‹ Alle Einträge

Kleines Land – großes Glück

 

Kleines Land – großes Glück

Das Land, in dem wir leben, ist vergleichsweise sicher, die Arbeitslosigkeit gering, die Infrastruktur okay, das Wetter zumindest besser als in Großbritannien. Aber ist Deutschland nicht nur ein wirtschaftlich starkes und wohlhabendes, sondern auch ein glückliches Land? Nicht sonderlich: Von 158 Ländern belegt Deutschland Rang 26, fünf Plätze hinter Großbritannien, aber immerhin drei vor Frankreich. Das haben die Vereinten Nationen zum dritten Mal in ihrem World Happiness Report gemessen.

Die Forscher des Earth Institute der New Yorker Columbia-Universität verglichen im Auftrag der Vereinten Nationen Länder auf Faktoren wie Einkommen, Lebenserwartung, soziales Netz und gefühlte Freiheit. Das allgemeine Ziel des Glücksrankings: Regierungen zu einer besseren Politik zu bewegen. Stärkster Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Regierung sind soziale Unruhen. Und diese wirken sich erheblich auf das Ranking aus. Die Forscher verglichen zwei Zeitperioden, 2005 bis 2007 sowie 2012 bis 2014. Ergebnis: Griechenland hat demnach mit Abstand am meisten Glück eingebüßt, dahinter folgt Ägypten.

Aber in welchem kleinen Land leben denn nun besonders glückliche Menschen? In der Schweiz. Doch bevor Sie noch an diesem Wochenende drüber nachdenken, rüber zu machen, seien Sie gewarnt: Der Deutsche ist bei den Eidgenossen nicht immer wohlgelitten. Einstweilen greifen Sie gern auf Erfahrungsberichte von deutschen Einwanderern zurück, die in der Schweiz leben.

Gleich hinter der Schweiz folgen Island, der bisherige Spitzenreiter Dänemark, Norwegen und Kanada. Daraus lernen wir: Das Wetter kann kein vordringlicher Grund für eine glückliche Gesellschaft sein. Die Top Ten komplettieren Finnland, die Niederlande, Schweden und zwei Länder, die so weit weg von allem und damit auch allen Alltagssorgen sind, dass es einem dort ziemlich gut gehen muss: Neuseeland und Australien.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

23 Kommentare


  1. Und das mußte auf 172 Seiten ausgebreitet werden.


  2. Small is beautiful!


  3. Die glücklichsten Menschen leben dort, wo Rauschgift relativ am Billigsten ist: Afghanistan und Kolumbien. Aber die werden nicht gefragt in dieser albernen Einklassifizierung nach den Werten der Fragenden. Und sind so weggetreten, dass sie ich selbst auch nicht danach fragen.

    Es gibt Kulturen, da gilt der SMA-Tod als grösstes Glück.


  4. Meist werden Glück und Zufriedenheit in einem Atemzug genannt, und bei der Zufriedenheit liegt unser Problem.

    Zu meckern gibt es immer und selten die Bereitschaft, sich selbst für Verbesserungen einzusetzen – denn schuld sind ja die anderen und die müssen erst einmal …

  5.   Occam

    Dachte, am glücklichsten ist man in Trinidat.
    In Butan ist Glück sogar Staatsziel…


  6. Ist es nicht praktisch schon eine deutsche Eigenheit immer etwas unzufrieden zu sein? Ich frage mich, ob sich so etwas auch dahingehend ausdrückt, dass neue Dinge erfunden oder neue Wege gegangen werden.


  7. Erstens: Platz 26 von 158 ist super. Müssen wir Deutschen neben der Exportweltmeisterschaft auch noch Glücksweltmeister werden?

    Zweitens: Die eigene Einschätzung der Glückseligkeit ist stark durch kulturelle Normen vorgegeben. Ein Schwabe würde sich viel seltener als glücklich bezeichnen als ein Rheinländer. In nordischen Ländern ist es viel üblicher, Schmerz und Unbill zu verheimlichen, während Südländer deutlich schneller auf ihr Unglück hinweisen. Das wird z.B. von Ärzten beachtet, wenn sie Patienten aus besagten Ländern mit Schmerzmitteln versorgen möchten.

  8.   Jappie

    Na, der Artikel erklärt ja sogar, warum das Ranking so sein muss, wie es ausgefallen ist. Länder mit einer ausgeprägten Konsenkultur (skandinavische Länder) kommen im Ranking besser weg – Länder, deren Bevölkerung schnell mal auf die Barrikaden geht (Frankreich), kommen schlechter weg („Stärkster Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Regierung sind soziale Unruhen.“).
    Daher mein Fazit: Die Studie hak keine relevante Aussage.

  9.   beat126

    Die Schweiz identifiziert sich durch 3 Elemente: Den ausgeprägten Föderalismus (Dezentralismus), die politische Neutralität und die direkte Demokratie.

    Damit bestimmt der Bürger sein direktes Umfeld selbst (auch die Steuern), wird verschont von internationalen Unruhen und hat das höchste Gut für internationale Investoren überhaupt – die Rechtssicherheit.

    Darum wird die Finanzwirtschaft und die Touristik, die nur je 6% der Wirtschaftsleistung ausmachen, regelmässig von ausländischen Medien überbewertet.

    Jedem Land steht es frei, dies ebenso zu erschaffen – die Blaupause besteht.

  10.   Uruhr

    Ach sowas kann man gar nicht richtig messen und Leute können in einem sch.. Land leben und trotzdem glücklich sein.
    Und auch in armen Ländern (denke da gerade an kleinste Inselstaaten) bin ich überzeugt davon dass viele um einiges glücklicher und zufriedener leben als bei uns. Gerade weil sie nicht im geiz ist geil Materialismus ersticken.

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren