vor dem Deutschen Historischen Museum. „Als die Gruppe kurz darauf geschlossen auf dem Gehweg der Straße Unter den Linden in Richtung Brandenburger Tor lief, wurde sie von Einsatzkräften der 13. Einsatzhundertschaft angehalten und überprüft“, heißt es in einer Pressemeldung. Zur selben Zeit fand nur wenige hundert Meter entfernt eine Occupy-Demonstration statt. Offenbar wollten sich die Rechtsextremisten, wie in anderen Städten geschehen, unter die Demonstranten mischen. In der Gruppe befanden sich auch Mitglieder der verbotenen Kameraschaft Frontbann 24. Die Polizei erteilte den Rechten Platzverweise und behielt sie den restlichen Tag im Auge. Ein 36-Jähriger Neonazi erhielt eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, weil er ein Einhandmesser bei sich trug.

Im Internet beschwerte sich später der stellvertretenden sächsische NPD-Landesvorsitzende Maik Scheffler über die Reaktion der Polizei auf die „Kulturfahrt der JN-Sachsen und dem Freien Netz Sachsen“. Auf der Internetseite des „Aktionsbüros Nordsachsen“ lassen sich die „Kameraden“ ebenfalls über die Polizeikontrolle aus: „Wie weit ist es im ‚freisten‘ Deutschen Staat, den es je gegeben hat, schon gekommen? Das junge Deutsche nicht mal mehr ihre Heimat, ihre Hauptstadt erkunden dürfen.“ Trotzdem habe man Abends noch im „Nationalen Jugendzentrum Berlin“ gefeiert.

Auf Fotos posiert Scheffler biertrinkend mit dem Berliner Neonazifunktionär und NPD-Landesvorstandsmitglied Sebastian Schmidtke in dem neuen Nazizentrum in der Lückstraße in Lichtenberg. „War trotz Polizeischikane ein toller Tag. Immer wieder gerne. Auf die Achse Sachsen-Berlin“, lobt Schmidtke die Aktion. Andere User bedanken sich bei den „Berliner Kameraden“ für die gute Gastfreundschaft und hoffe auf eine „baldige Wiederholung“.

Die Polizei, die die Rechtsextremisten zu den Räumen in der Lückstraße begleitet hatte, betont hingehen es habe nach ihren Erkenntnissen keine Veranstaltung in dem Szenetreffpunkt geben. Die angereisten Rechtsextremisten hätten sich „kurz nach Betreten des Gebäudes mit einem Bus in Richtung Sachsen entfernt.“

Nach Informationen der Antifa Hohenschönhausen, kam es jedoch in der selben Nacht nahe des Nazizentrums zu einem brutalen Angriffsversuch: „Gegen 3 Uhr haben mindestens 3 mit Sturmhauben vermummte Nazis mehrere junge Erwachsene in der Lückstraße gejagt. Die Neonazis waren mit Äxten und Pfefferspray gewaffnet. Die Gejagten konnten unverletzt entkommen“, schreibt die Gruppe.

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