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Warum der schlechteste Regisseur der Welt auf die Crowd pfeift

 

"Basically my message is: Fuck Yourself!" Uwe Boll hat keine Lust mehr auf Crowdfunding, das hat er jetzt mit markigen Worten deutlich gemacht. Im dritten Anlauf droht einer seiner Filme wieder einmal an der Crowdfunding-Finanzierung zu scheitern. Drei Tage vor Ablauf sind auf der bekanntesten Plattform Kickstarter statt der angepeilten 50.000 Euro erst knapp 23.000 Euro zusammengekommen. Für Boll ist Crowdfunding gestorben, "absolutely dead".

Boll gilt als schlechtester. Regisseur. Der Welt. Beim Negativpreis Goldene Himbeere hat er deshalb regelmäßig die Favoritenstellung inne. Für Postal sowie Schwerter des Königs – Dungeon Siege und nicht zu vergessen Tunnel Rats – Abstieg in die Hölle wurde er jeweils als schlechtester Regisseur geadelt. 2008 durfte er gar die Frucht für das schlechteste Lebenswerk entgegennehmen, wofür er sich natürlich auf seine Art "bedankte".

Selbst Trash-Liebhaber schaffen es also nicht mehr, genug Geld für Bolls Filme beizusteuern. Für das angestrebte Postal 2 kamen bei Kickstarter nur 30.000 statt der angestrebten 500.000 Dollar zusammen. Also versuchte er es mit einem anderen Film auf einer anderen Plattform – und scheiterte noch kläglicher: Für Rampage 3 wollte er 100.000 kanadische Dollar von Indigogo-Nutzern einsammeln. 152 Unterstützer kratzten lediglich 6.375 kanadische Dollar zusammen.

Boll kann’s egal sein. "Ich habe genug Geld, um Golf zu spielen, bis ich tot bin", sagt er noch in seinem Video-Statement, bevor er die letzte Schimpftirade loslässt.

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15 Kommentare


  1. Boll ist mitnichten der schlechteste Regisseur der Welt. Er hat seine Sparte gefunden, in der er solide, bis zum Teil durchaus überzeugende Filme abliefert. Er ist ein Gesellschaftskritiker, der manchmal über Ziel hinausschießt, sowohl privat, wie auch in seinen Filmen. Aber es ist Fakt, dass Boll sich an Themen ranwagt, die andere Regisseure nicht mit der Kneifzange anfassen würden, die jedoch durchaus Beachtung finden sollten. Rampage und Assault on Wall Street sind schöne Beispiele für gelungene, jedoch inhaltlich unangenehme, Kapitalismuskritik.

  2. Avatar  Gerry10

    Tja, was braucht er die Crowd wenn er genug Geld hat um Golf zu spielen bis er tot ist?
    Soll er halt sein eigenes Geld verwenden.
    Will nicht? Na dann F*ck yourself, Herr Böll….

  3. Avatar  Mathias

    Uwe Boll hat „Darfur“ gedreht. Sorry, ein authentischeren und emotionelleren Film habe ich selten gesehen! Jeder der über Böll urteilt, sollte zuerst diesen Film gesehen haben! Würde mich wunder nehmen, wie viele Hollywood Regisseure solche traumatischen Dramen verfilmt haben?! Natürlich hat er auch Filme die eine Himbeere würdig sind, aber ihn bewusst als schlechtesten Regisseur darzustellen ist ungerechtfertigt!

  4. Avatar  Markus

    Boll soll verstehen wer will. Wenn man „Dafur“ sich ansieht, der ist wirklich gut gemacht, warum er sonst so ein trash herstellt…


  5. @1:
    Boll gilt deshalb als schlechtester Regisseur der Welt, weil seine Filme miserabel inszeniert sind. Dass die Drehbücher und Storykonzepte zumeist auch Grütze waren (und z.T. ebenfalls auf seinem Mist gewachsen sind) macht die Sache nicht besser, aber dafür ist nicht zwangsläufig immer der Regisseur alleine verantwortlich.

    Seine Filme sind schlicht aus handwerklicher Sicht schlecht. Er hat kein Gespür für Timing oder kann Schauspieler nicht ordentlich anleiten. Die Filme sind trotz z.T. halbwegs brauchbarer Vorlagen einfach langweilig und völlig unspannend.

    Was er gut kann, bzw. konnte war Geld einzuwerben, um 60 Mio.-Streifen wie die „Schwerter des Königs“ zu stemmen. Der Film ist zwar trotzdem Grütze, aber er konnte passabel auf der Fantasy-Welle mitschwimmen und ein Plus erwirtschaften. Des weiteren hat er eine Weile lng günstig Videospiellizenzen eingekauft und konnte darauf setzen, dass eine gewisse Basis von Gamernerds die Filme schon aufgrund des Titels anschauen werden – egal wie schlecht sie sind.

    Filme wie Rampage versucht er gesellschaftskritisch zu platzieren, aber das ist imho mehr Behauptung als dass man dies dem Film ansehen könnte. Zunächst einmal ist der Streifen unkommentiert gewaltverherrlichend.

    Ich halte Boll nicht zwingend für einen Idioten, aber er führt sich öffentlich wie einer auf. Seine Interviews sind meistens dumm, überheblich und seine Aussagen insgesamt unreflektiert. Das trifft übrigens noch auf einen weiteren „Filmschaffenden“ aus Deutschland zu mit dem Boll bei „Farcry“ zusammen arbeitete (dessen Filme jedoch ungleich erfolgreicher sind): Til Schweiger. Der war sich nicht zu schade, in einem Internetforum Kritiker von Farcry in bester Boll-Manier anzugehen.


  6. Aha. Uwe Bolls Filmprojekt wird nicht gefundet. Daran muss die Plattform schuld sein, die ist nämlich absurd. Und die Fans, diese dämlichen Idioten, die ihr Geld lieber irgendwelchen behinderten Amateuren nachwerfen, die dumme Filme über behinderte Zauberer im Wald drehen.

    Es fällt mir schwer, darauf nicht mit Sarkasmus zu reagieren, also lass ich’s lieber. Warum Rampage 3 so ein wichtiger Film gewesen sein hätte sollen hab ich nicht ganz verstanden, aber ich wusste bis vor fünf Minuten auch nicht, dass es Rampage 1 und 2 gab, oder dass Uwe Boll immer noch Filme dreht.

    Ernsthaft, was für eine erbärmliche Reaktion. Gilt der Typ nicht als Profi? Eieiei.


  7. Ergänzung zu 3+4: „Dafur“ habe ich zugegebenermaßen nicht gesehen. Kaum zu glauben, dass er doch mal was produziert haben soll, was keine Grütze ist.

  8. Avatar  aha

    Uwe Boll ist hauptberuflich nicht Regisseur sondern Steuertrickser: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/steuersparmodelle-spiel-mir-das-lied-vom-tod-der-medienfonds-1410601.html. Anscheinend versteht er aber auch was vom Filme machen – und das nutzt er, um die Filme gerade so schlecht zu machen, wie es für die Anleger am besten ist.


  9. Ich würde das mal extrem spannend finden wenn Boll und die Coen Brüder zwei Filme drehen und sie vertauscht der Presse vorführen.
    Ich wette die Presse würde sich bis auf die Knochen blamieren!


  10. @ 9
    Zum verwechseln ähnlich. Schließlich ist Boll ja nicht nur für seine subtile Komik, sondern auch für sein handwerkliches Geschick bekannt.

 

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