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Wie sehr Tschernobyl und Fukushima noch strahlen

 
Tschernobyl und Fukushima: Strahlung sichtbar gemacht
© Greg McNevin/ Greenpeace

Man sieht sie nicht, hört sie nicht, man kann sie nicht riechen oder schmecken aber sie ist hochgefährlich: Radioaktive Strahlung bedroht nach den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima noch immer Tausende Menschen – wie sehr, das ist umstritten, auch weil sie so schwer greifbar ist. Der Fotograf Greg McNevin hat nun zusammen mit Greenpeace versucht, das zu ändern. Mithilfe einer LED-Stange, die an einen Geigerzähler angeschlossen ist, visualisierte er die Strahlungsintensität auf sehr lange belichteten Fotos in Fukushima und Tschernobyl.

Weiße Farbe markiert eine Strahlung, die ungefähr der Hintergrundstrahlung entspricht. Wird es gelb, wird es gefährlich. Besonders deutlich wird dabei ein Problem, dem sich Helfer und Opfer bis heute in Fukushima stellen. Dort säubern jeden Tag Tausende Arbeiter evakuierte Orte. Von Mauer zu Mauer und Grundstück zu Grundstück ist die Strahlung unterschiedlich.

Tschernobyl Fukushima Strahlung
© Greg McNevin/ Greenpeace

Das wirkt sich auch auf Entschädigungszahlungen aus, die daran bemessen werden, ob und wie ein Ort kontaminiert ist. Womöglich erhält man selbst nichts, während der Nachbar ausbezahlt wird. Wenige Meter können einen entscheidenden Unterschied machen.

Zudem schrubben die Arbeiter in Japan nur die Ortschaften und 20 Meter um Behausungen herum. Die Wälder bleiben verstrahlt, auch das zeigen die Fotos McNevins deutlich. Geisterhaft scheint sich die Radioaktivität durch die verlassenen Orte zu winden.

Tschernobyl Fukushima Strahlung 03
© Greg McNevin/ Greenpeace

Rund um Fukushima aber auch in Tschernobyl warten noch immer Zehntausende Menschen darauf, in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen. Die japanischen Behörden versichern, in einem Jahr sämtliche radioaktive Strahlung beseitigt zu haben. Alle Evakuierten sollen ohne Sorge zurückkehren können.

Hintergründe, Infografiken und Erfahrungsberichte zu "Tschernobyl – 30 Jahre nach dem Super-GAU" finden Sie hier.

Alle Netzfundstücke von ZEIT ONLINE finden Sie hier.

14 Kommentare

  1. Avatar  Jörg Maire

    Toller Bericht. Das deckt sich mit der Repotage auf http://www.el-new.de.

  2. Avatar  black_flag

    @#7
    Tut mir leid, aber ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Ich möchte ihre Punkte nach der Reihe abarbeiten:
    -Punkt 1: Behauptung: „Die Strahlung von Kontinentalflügen ist enorm hoch, und dennoch freut sich jeder über den sog. Großen Teich zu fliegen!“

    Zitat handelsblatt.com
    „Die Strahlenexposition des fliegenden Lufthansa Personals liegt mit Werten zwischen 2 und 5 mSv pro Jahr deutlich unter dem Grenzwert für beruflich strahlenexponiertes Personal“, so eine Informationsbroschüre der Fluggesellschaft zum Thema Höhenstrahlung. Der Grenzwert liegt bei 100 mSv in fünf Jahren – also durchschnittlich 20 mSv pro Jahr. Die Einheit mSv steht für Milli-Sievert und ist ein Maß für die effektive Strahlendosis als Abschätzung des Strahlenrisikos.“
    Natürlich ist die Strahlung verhältnismäßig zum Erdboden hoch, wer fliegt allerdings über 1000 Flugstunden im Jahr? (Außerdem sollte jeder berufliche Vielflieger über die Strahlenexposition bescheid wissen)
    Ich persönlich kenne niemanden.

    Punkt 2: Hier gebe ich Ihnen recht. Allerdings glaube ich nicht, dass das Einatmen von ein bisschen Benzin-Dampf zu ernsthaften gesundheitlich Komplikationen führen wird.

    Punkt 3+4: Auch hier gebe ich Ihnen recht.

    Punkt 5: Was meinen Sie mit Schrott der Energiesparlampen?
    Ok, fangen wir an mit dem Atommüll. Folgende Informationen findet man leicht über Wikipedia:

    „Obwohl seit Jahrzehnten technische Verfahren zur Konditionierung und Endlagerung erprobt werden, ist die Entsorgung für hochradioaktive Abfälle ungelöst. Insbesondere mittel- und hochradioaktive Abfälle stellen große Herausforderungen an die Entsorgung. Aufgrund der langen Halbwertszeiten vieler radioaktiver Substanzen fordert die deutsche Gesetzgebung eine sichere Lagerung über 1 Million Jahre.[8] Die Halbwertzeit von Plutonium-239 beträgt 24.000 Jahre.“
    Ich wiederhole: 24000 Jahre. Das können Sie doch nicht ernst meinen.

    Der Recyclingkreislauf der Energiesparlampen ist sogar recht effizient. Das Problem ist, dass die meisten Haushalte ihre Energiesparlampen über den Hausmüll entsorgen und somit das gefährliche Quecksilber in die Natur und z.B unser Trinkwasser gelangen kann. Allerdings ist ja dann der Verbraucher schuld und nicht die Energiesparlampe.

    -Punkt 6: War das mit dem bayerischen Wildschwein ironisch gemeint?
    „Im Jahr 2002 wurden im Muskelfleisch von Wildschweinen aus dem Bayrischen Wald 137Cs-Werte von bis zu 20 kBq/kg gemessen.“ (Wikipedia)
    Der EU-Grenzwert beträgt übrigens 0,6kGq/kg. Das war im Jahr 2002, aber auch in den letzten Jahren gab es immer wieder Wildschweine, die so hart verstrahlt waren, das man sie vernichten musste. (Ich komme aus dem bayerischen Wald)

    MEIN Fazit: Mir sind Kraftwerke lieber, die keine Energiequellen nutzen, die für den Menschen unsichtbar sind und hochschädlich sein können. Die Natur und die Nachfahren werden danken ;-)

  3. Avatar  Peter Weigl

    „Wird es gelb wird es gefährlich“.. Das stimmt, leider, denn dann macht man den betroffenen Menschen durch hinterfotzige Manipulation (eine positive Abweichung von der durchschnittlichen Hintergrundstrahlung ist mitnichten gefährlich, sondern völlig normal) krankmachende Angst, zerstört ihnen die Heimat und die Zukunft. Aber was macht man nicht alles um die Spendeneinnahmen zu maximieren – vor allem wenn die Presse so brav mitspielt.

  4. Avatar  QPDO

    Das Problem ist doch die Haftung für Schäden, die sich durch die gewerbliche Nutzung ergeben. Wer haftet? Nicht mal für die Ruinen und Abfälle wollen und werden die Betreiber haften. Und so wie jetzt die Tiere in Tschernobyl werden dann die Menschen an radioaktiven Altstandorten oder durch radioaktives Grundwasser, dass durch alte Atommülllager läuft, deutlich höhere Krebsraten haben. Ein zweiter Kopf ist in der Hinsicht noch eine positive Mutation. Die Krebsraten bei den Tschernobyl-Tieren sind soweit ich weiss deutlich erhöht. Strahlung nach Sievert betrachtet nun mal leider nur die Strahlungsvergiftung und nicht die Codeschädigung durch langfristige <1S Strahlung durch Teilchenzerfall.

  5. Avatar  Neo Vg

    Erstaunlich vielseitige Kommentare hier. Finde ich gut!

    #2 drückt es vielleicht etwas drastisch aus, aber im Prinzip hat er oder sie etwas wichtiges angesprochen: Viele vergessen bzw. ignorieren gerne, dass Greenpeace eine Lobbyorganisation ist und sich dementsprechend auch verhält wie eine Lobbyorganisation. In Sachen Wahrheitsgehalt, selektive Wahrnehmung usw. geben sich Pro- und Contra-Atom-Lobby nichts.

    Das Problem mit der Anti-Atom-Lobby ist, dass sie sich irgendwann im Laufe der 1970er Jahre stehengeblieben ist und sowohl die technologische Entwicklung als auch neue Erkenntnisse insbesondere in Bezug auf den Klimawandel vollkommen ignoriert, was insbesondere in Deutschland in der hiesigen, total verschobenen öffentlichen Wahrnehmung von Kernenergie super ankommt.
    Es erinnert ein bisschen an Menschen mit panischer Flugangst: Flugunfälle sind selten, aber groß und führen durch die mediale Beachtung zu einer vollkommen verschobenen Risikobewertung, während die um Größenordnungen häufigeren Verkehrstoten anderer Fortbewegungsarten weitgehend unter den Tisch fallen. Genau so verhält es sich mit der Kernenergie: Richtige Unfälle sind selten, aber groß, während die weitaus größeren Umweltschäden, Krebstoten usw. anderer Energieerzeugungsarten schleichend passieren und dementsprechend ignoriert werden.

  6. Avatar  Neidhardt

    „Radioaktive Strahlung bedroht nach den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima noch immer Tausende Menschen – wie sehr, das ist umstritten, auch weil sie so schwer greifbar ist.“

    Solange nicht konkrete Meßwerte mitgeteilt werden und nachvollziehbar mit der üblicherweise akzeptierten Strahlenbelastung (z.B. bei Röntgenaufnahmen, beiTranskontinentalflügen oder in belasteten Gegenden Deutschlands und in anderen Ländern) und mit wissenschaftlich international anerkannten Skalenwerten in Beziehung gesetzt werden, erlauben solche Berichte allenfalls ein Urteil über Kompetenz, journalistische Qualifikation und Interessenlage der Verfasser.

    Rätselhaft ist, wie das irgend jemand anders sehen kann.

  7. Avatar  Dirk Breidenbach

    @2: schon blöd, wenn man nach 7 Minuten der Lüge überführt wird…

  8. Avatar  P_S

    @willi0:
    Ja ich bin dabei, denn und dass übersehen die meisten!

    – Die Strahlung von Kontinentalflügen ist enorm hoch, und dennoch freut sich jeder über den sog. Großen Teich zu fliegen!

    – Benzol (im bleifreien Benzin) und Feinstaub (Diesel) sind ebenso Krebserregend wie Radiaoktive Strahlung! Wir fahren alle weiter Auto und stellen uns beim Tanken neben die Zapfsäule!

    – Der FallOut von CS-137 (Teschernobyl) hat eine Halbwertszeit von 27 Jahren, d.h. aktuell sind in unseren Wäldern immer noch knapp 50% des FallOuts enthalten und wir heizen mit Holz, schüren mit Holzkohle aus Osteuropa die Gartengrills an etc. Nur CS-137 verbrennt nicht , d.h. wir blasen es in die Luft!

    – Die Bauxit – Katastrpohe von Ungarn haben viele vergessen, nur die Wälder können eigentlich nicht mehr genutzt werden, weil dann wieder das Arsen in die Luft geblasen wird!

    – Energiesparlampen haben einen Nachteil gegenüber Atommüll, Atommüll strahlt irgendwann nicht mehr und ist dann ungefährlich für die Menschen, der Schrott der Energiesparlampen bleibt!

    – In Finnland werden die Rentiere, die geschlachtet werden vor dem Schlachten eine Zeit in Gehegen gehalten damit die Strahlenbelastung abgebaut wird! Wildschein aus Bayern ist etwas feines…

    Fazit: Ich bin Mensch und leide an der tödlichen Krankheit leben, es ist nur eine Frrage wie lange der Todeskampf dauert und wie er verläuft!

    Z.B. Rotwild in Tschernobyl hat keine Probleme mit der Strahlenbelastung, weil sie früh genug gefressen werden….

  9. Avatar  St.Expeditus

    Nicht die Strahlung ist das Problem für die Menschen dort, sondern die durch mediale Kampagnen erzeugten Ängste.
    Vor kurzem gab es auf ZDF-Info einen interessanten Bericht über die Tierwelt im stark verstrahlten Bereich rund um den Reaktor von Tschernobyl. Den Tieren geht es prächtig, keine zweiköpfigen Bären, keine sechsbeinigen krebskranken Wölfe, keine Rehlein ohne Augen.

    „Das Ergebnis der Studie war überraschend: „Wir haben das Gegenteil der vorherigen Studien gefunden: Je höher die Hintergrundstrahlung, desto weniger oxidativen Stress zeigten die Vögel und desto höher war ihr Gehalt an Antioxidantien“, berichtet Galván. Seiner Ansicht könnte dies ein Hinweis auf eine Anpassung an die radioaktive Verseuchung des Gebiets um Tschernobyl sein. Denn aus Laborversuchen sei bereits bekannt, dass eine anhaltende niedrigere Strahlung Lebewesen widerstandsfähiger gegenüber höheren Dosen macht. Die ständige Exposition führt im Laufe der Zeit dazu, dass die Reparaturmechanismen in den Zellen höhertouriger laufen und so die Schäden durch die Radioaktivität besser ausgleichen können. Gleichzeitig wird auch die Produktion von Antioxidantien hochgefahren.“(wissenschaft.de)

  10. Avatar  GileraB300

    Glaube nur der Statistik die du selbst gefälscht hast oder den Messergebnissen die Du selbst manipuliert hast

 

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